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Gemüter in AufruhrErwachet! 2004 | 8. Januar
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Gemüter in Aufruhr
SEIT ihrem 14. Lebensjahr hatte Nicole schon des Öfteren Stimmungstiefs gehabt. Im Alter von 16 Jahren kam dann aber etwas Neues hinzu — Nicole verfiel in eine ungewöhnliche Euphorie und glaubte Bäume ausreißen zu können. Die Gedanken schwirrten ihr nur so durch den Kopf, sie sprach bruchstückhaft, litt unter Schlaflosigkeit und bezichtigte ihre Freunde ohne Grund, sie würden sie ausnutzen. Als Nächstes behauptete Nicole, sie könne beliebig die Farbe von Gegenständen verändern. Nicoles Mutter sah, dass es jetzt ohne ärztliche Hilfe nicht mehr ging, und brachte ihre Tochter ins Krankenhaus. Die Ärzte machten sich ein genaues Bild von Nicoles Stimmungswechseln und stellten schließlich ihre Diagnose. Nicole litt an einer bipolaren Störung.a
Wie Nicole leiden weltweit Millionen Menschen an einer Gemütskrankheit — sei es eine bipolare Störung oder irgendeine Form der Depression. Solche Leiden können furchtbare Auswirkungen haben. „Mein Leben war viele Jahre lang eine Qual“, sagt Steven. „Ich machte fürchterliche Tiefs durch und dann euphorische Hochs. Obwohl Medikamente und Therapien halfen, war es dennoch ein Kampf.“
Wodurch werden eigentlich Gemütskrankheiten verursacht? Wie fühlt sich ein Mensch, der an einer Depression oder an einer bipolaren Störung leidet? Wie können Betroffene — und diejenigen, die sich um sie kümmern — die nötige Hilfe erhalten?
[Fußnote]
a Diese affektive Störung wird auch als manisch-depressive Erkrankung oder manisch-depressive Psychose bezeichnet. Es gilt zu beachten, dass einige der angeführten Symptome auf Schizophrenie sowie auf Drogenmissbrauch hindeuten können oder möglicherweise sogar beim normalen Anpassungsprozess Heranwachsender auftreten. Eine Diagnose sollte nicht ohne eingehende fachärztliche Untersuchung gestellt werden.
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Leben mit einer GemütskrankheitErwachet! 2004 | 8. Januar
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Leben mit einer Gemütskrankheit
GEMÜTSKRANKHEITEN sind heute erschreckend weit verbreitet. So leiden schätzungsweise über 330 Millionen Menschen weltweit an schweren Depressionen, die durch einen Zustand großer Traurigkeit gekennzeichnet sind und den Betroffenen die Freude am täglichen Leben rauben. In 20 Jahren, so lauten Prognosen, werden nur noch kardiovaskuläre Erkrankungen häufiger auftreten als Depressionen. Es überrascht daher kaum, dass die Depression als „Erkältung unter den Geisteskrankheiten“ bezeichnet wird.
In den vergangenen Jahren hat die Öffentlichkeit auch von bipolaren Störungen verstärkt Notiz genommen. Bipolare Störungen drücken sich unter anderem in starken Stimmungsschwankungen aus, die von Depression bis Manie (Hochstimmung) reichen. In einem neueren Buch der American Medical Association ist zu lesen: „Während der depressiven Phase können Betroffene von Selbstmordgedanken geplagt werden. In der manischen Phase der Krankheit können sie ihr klares Urteilsvermögen verlieren und sind womöglich nicht mehr in der Lage, die negativen Folgen ihrer Handlungen zu erfassen.“
In den Vereinigten Staaten leiden schätzungsweise 2 Prozent der Bevölkerung an bipolaren Störungen, was bedeutet, dass es allein in diesem Land Millionen Betroffene gibt. Doch nackte Zahlen können unmöglich beschreiben, wie qualvoll es ist, mit einer Gemütskrankheit zu leben.
Depression — von Traurigkeit übermannt
Die meisten von uns wissen, wie es ist, wenn uns einmal eine Welle der Traurigkeit überflutet. Sie ebbt nach einiger Zeit — vielleicht schon nach ein paar Stunden oder Tagen — wieder ab. Eine Depression ist dagegen etwas weit Ernsteres. Inwiefern? Dr. Mitch Golant erklärt: „Wer nicht an einer Depression leidet, weiß, dass seine Gefühle nur eine Zeit lang mit ihm Achterbahn fahren und sich dann wieder normalisieren, aber Menschen mit Depressionen fühlen sich im Auf und Ab und im Hin und Her ihrer Gefühle wie in einem außer Kontrolle geratenen Zug; sie haben keine klare Vorstellung, wie oder wann oder ob sie überhaupt jemals aussteigen können.“
Depressionen können vielerlei Gesichter haben. Zum Beispiel treten bei manchen Menschen zu bestimmten Jahreszeiten — meist im Winter — so genannte saisonal abhängige Depressionen (SAD) auf. „Personen mit SAD berichten, dass sich diese verschlimmern, je nördlicher sie wohnen und je trüber das Wetter ist“, heißt es in einem Buch der People’s Medical Society. „SAD wurden bisher hauptsächlich mit düsteren Wintertagen in Verbindung gebracht, doch in manchen Fällen hat man sie auch auf finstere Arbeitsräume, für die Jahreszeit ungewöhnlich trübe Witterungsperioden und auf Sehstörungen zurückgeführt.“
Wodurch wird eine Depression verursacht? Auf diese Frage gibt es keine eindeutige Antwort. In manchen Fällen scheinen Erbfaktoren eine Rolle zu spielen, doch zumeist sind offensichtlich bestimmte Lebenserfahrungen ausschlaggebend. Wie man außerdem festgestellt hat, werden Depressionen doppelt so oft bei Frauen diagnostiziert wie bei Männern.a Das bedeutet jedoch keine Entwarnung für Männer. Im Gegenteil, denn Schätzungen zufolge werden 5 bis 12 Prozent aller Männer irgendwann in ihrem Leben an einer Depression leiden.
Wenn jemand in eine Depression verfällt, bleibt praktisch kein Bereich seines Lebens verschont. Sie „erschüttert dich bis ins Mark“, berichtet eine Betroffene namens Sheila, „sie nagt an deinem Vertrauen, an deiner Selbstachtung, du kannst nicht mehr klar denken und keine vernünftigen Entscheidungen mehr treffen, und wenn du dann tief genug drinsteckst, zwingt sie dich noch ein paarmal so richtig in die Knie, um zu testen, was du aushältst“.
Manchmal empfinden es Betroffene als sehr hilfreich, mit einem einfühlsamen Zuhörer über ihre Gefühle zu sprechen (Hiob 10:1). Allerdings ist hier zu bemerken, dass eine Depression, bei der biochemische Faktoren mitspielen, nicht einfach durch bloße Willenskraft und positives Denken kuriert werden kann. In einem solchen Fall haben Erkrankte nämlich keinen Einfluss auf ihre düstere Stimmung. Außerdem sind sie über ihre Verfassung womöglich selbst genauso perplex wie ihre Angehörigen und Freunde.
Paulab zum Beispiel, eine Christin, die lähmende Phasen tiefer Traurigkeit durchmachte, bevor bei ihr eine Depression diagnostiziert wurde, erzählt: „Manchmal lief ich nach der Zusammenkunft zum Auto und brach völlig grundlos in Tränen aus. Mich überkam einfach ein starkes Gefühl der Einsamkeit und des Schmerzes. Ich hätte leicht erkennen können, dass ich viele Freunde hatte, die sich um mich sorgten, aber dafür war ich blind.“
Ähnlich erging es Ellen, die wegen Depressionen stationär behandelt werden musste. Sie berichtet: „Ich habe zwei Söhne, zwei wunderbare Schwiegertöchter und einen Mann, und ich weiß, dass sie mich alle sehr lieb haben.“ Die Vernunft hätte Ellen eigentlich sagen müssen, dass das Leben schön ist und sie von ihrer Familie geschätzt wird. Aber im Kampf gegen Depressionen werden Menschen oft von trüben Gedanken völlig übermannt — ganz gleich wie unlogisch diese auch sein mögen.
Man darf ebenfalls nicht vergessen, wie massiv sich Depressionen auf die Familienangehörigen auswirken können. Dr. Golant schreibt: „Ist ein Mensch, den man liebt, depressiv, dann lebt man oft in einer ständigen Unsicherheit, weiß man doch nie genau, wann sich der Betreffende von seiner depressiven Phase erholt oder wann er in die nächste verfällt. Man verspürt womöglich einen starken Verlust — auch Trauer oder Wut —, weil das Leben nicht mehr, ja vielleicht nie mehr normal verläuft.“
Kinder sind oft gute Beobachter und merken, wenn ein Elternteil Depressionen hat. Dr. Golant führt aus: „Kinder von depressiven Müttern entwickeln ein ausgeprägtes Gespür für die emotionelle Verfassung ihrer Mutter und achten aufmerksam auf jede noch so kleine Veränderung.“ Wie Dr. Carol Watkins erklärt, besteht bei Kindern mit einem depressiven Elternteil „eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass sich Verhaltensstörungen, Lernschwierigkeiten oder Probleme mit Gleichaltrigen einstellen. Auch ist bei ihnen eher damit zu rechnen, dass sie selbst depressiv werden.“
Bipolare Störung — beständiger Wandel
Eine Depression ist eine echte Herausforderung. Erscheint in der Gleichung dann aber auch noch die Manie, dann ist das Ergebnis ein Leiden, das man als bipolare Störung bezeichnet.c „Das einzig Beständige an der bipolaren Störung ist der Wandel“, resümiert Lucia, eine Betroffene. Wie im Harvard Mental Health Letter ausgeführt wird, können bipolar depressive Menschen „unerträglich aufdringlich und beherrschend sein und dann kann ihre unbesonnene, rastlose Euphorie plötzlich in Wut und Gereiztheit umschlagen“.
Lenore schildert die Hochstimmung während der manischen Phase so: „Ich sprühte regelrecht über vor Energie“, sagt sie. „Viele nannten mich eine Superfrau. Manche meinten: ‚Wenn ich nur etwas mehr wie du wäre.‘ Oft kam es mir vor, als hätte ich Bärenkräfte und könnte alles erreichen. Ich trieb wie wild Sport. Nachts schlief ich nur sehr wenig — zwei bis drei Stunden. Trotzdem wachte ich morgens genauso energiegeladen auf.“
Mit der Zeit zog jedoch eine dunkle Wolke über Lenore auf. Sie erzählt: „Auf dem Höhepunkt meiner Euphorie spürte ich irgendwo tief drinnen etwas rumoren, es war wie ein laufender Motor, den ich nicht abstellen konnte. Meine blendende Stimmung schlug blitzartig um, ich wurde aggressiv und destruktiv. Ohne ersichtlichen Grund fiel ich verbal über irgendjemand aus der Familie her. Ich war wütend, benahm mich scheußlich und hatte mich überhaupt nicht mehr unter Kontrolle. Nach solchen fürchterlichen Szenen verließen mich gewöhnlich mit einem Mal die Kräfte, ich brach in Tränen aus und war völlig am Boden. Ich fühlte mich schlecht und wertlos. Dann wiederum konnte ich erstaunlich heiter sein wie zuvor, so als wäre nichts geschehen.“
Das unbeständige Verhalten, das durch eine bipolare Störung hervorgerufen wird, kann bei Familienangehörigen ziemliche Verwirrung stiften. Mary, deren Ehemann an dieser Krankheit leidet, berichtet: „Es ist manchmal verwirrend, wenn mein Mann erst zufrieden und gesprächig ist und dann mit einem Mal niedergeschlagen und in sich gekehrt. Es ist für uns ein echter Kampf, zu akzeptieren, dass er das kaum beeinflussen kann.“
Paradoxerweise ist eine bipolare Störung für den Betroffenen selbst oft mindestens ebenso belastend wie für sein Umfeld. „Ich beneide Menschen, die ein ausgeglichenes und stabiles Leben führen“, sagt Gloria, eine Betroffene. „Stabilität ist ein Ort, an den bipolar Erkrankte nur zu Besuch kommen. Keiner von uns lebt dort auf Dauer.“
Welche Ursachen haben bipolare Erkrankungen? Auch bei ihnen spielen Erbfaktoren eine Rolle, und zwar noch stärker als bei der bloßen Depression. In einer Veröffentlichung der American Medical Association ist zu lesen: „Wissenschaftlichen Studien zufolge liegt bei engen Familienangehörigen — Eltern, Geschwistern und Kindern — von Menschen mit einer bipolaren Depression die Wahrscheinlichkeit, selbst daran zu erkranken, 8 bis 18 Mal höher als bei den nahen Verwandten Gesunder. Hat jemand einen engen Angehörigen, der an einer bipolaren Depression leidet, kann ihn das außerdem für schwere Depressionen anfälliger machen.“
Im Unterschied zu Depressionen scheinen bipolare Störungen bei Männern und Frauen gleich häufig aufzutreten. Die Krankheit beginnt zumeist im jungen Erwachsenenalter, wurde jedoch auch schon bei Teenagern, ja selbst bei Kindern diagnostiziert. Gleichwohl kann es sogar für einen Facharzt sehr schwierig sein, die Symptome zu analysieren und die richtige Diagnose zu stellen. „Die bipolare Erkrankung ist das Chamäleon unter den psychiatrischen Störungen, denn ihre Symptomatik wechselt von Patient zu Patient und bei demselben Patienten von einer Krankheitsphase zur nächsten“, schreibt Dr. Francis Mark Mondimore von der Johns Hopkins University School of Medicine. „Sie ist ein Phantom, das sein Opfer im schwarzen Mantel der Melancholie beschleichen und dann für viele Jahre verschwinden kann, nur um irgendwann später im prächtigen, aber feurigen Gewand der Manie wieder aufzutauchen.“
Gemütskrankheiten sind zweifellos schwer zu diagnostizieren und es kann noch viel schwieriger sein, damit zu leben. Doch es gibt Hoffnung für Betroffene.
[Fußnoten]
a Dieser Umstand ist wahrscheinlich zum Teil auf die Anfälligkeit der Frau für Wochenbettdepressionen zurückzuführen sowie auf hormonelle Veränderungen in den Wechseljahren. Außerdem sind Frauen im Allgemeinen eher geneigt, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, und so werden Depressionen bei ihnen häufiger erkannt.
b Einige Namen in dieser Artikelserie wurden geändert.
c Wie Ärzte berichten, halten diese beiden Stimmungslagen jeweils oft monatelang an. Bei manchen Patienten kommt es dagegen zum „rapid cycling“, das heißt, ihr Zustand wechselt mehrmals im Jahr zwischen Depression und Manie. In seltenen Fällen vollzieht sich der Wechsel von einem Extrem ins andere innerhalb von 24 Stunden.
[Herausgestellter Text auf Seite 6]
„Stabilität ist ein Ort, an den bipolar Erkrankte nur zu Besuch kommen. Keiner von uns lebt dort auf Dauer“ (GLORIA).
[Kasten/Bild auf Seite 5]
Symptome einer schweren Depressiond
● Deprimierte Stimmung fast den ganzen Tag, beinahe täglich, mindestens zwei Wochen lang
● Schwindendes Interesse an Dingen, die man vorher gern tat
● Deutliche Gewichtsab- oder -zunahme
● Erhöhtes Schlafbedürfnis oder andrerseits Einschlaf- oder Durchschlafstörungen
● Abnormal beschleunigte oder verlangsamte Motorik
● Starke Müdigkeit ohne erkennbare Ursache
● Gefühle der Wertlosigkeit und/oder unangemessene Schuldgefühle
● Verminderte Konzentrationsfähigkeit
● Wiederkehrende Selbstmordgedanken
Einige dieser Symptome können auch auf eine Dysthymie hindeuten, das heißt eine nicht so schwere, aber länger andauernde Form der Depression.
[Fußnote]
d Diese Liste ist als Überblick gedacht und nicht als Grundlage für eine Eigendiagnose. Außerdem können einige der Symptome für sich betrachtet nicht nur bei Depressionen, sondern auch bei anderen Störungen auftreten.
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Hoffnung für BetroffeneErwachet! 2004 | 8. Januar
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Hoffnung für Betroffene
FRÜHER ging man gemütskranken Menschen oft aus dem Weg und deswegen wurden viele von ihnen zu sozialen Außenseitern. Manche hatten auch im Berufsleben Nachteile. Andere wurden von der eigenen Familie gemieden, was das Problem oft noch verschärfte und verhinderte, dass den Kranken geholfen wurde.
In den vergangenen Jahrzehnten sind jedoch große Fortschritte gemacht worden und man versteht jetzt Depressionen und bipolare Störungen viel besser. Es ist heute allgemein bekannt, dass diese Leiden behandelbar sind. Dennoch ist es nicht immer einfach, Hilfe zu erhalten. Weshalb?
Die Anzeichen deuten
Gemütskrankheiten können nicht einfach mittels eines Blutbilds oder einer Röntgenaufnahme diagnostiziert werden. Vielmehr muss der Arzt das Verhalten, das Denken und Urteilen des Patienten eine gewisse Zeit beobachten. Damit er eine entsprechende Diagnose stellen kann, muss eine Reihe von Symptomen erkennbar sein. Problematisch ist mitunter, dass Familienangehörige und Freunde die zu beobachtenden Symptome nicht als Hinweise auf eine Gemütskrankheit deuten. Dr. David J. Miklowitz schreibt: „Auch wenn Übereinstimmung darüber herrscht, inwiefern jemandes Verhalten von der Norm abweicht, können die Meinungen über die Ursachen doch ziemlich auseinander gehen.“
Ein anderes Problem könnte sein, dass die Familie den Ernst der Lage durchaus erkennt, der Erkrankte sich aber von der Notwendigkeit einer ärztlichen Behandlung nur schwer überzeugen lässt. Vielleicht ist der eine oder andere Leser selbst betroffen, aber nicht geneigt, sich helfen zu lassen. Dr. Mark S. Gold führt aus: „Vielleicht glauben Sie, was Sie sich in Ihrer Niedergeschlagenheit einreden, und denken: ‚Ich bin ja ohnehin zu nichts nütze, wozu soll ich mir helfen lassen? Für einen Menschen wie mich gibt es doch sowieso keine Hoffnung.‘ Möglicherweise würden Sie gern mit jemandem über Ihren Zustand sprechen, glauben aber, deprimiert zu sein sei etwas, wofür Sie sich schämen müssen und woran Sie ganz allein schuld sind. . . . Vielleicht ist Ihnen gar nicht bewusst, dass Sie an einer Depression leiden.“ Aber gerade für Menschen mit schweren Depressionen ist ärztliche Hilfe unentbehrlich.
Natürlich ist jeder Mensch von Zeit zu Zeit deprimiert, aber das muss nicht gleich auf eine Gemütskrankheit hindeuten. Was aber, wenn die Gefühle offensichtlich stärker sind und man nicht nur gerade mal down ist? Was, wenn sie ungebührlich lange anhalten — vielleicht zwei Wochen oder mehr? Und angenommen, die niedergeschlagene Stimmung macht ein normales Leben unmöglich, sei es bei der Arbeit, in der Schule oder im Umgang mit anderen in der Freizeit. Ist das der Fall, zieht man vielleicht besser einen Spezialisten zurate, der sich auf die Diagnose und Behandlung depressiver Störungen versteht.
Wenn im Körper ein biochemisches Ungleichgewicht herrscht, verordnen Ärzte oft Medikamente. In anderen Fällen wird Patienten möglicherweise ein Beratungsprogramm empfohlen, das ihnen hilft, mit ihrer Krankheit umgehen zu lernen. Mitunter hat auch eine Kombination dieser beiden Ansätze schon zu guten Ergebnissen geführt.a Wichtig ist vor allem, die Initiative zu ergreifen und Hilfe zu suchen. „Betroffene haben sehr oft Angst und schämen sich wegen ihres Zustands“, berichtet Lenore, die bereits im vorigen Artikel zitiert wurde. „Das eigentlich Beschämende ist jedoch, dass man ein Problem vermutet, die dringend benötigte Hilfe aber dann doch nicht sucht.“
Lenore spricht aus Erfahrung, wenn sie erzählt: „Ich verbrachte ein Jahr praktisch nur im Bett. Als ich mich eines Tages etwas kräftiger fühlte, fasste ich den Entschluss, mir einen Termin beim Arzt geben zu lassen.“ Der Arzt stellte eine bipolare Störung fest und verschrieb Lenore Medikamente. Das war ein Wendepunkt in ihrem Leben. „Wenn ich meine Medikamente einnehme, fühle ich mich normal“, berichtet sie, „aber ich muss mir immer wieder bewusst machen, dass all die früheren Symptome wiederkommen, wenn ich die Medikamente absetze.“
Ähnlich ist die Situation bei Brandon, der an einer Depression leidet. Er erinnert sich: „Als Jugendlicher dachte ich dauernd an Selbstmord, weil ich mich unendlich wertlos fühlte. Zum Arzt ging ich erst, als ich schon die Dreißig überschritten hatte.“ Wie Lenore nimmt auch Brandon Medikamente ein, um mit seiner Krankheit zurechtzukommen, aber das ist noch nicht alles. Er erklärt: „Um mein allgemeines Wohlbefinden zu verbessern, achte ich auf meinen Körper und auf mein Denken. Ich gönne mir Ruhe und ernähre mich bewusst. Außerdem beschäftige ich mich intensiv mit positiven Gedanken aus der Bibel.“
Allerdings ist, wie Brandon betont, eine Depression ein gesundheitliches Problem und keine Glaubensschwäche. Das zu erkennen ist für die Gesundung sehr wichtig. Brandon erzählt: „Ein wohlmeinender Glaubensbruder sagte einmal zu mir, ich sei bestimmt deswegen depressiv, weil ich irgendwie den heiligen Geist Gottes behindert hätte, denn schließlich sei Freude gemäß Galater 5:22, 23 eine Frucht des Geistes. Dadurch bekam ich noch stärkere Schuldgefühle und wurde noch depressiver. Aber als ich Hilfe in Anspruch nahm, verzog sich allmählich die schwarze Wolke über mir. Ich fühlte mich sehr viel besser! Ich wünschte, ich hätte mir schon früher helfen lassen.“
Den Kampf gewinnen
Gemütskranke Menschen werden wahrscheinlich auch nach Erstellen der Diagnose und nach Beginn der Behandlung weiterhin mit Problemen zu kämpfen haben. Kelly, die an schweren Depressionen leidet, ist dankbar für die Hilfe der Ärzte, die sich der medizinischen Seite ihrer Krankheit annehmen. Sie hat aber festgestellt, dass auch die Unterstützung anderer für sie sehr wichtig ist. Zu Beginn traute sich Kelly nicht, auf andere zuzugehen, weil sie von niemandem als Last empfunden werden wollte. Sie sagt: „Ich musste nicht nur lernen, um Hilfe zu bitten, sondern diese dann auch anzunehmen. Erst als ich offener wurde, konnte ich meine Talfahrt stoppen.“
Kelly besucht zusammen mit anderen Zeugen Jehovas Zusammenkünfte im Königreichssaal. Doch auch solche an sich freudigen Anlässe bereiten ihr mitunter Schwierigkeiten. „Die Lichter, das Gedränge und das Stimmengewirr sind oft erdrückend. Dann kommen Schuldgefühle und meine Depression wird stärker, weil ich denke, dass mit meinem Geistiggesinntsein etwas nicht stimmt und ich deshalb Probleme habe.“ Wie kommt Kelly mit ihrer Lage zurecht? Sie sagt: „Ich habe mittlerweile erkannt, dass eine Depression eine Krankheit ist, mit der man klarkommen muss. Sie ist kein Gradmesser für meine Liebe zu Gott oder zu meinen Glaubensbrüdern. Man kann daran auch nicht ablesen, wie es um mein Geistiggesinntsein wirklich bestellt ist.“
Lucia, die in dieser Artikelserie bereits erwähnt wurde, ist dankbar für die ausgezeichnete medizinische Versorgung, die sie erhalten hat. Sie kommt zu dem Schluss: „Der Gang zum Spezialisten war für mich absolut wichtig. Ich lerne, mit den Hochs und Tiefs meiner Krankheit umzugehen und sie durchzustehen.“ Außerdem betont Lucia den Wert des Schlafs. „Bei Manien spielt Schlaf eine ganz wichtige Rolle“, erklärt sie. „Je weniger ich schlafe, desto aufgedrehter bin ich. Ich habe es mir angewöhnt, liegen zu bleiben und mich auszuruhen, auch wenn ich nicht einschlafen kann.“
Sheila, von der ebenfalls schon die Rede war, findet es gut, ein Tagebuch zu führen, in dem sie ihre Gefühle frei äußern kann. Sie ist sichtlich positiver geworden, obwohl gewisse Schwierigkeiten geblieben sind. „Wenn ich müde werde, kommen aus irgendeinem Grund negative Gedanken in mir hoch“, erklärt Sheila, „aber ich habe gelernt, sie ganz oder zumindest teilweise zu unterdrücken.“
Trost aus Gottes Wort
Die Bibel ist eine Hilfe und eine Kraftquelle für viele, die von „beunruhigenden Gedanken“ geplagt werden (Psalm 94:17-19, 22). Cherie zum Beispiel hat besonders aus Psalm 72:12, 13 Mut geschöpft. Dort sagt der Psalmist über den von Gott eingesetzten König Jesus Christus: „Er wird den Armen befreien, der um Hilfe ruft, auch den Niedergedrückten und jeden, der keinen Helfer hat. Es wird ihm Leid sein um den Geringen und den Armen, und die Seelen der Armen wird er retten.“ Auch die Worte des Apostels Paulus in Römer 8:38, 39 machten Cherie Mut: „Ich bin überzeugt, dass weder Tod noch Leben noch Engel noch Regierungen noch Gegenwärtiges noch Zukünftiges noch Mächte noch Höhe noch Tiefe noch irgendeine andere Schöpfung imstande sein wird, uns von Gottes Liebe zu trennen.“
Elaine, die an einer bipolaren Störung leidet, betrachtet ihr Verhältnis zu Gott als einen Anker. Sie findet die folgenden Worte des Psalmisten sehr tröstlich: „Ein gebrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, o Gott, nicht verachten“ (Psalm 51:17). „Es ist mir immer ein Trost gewesen, dass unser liebevoller himmlischer Vater Jehova uns versteht“, sagt sie. „Wenn ich im Gebet seine Nähe gesucht habe, hat mir das besonders in Zeiten voller Kummer und Sorgen immer Kraft gegeben.“
Mit einer Gemütskrankheit zu leben bedeutet für die Betroffenen ganz offensichtlich außergewöhnliche Herausforderungen. Cherie und Elaine haben jedoch festgestellt, dass das vertrauensvolle Gebet zu Gott und eine entsprechende Behandlung in ihrem Leben eine Wendung zum Positiven gebracht haben. Wie können nun Angehörige und Freunde jemandem helfen, der an einer bipolaren Störung oder einer Depression leidet?
[Fußnote]
a Erwachet! empfiehlt keine bestimmte Behandlung. Christen sollten sichergehen, dass etwaige Behandlungen nicht gegen biblische Grundsätze verstoßen.
[Herausgestellter Text auf Seite 10]
„Als ich Hilfe in Anspruch nahm, verzog sich allmählich die schwarze Wolke über mir. Ich fühlte mich sehr viel besser!“ (BRANDON).
[Kasten auf Seite 9]
Beobachtungen eines Ehemannes
„Bevor Lucia diese Krankheit bekam, waren viele von ihrer überaus verständnisvollen Art sehr angetan. Besucher fühlen sich jetzt noch durch die Wärme, die meine Frau in Phasen der Ruhe ausstrahlt, sichtlich angezogen. Die meisten wissen allerdings nicht, dass Lucia abwechselnd in extreme Depressionen und Manien verfällt. Sie sind Folgen einer bipolaren Erkrankung, an der sie nun seit vier Jahren leidet.
Während der manischen Phasen ist es nichts Ungewöhnliches, dass sie bis ein, zwei oder sogar drei Uhr nachts auf ist und den Kopf voller kreativer Ideen hat. Sie sprüht nur so über vor Energie. Bagatellen lassen sie überreagieren und sie gibt unkontrolliert Geld aus. Sie bringt sich in die gefährlichsten Situationen, weil sie denkt, nichts könne ihr moralisch, physisch oder sonst wie schaden. Mit dieser Impulsivität geht auch ein gewisses Selbstmordrisiko einher. Auf eine Manie folgt immer unmittelbar eine Depression, die an Stärke normalerweise der vorausgehenden Manie entspricht.
Mein Leben hat sich von Grund auf geändert. Obwohl Lucia in Behandlung ist, können wir nie sagen, ob wir heute oder morgen das Gleiche leisten können wie gestern. Das hängt ganz von den jeweiligen Umständen ab. Ich bin zwangsläufig flexibler geworden, flexibler, als ich es je für möglich gehalten hätte“ (Mario).
[Kasten/Bild auf Seite 11]
Wenn Medikamente verschrieben werden
Für manche ist die Einnahme von Medikamenten ein Zeichen von Schwäche. Betrachten wir jedoch folgendes Beispiel: Ein Diabetiker muss sich einer systematischen Behandlung unterziehen und vielleicht auch Insulinspritzen bekommen. Ist das aber als Versagen zu werten? Bestimmt nicht, sondern durch solche Maßnahmen wird lediglich der Nährstoffhaushalt des Körpers im Gleichgewicht gehalten, sodass weitere Schäden verhindert werden.
Ähnlich verhält es sich mit der Einnahme von Medikamenten bei Depressionen oder bipolaren Störungen. Ein Beratungsprogramm hat zwar vielen Patienten zu einem besseren Verständnis ihrer Krankheit verholfen, doch ist in dieser Hinsicht ein Wort zur Vorsicht angebracht. Wenn nämlich ein chemisches Ungleichgewicht im Körper vorliegt, kann die Krankheit nicht einfach durch logische Argumentation beseitigt werden. Steven, der an einer bipolaren Störung leidet, erzählt: „Die Ärztin, die mich behandelte, veranschaulichte das folgendermaßen: Man kann einem Fahrschüler so viele Fahrstunden geben, wie man will — sie würden kaum etwas nützen, wenn man ihn dann in ein Auto ohne Lenkrad oder Bremsen setzt. Genauso führt eine Beratung allein bei Menschen mit Depressionen möglicherweise nicht zum erhofften Erfolg. Ein wichtiger Schritt besteht darin, zunächst die Chemie im Gehirn ins Gleichgewicht zu bringen.“
[Bild auf Seite 10]
Die Bibel ist eine Hilfe und eine Kraftquelle für viele, die von negativen Gedanken geplagt werden
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Wie andere helfen könnenErwachet! 2004 | 8. Januar
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Wie andere helfen können
KENNEN wir persönlich jemanden, der an Depressionen oder einer bipolaren Störung leidet? Wenn ja, wie können wir ihm helfen? D. J. Jaffe von der National Alliance for the Mentally Ill gibt folgenden guten Rat: „Halten Sie die Krankheit und den Kranken auseinander; hassen Sie die Krankheit und lieben Sie den Menschen.“
Susanna brachte die Liebe und Geduld auf, genau das zu tun. Eine ihrer Freundinnen litt an einer bipolaren Psychose. Susanna berichtet: „Zeitweise konnte sie es einfach nicht ertragen, wenn ich in ihrer Nähe war.“ Susanna überließ ihre Freundin nicht einfach sich selbst, sondern informierte sich eingehend über bipolare Störungen. „Ich weiß jetzt, wie sehr das Verhalten meiner Freundin durch ihre Krankheit bedingt war“, sagt Susanna. Sie findet es wirklich lohnend, wenn man sich die Mühe macht, den Kranken zu verstehen. „Es kann einem helfen, die wunderbare Person hinter der Krankheit noch mehr zu lieben und zu schätzen.“
Ist jemand aus der Familie erkrankt, braucht er dringend die volle Unterstützung seiner Angehörigen. Mario — er wurde in dieser Artikelserie bereits erwähnt — lernte diese Lektion schon früh. Seine Frau Lucia, von der ebenfalls schon die Rede war, leidet an einer bipolaren Störung. Mario erzählt: „Anfangs hat es mir geholfen, meine Frau zum Arzt zu begleiten und mich über diese seltsame Krankheit eingehend zu informieren, sodass ich schon ziemlich genau wusste, was da auf uns zukam. Lucia und ich sprachen auch viel miteinander und bewältigten nach und nach die verschiedenen Situationen, die sich im Lauf der Zeit einstellten.“
Unterstützung von der Christenversammlung
In der Bibel werden alle Christen ermahnt: „Redet bekümmerten Seelen tröstend zu, . . . seid langmütig gegen alle“ (1. Thessalonicher 5:14). Wie könnte das in der Praxis aussehen? Zunächst ist es wichtig, zu erkennen, ob sich jemand nicht wohl fühlt, weil sein Verhältnis zu Gott beeinträchtigt ist, oder ob er an einer Gemütskrankheit leidet. Der Schreiber des Bibelbuches Jakobus wies beispielsweise darauf hin, dass denen, die sich in geistiger Hinsicht ‘nicht wohl fühlen’, das Gebet helfen kann (Jakobus 5:14, 15). Jesus räumte jedoch ein, dass physisch Kranke einen Arzt brauchen (Matthäus 9:12). Es ist natürlich immer angebracht und hilfreich, bei Sorgen aller Art — auch gesundheitlichen — zu Jehova zu beten (Psalm 55:22; Philipper 4:6, 7). Allerdings wird in der Bibel nicht gesagt, bestehende medizinische Probleme würden allein durch vermehrte Bemühungen dieser Art beseitigt.
Christen, die ein gutes Urteilsvermögen besitzen, vermitteln also Depressiven nicht den Eindruck, sie seien an ihrem Leid selbst schuld. So etwas wäre ebenso wenig von Nutzen wie die Worte der falschen Tröster Hiobs (Hiob 8:1-6). In Wirklichkeit kann Depressionen oft erst durch eine ärztliche Behandlung abgeholfen werden. Das gilt besonders für schwere Depressionen, bei denen vielleicht sogar die Neigung zum Selbstmord besteht. In solchen Fällen ist ärztliche Hilfe unentbehrlich.
Dennoch können auch Mitchristen viel tun. Aber ohne Geduld geht das freilich nicht. Es kann zum Beispiel sein, dass Christen, die an einer Gemütskrankheit leiden, vor gewissen christlichen Tätigkeiten besonders Angst haben. Diane, die an einer bipolaren Störung leidet, berichtet: „Für mich ist der Predigtdienst ein Kampf. Es fällt mir schwer, anderen von der guten, freudigen Botschaft der Bibel zu erzählen, wenn ich mich selbst nicht gut fühle und mir die Freude fehlt.“
Um solchen Menschen eine Hilfe zu sein, müssen wir uns bemühen, einfühlsam zu sein (1. Korinther 10:24; Philipper 2:4). Betrachten wir die Dinge möglichst nicht von unserer Warte, sondern aus der Sicht des Kranken. Belasten wir ihn auch nicht durch unvernünftige Erwartungen. Carl, der mit Depressionen zu kämpfen hat, stellt fest: „Wenn man mich so nimmt, wie ich jetzt bin, bekomme ich langsam wieder das Gefühl, dazuzugehören. Einige ältere Freunde haben mir mit viel Geduld geholfen, ein engeres Verhältnis zu Gott zu entwickeln und auch andere freudig dabei zu unterstützen.“
Wenn Kranken Mut gemacht wird, erleichtert das ihre schwierige Lage ganz erheblich. So erging es Brenda, einer Christin, die ebenfalls an einer bipolaren Störung leidet. Sie erzählt: „Die Brüder und Schwestern in der Versammlung waren wunderbar hilfsbereit und verständnisvoll, wenn ich Tiefs hatte, und sie gaben mir nie zu verstehen, dass mein Glaube nachgelassen hätte. Manchmal nahmen sie mich in den Predigtdienst mit und ließen mich einfach nur zuhören, oder sie hielten mir einen Platz im Königreichssaal frei, sodass ich kommen konnte, wenn alle schon saßen.“
Für Cherie, die an einer Depression leidet und im vorigen Artikel erwähnt wurde, war der Beistand liebevoller, einfühlsamer Ältester aus der Versammlung eine große Hilfe. Sie sagt: „Wenn mir die Ältesten versichern, dass mich Jehova liebt, wenn sie mir aus Gottes Wort, der Bibel, vorlesen und von Jehovas Vorsatz erzählen, von einem Paradies, in dem Frieden herrscht und es allen gut geht, wenn sie mit mir — manchmal sogar am Telefon — beten, dann fühle ich, wie eine Last von mir weicht. Ich weiß, dass mich Jehova und meine Brüder nicht fallen lassen, und das gibt mir Kraft.“
Angehörige und Freunde können durch sinnvolle Unterstützung ohne Zweifel sehr viel für das Wohlergehen der Betroffenen tun. „Ich denke, ich habe mein Leben jetzt ziemlich gut im Griff“, urteilt Lucia. „Mein Mann und ich haben uns sehr bemüht, alles gemeinsam durchzustehen, und nun laufen die Dinge besser als je zuvor.“
Viele Menschen, die mit einer der zahlreichen Gemütskrankheiten zu kämpfen haben, wissen, wie langwierig der Kampf gegen diese schrecklichen Leiden ist. Doch in der Bibel heißt es über Gottes neue Welt: „Kein Bewohner wird sagen: ‚Ich bin krank‘ “ (Jesaja 33:24). All die bedrückenden Gebrechen und Krankheiten, die heutzutage so viele Menschen plagen, werden dann verschwunden sein. Es wird einem wirklich warm ums Herz, wenn man über Gottes Verheißung von dieser neuen Welt nachdenkt, einer Welt, in der alle Krankheiten — auch Gemütskrankheiten — für immer und ewig vergangen sein werden. Dann, so sagt die Bibel, wird weder „Trauer noch Geschrei noch Schmerz mehr sein“ (Offenbarung 21:4).
[Herausgestellter Text auf Seite 12]
Jesus räumte ein, dass Kranke einen Arzt brauchen (MATTHÄUS 9:12)
[Herausgestellter Text auf Seite 13]
In der Bibel heißt es über Gottes neue Welt: „Kein Bewohner wird sagen: ‚Ich bin krank‘ “ (JESAJA 33:24)
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