Joseph, der Pflegevater Jesu
JEHOVA Gott hat durch seine wirksame Kraft, den heiligen Geist, die Aufzeichnungen der historischen Tatsachen, wie sie in der Schrift zu finden sind, überwacht. Ohne Zweifel erachtete er es aus guten Gründen nicht für passend, viel über Joseph, den Pflegevater seines menschlichen Sohnes Jesus, niederschreiben zu lassen. In auffallendem Gegensatz zu apokryphischen Sagen, die viele Einzelheiten über das Leben Josephs enthalten, sagt die Bibel sehr wenig über die bescheidene, aber wichtige Rolle, die Joseph im frühen Leben Jesu spielte.
Joseph war ein Nachkomme Davids durch die Linie Salomos. Er war der Sohn eines Jakob, der Schwiegersohn eines Eli. (Matth. 1:16; Luk. 3:23) Er war ein Zimmermann und wohnte in Nazareth von Galiläa. (Matth. 13:55; Luk. 2:4) Ohne Zweifel war Joseph ein demütiger und bescheidener Jude, einer, der Glauben an Gott hatte und das Rechte zu tun wünschte. Die wenigen Ereignisse seines Lebens, die in der Schrift aufgezeichnet sind, zeigen, dass er Gottes Befehlen stets gehorchte, ob diese ihm nun direkt durch Vermittlung der Engel gegeben wurden oder im Gesetz Moses enthalten waren.
Joseph war verlobt, um eine Jungfrau namens Maria zu heiraten. „Während der Zeit . . . da Maria dem Joseph zur Ehe versprochen war, ehe sie vereint waren, wurde sie schwanger erfunden vom heiligen Geist. Ihr Mann Joseph aber, weil er gerecht war und sie nicht öffentlich zur Schau stellen wollte, beabsichtigte, sich heimlich von ihr zu scheiden. Doch nachdem er diese Dinge überlegt hatte, siehe! da erschien ihm Jehovas Engel in einem Traum und sagte: ‚Joseph, Sohn Davids, sei nicht bange, Maria, dein Weib, heimzunehmen, denn was in ihr gezeugt worden ist, ist von heiligem Geist. Sie wird einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen „Jesus“ nennen, denn er wird sein Volk erretten von seinen Sünden.‘ Darauf wachte Joseph von seinem Schlafe auf und tat, wie ihn der Engel Jehovas angewiesen hatte, und er nahm sein Weib heim. Doch hatte er keine Beziehungen mit ihr, bis sie einen Sohn geboren hatte; und er nannte seinen Namen ‚Jesus‘.“ — Matth. 1:18-21, 24, 25, NW.
Im Gehorsam gegen das Gesetz Gottes stellte Joseph Jesus in Jerusalem mit einer Opfergabe dar, wie dies mit allen männlichen Erstgeborenen getan werden musste. Er und Maria verwunderten sich, als sie dort Simeon seine Prophezeiung über die grossen Dinge aussprechen hörten, die Jesus tun würde. „Als sie so alle Dinge nach dem Gesetz Jehovas vollbracht hatten, kehrten sie nach Galiläa in ihre eigene Stadt Nazareth zurück.“ — Luk. 2:23-39, NW.
Mittlerweile wurden drei Weise aus dem Osten, Astrologen oder Magier, nach Bethlehem gewiesen, damit sie dem Kinde Gaben brächten, während es dort weilte. „Nachdem sie hinweggezogen waren, siehe! da erschien Jehovas Engel dem Joseph in einem Traume und sagte: ‚Steh auf, nimm das junge Kind und seine Mutter und fliehe nach Ägypten und bleibe dort, bis ich es dir sage; denn Herodes ist auf der Suche nach dem jungen Kinde, um es umzubringen.‘ So stand er auf und nahm das junge Kind und seine Mutter bei Nacht und zog hinweg nach Ägypten, und er blieb dort bis zum Hinscheiden des Herodes.“ — Matth. 2:1-15, NW.
Nach dem Tode des Herodes erschien dem Joseph in Ägypten wiederum ein Engel Jehovas in einem Traume und sprach: „Mache dich auf, nimm das junge Kind und seine Mutter und ziehe in das Land Israel.“ Als er jedoch hörte, dass der Sohn des Herodes, Ar·che·la’us, an seines Vaters Statt regierte, fürchtete er sich, nach Judäa zurückzukehren, und „da ihm im Traum eine göttliche Warnung gegeben wurde, zog er sich in das Gebiet von Galiläa zurück und kam und liess sich nieder in einer Stadt, genannt Nazareth“. — Matth. 2:19-23, NW.
Es scheint, dass Joseph in gewissen Dingen seiner Frau Maria die Initiative überliess. So finden wir, dass zur Zeit, da er und Maria wegen des Jesusknaben, den sie im Tempel fanden, nach Jerusalem zurückkehrten, Maria und nicht Joseph es war, die Jesus tadelt. Marias Bezugnahme auf Joseph als „dein Vater“ steht in auffallendem Gegensatz zu den Worten des Jesusknaben selbst: „Wusstet ihr nicht, dass ich im Hause meines Vaters sein muss?“ (Luk. 2:48, 49, NW) Als Jesus aufwuchs, lehrte ihn Joseph ohne Zweifel das Zimmerhandwerk, denn Jesus war nicht nur als der Sohn eines Zimmermanns bekannt, sondern auch als „der Zimmermann, der Sohn der Maria“. — Mark. 6:3.
Die Heilige Schrift schweigt über den Tod Josephs, aber jene Worte in Markus 6:3 deuten an, dass er damals tot war. Auch ist nicht wahrscheinlich, dass er Jesus überlebt hat, denn sonst würde Jesus, als er am Marterpfahle hing, seine Mutter nicht seinem Lieblingsjünger und Apostel Johannes anbefohlen haben, „welchen er liebte“. — Joh. 19:26, 27.
Joseph wird zu den zahllosen Verstorbenen gehören, welche die Stimme des Menschensohnes hören und zu einer Auferstehung hervorkommen werden. (Joh. 5:28, 29, NW) Wenn er von Gottes Vorkehrung zu ewigem Leben hört, wird er sie zweifellos froh benutzen und wird ein gehorsamer Untertane des grossen Königs, Christi Jesu, werden, gleichwie er sich als ein gehorsamer Diener Gottes erwies, als er vor mehr als 1900 Jahren der Pflegevater Jesu war.