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Ist Abtreibung die Lösung?Erwachet! 1975 | 8. Dezember
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Seelische Leiden
Man darf auch nicht übersehen, daß viele Frauen, die sich ein Kind abtreiben lassen, hinterher seelisch darunter leiden. Der Fall einer 22jährigen ledigen Studentin stimmt nachdenklich. Offenbar hatte sie nicht damit gerechnet, daß ihr der Eingriff, den sie in einer Abtreibungsklinik vornehmen ließ, so schwer zu schaffen machen würde, aber während sie auf den Arzt wartete, wurde sie immer unruhiger. Über die eigentliche Abtreibung erzählte sie: „Der Arzt, ein Mann mit ausdruckslosem Gesicht, der eisige Kälte ausströmte, stürzte wortlos ins Zimmer. Ohne mich zu begrüßen oder mich eines Blickes zu würdigen, führte er den Eingriff — der übrigens sehr schmerzhaft war — aus. Schließlich war alles überstanden.“
„Nachher brach ich in Tränen aus“, gestand sie. „Dabei hatte ich gedacht, absolut gefaßt zu sein.“ Über den Heimweg berichtete sie unter anderem: „Während der Fahrt lehnte ich mich aus dem Busfenster und übergab mich. Es war, als müßte ich mich von dem Gefühl der Erniedrigung und von der dreistündigen Erfahrung, die ich mir hätte ersparen sollen, befreien.“
Aber es gibt Frauen, die noch schwerer an einer solchen Erfahrung tragen. Eine Abtreibung mag tiefe seelische Wunden zur Folge haben, die lange nicht heilen. Auch das Krankenhauspersonal mag darunter leiden. Ein Arzt führte bei einer Einundzwanzigjährigen ungefähr in der 18. Schwangerschaftswoche einen Abort aus, indem er ihr eine Lösung einspritzte, durch die das Kind im Mutterleib gewöhnlich erstickt. Acht Stunden danach ging ihr das „Kind“ ab. Das kleine Wesen führte Muskelbewegungen aus, und sein Herzchen arbeitete noch. Siebenundzwanzig Minuten später starb es. „Die Krankenschwestern waren über diesen Vorfall empört“, bemerkte der Arzt.
In Southampton (England) gaben einige junge Schwestern ihre Stelle auf, als die Abtreibungen sich mehrten. Sie fühlten sich besonders dann überfordert, wenn die Feten Lebenszeichen von sich gaben. „Diese jungen Mädchen ergreifen aus Idealismus den Schwesternberuf, und sie sind von dem Wunsch erfüllt, Leben zu erhalten“, erklärte eine Oberschwester. „Es kann für sie eine große Enttäuschung sein, wenn sie sich gezwungen sehen, beim Töten von Leben mitzuwirken.“
Wann beginnt die Existenz des menschlichen Lebewesens?
Handelt es sich dabei wirklich um die Tötung von Leben? Eine ledige Mutter, die in großer Not oder gar verzweifelt ist, mag es nicht als das ansehen, wenn sie sich ihres Kindes entledigt. Dr. B. N. Nathanson, der früher entschieden für die Abtreibung eintrat, sprach von „der unendlich qualvollen Wahrheit“. Was meinte er damit? „Wir töten Leben.“
Die entscheidende Frage lautet: Wann beginnt die Existenz des menschlichen Lebewesens? Dr. Nathanson antwortete: „Wir wissen, daß sich von Anfang der Schwangerschaft an ein menschliches Leben entwickelt.“ In einem Brief an die Denver Post schrieb Dr. med. Frank P. Bolles: „Es ist viel einfacher einen Bedürftigen zum Sozialamt zu schicken, als ihn am eigenen Tisch mitessen zu lassen; oder eine Schwangerschaft durch Abort zu beenden, als der Frau zu helfen und während dieser schweren Zeit für sie zu sorgen ... Die Abtreibung ist keine juristische, keine biologische und keine wirtschaftliche Frage. Es handelt sich dabei nicht um einen Fall ,Staat gegen Individuum‘, sondern ,Individuum (Individuen) gegen Gott‘. Ich möchte jedem empfehlen, Gott und seine Gedanken zu berücksichtigen, wenn er über den Wert des Lebens seines Nächsten (geboren oder ungeboren, erwünscht oder unerwünscht, gesund oder behindert) und den des eigenen Lebens entscheidet.“
Was deutet denn Gottes Wort, die Bibel, an? Sie zeigt, daß Jehova Gott das menschliche Leben von Beginn seiner Existenz an hoch einschätzt. Das Gesetz, das Gott den Israeliten der alten Zeit gab, lautet: „Und falls Männer miteinander raufen sollten und sie eine Schwangere tatsächlich verletzen und ihre Kinder wirklich abgehen, aber es entsteht kein tödlicher Unfall, so soll ihm unbedingt gemäß dem, was der Besitzer der Frau ihm auferlegen mag, Schadenersatz auferlegt werden; und er soll ihn durch die Schiedsrichter geben. Sollte aber ein tödlicher Unfall entstehen, dann sollst du Seele für Seele geben“ (2. Mose 21:22-25).
Es ist bezeichnend, daß die Bibel weder in diesem Text noch an einer anderen Stelle sagt, es komme in der Frage des Aborts auf das Alter des Embryos oder des Fetus an. Da Jehova Gott diesbezüglich nichts festgelegt hat, wäre es ungebührlich, wenn ein Mensch das tun würde.
Es ist wichtig, zu erkennen, daß Leben nicht bei der Geburt, sondern bei der Zeugung weitergegeben wird. Wie die Encyclopædia Britannica schreibt, beginnt damit „das Leben eines Individuums als biologisches Wesen“. Jehova respektiert das ungeborene Leben, denn der Psalmist David schrieb unter göttlicher Inspiration: „Deine [Gottes] Augen sahen selbst den Embryo von mir, und in dein Buch waren alle seine Teile eingeschrieben hinsichtlich der Tage, da sie gebildet wurden und unter ihnen noch nicht einer da war“ (Ps. 139:16).
Bemerkenswerterweise fährt David mit den Worten fort: „Wie kostbar also deine Gedanken für mich sind! O Gott, auf wieviel beläuft sich ihre große Summe!“ (Ps. 139:17). David hatte offensichtlich den Wunsch, den Willen des Gottes, dem so viel am menschlichen Leben liegt, zu tun. Bist du auch so eingestellt?
Wenn ja, dann hast du vielleicht den richtigen Schluß gezogen, nämlich daß die Abtreibung eine Sünde gegen Gott, den Allmächtigen, ist, daß sie in seinen Augen ein Verbrechen ist. Somit ist die Abtreibung nicht eine gottgefällige Lösung der mit der unehelichen Schwangerschaft verbundenen Probleme. Die Lösung besteht darin, einen Wandel zu führen, der einen nicht der Gefahr einer unerwünschten Schwangerschaft aussetzt. Zu den „Werken des Fleisches“, die von Gott mißbilligt werden, zählen „Hurerei, Unreinheit, zügelloser Wandel“. Zu der Frucht des heiligen Geistes Gottes dagegen zählt die „Selbstbeherrschung“. Es ist keine Unmöglichkeit, nichts mit „Werken des Fleisches“ zu tun zu haben. Paulus, ein Apostel Christi, schrieb: „Die, die Christus Jesus angehören, [haben] das Fleisch samt seinen Leidenschaften und Begierden an den Pfahl gebracht“ (Gal. 5:19-24).
Was kann eine Frau tun, die bereits ein uneheliches Kind erwartet? Eine Abtreibung löst ihr Problem nicht, auch dann nicht, wenn sie wünscht, nun in Übereinstimmung mit der Heiligen Schrift zu handeln. Manche Mädchen, die ein uneheliches Kind haben, ziehen anderswohin, weil sie befürchten, deswegen geächtet zu werden. Aber ist es wirklich besser, an einem Ort zu wohnen, wo einen niemand kennt, wo also niemand da ist, der einem in dieser oder jener Hinsicht helfen könnte? Sollte eine ledige Mutter ihr Kind zur Adoption freigeben? Wenn sie das täte, könnte sie es später bereuen, denn es verstößt gegen die mütterlichen Gefühle. Allerdings gibt es in den heutigen „letzten Tagen“ viele Personen, die keine „natürliche Zuneigung“ haben (2. Tim. 3:1-3). Eine ledige Mutter sollte ihre Mutterliebe nicht unterdrücken. Es könnte sein, daß sie sich hinterher ihr Leben lang schuldig fühlen würde, wenn sie für das Kind, für dessen Dasein sie doch auch verantwortlich ist, nicht sorgte. Natürlich erfordert eine solche Handlungsweise Mut. Aber das ist notwendig, wenn sie ihr Leben mit Gottes Wort in Übereinstimmung bringen und ihr Kind in der Wahrheit des Wortes Gottes unterweisen möchte.
Und wenn eine verheiratete Frau schwanger wird, ohne daß es beabsichtigt war? Dann ist es besser, den Standpunkt einzunehmen, den der inspirierte Psalmist vertrat, als an Abtreibung zu denken. Salomo, der über das Volk Israel der alten Zeit König war, erklärte: „Siehe! Söhne sind ein Erbe von Jehova; die Leibesfrucht ist eine Belohnung“ (Ps. 127:3). Ja, Mutterschaft bringt ein gewisses Maß an Sorgen mit sich, aber nicht den seelischen Schmerz und die Schuldgefühle, die in so vielen Fällen mit einer Abtreibung verbunden sind. Treffend sagte Jesus Christus: „Eine Frau hat Kummer, wenn sie gebiert, weil ihre Stunde gekommen ist; doch wenn sie das kleine Kind hervorgebracht hat, so denkt sie nicht mehr an die Drangsal, vor Freude darüber, daß ein Mensch in die Welt geboren worden ist“ (Joh. 16:21).
Nein, Abtreibung ist nicht die richtige Lösung. Für den, der sich nach einem Geschlechtspartner sehnt, ist die Ehe da. Ein Ehepaar kann wirklich glücklich werden, wenn es sein Leben so gestaltet, daß es Jehova Gott, dem Urheber des menschlichen Lebens, der Liebe und der Ehe, wohlgefällig ist.
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Auf Pirsch in OstafrikaErwachet! 1975 | 8. Dezember
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Auf Pirsch in Ostafrika
Vom „Awake!“-Korrespondenten in Kenia
GEHST du gern in einen Zoo oder in einen Tierpark? Freust du dich, Tiere aus fremden Ländern zu sehen, oder träumst du vielleicht gar davon, sie eines Tages in freier Wildbahn beobachten zu können? Wenn ja, dann möchten wir dich einladen, an einer Safari in Ostafrika teilzunehmen. Das gibt dir Gelegenheit, das wilde, gefährliche Abenteuer, Tiere für Tierparks und zoologische Gärten einzufangen, mitzuerleben.
Wir haben das Glück, einen Fänger, der seinen Beruf mit behördlicher Genehmigung ausführt, begleiten zu dürfen. Es ist ein verhältnismäßig „kleiner“ Auftrag, den er auf dieser Safari erfüllen muß: 12 Elefanten, 5 Nashörner, 30 Zebras, 15 Gnus, 27 Giraffen und mehrere andere Steppentiere. Die Reise in diese Gegend wird ungefähr drei Monate in Anspruch nehmen. Natürlich muß sie sorgfältig vorbereitet werden, soll sie erfolgreich sein.
Auf der Safari werden wir ziemlich primitiv leben müssen. Wir nehmen alles mit, was zum Zelten nötig ist, auch Lebensmittel, Kochgeschirr, Verbandskasten und natürlich Ersatzteile — Federn, Achsen und Reifen — für unsere Gelände- und Lastwagen. Wichtig ist auch, daß man die richtige Kleidung dabeihat: die üblichen leichten Safarianzüge (khakifarben, damit sie von der Umgebung nicht abstechen), eine dicke Strickjacke für die Abende (die in Afrika kalt sein können) und Stiefel, die die Füße vor Schlangen sowie Ameisen und verschiedenen anderen dudus (Insekten) schützen, die es offenbar auf den Menschen abgesehen haben. Ferner ist ein geeigneter Hut zum Schutz vor der heißen afrikanischen Sonne notwendig.
Außer diesen Vorbereitungen für uns und für unsere Begleiter gilt es aber auch, Vorbereitungen für die
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