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  • Die katholische Kirche, wie Italien sie sieht
    Erwachet! 1979 | 8. September
    • zwar unter Verhältnissen, die sowohl für die Bevölkerung als auch für die Priester entmutigend sind.“

      Poletti erklärte, es gebe zahlreiche Gemeinden von „monströsen Dimensionen“, deren Größe zwischen 30 000 und 80 000 Einwohnern schwanke, und daß es schon eine Leistung sei, wenigstens die Sakramente auszuteilen, daß aber jegliche „authentische Evangelisation“ dabei vernachlässigt werde. Außerdem gebe es viele neue Wohnsiedlungen, erklärte er, in denen nach Fertigstellung über 150 000 Menschen untergebracht wären, in denen es aber „nicht einmal möglich ist, wenigstens eine provisorische Anbetungsstätte einzurichten“, und daß diese Stadtteile „sich selbst überlassen bleiben und in volkstümliches Heidentum zurückgleiten werden — welch eine Evangelisation!“

      Andere Städte haben ebenfalls Probleme. Es wird berichtet, daß Palermo mindestens 20 neue Pfarrkirchen benötigt. „Es fehlt uns aber an Priestern und an den nötigen Mitteln, Kirchen zu bauen“, sagte ein Sprecher der Kirche, wie in der Zeitung Giornale di Sicilia berichtet wurde. „Was ist über die Pfarrkirchen zu sagen?“ fragt diese Zeitung. „Sie sind eine Art ,Tankstelle‘ geworden, wo die Leute nur hingehen, wenn sie etwas benötigen. Keine der kirchlichen Einrichtungen läuft reibungslos, und einige funktionieren überhaupt nicht. Die Priester beten immer weniger ... Junge Priester haben manchmal falsche Vorstellungen von Fortschrittlichkeit, während die anderen Priester veralteten Ansichten anhängen. Die Folge ist, daß zwischen beiden Kategorien oft Konflikte ausbrechen und auf diese Weise bestimmte kirchliche Aktivitäten gelähmt werden.“

      Verwirrung und Unglaube

      All diese Vorgänge haben auf die Priesterschaft einen schädlichen Einfluß gehabt, und das hat sich natürlich auch auf das Volk ausgewirkt. Dies äußert sich in der Skepsis, der Gleichgültigkeit und sogar in einem Vertrauensschwund gegenüber der Kirche. Schon im Jahre 1976 schrieb ein Priester an die religiöse Zeitschrift Seminari und beklagte die Tatsache, daß „einige junge Priester über die Kirche, über den Papst und die Bischöfe auf eine Weise reden, wie es sicher nicht einmal die Todfeinde der Kirche tun würden — und doch sind sie Priester!“

      Unter der katholischen Laienschaft Italiens herrscht somit Verwirrung. Veränderungen wie die Abschaffung der lateinischen Sprache in der Messe und des Gebots, am Freitag kein Fleisch zu essen, haben einige beunruhigt, während andere diese Veränderungen als geringfügig ansehen. Die letzteren wünschen tiefgreifendere Veränderungen — Veränderungen, die das tägliche Leben der Menschen betreffen.

      Daß der Respekt vor der Geistlichkeit nachläßt, geht aus einer Umfrage hervor, die in dem Buch Untersuchung des Priesterberufs von Guiseppe Bove veröffentlicht wurde. Darin werden die kritischen Bemerkungen analysiert, die oft über Priester gemacht werden. Von den interviewten Personen sagten 69 Prozent, die Priester seien nicht konsequent; 52 Prozent, sie seien geldliebend; 33 Prozent, sie stünden zu hoch über dem gewöhnlichen Volk, 30 Prozent, sie würden die heutige moderne Welt nicht verstehen; 25 Prozent, sie seien ihrem Zölibatsgelübde nicht treu; 23 Prozent, sie mischten sich zuviel in die Politik ein; 21 Prozent, sie seien unnütz; 15 Prozent, sie seien rückständig.

      Was wird die Zukunft für die katholische Kirche in Italien bringen? Das kann nur die Zeit zeigen. Eines aber ist sicher: Christus als Richter wird alle Institutionen und Einzelpersonen ins Gericht bringen, die behaupten, an ihn zu glauben und ihm als dem von Gott eingesetzten König und Hohenpriester nachzufolgen. Wenn ihre Lehren und ihre Kirchenstruktur nicht den in Gottes Wort dargelegten Erfordernissen des Christentums entsprechen, werden sie keinen Segen haben. Solche Institutionen oder Einzelpersonen können daher nicht bestehen (1. Petr. 4:17, 18; Hebr. 4:12; vergleiche Nahum 1:6).

  • Hitzewelle
    Erwachet! 1979 | 8. September
    • Hitzewelle

      Im Januar erlebte der Stützpunkt am antarktischen McMurdosund die höchste Temperatur, die dort je verzeichnet wurde. Sie erreichte 9,4 °C. Während am Südpol somit einer der wärmsten Sommer herrschte, erlebten viele Länder in der nördlichen Hemisphäre im Gegensatz dazu einen ihrer kältesten Winter.

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