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  • Wie kann ich mit ständigen Beschimpfungen fertig werden?
  • Erwachet! 1989
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Erwachet! 1989
g89 8. 6. S. 11-13

Junge Leute fragen sich:

Wie kann ich mit ständigen Beschimpfungen fertig werden?

„Mein Vater würde mich nie körperlich mißhandeln, aber mit seinen Worten verletzt und ängstigt er mich mehr, als wenn er mich schlagen würde“ (Anne).

„Die Beleidigungen zerstörten mein Selbstwertgefühl und verfolgten mich tage- oder sogar wochenlang. Sie verursachten Wunden, die zwar mit der Zeit heilten, aber tiefe Narben hinterließen“ (Ken).

ANNE und Ken sind wie Tausende andere Teenager Opfer ständiger Beschimpfungen, die nach Ansicht von Experten die Selbstachtung Jugendlicher systematisch zerstören. Zwar tragen sie keine Knochenbrüche oder blauen Flecke davon, doch fortwährende verbale Angriffe werden von einigen als schlimme Art der Kindesmißhandlung angesehen.

„Für mich hatte das Leben keinen Sinn mehr“, erzählt Marleen, die von ihrer Mutter dauernd beleidigt wurde. Jugendliche, die immerzu als dumm oder wertlos bezeichnet werden, denen Gewalt angedroht wird, die als Versager hingestellt werden („Du enttäuschst mich immer!“) oder die ständig für Mißgeschicke verantwortlich gemacht werden („Es ist alles deine Schuld!“), haben oft eine geringe Selbstachtung. Eine verlangsamte geistige oder emotionelle Reifung, destruktives Verhalten und Zurückgezogenheit sind weitere negative Auswirkungen ständiger Beschimpfungen. Die Bibel vergleicht somit richtigerweise verletzende Worte mit „Schwertstichen“ (Sprüche 12:18).

Was manche Jugendliche allerdings als schlechte Behandlung bezeichnen, ist oft nichts weiter als elterliche Zucht (Epheser 6:4). Diese Zucht kann für dich von Nutzen sein, selbst wenn sie unangenehm ist (Sprüche 4:13). Auch Eltern „straucheln oft. Wer nicht im Wort strauchelt, der ist ein vollkommener Mann“ (Jakobus 3:2). In der Hitze des Zorns sagen sogar die besten Eltern gelegentlich etwas, was sie nachher bereuen. Aber wenn barsche, gefühllose Worte alltäglich werden, zu einem zerstörerischen Verhaltensmuster, können die Beschimpfungen auf seelische Grausamkeit hinauslaufen.a

Was kann ein Jugendlicher in einer solchen Situation tun? Wir wollen zunächst versuchen, zu verstehen, warum es zu Beschimpfungen kommt.

Warum die Beschimpfungen

„Eltern, die ihre Kinder schlecht behandeln, sind weder grausame Geisteskranke“, behaupten Blair und Rita Justice, „noch fehlt es ihnen an Liebe zu ihren Kindern.“ Ihre Studie über Eltern, die ihre Kinder schlecht behandeln, ergab, daß 85 Prozent von ihnen als Kinder selbst unter Liebesentzug oder sogar unter körperlicher Mißhandlung zu leiden hatten. Viele Experten sind daher der Meinung, die schlechte Behandlung sei eher auf die extreme Unsicherheit der Eltern als auf ein Fehlverhalten des Jugendlichen zurückzuführen.

Weil sie von ihren eigenen Eltern nie hinreichend Liebe und Hinwendung empfangen haben, fällt es einigen Vätern und Müttern schwer, mit ihren Kindern liebevoll umzugehen. (Vergleiche 1. Johannes 4:19.) Kleine Versäumnisse eines Kindes werden als persönliche Beleidigung aufgefaßt und entfesseln einen Sturm von Kritik und Beschimpfungen, die das Selbstwertgefühl des Kindes zerstören.

Da wir außerdem in „kritischen Zeiten“ leben, „mit denen man schwer fertig wird“, lastet auf Eltern oft ein ungeheurer Druck, was die Sorge um den Lebensunterhalt und die Kindererziehung betrifft (2. Timotheus 3:1). Unter dieser Last reagieren manche Eltern zu heftig auf die geringsten Anzeichen von Auflehnung bei ihrem Sohn oder ihrer Tochter.

Natürlich gibt es keine Entschuldigung für Schimpfworte (Kolosser 3:8). Eltern wird geboten, ihre Kinder nicht zu reizen, „damit sie nicht mutlos werden“ (Kolosser 3:21). Doch das Bewußtsein, daß der Vater oder die Mutter große Sorgen hat oder unter starkem Druck steht, kann einem Jugendlichen helfen, die verletzenden Worte von der richtigen Warte aus zu sehen. Diese Einsicht kann bei dem beschimpften Jugendlichen sogar ‘den Zorn verlangsamen’ (Sprüche 19:11).

Mit ständigen Beschimpfungen fertig werden

Falls deine Eltern unter emotionellen Schwierigkeiten leiden, bist du höchstwahrscheinlich nicht dafür verantwortlich. Auch wirst du wohl kaum viel tun können, um ihnen zu helfen, diese Probleme zu überwinden. Mitunter sind die Beschimpfungen jedoch so schlimm, daß der Jugendliche außerhalb der Familie Hilfe suchen sollte, vielleicht indem er einen christlichen Ältesten in seiner Versammlung anspricht (Jesaja 32:1, 2).

Dennoch kannst du oft etwas tun, um die Lage erträglicher zu gestalten. Du kannst dich stets bemühen, ‘deine Eltern zu ehren’ — selbst wenn dir ihr Verhalten unerträglich erscheint (Epheser 6:2). Freche Antworten zu geben oder, was noch schlimmer ist, zurückzuschreien mißfällt Gott und führt meist dazu, daß der Konflikt heftiger wird.

Doch „eine Antwort, wenn milde, wendet Grimm ab“ (Sprüche 15:1). In ihrem Buch My Parents Are Driving Me Crazy beschreibt Joyce Vedral eine Situation, in der eine wütende Mutter schreit: „Ich wünschte, du wärst nie zur Welt gekommen.“ Der Streit würde sich nur in die Länge ziehen, wenn der Jugendliche zurückschleuderte: „Ich wünschte, ich hätte dich nicht als Mutter am Hals.“ Die Autorin empfiehlt eine Antwort wie: „Na ja, ich bin wohl manchmal unmöglich. Ich weiß ja, daß du es nicht leicht hast.“ Auf wütende Worte mit Freundlichkeit zu reagieren ist nicht einfach, aber dadurch kann das Feuer des Streits gelöscht werden. (Vergleiche Sprüche 26:20.)

Unnötige Konfrontationen können vermieden werden. Barbara, eine junge Frau, sagt über die Meinungsverschiedenheiten, die sie als Jugendliche mit ihren Eltern hatte: „Ich hätte überlegen sollen, ehe ich etwas sagte. Ich hätte einsichtiger sein sollen. Wenn man merkt, daß die Eltern bereits aus irgendeinem Grund sauer sind, sollte man erst einmal abwarten. Sonst gießt man nur Öl ins Feuer.“

Ein Jugendlicher erzählt: „Heute ist mir bewußt, daß es häufig Krach gab, weil ich einen Auftrag nicht erledigt hatte. Ich wurde gewissenhafter bei meinen Arbeiten, wie zum Beispiel Geschirr spülen oder den Müll wegtragen.“ Die Folge? Weniger Konfrontationen.

Die Selbstachtung wiedergewinnen

Dennoch können ständige Beschimpfungen die Selbstachtung zugrunde richten. Anne, die eingangs erwähnt wurde, sagt: „Manchmal komme ich mir selbst dumm und unnütz vor und denke, ich sei eine Last.“ Wie kannst du solche negativen Gedanken loswerden?

Viele Jugendliche schaffen es, trotz ihrer schwierigen häuslichen Situation emotionell einigermaßen intakt zu bleiben. Studien haben ergeben, daß diese Jugendlichen „meist zumindest einen Menschen haben, der sich um sie kümmert“. Die Sozialarbeiterin Janet Drobes erklärt: „Jugendliche müssen mit Leuten Zeit verbringen, die optimistisch sind und von denen sie geschätzt werden.“ Vielleicht hast du wenigstens zu einem Elternteil ein gutes, enges Verhältnis. Auch in der Christenversammlung gibt es viele, die um dich besorgt sind und dir wirklich helfen können (Sprüche 13:20).

Ein nützliches Hobby, zum Beispiel ein Musikinstrument oder eine Fremdsprache zu erlernen, kann ebenfalls deine Selbstachtung erhöhen. Und anderen zu helfen, Gottes Wort kennenzulernen, ist eine besonders befriedigende Tätigkeit — vor allem wenn du siehst, wie Gott deine Bemühungen segnet. (Vergleiche 1. Korinther 3:6-9.) Anne berichtet: „Durch den [Vollzeit]- Dienst, den ich mit Jehovas Hilfe durchführen darf, ist mir klargeworden, daß ich nicht so dumm bin, wie mein Vater mir einreden möchte.“

Glücklicherweise dauern auch die schlimmsten Situationen nicht für immer an. Und durch die Handlungsweise deiner Eltern bist du keineswegs dazu verurteilt, eines Tages selbst ein schlechter Vater oder eine schlechte Mutter zu werden. Gottes Wort kann einen weit größeren Einfluß auf dein künftiges Verhalten haben als ein schlechtes Beispiel deiner Eltern. Laß dir bis dahin von Jehova Gott helfen auszuharren. Deine Bemühungen, dich trotz der Beschimpfungen richtig zu verhalten, erfreuen sein Herz (Sprüche 27:11).

Es kann sogar sein, daß deine Eltern durch dein reifes Verhalten bewogen werden, sich zu ändern. Marleen, deren Mutlosigkeit zu Beginn erwähnt wurde, sagt nun: „Es war immer so, daß meine Mutter mich anschrie und ich ihr freche Antworten gab. Aber jetzt versuche ich, Gottes Wort in die Tat umzusetzen. Es klappt. Meine Mutter ändert sich allmählich. Dadurch, daß ich nach der Bibel lebe, habe ich mehr Verständnis für sie bekommen. Unser Verhältnis hat sich gebessert.“ Wenn du die Initiative ergreifst, kann das auch auf dein Verhältnis zu deinen Eltern zutreffen.

[Fußnote]

a In einem Bericht, der vom US-Ausschuß zur Verhütung von Kindesmißhandlung veröffentlicht wurde, heißt es: „Es muß darauf hingewiesen werden, daß sich seelische Grausamkeit durch ein vorherrschendes Muster negativer elterlicher Verhaltensweisen kennzeichnet und nicht durch einzelne Vorfälle oder die normalen Höhen und Tiefen der elterlichen Gefühlswelt“ (Kursivschrift von uns).

[Herausgestellter Text auf Seite 12]

Eine Studie hat ergeben, daß 85 Prozent der Eltern, die ihre Kinder schlecht behandeln, als Kinder selbst mißhandelt wurden

[Bild auf Seite 13]

Ein nützliches Hobby, zum Beispiel ein Musikinstrument zu erlernen, kann die Selbstachtung erhöhen

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