Missionarschule Gilead — Wir sind bereit zu gehen
SIE kommen aus sechs verschiedenen Ländern und haben eine ganz unterschiedliche Vergangenheit. Unter ihnen sind ehemalige Tischler, Ingenieure, Schullehrer, Gebrauchsgraphiker, Musiker, Fernfahrer und ein Klempner. Doch sie haben ein gemeinsames Ziel: Die „gute Botschaft vom Königreich“ in einem fernen Land zu predigen (Matthäus 24:14).
Dieses Ziel führte sie für fünf Monate zusammen, in denen sie in der Wachtturm-Bibelschule Gilead in Brooklyn (New York) intensiv die Bibel studierten und geschult wurden. Die schöne Abschlußfeier am 3. März 1985 war der Höhepunkt ihrer Ausbildung.
Das gewohnte Leben im Heimatland aufzugeben, um die „gute Botschaft“ Menschen in einem fremden Land zu predigen, bringt bestimmt große Veränderungen mit sich. Man denke an einige Opfer, die diese künftigen Missionare bringen müssen: von den Angehörigen und von Freunden Abschied nehmen, eine neue Sprache lernen und sich an ein neues Land, ein neues Zuhause und an eine andere Ernährung gewöhnen. Das sind bestimmt keine geringfügigen Veränderungen!
Hat man aber nach fünf Monaten der Unterweisung wirklich das nötige geistige Rüstzeug, um solche einschneidenden Änderungen im Leben vorzunehmen? Wie denken die Studenten darüber?
„Bereit zu gehen“
Cindy, die mit ihrem Mann Zaire (Afrika) zugeteilt ist, denkt, daß sie nun besser auf ihre Aufgabe vorbereitet ist als je zuvor. Sie sagt: „Ich wollte schon immer Missionarin werden, bereits als kleines Mädchen. Nachdem ich fünf Monate lang mit den anderen Studenten zusammen war, bin ich wirklich bereit zu gehen.“ David und Charmaine, die nach Ecuador gehen werden, erklären: „Wir denken, daß wir nun besser imstande sind, uns den verschiedenen Bräuchen und der Lebensweise in unserem Gebiet anzupassen.“
Natürlich wird dies bei der Schulung besonders berücksichtigt. Zum Lehrplan gehören 1. vier Bibelkurse, in denen die ganze Bibel Kapitel für Kapitel behandelt wird, 2. ein Kurs über die theokratische Organisation und 3. ein Kurs über den Missionardienst.
In dem Kurs über den Missionardienst werden praktische Hinweise gegeben, wie man über eine fremde Umgebung eine realistische Ansicht erlangen kann. Ein Student namens Glen bemerkt: „Ich fand den Missionardienstkurs besonders hilfreich. Ich wurde veranlaßt, immer wieder meinen Beweggrund zu untersuchen und mich zu fragen: ,Warum bin ich hier?‘“ Er und seine Frau Gaylene fühlen sich nun in der Lage, in ihr Gebiet Papua-Neuguinea zu reisen.
Eine andere Studentin namens Pam schätzte die praktischen Ratschläge der Unterweiser. Sie sagt: „Sie halfen mir, zu erkennen, daß es, ganz gleich wohin man uns senden würde, völlig anders sein würde als zu Hause.“ Saipan, eine kleine Insel im westlichen Pazifik, wird für Pam und ihren Mann Peter die neue Heimat sein.
Gordon hat die vergangenen 12 Jahre in der Weltzentrale der Zeugen Jehovas in Brooklyn verbracht und konnte beobachten, daß viele Missionare der Gileadschule in ferne Länder gesandt wurden. Jetzt hat auch er aus dieser Schule Nutzen gezogen und wird als Missionar in Hongkong dienen. Ist er der Meinung, daß er durch die Gileadschule ausreichend auf diese neue Aufgabe vorbereitet wurde? „Dadurch, daß die praktischen Seiten des Missionarlebens während des Kurses immer wieder betont wurden, wurde mir zu einer realistischen Ansicht darüber verholfen“, meint Gordon. „Es ist eine große Hilfe, zu wissen, was einen erwartet.“
Die zugeteilten Gebiete
Erst am Vormittag des 3. Januar 1985, nachdem die Hälfte des fünfmonatigen Kurses vorbei war, erfuhren die Studenten der 78. Klasse, wohin man sie senden würde. Zunächst erweckte der Gedanke, in ein fernes Land zu gehen, in ihnen ein wenig Besorgnis. Vielleicht fragten sie sich: „Wie weit werde ich von meinen Angehörigen entfernt sein? Werde ich mich an die fremden Leute, die anderen Bräuche und die andere Nahrung gewöhnen können? Wie lange wird es dauern, neue Freundschaften zu schließen?“
Doch diese Fragen verschwanden bald wieder aus ihrem Sinn, als sie darüber nachdachten, was Jehova bereits für sie getan hatte, um sie auf ihre Aufgabe vorzubereiten. Als Sharon die Nachricht erhielt, daß man sie in die Dominikanische Republik senden würde, dachte sie: „Ich bin Jehova dafür dankbar, daß er mich für diese Zuteilung für würdig erachtet hat. Es wird ein wunderschönes Gebiet und eine Herausforderung für mich sein.“ Ed und Lynda werden als Missionare in Zaire (Afrika) dienen. Sie sind entschlossen, ihr zugeteiltes Gebiet zu ihrem Zuhause zu machen, und sagten daher: „Wenn man uns jetzt mitteilen würde, daß wir nicht nach Zaire gehen könnten, würden wir uns hinsetzen und weinen, weil wir mit dem Herzen schon dort sind.“
In das Gebiet
Voller Erwartung erklärte Wolfgang, was er und seine Mitstudenten dachten: „Wir alle sind davon überzeugt, daß wir die Wichtigkeit unseres Ziels erkannt haben — die gute Botschaft von Gottes Königreich zu predigen und unser zugeteiltes Gebiet nicht zu verlassen sowie mit den Brüdern in den Versammlungen vereint im Interesse der Königreichsmehrung zusammenzuarbeiten.“ Virginia, die ihren Mann Tim nach Afrika begleiten wird, fügte hinzu: „Die einzige Schulung, die uns noch bevorsteht, ist die praktische Erfahrung.“
Haben aber erfahrene Missionare das Empfinden, daß ihnen die Unterweisung, die sie in der Gileadschule erhielten, für die eigentliche Praxis von Nutzen gewesen ist? Kathryn, eine ehemalige Studentin der Gileadschule, die schon einige Jahre mit ihrem Mann, einem reisenden Aufseher, im Urwald von Papua-Neuguinea dient, sagte: „Ein tiefgründiges Studium erfordert in unserem Fall Wendigkeit, weil wir dafür sorgen müssen, daß wir ab und zu bei jemandem sein können, der eine Bibliothek hat. Wir studieren unseren Wachtturm sehr gründlich. In der Gileadschule wurde uns gezeigt, wieviel wir aus jeder Ausgabe lernen können.“
Aufgrund der Unterweisung, die in der Gileadschule vermittelt wird, kann man sagen, daß ‘Jehova selbst die Schritte dieser körperlich tauglichen Männer und Frauen bereitet hat’. Ja, sie sind bereit, eine drastische Änderung in ihrem Leben vorzunehmen und die lebengebende Botschaft der Bibel bis zu den Enden der Erde zu tragen (Psalm 37:23).
Angaben über die 78. Klasse
Anzahl der Studenten ‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐ 42
Anzahl der vertretenen Länder ‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐ 6
Anzahl der zugeteilten Länder ‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐ 14
Anzahl lediger Frauen ‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐ 4
Anzahl lediger Männer ‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐ 8
Anzahl der Ehepaare ‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐ 15
Durchschnittsalter ‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐ 32,1
Jahre getauft (Durchschnitt) ‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐ 14,2
Jahre im Vollzeitdienst (Durchschnitt) ‐‐‐ 9,9
[Bild auf Seite 26]
Die 78. Klasse der Wachtturm-Bibelschule Gilead
In der nachstehenden Liste sind die Reihen des Gruppenbildes von vorn nach hinten numeriert, und die einzelnen Namen werden von links nach rechts angegeben.
(1) Donaldson, C.; Savoniemi, I.; Van Loo, R.; Ross, G.; Kenyon, L.; Loucks, C.; Mickelson, C.; Koch, M. (2) Wortley, L.; Wondratsch, W.; Seneca, P.; Gleaves, C.; Sierra, N.; Gracia, Y.; Gracia, J.; Crouch, V. (3) Seneca, P.; Hobson, C.; Ellis, G.; Grant, G.; Fields, L.; Norman, S.; Thompson, S.; Singleton, C. (4) Savoniemi, H.; Gleaves, K.; Koch, F.; Steiner, M.; Crouch, T.; Donaldson, R.; Björck, M.; Mathewson, F.; Kenyon, E. (5) Fields, D.; Björck, R.; Loucks, D.; Ross, G.; Hobson, G.; Van Loo, F.; Mundt, B.; Mickelson, C.; Sensenig, T.