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  • Wie man der Gefahr des Alkoholmißbrauchs entgegenwirken kann
    Erwachet! 1978 | 8. April
    • mit dem Alkohol fertig wird. Man versteht dann besser, auf welche Weise man es vermeiden kann, seinen Körper durch alkoholische Getränke zu überfordern.

      Alkoholika werden vom Organismus nicht auf die gleiche Art abgebaut wie die Mehrzahl der Nahrungsmittel. Die meisten Nahrungsmittel werden in verschiedenen Phasen langsam abgebaut, zuerst im Magen und dann im Dünndarm. So können die Nährstoffe vom Blut resorbiert werden, das sie dann in andere Körperteile transportiert. Aber der Alkohol wird im Magen und im Dünndarm unverändert resorbiert. Darauf wird er vom Blut in die Leber befördert.

      Die Leber braucht eine bestimmte Zeit, um ihn abzubauen. Wenn ihr mehr zugeführt wird, als sie verarbeiten kann, gelangt der restliche Alkohol über den Körperkreislauf in andere Teile des Körpers. Schließlich kehrt er in die Leber zurück, wo wieder ein Teil davon abgebaut wird, worauf der Rest erneut in den Körperkreislauf gelangt. Dieser Vorgang wird fortgesetzt, bis aller Alkohol abgebaut ist.

      Wenn man ein „hartes“ Getränk, Bier oder Wein nicht hastig trinkt, sondern langsam schlürft, kann die Leber mit dem Alkohol besser fertig werden. Es sind Mengen, die sie abzubauen imstande ist. Das hat zur Folge, daß verhältnismäßig wenig Alkohol wieder in die Blutbahn gelangt.

      Der Durchschnittstrinker kann den Alkoholabbau in der Leber nicht beschleunigen. Der Vorgang läuft nicht schneller ab, selbst wenn er schwarzen Kaffee trinkt, kalt duscht oder in der frischen Luft Atemübungen macht. Man kann den Körper am besten unterstützen, wenn man nur wenig trinkt, wenn man langsam trinkt und wenn man zwischen den einzelnen „Drinks“ einige Zeit verstreichen läßt. Das gilt nicht nur, wenn man Whiskey trinkt, sondern auch, wenn man Bier oder Wein trinkt, denn eine Dose Bier oder ein Glas Wein enthält soviel Alkohol wie ein Schuß Whiskey.

      Problemtrinker

      Was kann man tun, wenn man auf dem besten Weg ist, Alkoholiker zu werden, und wie können andere einem Süchtigen helfen?

      Der Problemtrinker muß die Tatsache klipp und klar anerkennen, daß Alkohol für ihn zum Problem geworden ist. Er darf sich nicht einreden, er könne mit Trinken aufhören, wenn er wolle. Leider leben viele Alkoholiker in dieser Illusion, trinken weiter und weiter, zerstören ihre Gesundheit, werden schließlich geistesgestört und sterben vorzeitig.

      Der erste Schritt für einen Problemtrinker besteht darin, zuzugeben, daß der Alkohol für ihn ein Problem geworden ist. Nur dann kann ihm geholfen werden. Gesteht er das nicht ein, so besteht wenig Aussicht, daß er rechtzeitig etwas dagegen unternimmt. Die meisten Alkoholiker sind nicht bereit, zuzugeben, daß sie dem Alkohol verfallen sind. Die Fehlhaltung, die zur Entstehung des Alkoholismus geführt hat, hindert sie daran, etwas dagegen zu tun. Deshalb sollten sich die Familienangehörigen und Freunde eines solchen bemühen, ihm zu helfen.

      Darf erwartet werden, daß entsprechende Organisationen das Problem in den Griff bekommen? Natürlich gibt es in fast allen Ländern verschiedene solche Organisationen. Doch man beachte, was die Zeitschrift Weltgesundheit schreibt: „Die Zahl von Ländern, die auf Alkoholprobleme in adäquater Weise reagierten, war bisher gering. Eine solche Untätigkeit würde man angesichts einer infektiösen Erkrankung mit ähnlichen Verheerungen eindeutig als schuldhaft betrachten, und jedes ,Drogen‘-Problem gleichen Ausmaßes würde gewiß zu Alarm führen.“

      Warum ist das so? Darauf antwortet die Weltgesundheit: „Alkohol ist eine Droge, doch für die Gesellschaft vieler Länder ist er die anerkannte, geschätzte und buchstäblich geheiligte Droge der Wahl ... Alkohol ist Freude, Gastlichkeit, Freundschaft, Fest, Nerventonikum, Männlichkeit, Romantik, Feier, die Besiegelung eines Geschäftsabschlusses, Gelächter, Snobismus und Sakrament. Was würden wir ohne ihn tun? Wie kann er überhaupt unsere Gesundheit bedrohen? Jeder, der anderer Ansicht ist, wird als Spielverderber abgetan.“

      Wie die erwähnte Zeitschrift schreibt, ist der Alkoholmißbrauch eine der größten Gefahren für Gesundheit, Glück und Leben. Es darf jedoch nicht damit gerechnet werden, daß es einer Organisation gelingt, das Problem zu meistern.

      Auch ist es verkehrt zu glauben, ein Alkoholiker könne durch ein Arzneimittel von seinem Alkoholismus geheilt werden. Es gibt kein Arzneimittel gegen den Alkoholismus. Wohl gibt es einiges, was nützlich sein kann, zum Beispiel eine bessere Ernährung, die Anhebung des niedrigen Blutzuckerspiegels, medizinische Behandlung- und Klinikeinweisung. Doch es ist mehr erforderlich. Das ursächliche Problem hängt nach wie vor mit dem Geist und dem Herzen des Alkoholikers zusammen.

      Der Alkoholiker, der nur eine Entziehungskur durchgemacht hat, ohne daß der inneren Bereitschaft und anderen ähnlichen Faktoren genügend Aufmerksamkeit geschenkt wurde, wird fast immer wieder rückfällig. Die Hauptfaktoren für die Heilung sind folgende: Frühbehandlung, der ernsthafte Wunsch des Patienten und seine Entschlossenheit, sich zu bessern, sowie die Hilfe von Angehörigen und Freunden.

      Es gibt Psychiater, die der Meinung sind, daß ein Alkoholiker zu der Überzeugung gelangen könne, er müsse aufhören zu trinken, wenn man mit ihm über seine Alkoholprobleme spreche und ihm sage, wie sich der Alkohol auf den Körper auswirkt. Doch Dr. Benjamin Kissin (New York) erklärte: „Hier in der Klinik habe ich die Erfahrung gemacht, daß das nicht ganz zufriedenstellend ist. Es reicht nicht aus.“ Er fügte hinzu: „Wir versuchen, die Lebensgewohnheiten des Alkoholikers zu ändern.“

      Zweifellos ist es wichtig, die Lebensgewohnheiten zu ändern. Ferner ist es notwendig, einen Freundeskreis aufzugeben, der kein guter Umgang ist, sondern einen noch mehr zum Trinken verleitet. Doch wie kommt man zu der inneren Bereitschaft, die erforderlich ist, um seine Lebensgewohnheiten zu ändern?

      Die größte Hilfe

      Es gibt jemand, der bewiesen hat, daß er besser helfen kann als irgend jemand anders. Er hat vielen geholfen, zu einer richtigen Denkweise und Herzenseinstellung zu kommen. Es ist der Höchste im ganzen Universum, Gott, der Allmächtige.

      Jehova Gott ist der Schöpfer des Menschen. Er weiß am besten, wie der Mensch seine Probleme lösen kann, wie er mit dem, was ihn belastet, und mit seinen Emotionen am besten fertig wird. Wenn sich ein Mensch an ihn um Hilfe wendet, hat er Aussicht, die allerbeste Hilfe, die es gibt, zu erhalten.

      Unter anderem erhält er Hilfe durch den vorzüglichen Rat, der in dem Buch zu finden ist, das Gott als Anleitung für die Menschen verfaßt hat: sein Wort, die Heilige Schrift. Die Bibel erklärt, warum es heute so viele Probleme gibt und wie sie Gott seiner Verheißung gemäß lösen wird. Die Bibel zeigt, daß Gott vorhat, der gegenwärtigen Welt, die soviel zu wünschen übrigläßt und in der die Not so groß ist, ein Ende zu machen. Anstelle der gegenwärtigen Weltordnung wird er eine gerechte neue Ordnung errichten. Die Erde wird ein Paradies werden, und all das Schlechte, was heute überall zu sehen ist, wird es dann nicht mehr geben (Luk. 23:43; Offb. 21:4, 5). Dadurch, daß man den Sinn des Lebens kennenlernt und erfährt, was die Zukunft bringen wird, wächst die innere Bereitschaft, seine Lebensgewohnheiten zu ändern.

      Aus der Bibel geht hervor, daß Personen, die einst Trinker waren, mit dieser Gewohnheit brachen, als sie eine genaue Erkenntnis der Vorsätze Gottes erhielten. Sie erwähnt Trunkenbolde zusammen mit Hurern, Götzendienern, Dieben und anderen Missetätern und fügt dann hinzu: „Und doch waren das einige von euch. Aber ihr seid reingewaschen worden, aber ihr seid geheiligt worden, aber ihr seid gerechtgesprochen worden“ (1. Kor. 6:9-11).

      Es besteht nicht der geringste Zweifel, daß man den Alkoholismus überwinden kann. Deshalb gibt die Bibel den Rat: „Streift die alte Persönlichkeit mit ihren Handlungen ab, und kleidet euch mit der neuen Persönlichkeit, die durch genaue Erkenntnis erneuert wird nach dem Bilde des Einen, der sie geschaffen hat“ (Kol. 3:9, 10). Diese „genaue Erkenntnis“ des Wortes Gottes kann zu der inneren Bereitschaft führen, die erforderlich ist, um die Lebensgewohnheiten zu ändern.

      Aber es gibt noch etwas. Wenn jemand aufrichtig wünscht, mit dem Trinken aufzuhören, kann er Gott darum bitten, ihn mit seiner Kraft zu unterstützen. Gottes heiliger Geist, seine wirksame Kraft, steht jedem, der darum bittet, zur Verfügung. Jesus Christus sagte: „Bittet unablässig, und es wird euch gegeben werden; sucht fortwährend, und ihr werdet finden; klopft unaufhörlich an, und es wird euch geöffnet werden. ... wieviel mehr wird der Vater im Himmel denen heiligen Geist geben, die ihn bitten!“ (Luk. 11:1-13).

      Ein Beispiel unter vielen ist ein Mann, der in einem südamerikanischen Land wohnt. Er war als Alkoholiker auf dem besten Weg, sein Leben zugrunde zu richten. Er war oft betrunken, verlor gute Arbeitsstellen, vergeudete sein Geld und brachte seine Familie an den Bettelstab. Häufig trank er tagelang hintereinander und landete schließlich im Gefängnis. Wiederholt bedrohte er auch seine Frau. Sie rächte sich auf verschiedene Weise, zum Beispiel drohte sie ihm, ihn zu verlassen und alle drei Kinder mitzunehmen.

      Aber dann begann die Frau unter der Anleitung eines Zeugen Jehovas die Bibel zu studieren. Dabei lernte sie kennen, wie sich eine Frau ihrem Mann gegenüber, selbst wenn er Alkoholiker ist, verhalten sollte. Sie begann, ihn besser zu behandeln. Im Laufe der Zeit fiel ihm das auf, und er wollte wissen, wieso sie sich so zu ihrem Vorteil verändert hatte. Daher begann auch er, die Bibel zu studieren. Je mehr er lernte, desto schwächer wurde seine Sucht nach Alkohol.

      Dann erklärte er sich zu einer Entziehungskur bereit. Aber er beendete die Kur nicht. Warum nicht? Er sagte, durch das, was er bisher gelernt habe, besitze er nun so viel Willenskraft, daß er mit Trinken aufhören könne. Und er hielt Wort. Er gab auch seinen bisherigen Freundeskreis auf und lehnte es ab, an ihren Trinkorgien teilzunehmen.

      Das hatte zur Folge, daß sich seine ganzen Lebensverhältnisse besserten: Er führte ein glücklicheres Familienleben, hatte bessere Beziehungen zu seinen Mitmenschen, konnte seinen Arbeitsplatz behalten und schließlich mit seiner Familie in eine bessere Wohnung ziehen. Besonders interessant ist, was er über seinen Entschluß, mit Trinken aufzuhören, sagte: Nicht die medizinische Behandlung habe ihm geholfen, sondern das, was er aus der Bibel kennengelernt habe, ferner das Gebet, die Unterstützung seiner Frau und der Beistand von Freunden, die ihn in seinem Entschluß bestärkt hätten.

      Das ist kein Einzelfall. Viele ähnliche Erfahrungen, die in verschiedenen Ländern der Welt gemacht worden sind, zeigen, daß der Alkoholismus besiegt werden kann.

      Wenn jemand seine Abhängigkeit vom Alkohol überwunden hat, muß er sehr vorsichtig sein. Für die meisten ehemaligen Alkoholiker gilt es, den Rat zu beherzigen: Trinke keinen Tropfen Alkohol mehr! Fast alle Fachleute stimmen darin überein, daß es für einen ehemaligen Alkoholiker das beste sei, vollkommen abstinent zu leben. Ein verhältnismäßig geringer Prozentsatz ehemaliger Alkoholiker vermag die Kontrolle wieder so weit zu erlangen, daß sie mäßig trinken können, ohne von neuem dem Alkohol zu verfallen. Die meisten schaffen es nicht.

      Während also Alkoholika einerseits den Menschen erfreuen können, sollten sie andererseits wie ein Sprengkörper behandelt werden: mit allergrößter Vorsicht! Denn eine „Explosion“ könnte schwere Folgen haben, sogar Menschenleben könnte dabei zerstört werden.

  • „... noch viel zu lernen“
    Erwachet! 1978 | 8. April
    • „... noch viel zu lernen“

      ◆ In der ganzen Welt haben Wissenschaftler darüber nachgedacht, wie es den Zugvögeln gelingt, den Weg auf ihren weiten Wanderungen zu finden. Manchmal scheinen sich die Vögel nach markanten Landmarken wie Küsten oder Gebirgsketten zu orientieren. Aber offensichtlich reicht diese Erklärung nicht aus, denn diese Vögel überfliegen gelegentlich breite Gewässer, oder sie fliegen nachts, wenn solche Landmarken nicht zu sehen sind. Wie finden sie dann den Weg?

      In den 1950er Jahren hat ein deutscher Wissenschaftler durch Versuche gezeigt, daß sich gewisse Vögel nach der Sonne orientieren. Die Versuche bewiesen sogar, daß die Vögel eine innere Uhr haben, die es ihnen ermöglicht, die scheinbare Bewegung der Sonne am Himmel auszugleichen.

      Die Vögel, die nachts ziehen, richten sich anscheinend nach dem Stand der Sterne. Es gibt Vögel, die einen Stern oder eine Gruppe von Sternen anpeilen und in einem bestimmten Winkel dazu fliegen. Auch diese Vögel können, wie die Vögel, die am Tag ziehen und sich nach der Sonne orientieren, durch ein inneres Zeitgefühl den Winkel, in dem sie im Verhältnis zu den Sternen fliegen, ständig anpassen. Andere Vögel benutzen anscheinend ein unveränderliches Sternmuster, ähnlich wie der Mensch mit Hilfe des Großen Bären den Polarstern ermittelt.

      Über die wunderbare Fähigkeit der Vögel, sich auf diese Weise zu orientieren, schrieb Dr. Stephen Emlen, außerordentlicher Professor für Tierverhalten: „Viele weisen auf diese Studien hin und ziehen den Schluß, daß die Geheimnisse der Tierwanderung gelüftet seien. Das stimmt aber nicht. Die gegenwärtigen Theorien erklären nicht, warum ein Tier eine Richtung einer anderen vorzieht. Und neue Forschungsergebnisse lassen erkennen, daß die Sterne und die Sonne für einige Zugvögel nicht einmal notwendig sind.“ Es gibt zum Beispiel Vögel, die nachts bei bedecktem Himmel fliegen, ja sogar zwischen zwei Wolkendecken. Dr. Emlen fügte hinzu: „Dadurch wird nicht widerlegt, daß sich die Vögel nach den Himmelskörpern orientieren, aber es läßt erkennen, daß sie vielleicht noch etwas anderes als Orientierungshilfe benutzen. Was es ist, wissen wir nicht. Benutzen sie vielleicht den Wind als Orientierungshilfe oder das Magnetfeld der Erde? Die jüngsten Forschungen legen die Vermutung nahe, daß beides möglich ist. Vielleicht werden wir es eines Tages wissen. ... Es gibt immer noch viel zu lernen.“

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