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  • Gebete — Bloße Wiederholungen oder spontan gesprochen?
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Erwachet! 1992
g92 8. 6. S. 20-21

Was sagt die Bibel?

Gebete — Bloße Wiederholungen oder spontan gesprochen?

ÜBER dem kalten Wasser des Pazifiks flog in 12 500 m Höhe ein Jumbo-Jet. Plötzlich fiel ein Triebwerk aus, dann verloren die anderen drei die Antriebskraft. Innerhalb von zwei Minuten verlor das Flugzeug 10 000 m an Höhe! Doch bei 2 700 m fing sich der Jet wieder und konnte sicher nach San Francisco geflogen werden. Tief durchatmend, sagte einer der Passagiere: „So inbrünstig habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gebetet.“

In Unglückszeiten, bei Gefahr oder schwerem Leid wenden sich viele Menschen, sogar nichtreligiöse, an den Allmächtigen um Hilfe. Im Gegensatz dazu wiederholen religiöse Menschen regelmäßig formelle Gebete in Kirchen, Tempeln oder bei sich zu Hause. Zahlreiche Gläubige beten das Vaterunser oder das Ave-Maria mit Hilfe des Rosenkranzes; andere verwenden Gebetbücher. Um Gebete schnell wiederholen zu können, drehen Millionen von Orientalen Gebetsmühlen, in die sie Gebete gelegt haben.

Haben wir uns schon gefragt, wie man beten sollte und ob Gebete bloße Wiederholungen sein oder spontan gesprochen werden sollten?

Was es heißt zu beten

Stellen wir uns einmal vor, unser Vater, den wir sehr lieben, lebt in einem anderen Land und ermutigt uns, ihn, wann immer wir wünschen, kostenlos anzurufen. Würden wir das nicht häufig tun? Würde es uns nicht freuen, die kostbare Bindung, die zwischen uns und ihm besteht, aufrechtzuerhalten, ja sogar zu vertiefen? Würden wir nicht unsere Sorgen mit ihm besprechen und unsere tiefe Wertschätzung für jede Hilfe und Ermunterung, die er uns in unserem Leben hat zuteil werden lassen, zum Ausdruck bringen? Dieses persönliche Verhältnis wäre für uns sicherlich ein kostbarer Schatz.

In den Telefongesprächen würden wir vielleicht einige Dinge immer wieder erwähnen, doch wir würden nicht aus einem Buch vorlesen oder uns auf formelle Weise ständig wiederholen, oder? Somit sollte ein christliches Gebet nicht auf diese Weise gesprochen werden. Tatsächlich sagte Christus Jesus, daß Gebete nicht so verrichtet werden sollten.

Was sagte Christus Jesus?

„Wenn ihr ... betet, sagt nicht immer und immer wieder dasselbe wie die Leute von den Nationen, denn sie meinen, daß sie erhört werden, weil sie viele Worte machen“ (Matthäus 6:7).a Andere Übersetzungen geben den Text wie folgt wieder: „Wenn ihr ... betet, so sollt ihr nicht plappern wie die Heiden“ (Stuttgarter Kepplerbibel). „Wenn ihr ... betet, sollt ihr kein unnützes Geschwätz machen wie die Heiden“ (Zürcher Bibel).

Einige verwechseln Wortreichtum mit Ehrfurcht, Redegewandtheit mit Gottergebenheit und denken, durch Wiederholungen und lange Gebete die Erhörung ihrer Bitten zu erreichen. Gott mißt jedoch den Wert eines Gebets nicht an dessen Länge. Offensichtlich wollte Jesus nicht, daß seine Nachfolger steife Formeln gebrauchen oder Gebete auswendig aufsagen. Von welch bleibendem Wert sind daher Rosenkränze, Gebetbücher oder Gebetsmühlen?

Nachdem Jesus das Obige gesagt hatte, gab er seinen Jüngern ein Mustergebet — das bekannte Vaterunser (Matthäus 6:9-13). Ordnete er aber an, daß sie genau diese Worte nachplappern sollten? Nein. Als Jesus über ein Jahr später das Gebet wiederholte, gebrauchte sogar er nicht den gleichen Wortlaut (Lukas 11:2-4). Existiert irgendein Bericht darüber, daß die ersten Christen dies taten oder daß sie andere formelle Gebete wiederholten? Wieder lautet die Antwort „Nein“.

Bedeutet das nun, daß wir nicht die gleiche Angelegenheit mehrmals erwähnen oder wiederholt um etwas bitten dürfen? Ganz und gar nicht, denn Jesus sagte ebenfalls: „Bittet fortwährend, und es wird euch gegeben werden; sucht unablässig, und ihr werdet finden“ (Matthäus 7:7). Oft müssen wir die gleiche Bitte immer wieder vortragen. Dadurch sieht Jehova, wie ernst wir es meinen und wie sehr uns die Angelegenheit am Herzen liegt.

Im fünften Jahrhundert v. u. Z. befand sich zum Beispiel unter den im Exil lebenden Juden in Babylon ein gottesfürchtiger Mann namens Nehemia. Er war der Mundschenk des persischen Königs. Als er hörte, daß es seinen Landsleuten, den Siedlern in Judäa, schlechtging, betete er „Tag und Nacht“ darum, daß es ihnen besser ergehe (Nehemia 1:6). Seine Gebete wurden erhört. Jehova veranlaßte, daß der verständnisvolle persische Herrscher Nehemia eine Reise nach Jerusalem gestattete, damit er die Dinge wieder in Ordnung bringe. Dies tat er zum Wohl seiner Mitbrüder und zur Stärkung ihres Glaubens (Nehemia 1:3 bis 2:8).

Wie von Herzen kommende Gebete helfen

Jehova ist die höchste Macht im Universum, und trotzdem lädt er seine „Kinder“ ein, sich ihm voller Vertrauen zu nahen. „Naht euch Gott, und er wird sich euch nahen“, sagte Jesu Jünger Jakobus (Jakobus 4:8). Aber wie? Nun, wir müssen im Namen Jesu beten (Johannes 14:6, 14). Und Paulus bemerkte: „Ohne Glauben ... ist es unmöglich, ihm wohlzugefallen, denn wer sich Gott naht, muß glauben, daß er ist und daß er denen, die ihn ernstlich suchen, ein Belohner wird“ (Hebräer 11:6).

Mit Problemen Beladene und sogar diejenigen, die schwerwiegende Fehler begangen haben, können um Hilfe und Vergebung bitten und werden sie auch erhalten. Jesus veranschaulichte dies, indem er von einem religiösen Führer sprach, der Gott im Gebet dafür dankte, daß er heiliger sei als die anderen Menschen; ein Steuereinnehmer aber (Steuereinnehmer waren damals unbeliebt und wurden als schlimme Übeltäter betrachtet) sagte lediglich: „O Gott, sei mir, einem Sünder, gnädig.“ Gewiß stammte dieses einfache, von Herzen kommende Gebet nicht aus einem Buch. Jesus verurteilte den religiösen Heuchler und sagte im Hinblick auf den anderen Mann: „Wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden“ (Lukas 18:10-14).

Viele machen sich wegen der beunruhigenden Entwicklungen in der Welt Sorgen und leiden deswegen an Depressionen. Selbst Christen mögen sich über ihren Stand vor Gott Gedanken machen. Oft und von Herzen zu Jehova zu sprechen und ihn um Hilfe zu bitten kann jedoch Wunder wirken. Paulus schrieb: „Seid um nichts ängstlich besorgt, sondern laßt in allem durch Gebet und Flehen zusammen mit Danksagung eure Bitten bei Gott bekanntwerden; und der Frieden Gottes, der alles Denken übertrifft, wird euer Herz und eure Denkkraft durch Christus Jesus behüten“ (Philipper 4:6, 7).

Zu flehen bedeutet, Gott ernstlich und inständig um Hilfe zu bitten und ihm sein Herz auszuschütten, so wie es ein Kind bei einem geliebten und verständnisvollen Vater tun würde. Solche Gebete stammen nicht aus Büchern, noch werden sie ständig wiederholt. Sie stammen aus einem Herzen, das Hilfe benötigt und wirklich an Jehova, den „Hörer des Gebets“, glaubt (Psalm 65:2).

[Fußnote]

a Das Wort, das mit „sagt nicht immer und immer wieder dasselbe“ wiedergegeben wird (battalogéō), kommt nur einmal in der Bibel vor und bedeutet „plappern, schwatzen. Der Nichtchrist ... glaubt, durch die Häufung der Gottesnamen ... die für seine Bitte zuständige Gottheit zu erreichen und ... durch andauerndes Bestürmen müde zu machen“ (Theologisches Wörterbuch zum Neuen Testament).

[Bildnachweis auf Seite 20]

Gemälde von Albrecht Dürer, Dover Publications Inc.

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