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  • Gefahr: zuviel von der gleichen Sorte
    Erwachet! 1972 | 8. November
    • Pilzkrankheit (southern corn leaf blight). Das offenbarte die Schwäche des spezialisierten Maises, den die meisten Farmer anbauten. Im Jahre 1970 fielen dieser Krankheit vom Juli bis zur Ernte etwa 21 Millionen Tonnen Mais zum Opfer! Das waren 15 Prozent der gesamten Maisernte, und sie stellten einen Wert von etwa einer Milliarde Dollar dar!

      Über diese Maiskatastrophe schrieb die New York Times:

      „Die eigentliche Schwäche liegt in der Tatsache begründet, daß alle Farmer gleichzeitig die besten Sorten jeder Feldfrucht anbauen wollen. Zufolge dieser Einheitlichkeit ist jeweils die ganze Ernte in Gefahr, wenn ein neuer Schädling — wie der, der die Pilzkrankheit [southern corn leaf blight] verursacht hat — auftaucht.

      Wie auf vielen anderen Gebieten der modernen Welt, so ist es auch hier; das, was auf kurze Sicht wirtschaftlich vernünftig erscheint, ruft auf lange Sicht ökologische und wirtschaftliche Probleme hervor.“

      Hat der Anbau der neuesten Getreidesorten einen ähnlichen Rückschlag erlitten? Ja. In Verbindung mit der neuen Reissorte hat es solche Probleme bereits gegeben. In dem Buch The Environmental Crisis wird berichtet: „Dieses Problem hat den Bauern, die die IR-8-Reissorten anpflanzen, bereits schwer zu schaffen gemacht, dabei werden sie in noch weiträumigeren Monokulturen angebaut.“

      „Monokultur“ ist der jahrelange Anbau der gleichen Pflanzen auf den gleichen Feldern. Obwohl man also damit Probleme hat, werden in der Regel noch größere Flächen mit dem gleichen Getreide bebaut, weil die Bauern schnell zu Geld kommen möchten.

      Im Februar 1972 veröffentlichte der Landesrat für Ernährung und Landwirtschaft neue Zahlen über die Situation auf den Philippinen. Sie zeigten, daß 57 000 Hektar Reis auf Luzon und auf Mindanao einem gefährlichen Pflanzenvirus, tungro genannt, zum Opfer gefallen sind. Präsident Ferdinand Marcos erklärte dem philippinischen Kongreß: „Für die philippinische Landwirtschaft war dieses Jahr [1971] ein Katastrophenjahr.“

      Dank der hochproduktiven Reissorten, die von 1966 an auf den Philippinen angebaut worden waren, erntete man bis 1970 so viel Reis, daß der Landesbedarf gedeckt werden konnte und noch ein kleiner Überschuß blieb. Aber im vergangenen Jahr, 1971, mußten die Philippinen 460 000 Tonnen Reis einführen. Und die Regierung prophezeit, daß das Land auch im Jahre 1972 etwa 640 000 Tonnen Reis werde einführen müssen und ungefähr die gleiche Menge im Jahre 1973.

      Es ist somit eine gefährliche Methode und auch kurzsichtig, immer größere Flächen mit Getreidesorten zu bestellen, die eine so schmale genetische Grundlage haben. Aber das ist nicht das einzige Problem, das mit den neuen Getreidesorten verbunden ist.

  • Wer zieht den größten Nutzen aus der „Grünen Revolution“?
    Erwachet! 1972 | 8. November
    • Wer zieht den größten Nutzen aus der „Grünen Revolution“?

      ZU WELCHEM Schluß kommt der Mann auf der Straße, wenn er liest, welche Steigerung der Ernteerträge durch die „Grüne Revolution“ möglich geworden ist? Er glaubt, dadurch werde es möglich, immer mehr der hungernden Menschen ausreichend zu ernähren.

      Ist das zutreffend? Leider nicht. Von der „Grünen Revolution“ profitieren nicht in erster Linie die Ärmsten. Wir verstehen, warum das so ist, wenn wir von Landwirtschaftsexperten erfahren, welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen, um mit dem neuen Saatgut solche Ertragssteigerungen zu erzielen.

      Dean Fraser, Professor der Virologie an der Universität von Indiana, erklärte, daß das neue Saatgut nur dann größere Erträge bringe, „wenn intensiv gedüngt“ werde. Den Bauern muß also auch Dünger zur Verfügung stehen. Aber in unterentwickelten Ländern ist Dünger nicht immer in größeren Mengen vorhanden.

      Doch selbst wenn genügend Dünger zur Verfügung stände, würde das nicht bedeuten, daß der Bauer die erforderliche Menge kaufen könnte, denn in unterentwickelten Ländern sind die meisten Bauern arm. Daher erzielt nur der bessergestellte Bauer, der sich Dünger leisten kann, größere Ernten und nicht der Bauer, der bereits am meisten unter Hunger und Armut leidet.

      Eine Voraussetzung, die noch schwerer zu erfüllen ist

      Außerdem ist etwas erforderlich, was noch mehr mangelt als Dünger. F. R. Frankel schreibt in dem Buch India’s Green Revolution: „Für den erfolgreichen Anbau von Zwergweizen ist eine gesicherte Wasserversorgung noch wichtiger. Man kann nur hohe Ernteerträge erzielen, wenn während der Vegetationszeit der Weizen in ganz bestimmten Abständen bewässert wird.“ Und Reis benötigt noch mehr Wasser als Weizen.

      Künstliche Bewässerung ist nicht dasselbe wie Regen. Bei unregelmäßigen Regenfällen gedeihen die neuen Sorten nicht. Sie erfordern eine regelmäßige Bewässerung. Eine wichtige Voraussetzung für hohe Erträge ist daher eine gesicherte Wasserversorgung. Zum Bewässern des Getreides kann Wasser aus den Flüssen dienen, das man den Feldern durch Kanäle zuleitet. Aber in ärmeren Ländern fehlen häufig solche Kanäle. Meistens sind auch Pumpen erforderlich, um das Grundwasser an die Oberfläche zu fördern.

      Doch alles das geht nicht ohne Technik; Maschinen sind notwendig, um Kanäle zu graben, und Fabriken, um Pumpen herzustellen. „Ferner sind“, wie Frankel schreibt, „mit den neuen Weizensorten nur dann optimale Erträge zu erzielen, wenn bessere Landmaschinen benutzt werden: bessere Pflüge und bessere Eggen zum Lockern und Einebnen des Ackerbodens [sonst wäre die Bewässerung nicht praktisch]; Sämaschinen und Düngerstreuer sowie Maschinen und Geräte zur Schädlingsbekämpfung.“

      Wer kann sich solche Geräte leisten? Nur der Bauer, der bereits wohlhabend ist.

      Man beachte, daß Maschinen und Geräte zur Schädlingsbekämpfung erforderlich sind. Die neuen Getreidesorten benötigen eine intensive Anwendung von Pflanzenschutzmitteln. Solche Mittel kosten Geld, und außerdem fördern sie die Verschmutzung erheblich. Die intensive Anwendung von Pflanzenschutzmitteln wird jedoch mit dem Hinweis entschuldigt, es sei das kleinere von zwei Übeln. Man meint, wer hungere, kümmere sich wenig um Schäden, die im Laufe der Zeit schließlich entstehen könnten. Der Hungernde möchte seinen Magen füllen. Doch später wird man dafür büßen müssen.

      In der Zeitschrift U.S. News & World Report werden diese Voraussetzungen wie folgt zusammengefaßt: „Das neue Saatgut allein vermag jedoch die Landwirtschaft nicht zu revolutionieren. Das genetische Potential dieser neuen Sorten kann nicht voll und ganz realisiert werden ohne künstliche Bewässerung und ohne die intensive Anwendung von Dünger und Pflanzenschutzmitteln.“ Alles das kostet Geld. Daher können es sich die Armen und Hungernden nicht leisten.

      Ungleich verteilt

      Aus den erwähnten Gründen wird in dem Buch India’s Green Revolution erklärt: „Der Gewinn aus der Anwendung der modernen

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