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Das neue Gebot der Liebe haltenDer Wachtturm 1965 | 15. Juni
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Milde und Selbstbeherrschung — in Fülle hervorgebracht werden. Dein Leben und das Leben all dieser Menschen liegt uns am Herzen. Darum beten wir, daß „eure Liebe noch mehr und mehr überströme mit genauer Erkenntnis und allem Unterscheidungsvermögen, damit ihr euch der wichtigeren Dinge vergewissern mögt, um bis zum Tage Christi lauter zu sein und nicht andere zum Straucheln zu bringen, und daß ihr erfüllt sein mögt mit der Frucht der Gerechtigkeit, die durch Jesus Christus kommt, zur Verherrlichung und zum Lobpreis Gottes“. — Phil. 1:9-11.
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Antworten finden auf biblische FragenDer Wachtturm 1965 | 15. Juni
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Antworten finden auf biblische Fragen
MANCHE Schatzgräber suchen nach Gold oder Silber, andere nach Edelsteinen oder verborgenen Schätzen. Viel lohnender ist jedoch das Suchen nach den Schätzen in Gottes Wort, der Heiligen Schrift, um eine genaue Erkenntnis und wahre Weisheit zu erlangen. In Sprüche 2:4, 5 (SB) heißt es darum: „Wenn du sie [unablässig, NW] suchst wie Silber und nach ihr forschest wie nach Schätzen, — so wirst du die Furcht des Herrn [Jehovas] verstehen und die Erkenntnis Gottes erlangen.“
Die unermeßlich kostbaren Schätze der „Erkenntnis Gottes“ sind für die bestimmt, die wie unermüdliche Schatzgräber bereit sind, nach ihnen zu suchen. Bemühst du dich, Antworten auf biblische Fragen zu finden? Wie kannst du dich in dieser Hinsicht noch verbessern?
Man kann natürlich stets jemand anders fragen. Ist das aber das erste, woran ein Erforscher der Bibel denkt? Nein, denn Gottes Wort sagt, wir sollten „unablässig suchen“. Es sagt ferner: „Tue dein Äußerstes, dich selbst Gott als bewährt darzustellen, als einen Arbeiter, der sich wegen nichts zu schämen hat, der das Wort der Wahrheit recht handhabt.“ (2. Tim. 2:15) Wie steht es aber mit denen, die stets andere fragen? Es ist kaum anzunehmen, daß sie ihr Äußerstes getan haben, um die Antworten zu finden, zumindestens in vielen Fällen nicht. Das zeigt sich schon darin, daß die Wachtturm-Gesellschaft von gewissen Leuten sehr viele Fragen erhält, während andere nur selten etwas anfragen. Bemühe dich daher, die Antworten auf biblische Fragen selbst zu finden. Wie kannst du aber vorgehen, damit du bei deiner Suche nach den Schätzen der Erkenntnis in Gottes Wort Erfolg hast?
LIES DEN BIBELBERICHT, LERNE DEN ZUSAMMENHANG KENNEN
Eine der besten, aber der am wenigsten beachteten Methoden, die Antwort auf eine Frage zu finden, besteht darin, den Bibelbericht, der zu der betreffenden Frage Anlaß gab, nachzulesen. Untersuche ihn gründlich, und versäume auch nicht, den Begleittext, das heißt den damit in Verbindung stehenden Stoff, zu lesen. Das würde dir zum Beispiel helfen, folgende, sehr häufig gestellte Frage zu beantworten: Woher nahm Kain, der erste Sohn Adams und Evas, seine Frau?
Warum sich nicht dem Bibelbericht zuwenden, um die Antwort zu erhalten? Befasse dich eingehend damit, lies ihn nicht nur flüchtig durch. Lies 1. Mose, Kapitel 4 und 5, durch. Du wirst dabei feststellen, daß in 1. Mose 4:16 nur gesagt wird: „Kain ... wohnte im Lande Nod [Flucht, Fußnote]“, aber nichts davon erwähnt wird, daß er dorthin gegangen sei, um eine Frau zu nehmen. Der nächste Vers lautet: „Und Kain erkannte sein Weib, und sie ward schwanger und gebar Hanoch.“ Liest du nun weiter, so kommst du zu 1. Mose 5:4, wo es heißt: „Und er [Adam] zeugte Söhne und Töchter.“ Folglich gebar Eva dem Adam Töchter und Söhne. Da der Bibelbericht deutlich zeigt, daß Gott nur einen Mann und nur eine Frau erschuf, muß Kain eine seiner Schwestern, möglicherweise die älteste, zur Frau genommen haben. Da die Menschheitsfamilie damals noch fast vollkommen war, hatte eine solche Vereinigung nicht die schädlichen Folgen, wie das heute der Fall wäre. Später verbot Gott den Israeliten sogar, eine solche Ehe einzugehen. (3. Mose 18:11) So kannst du oft, wenn du den Bibelbericht im Zusammenhang liest, zu der einzig vernünftigen Antwort auf eine biblische Frage gelangen.
Als weiteres Beispiel könnte 1. Mose 18:22 angeführt werden. In diesem Text ist von drei Engeln die Rede, die Abraham als Männer erschienen, um ihm zu sagen, daß seine Frau Sara einen Sohn gebären werde. „Hierauf wandten sich die Männer von dort und gingen auf Sodom zu, während Jahwe [Jehova] noch vor Abraham stehen blieb.“ (Neues Göttinger Bibelwerk) Jemand mag nun fragen: „Wie konnte Jehova noch vor Abraham stehen, nachdem die Männer, die Engel, doch weggegangen waren?“ Liest man den Begleittext sorgfältig durch, so erfährt man, daß nicht gesagt wird, die drei als Männer erschienenen Engel seien weggegangen. Zu Beginn des folgenden Kapitels heißt es vielmehr: „Und die beiden Engel kamen am Abend nach Sodom.“ Folglich verließen nicht alle drei, sondern nur zwei Engel Abraham, um nach Sodom zu gehen. Einer muß somit bei Abraham zurückgeblieben sein, und dieser Engel vertrat Jehova. Jehovas himmlischer Vertreter hatte sich noch nicht zurückgezogen und war noch nicht verschwunden, sondern stand immer noch vor Abraham und konnte immer noch von ihm gesehen werden.
Ein anderes Beispiel, das zeigt, daß es notwendig ist, den Begleittext sorgfältig zu lesen, ist die Frage: Wer verkaufte Joseph nach Ägypten? Manche mögen einmal flüchtig 1. Mose 37:28 gelesen haben: „Als nun die midianitischen Männer, die Kaufleute, vorüberkamen, da zogen und holten sie Joseph aus der Grube herauf und verkauften Joseph an die Ismaeliter um zwanzig Silbersekel; und sie brachten Joseph nach Ägypten.“ Aus diesem Text folgern manche, daß die midianitischen Kaufleute Joseph aus der Grube heraufgeholt und einer Gruppe von Ismaelitern verkauft hätten, die ihn dann nach Ägypten gebracht habe. Stimmt das aber?
Wenn du den Begleittext sorgfältig nachliest, stellst du fest, daß im Vers 27 dieses Kapitels gesagt wird, die Brüder Josephs hätten beschlossen, Joseph den Ismaelitern zu verkaufen. Und zu welchem Schluß kommst du, wenn du den letzten Vers des Kapitels liest, in dem gesagt wird: „Die Midianiter verkauften ihn nach Ägypten“? Entweder wurden die Midianiter auch Ismaeliter genannt, oder die midianitischen Kaufleute zogen in der ismaelitischen Karawane mit, und Joseph wurde ihnen von seinen Brüdern verkauft. Liest du noch weiter, so findest du in 1. Mose 45:4, 5 eine weitere Bestätigung, denn dort wird berichtet, daß Joseph selbst sagte: „Ich bin Joseph, euer Bruder, den ihr nach Ägypten verkauft habt.“ Wenn du also den ganzen Bericht nachliest, gelangst du zu der richtigen Ansicht, nämlich, daß nicht die midianitischen Kaufleute Joseph aus der Grube herausholten und den Ismaelitern verkauften, sondern daß ihn seine Brüder den Kaufleuten selbst verkauften. Die Ismaeliter waren durch Abraham, ihren Stammvater, mit den Midianitern verwandt.
BIBELLEXIKA
Solltest du in deiner Bibliothek ein Bibellexikon haben, so findest du darin vielleicht eine Bestätigung für die Beantwortung der obigen Frage über Joseph. Viele Bibellexika weisen unter den Stichwörtern „Midianiter“ oder „Ismaeliter“ zum Beispiel darauf hin,
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