„Meine Frau muß arbeiten gehen“
Awake!: Wie bestreitest du deinen Unterhalt, John?
John: Ich arbeite in der Buchhaltung eines Betriebes.
Awake!: Und du, Carrie?
Carrie: Ich kümmere mich um ältere Leute und helfe ihnen im Haushalt.
Awake!: Was hat dich veranlaßt, arbeiten zu gehen?
Carrie: Die Wirtschaftslage. Die Miete und die Lebensmittelpreise sind gestiegen, und wir sind nicht mehr mit unserem Geld ausgekommen.
John: In unserer Gegend braucht ein Ehepaar mindestens 1 200 bis 1 400 Dollar im Monat für den Lebensunterhalt. Unsere Miete beträgt 400 Dollar im Monat. Für das Essen brauchen wir 50 Dollar in der Woche. Hinzu kommen noch Kosten für das Auto, für Kleidung und die chemische Reinigung.
Awake!: Fing Carrie also bald an zu arbeiten?
John: Nicht sofort, ich versuchte es mit Überstunden. Manchmal arbeitete ich 10 bis 11 Stunden am Tag, dazu 5 bis 6 Stunden an Samstagen.
Carrie: Ja, es war für uns beide sehr schwer. Wir hatten nie Zeit füreinander. Er kam nach Hause, aß sein Abendessen und ging sofort ins Bett. Und wir kamen trotzdem nicht mit unserem Geld aus.
John: Ich wußte, daß es so nicht viel länger weitergehen konnte. Dann fing ich an, mit Jehovas Zeugen die Bibel zu studieren. Und während ich Fortschritte machte, erkannte ich allmählich, daß ich gar keine Zeit für all die Überstunden hatte. Ich brauchte Zeit für religiöse Aktivitäten, wie zum Beispiel für christliche Zusammenkünfte. Daher beschloß ich, mit den Überstunden aufzuhören. Wir warteten, bis unsere Tochter größer wurde. Carrie sollte unbedingt zu Hause bleiben, bis sie mit der Schule fertig wäre. Aber als sie in die High-School kam, suchte sich Carrie eine Teilzeitbeschäftigung im Kaufhaus. Und später beschlossen wir, daß es besser wäre, wenn sie ganztags arbeiten ginge.
Awake!: Hast du dich schon einmal darüber geärgert, daß du arbeiten gehen mußt, Carrie?
Carrie: Nein. Ich sah, unter welcher Belastung John stand. Daher war ich froh, daß ich helfen konnte.
Awake!: Wie hat sich die Berufstätigkeit auf euer Verhältnis zueinander ausgewirkt?
Carrie: Jetzt, wo John nicht mehr so viele Überstunden macht, haben wir etwas mehr Zeit füreinander.
John: Dadurch, daß Carrie berufstätig ist, hat sich die Situation gebessert, denn die finanzielle Last ist etwas leichter geworden. Aber wir achten darauf, daß keiner den anderen vernachlässigt.
Carrie: Wir setzen uns gern zusammen und sprechen miteinander. Wir gehen zusammen einkaufen. Und wir planen unsere Wochenenden so, daß wir zusammen im Predigtdienst von Haus zu Haus tätig sein können. Das macht uns besonders viel Freude.
John: Das ist für uns beide die schönste Zeit.
Awake!: Wie steht es mit der Hausarbeit?
Carrie: Wir teilen uns die Last. Jeder ist für bestimmte Aufgaben verantwortlich. Ich koche, und glücklicherweise ist John nicht schwer zufriedenzustellen, wenn es ums Essen geht. Wenn ich müde bin und nur einen Salat mache, ist er auch zufrieden. Unsere Tochter spült das Geschirr, und John wischt den Boden auf und wachst ihn.
Awake!: Ist das nicht anstrengend nach einem Arbeitstag?
John: Das schon. Aber gewöhnlich schaffen wir es. Ich weiß natürlich, daß ich viele dieser häuslichen Arbeiten nicht machen müßte, wenn Carrie tagsüber zu Hause wäre.
Awake!: Hältst du es für empfehlenswert, daß Mann und Frau berufstätig sind?
John: Nicht, wenn es nicht unbedingt sein muß. Es ist für ein Ehepaar nicht gut, wenn es so sehr auf das Einkommen der Frau angewiesen ist. Was ist, wenn sie krank oder schwanger wird? Außerdem kann der zusätzliche Druck für ein junges Ehepaar eine echte Belastung sein. Wir hoffen daher, daß wir eines Tages die jetzige Situation ändern und beide halbtags arbeiten können. Dann wären wir in der Lage, täglich einige Stunden im christlichen Predigtdienst zu verbringen.