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Sei nie zu beschäftigt, um zu betenDer Wachtturm 1972 | 1. September
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töricht wäre es, sich jetzt abzuwenden und sich auf andere Weideplätze zu begeben und zu denken, man könne später wieder zurückkehren, wenn es einem passe! Als ein älterer Bruder, der jahrelang in der Wahrheit und immer eifrig tätig gewesen war, einmal gefragt wurde, wie es ihm möglich war, daß er so lange habe treu und standhaft bleiben können, antwortete er dem Sinne nach, wenn man in der Mitte einer Schafherde bleibe, könne man nicht verlorengehen. Beten wir täglich darum, daß wir ebenfalls stets inmitten des Volkes Jehovas zu finden sein mögen. Sei nie zu beschäftigt, um in diesem Sinne zu beten.
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Nimm dir Zeit, täglich zu betenDer Wachtturm 1972 | 1. September
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Nimm dir Zeit, täglich zu beten
1. Was sollten wir vor den Mahlzeiten regelmäßig tun?
ES IST eine gute Gewohnheit, sich Zeit zu nehmen, um im Kreise der Familie vor den täglichen Mahlzeiten ein Dankgebet zu sprechen. Nimmst du dir Zeit, um dich bei Gott für die Nahrung zu bedanken, die du zu dir nimmst? Gewiß, du magst sie mit deinem Geld gekauft haben, sie mag aus deinem Garten stammen, oder du magst sie selbst zubereitet haben. Ist es aber nicht unser großer Schöpfer, der ursprünglich auf wunderbare Weise für Nahrung für uns gesorgt hat, wie das aus dem ersten Buch Mose hervorgeht, wo wir lesen: „Hier habe ich euch alle samentragenden Pflanzen gegeben, die es auf der Oberfläche der ganzen Erde gibt, und jeden Baum, an dem es samentragende Baumfrucht gibt. Euch diene es als Speise.“? — 1. Mose 1:29.
2. (a) Sollten wir jemals zu beschäftigt sein, um an den zu denken, der uns mit Nahrung versorgt? (b) Welches Vertrauen brachten David und Christus Jesus zum Ausdruck?
2 Jehova schuf eine Fülle köstlicher Dinge zum Essen: die verschiedensten Arten von Getreide, Gemüse, Früchten und von Tieren, deren Fleisch uns zur Nahrung dient. Wie kann jemand bloß zu beschäftigt sein, um an denjenigen zu denken, der uns mit so etwas Wichtigem wie der Nahrung versorgt, die wir täglich benötigen! Es sind nicht viele Worte erforderlich, um Gott hierfür die gebührende Dankbarkeit und Anerkennung entgegenzubringen. Auch in dieser Beziehung können wir Christus Jesus nachahmen, der uns beten lehrte: „Gib uns heute unser Brot für diesen Tag.“ (Matth. 6:11) Als er durch ein Wunder eine tausendköpfige Menge speiste, sprach er einen Segen. (Matth. 14:14-21) Wir können davon überzeugt sein, daß Jehova seine Diener nicht hungern läßt. David hatte dieses Vertrauen, als er schrieb: „Ein Jüngling bin ich gewesen, ich bin auch alt geworden, und doch habe ich keinen Gerechten gänzlich verlassen gesehen noch seine Nachkommen nach Brot suchen.“ — Ps. 37:25; Matth. 6:31-33.
3. (a) Was ist ein wichtiger Bestandteil unserer Gottesanbetung? (b) Warum sollten wir pünktlich zu unseren Zusammenkünften erscheinen?
3 Das Gebet in Verbindung mit der Versammlung ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Gottesdienstes. Wir beweisen den richtigen Respekt, wenn wir pünktlich zu den Zusammenkünften der Versammlung erscheinen und rechtzeitig unseren Platz einnehmen, um aufmerksam zuzuhören, wenn das einleitende Gebet gesprochen wird. Ein Gott hingegebener Bruder wird ausgewählt, um alle im Gebet zu vertreten. Höre seinen Worten zu, die er im Gebet an Gott richtet. Wenn du mit den Gedanken, die er zum Ausdruck bringt, übereinstimmst, kannst du von Herzen „Amen“ (ein hebräisches Wort, das „gewiß“ bedeutet) sagen. — 1. Kor. 14:16.
4. Welche Wirkung hat das Gebet auf die bei einer Zusammenkunft Anwesenden?
4 Es ist anregend zu hören, wie jemand an Jehova, den Hörer des Gebets, tiefempfundene Worte des Lobes und des Dankes richtet und ihn um seinen Geist und seine Leitung bittet. Wie passend ist es, zu Beginn und am Ende unserer dem Bibelstudium und der biblischen Belehrung gewidmeten Zusammenkünfte zu beten! Das Gebet hilft den Anwesenden, ablenkende Gedanken auszuschalten, und verleiht dem Ganzen einen gewissen Ernst. In den Zusammenkünften kann jung und alt hören und lernen, Gott zu fürchten und ihm zu gehorchen. (5. Mose 31:12) Die unschätzbare Vorkehrung des Gebets bei unseren Zusammenkünften verbindet uns mit unseren Brüdern, fördert Liebe und Einheit und hilft uns, an die zu denken, die nicht anwesend sein können. (Apg. 12:5) Abgesehen von den anderen geistigen Segnungen, die das Zusammenkommen mit sich bringt, verbindet das gemeinsame Gebet die Versammlung und spornt alle zur Liebe und zu vortrefflichen Werken an. — Hebr. 10:24, 25.
PERSÖNLICHE GEBETE
5, 6. (a) Muß man beim Beten eine besondere Haltung einnehmen oder eine vorgeschriebene Form beachten? (b) Warum ist das Niederknien eine Hilfe?
5 Wir sollten aber nicht nur bei den Mahlzeiten und in den Zusammenkünften der Versammlung beten. Es bieten sich uns täglich viele Gelegenheiten, mit unserem himmlischen Vater zu reden. Wir brauchen dabei keine bestimmte Haltung einzunehmen oder eine vorgeschriebene Form zu beachten. Der Apostel Paulus schließt eine Beschreibung unserer geistigen Waffenrüstung mit den Worten ab: „Während ihr fortfahrt, mit jeder Art von Gebet und Flehen bei jeder Gelegenheit im Geiste zu beten.“ — Eph. 6:18.
6 Kniend zu beten mag uns helfen, die richtige geistige Einstellung zu haben. Es ist eine sehr respektvolle Art, sich dem Souverän des Universums zu nahen. (Eph. 3:14) In einigen Ländern ist es üblich, sich vor gewissen Personen zu verbeugen. Wieviel angebrachter ist es, sich vor der größten lebenden Person zu verbeugen! In Psalm 95:6 lesen wir die Aufforderung: „O kommt, laßt uns anbeten und uns niederbeugen; laßt uns vor Jehova knien, der uns gemacht hat.“ Es ist wunderbar zu denken, daß wir uns bei Gott nicht anzumelden brauchen, sondern daß wir durch Jesus Christus, den Kanal, irgendwann und von irgendeinem Ort aus eine Bitte an ihn richten oder ihm Dank sagen können. — Joh. 16:23.
7. (a) Nenne zwei wichtige Punkte, die beachtet werden sollten, wenn man mit Gott redet. (b) Warum ist es gut, einen ruhigen Ort aufzusuchen?
7 Wenn wir mit Gott reden, sollten wir mit Herz und Sinn bei der Sache sein. Der Psalmist betonte dies mit den Worten: „Ich habe mit meinem ganzen Herzen gerufen. Antworte mir, o Jehova.“ (Ps. 119:145) Nicht die Körperhaltung oder der Ort, sondern was du sagst und warum du es sagst, ist ausschlaggebend. Wiederhole nicht ständig dieselben Worte. Manche Leute denken, sie würden eher erhört, wenn sie auf diese Weise beten. Jesus empfahl dies aber nicht. (Matth. 6:7) Es ist nicht gut, Gebete auswendig zu lernen. Bei einem aufrichtigen Gebet sind die Gedanken und Überlegungen das wichtigste. Die Anbetung ist eine Sache des Herzens, nicht nur der Lippen. (Matth. 15:8) Um sich richtig konzentrieren zu können, ist es gut, einen ruhigen Ort aufzusuchen, um mit Gott zu reden. — Siehe Matthäus 6:6; Markus 1:35; Lukas 9:18.
8. Warum und auf welcher Grundlage sollte man seine Sünden bekennen?
8 Schließt dein Gebet außer der Bitte um die für das Leben notwendigen Dinge und anderen Bitten auch ein schriftgemäßes Bekenntnis deiner Sünden ein? Dank der liebenden Güte und der Barmherzigkeit Jehovas können wir nun aufgrund des Opfers Christi um Vergebung unserer Sünden bitten. (4. Mose 14:17-19) Christus Jesus ist der Mittler, der bestimmte Weg, auf dem wir uns Gott nahen können. (1. Joh. 1:9; 1. Tim. 2:5) Wenn wir
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