Erfolgbringende Erziehung
EIN weltliches Sprichwort, das viel Weisheit enthält, sagt: „Es ist nicht alles Gold, was glänzt.“ Manchmal ist es gut, hieran zu denken, wenn Menschen viel Rühmens machen. Und habt ihr je ein Rühmen vernommen, wie es in unserem zwanzigsten Jahrhundert, dem „Zeitalter des Gehirns“, zu vernehmen ist?
Die Menschen werden hoch geachtet wegen ihrer akademischen Grade, die sie von grossen Universitäten empfangen. Unter den Nationen führen wissenschaftliche Leistungen, besonders in militärischer Hinsicht, jene, die „Bescheid wissen“, im Eiltempo in führende Stellungen hinein.
Was kann jedoch gesagt werden über die Ernte, die dieses Zeitalter eingeheimst hat? Seine zwei Weltkriege treten keineswegs als grosse intellektuelle Leistungen zutage. Auch hält es schwer, Weisheit in der weltweiten Furcht der Massen zu erblicken, wie sie die Erfindungen der modernen Wissenschaft hervorrufen. Ernten denn die Kinder, wie behauptet wird, den Nutzen der fortschrittlichsten Gelehrsamkeit aller Zeiten? Mehr denn je tut sich Jugendkriminalität kund. Schlagzeilen sprechen vom Genuss narkotischer Mittel in geschlossenen Kreisen an Hochschulen [USA]. Wie die Bibel davor gewarnt hat, so läuft weitverbreiteter Ungehorsam gegen Eltern mit der Flut von Weh und Leid der Jugend parallel. (2. Tim. 3:2) Und was ist zu sagen vom erhabensten Studium des Menschen, von seiner Erkenntnis des Schöpfers? Gottlosigkeit zufolge der Evolutionstheorie und des Kommunismus schlägt hohe Wogen. „Versuchs-Ehen“ werden ernstlich erwogen, und dicht dabei lauert der Zusammenbruch des Familienlebens.
Als im alten Lande Israels sehr ähnliche Verhältnisse herrschten, als es durchseucht war mit ‚Fluchen, Lügen, Morden, Raub und Ehebruch‘, da zeigte Jehova Gott die Ursache mit den Worten: „Denn Jehova hat einen Rechtsstreit mit den Bewohnern des Landes; denn es ist keine Wahrheit [Treue, ZB] und keine Güte und keine Erkenntnis Gottes im Lande.“ (Hos. 4:1) Was würdest du als die Ursache derselben Übel in der heutigen Welt angeben?
Was bringt denn vor allem diese „weise Welt“ mit ihrer soviel gerühmten Weisheit zuwege? Wohl können grosse Nationen ihre Mittel aufhäufen und dann weltweite Hilfsaktionen unter weniger begüterten Völkern durchführen. Mit ihrem technischen Wissen können die Menschen mächtige Bauwerke entwerfen, können deren Grund in den festen Felsen sprengen und deren höchste Spitzen bis an die Wolken ragen lassen. Sie können grosse Heere ausheben und sie unter der Leitung geschickter Befehlshaber für verwegene Heldentaten ausrüsten. Ja, sie können Throne ererben oder in politische Ämter erwählt werden, können in Palästen wohnen und grossen Einfluss ausüben. Bedeuten aber all diese Dinge in Wirklichkeit soviel? Wenn dies die einzigen Massstäbe für Erfolg sind, dann ist der Mensch den Insekten und Tieren recht wenig voraus. — Spr. 30:24-28.
Ironisch gesagt, scheint die Gelehrsamkeit dieser Welt Rückschritt zu bewirken. Ein Knabe von vier bis fünf Jahren fragt, wer die Blumen gemacht habe. Wenn ihm gesagt wird, Gott habe sie erschaffen, glaubt er es, denn er überlegt, dass er sie mit seinen kleinen Händen nicht nachmachen könnte. Dies und anderes lernt er. Er wird gelehrt, Gottes grosse Macht zu respektieren, zu ihm zu beten und sich in Sicherheit zu fühlen, weil Gott fähig ist, alles Üble zu besiegen. Später aber fällt derselbe, nun aufgewachsene Knabe in die Hände von Professoren, die sich daran machen, Stück um Stück dieses einfachen Glaubens zunichte zu machen, indem sie ihn nötigen, diesen aufzugeben, um den gierigen Ansprüchen der Evolutionstheorie zu entsprechen. Vorbei nun auch mit seinem Gefühl der Sicherheit, und der Jüngling wird ein Teil des Meeres der Menschheit, die im Schrecken vor dem Atomkrieg oder vor einer andern Form der Massenvernichtung lebt.
Deswegen mögen einige darauf hinweisen, dass eine kirchliche Erziehung hier Abhilfe schaffe. Dem ist aber nicht so. Man betrachte die „Kirchenstaaten“, wie sie in Lateinamerika vorherrschen, und die erniedrigende Unsittlichkeit und die Unwissenheit der Massen, welche jene armen Völker kennzeichnen. Selbst in den Vereinigten Staaten zeigen angestellte Proben, dass die „Sonntagsschul“-Erziehung keine praktische Erkenntnis des Wortes Gottes gelehrt hat. Den Eltern seiner Vorbildnation Israel hatte Gott geboten:
„Diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollen auf deinem Herzen sein. Und du sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Hause sitzest, und wenn du auf dem Wege gehst, und wenn du dich niederlegst, und wenn du aufstehst. Und du sollst sie zum Zeichen auf deine Hand binden, und sie sollen zu Stirnbändern sein zwischen deinen Augen; und du sollst sie auf die Pfosten deines Hauses und an deine Tore schreiben.“ — 5. Mose 6:6-9.
Ähnlicherweise riet der Apostel Paulus christlichen Eltern des ersten Jahrhunderts, ‚ihre Kinder weiterhin in der Zucht und im autoritativen Rate Jehovas zu erziehen‘. (Eph. 6:4, NW) Natürlich muss diese Schulung gepaart sein mit dem richtigen Beispiel der Eltern hinsichtlich christlichen Lehrens und Lebens.
„Ist etwa dies der Weg, auf dem man Erfolg haben soll?“ wird die spottende Welt herausfordernd sagen. Betrachten die Spötter denn Christus Jesus als jemand, der Erfolg hatte? Offenbar nicht, und doch ist durch das, was er lehrte, das einzige Mittel der Rettung zu ewigem Leben in einer neuen Welt, die dem Menschengeschlecht offensteht, eingeführt worden. Man beachte, was sein Apostel Paulus lehrte: „Machte Gott nicht die Weisheit der Welt zur Torheit? Denn weil in der Weisheit Gottes die Welt durch ihre Weisheit Gott nicht erkannte, ersah Gott es als gut, durch die Torheit dessen, was gepredigt wird, die Glaubenden zu retten.“ — 1. Kor. 1:20, 21, NW.
Und durch „die Torheit dessen, was gepredigt wird“, werden jene, die die kommende Weltkrise überleben, zum Leben in Gottes neuer Welt bewahrt werden.
Bestimmt hat Jesus in der Kraft Gottes gelehrt, als er redete, wie kein Mensch vor ihm geredet hatte (Joh. 7:46), indem er von Stadt zu Stadt, von Dorf zu Dorf, von Haus zu Haus und an öffentlichen Stätten und wo immer eine Volksmenge versammelt werden konnte, einen Feldzug christlicher Erziehung durchführte. (Luk. 8:1; Apg. 20:20; Luk. 5:1-3; Matth. 5:1, 2) Ferner unterwiesen er und seine Nachfolger die Menschen geduldig in Privathäusern und beantworteten biblische Fragen. (Matth. 9:9, 10; Luk. 10:38-42) Das Buch der Apostelgeschichte ist voll solcher Erfahrungen.
Diese lebendige Tätigkeit des Christentums ist nicht verschwunden. Im Jahre 1950 verbrachten Jehovas Zeugen, christliche Evangeliumsdiener, mehr als 54 000 000 Stunden in derselben Art des Werkes in der weiten Welt. Sie führten über achtzehneinhalb Millionen Rückbesuche bei Interessierten durch und hielten 234 952 Heimbibelstudien ab. Die offenkundigen Beweise ihres Erfolges liegen in den immer grösser werdenden Scharen neuer Evangeliumsdiener, neuer froh gemachter Herzen, Personen, welche die Hoffnung auf eine neue Welt haben, die ihnen ewiges Leben bringt. Dieser Weg, eine Erkenntnis zu erlangen, welche zu wahrem Erfolg führt, bleibt immer noch offen, damit noch weitere ermutigt werden können.