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Meinte Gott: „Du sollst nicht töten.“?Erwachet! 1979 | 22. März
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zum Berge Jehovas, zum Hause des Gottes Jakobs; und er wird uns über seine Wege unterweisen ...‘ Und sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen schmieden müssen und ihre Speere zu Winzermessern. ... auch werden sie den Krieg nicht mehr lernen.“
Darüber hinaus sind sich Christen der Tatsache bewußt, daß Mord einem schlechten Herzen entspringt (Matth. 5:21-26; 15:19). Läßt jemand zu, daß sich in seinem Herzen Haß gegen einen Mitchristen entwickelt, dann ist er soviel wie ein Totschläger oder Mörder, und das sollte nicht sein (1. Joh. 3:15).
Die Formulierung „Du sollst nicht töten“ gibt also die wahre Bedeutung des sechsten Gebotes nicht richtig wieder. Man übersetzt es passender mit: „Du sollst nicht morden.“ Das hilft uns erkennen, daß Israels gerechte Kriege keine Verletzung dieses Gebotes waren. Zudem können wir dann besser verstehen, welche Bedeutung es für unsere Handlungsweise und für die Einstellung zur Vernichtung von Menschenleben hat.
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Wir beobachten die WeltErwachet! 1979 | 22. März
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Wir beobachten die Welt
„Ein Skandal für den christlichen Namen“
◆ 35 Kapuziner von allen Kontinenten kamen vor einiger Zeit in die Schweiz, um ein neues Konzept für die Missionstätigkeit ihres Ordens aufzustellen. In dem Bericht des St. Galler Tagblatts über die vierwöchigen Verhandlungen hieß es, daß die Missionare nach Auffassung der Kapuziner mit den Armen der dritten Welt solidarisch sein sollten. Das Schlußdokument befaßte sich ausdrücklich mit den Regimen der „Nationalen Sicherheit“. Das System der „Nationalen Sicherheit“, das in vielen Staaten Südamerikas vorherrscht, wird in diesem Dokument als eine Ideologie bezeichnet, die die grundlegenden Rechte der menschlichen Person vollständig den Forderungen der Nation und vor allem einer privilegierten Klasse unterordnet. „Da die herrschende Klasse sich christlich nennt“, heißt es weiter, „ist sie ein Skandal für den christlichen Namen.“ Bekanntlich werden auch in Argentinien die „grundlegenden Rechte der menschlichen Person“, zum Beispiel Religionsfreiheit, von einer „christlichen Klasse“ unterdrückt.
Nutzung der Wellenenergie
◆ Die britische Regierung läßt Möglichkeiten der Gewinnung von Meeresenergie erforschen für die Zeit, wenn die Kohlen- und Erdölvorräte erschöpft sein werden. Die Länge der englischen Küste beträgt ungefähr 7 200 Kilometer. Tagtäglich rollen Wellen vom Nordatlantik an die Küste von Nordwestschottland und Südwestengland. Wellen der Nordsee rollen an die Ostküste Englands. Diese Wellen erzeugen gewaltige Energiemengen. Nun wird angenommen, daß eine fast tausend Kilometer lange Kette von „Energiemaschinen“ an der Küste ausreichen würde, um die Hälfte des gegenwärtigen Energiebedarfs dieses Landes zu decken. Unter anderem wird vorgeschlagen, große Flöße miteinander zu verbinden, die auf den Wellen auf und ab tanzen. Durch die Bewegung würde ein hydraulisches System angetrieben, das seinerseits Wechselstromgeneratoren antreiben würde. Mit Unterwasserkabeln würde man dann den elektrischen Strom ins Landesinnere leiten.
Über 4 000 000 000
◆ Nach Schätzungen der Vereinten Nationen erreichte die Erdbevölkerung im Jahre 1977 die Zahl von 4 200 000 000. Die Zuwachsrate beträgt gegenwärtig 1,9 Prozent. Von 1963 bis 1972 betrug sie 2 Prozent. Aber auch mit der gegenwärtigen, etwas geringeren Zuwachsrate wird sich die Weltbevölkerung in etwa 35 bis 40 Jahren verdoppelt haben. Die niedrigste UN-Hochrechnung beträgt für das Jahr 2 000 eine Gesamtzahl von fast 6 000 000 000 Menschen. Dieser niedrigen Schätzung steht jedoch entgegen, daß in vielen Ländern sehr viele der Bevölkerung — in einigen 40 Prozent — noch keine 15 Jahre alt sind und erst jetzt in das Alter kommen, wo sie Kinder haben können.
„Zu gering“
◆ „Die jetzige Weltnahrungsmittelerzeugung ist im Vergleich zum Bevölkerungswachstum zu gering“, erklärte Arturo Tanco, Präsident des Welternährungsrates, auf einer Konferenz in Dakar (Senegal). Als Beispiel führte er die afrikanische Lebensmittelerzeugung an, die von 1970 bis 1978 nur um 1 Prozent gestiegen ist, während die dortige Bevölkerung in dieser Periode um über 2 Prozent zugenommen hat. Tanco sagte eindringlich: „Wenn nichts unternommen wird, werden die Länder
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