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  • Was ist, wenn wir uns wegen Vater oder Mutter schämen müssen?
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Erwachet! 1992
g92 22. 10. S. 19-21

Junge Leute fragen sich:

Was ist, wenn wir uns wegen Vater oder Mutter schämen müssen?

JAKOBS Vater war in einem afrikanischen Land ein geachteter Ältester. Aber als er Jakobs Mutter verließ, um mit einer anderen Frau zusammenzuleben, wurde er aus der Christenversammlung ausgeschlossen. Die Situation wurde noch unerträglicher, als er anfing zu trinken. „In betrunkenem Zustand“, erinnert sich Jakob, „kam er dann in die Schule und brachte mich vor den Lehrern und meinen Mitschülern in Verlegenheit.“a

Ein anderer afrikanischer Jugendlicher — wir nennen ihn David — mußte ebenfalls die Erfahrung machen, daß sein Vater als reueloser Sünder aus der Christenversammlung ausgeschlossen wurde. „Ich konnte es nicht glauben“, sagt David. „An ihm hatte ich mir immer ein Beispiel genommen. Ich hatte schreckliche Angst, daß mit den Angehörigen eines Ausgeschlossenen eventuell niemand mehr Umgang haben wollte.“

Wenn der Name einer Familie beschmutzt wird, weil ein Elternteil sich schändlich benimmt oder sogar ins Gefängnis muß, schämen sich normalerweise die davon Betroffenen, und sie fühlen sich gedemütigt und fürchten sich vor der Zukunft. Möglicherweise ergeht es ihnen manchmal wie dem Psalmisten, der schrieb: „Den ganzen Tag ist meine Demütigung vor mir, und die Schande meines eigenen Angesichts hat mich bedeckt“ (Psalm 44:15).

Das Benehmen deines Vaters oder deiner Mutter ist dir peinlich, und du fühlst dich in der Gesellschaft von Bekannten und Freunden in deiner Haut nicht mehr wohl. Einige von ihnen mögen auch in deiner Gegenwart befangen sein. Gewisse Jugendliche sind womöglich so grausam und machen sich einen Spaß daraus, dich wegen der mißlichen Lage deines Vaters oder deiner Mutter zu hänseln, oder Erwachsene mögen warnend den Zeigefinger erheben und dich darauf hinweisen, daß du denselben Lauf einschlagen könntest.

Nicht deine Schuld

Ein bekanntes Sprichwort aus alter Zeit lautet: „Die Väter essen unreife Trauben, und die Söhne bekommen davon stumpfe Zähne“ (Hesekiel 18:2, Die Bibel in heutigem Deutsch). Manche Jugendliche von heute haben vielleicht ebenfalls das Gefühl, daß sie die Folgen des schlechten Lebenswandels ihrer Eltern tragen müssen. Den jungen David schmerzte der Ausschluß seines Vaters aus der Versammlung sehr, und er fragte sich, ob Jehova ihn — David — wohl strafe.

War das jedoch der Fall? Es stimmt zwar, daß Gott die Nation Israel warnend darauf hinwies, daß er „für die Vergehung von Vätern Strafe bringt über Söhne“ (2. Mose 20:5). Zum Beispiel schickte Jehova einmal die gesamte Nation in das ferne Babylon ins Exil. Obgleich das hauptsächlich auf die falsche Handlungsweise der Erwachsenen zurückzuführen war, wurden zweifellos auch die israelitischen Kinder in Mitleidenschaft gezogen. Aber Jehova fuhr fort, der Jugend Israels seine Gunst zu erweisen, beispielsweise Daniel und seinen drei Gefährten, die ihn weiterhin treu anbeteten (Daniel 3:28, 30).

Das Fehlverhalten deines Vaters oder deiner Mutter kann dir zwar großen Kummer und Schmerz bereiten, aber du brauchst nicht zu befürchten, daß du Gottes Gunst oder Segen verloren hast. Beachte, was Jehova gemäß Hesekiel 18:14, 17 nach den zuvor zitierten Worten (über die unreifen Trauben) sagte: „Siehe, jemand ist Vater eines Sohnes geworden, der all die Sünden seines Vaters fortgesetzt sieht, die er getan hat, und er sieht und tut nicht dergleichen Dinge. ... er selbst wird nicht wegen des Vergehens seines Vaters sterben. Er wird ganz bestimmt am Leben bleiben.“

Bedenke jedoch, daß du einen anderen Weg als beispielsweise dein sündiger Vater einschlagen mußt, wenn du am Leben bleiben willst. „Jeder erprobe sein eigenes Werk“, fordert uns die Bibel auf, „und dann wird er Grund zum Frohlocken im Hinblick auf sich allein und nicht im Vergleich mit einer anderen Person haben“ (Galater 6:4).

Beweise, daß du anders bist

Betrachte zum Beispiel den jungen König des alten Juda namens Josia. Sein Vater und sein Großvater waren wegen ihres Götzendienstes berüchtigt. Dennoch „ging [Josia] daran, zu tun, was recht war in Jehovas Augen“ (2. Könige 21:19, 20; 22:1, 2). Ahas, König Hiskias Vater, war ein weiterer König, der ein schlechtes Beispiel gab. Er verschloß die Türen des Tempels Jehovas und brachte seine eigenen Söhne einem heidnischen Gott als Opfer dar (2. Chronika 28:1-3, 24, 25). Aber Hiskia trat nicht in die Fußstapfen seines Vaters. Im Alter von 25 Jahren fing er an zu herrschen, und unverzüglich begann er, die wahre Anbetung in Juda wiederherzustellen (2. Könige 18:1-5).

Auch die Söhne Korahs gaben ein nachahmenswertes Beispiel. Ehe das Volk Israel in das Land der Verheißung einzog, zettelte Korah, ein angesehener Levit, gegen Moses und Aaron einen Aufruhr an. Dieser wurde indes schnell niedergeschlagen, als Korah und seine Anhänger durch ein Erdbeben und durch Feuer vom Himmel hingerichtet wurden. Interessanterweise überlebten jedoch die Söhne Korahs (4. Mose 26:9-11). Bei diesem Aufruhr standen sie anscheinend nicht auf der Seite ihres Vaters. Ganz bestimmt schämten sie sich wegen seiner schlechten Handlungsweise. Weil die Nachkommen Korahs aber Gottes Gesetz hielten, wurden sie von Jehova gesegnet. Die von ihnen geschriebenen Passagen gehören zu den schönsten der Bibel. (Siehe Psalm 45, 48, 84, 87 und 88.)

Wie Josia, Hiskia und die Söhne Korahs haben heute viele christliche Jugendliche bewiesen, daß sie anders sind als ihre sündigen Eltern. Da ist beispielsweise ein Jugendlicher, den wir Maxwell nennen wollen. Seine Eltern waren eine Zeitlang treue Zeugen Jehovas, fielen aber ab und wurden zu Gegnern des Christentums. Einmal demonstrierten sie mit Transparenten außerhalb des Geländes, wo Maxwell einen christlichen Kongreß besuchte. „Es war mir sehr peinlich“, erklärt er. „Einige, die nicht wußten, daß es meine Eltern waren, sagten zu mir: ,Hast du die verrückten Abgefallenen draußen gesehen?‘“ Maxwell schlug jedoch nicht denselben rebellischen Weg ein wie seine Eltern. Und mit Hilfe von treuen Familienangehörigen und christlichen Bekannten konnte er mit seinem Gefühl der Scham und der Verlegenheit fertig werden.

Sowohl Maxwell als auch Jakob und David (die zuvor erwähnt wurden) haben sich durch ihre häuslichen Verhältnisse nicht unterkriegen lassen. Alle drei dienen zur Zeit in einem Zweigbüro der Watch Tower Society in Afrika. „Ich bin mir bewußt, daß ich mich vielleicht auch in Zukunft wegen meiner Eltern schämen muß“, sagt Maxwell, „doch ich weiß, daß mir Jehova Kraft zum Ausharren gibt, wenn ich mich auf ihn stütze.“

Mit Gefühlen fertig werden

Möglicherweise benötigst du besonders Hilfe, damit du mit den schmerzlichen Gefühlen fertig werden kannst, die durch die beschämende Handlungsweise deiner Eltern in dir aufgekommen sind. „Wenn ich meine Mutter [betrunken] sehe“, schrieb die 15jährige Charmaine, „ist es mir, als würde etwas in mir sterben ... Ich werde richtig wütend ... Meine Freunde sollen nie von dem Problem meiner Mutter erfahren, denn ich habe schließlich auch meinen Stolz“ (Alcohol Abuse—The Incredible Lie! von Henri Naudé). Ein Sprichwort erinnert uns allerdings daran, daß geteiltes Leid halbes Leid ist. Möglicherweise ist das Problem deiner Eltern sowieso bekannt. Warum also so tun, als sei es ein Geheimnis, über das nicht gesprochen werden sollte? Und selbst wenn Verschwiegenheit ratsam ist, ist es dann aber vernünftig, feindselige Gefühle in sich aufkommen zu lassen? Wäre es nicht nützlicher, du würdest dich an einen reifen Christen wenden, dem du vertrauen kannst? Das gäbe dir die Gelegenheit, Worte der Ermunterung zu hören (Sprüche 12:25; 16:24).

Das Nachsinnen über biblische Grundsätze hilft ebenfalls, mit negativen Gefühlen fertig zu werden. Jakob gesteht: „Wegen all dem, was mein Vater tat, hatte ich richtigen Haß auf ihn.“ Durch Haß wirst du deine Lage aber nicht verbessern. Außerdem mißachtest du dadurch das biblische Gebot, deinen Vater und deine Mutter zu ehren (Epheser 6:1-3). Nicht die Person solltest du hassen, sondern vielmehr ihre verkehrte Handlungsweise. (Vergleiche Sprüche 8:13; Judas 23.) Du solltest sogar deinem sündigen Elternteil gehorchen und ihn respektieren. Wenn du ihm in Wort und Tat zeigst, daß du ihn liebst, kann ihn das vielleicht dazu bewegen, nötige Änderungen vorzunehmen.

Der junge Jakob hatte ein weiteres Problem, ein Problem, mit dem viele zu kämpfen haben: die Neigung, sich mit anderen Jugendlichen zu vergleichen, die sich in einer besseren Lage befanden als er. Mit der Zeit sah er jedoch ein, daß ihm diese Denkweise nicht weiterhalf. „Statt bei solchen Gedanken zu verweilen“, sagt Jakob, „ist es besser, sich darauf zu konzentrieren, wie man mit der Situation fertig wird.“ Er erkannte, daß es eine große Hilfe war, biblische Literatur zu lesen und über den Lebenswandel treuer Christen nachzudenken.

Die enge Verbundenheit mit der Christenversammlung erweist sich ebenfalls als hilfreich. Dort kannst du geistige „Brüder und Schwestern und Mütter“ finden (Markus 10:30). David befürchtete als Jugendlicher, daß die Angehörigen der Versammlung ihn meiden würden, weil sein Vater ausgeschlossen wurde. Doch er stellte fest, daß seine Befürchtungen völlig unbegründet waren. „In der Versammlung“, erklärt er, „gab uns niemand das Gefühl, Ausgestoßene zu sein. Es war nicht so, wie ich dachte. Unsere Freunde besuchten uns immer noch. All das überzeugte mich davon, daß die Versammlung wirklich an uns interessiert war.“

Es besteht kein Zweifel, daß es eine schmerzliche und erschütternde Erfahrung ist, wenn der Vater oder die Mutter einen verkehrten Lauf eingeschlagen hat. Aber du brauchst nicht zu verzweifeln. Denke an das, was die in dem vorliegenden Artikel erwähnten Jugendlichen durchgemacht haben. Suche bei lieben Freunden Hilfe. Benimm dich deinen Eltern gegenüber nicht respektlos; deine Treue mag sie schließlich dazu bewegen, sich zu ändern. (Vergleiche 1. Petrus 3:1, 2.) Und was auch geschehen mag, vergiß nicht, daß dein Stand vor Gott nicht von der Handlungsweise deiner Eltern abhängt, sondern ganz allein von dir.

[Fußnote]

a Die Namen in dem Artikel wurden geändert.

[Bild auf Seite 20]

Du brauchst nicht den sündigen Lauf deiner Eltern einzuschlagen

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