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  • Krieg vom Himmel bringt der Erde Frieden
    Der Wachtturm 1955 | 15. September
    • den Mt. Everest nicht erklimmen kannst, wie könntest du hoffen, diesen noch höheren Berg zu ersteigen? Dennoch zeigt die Bibel, daß Männer, Frauen und Kinder aus allen Nationen, ja eine große Menge, den Berg Jehovas erfolgreich erklimmen. Offensichtlich ist der Berg, den wir ersteigen, kein buchstäblicher, sondern etwas, was durch Berge versinnbildlicht wird.

      3. Wovon sind Berge Sinnbilder, und was ist der Berg, zu dem wir fliehen?

      3 Berge werden als Sinnbilder von Regierungen oder Weltherrschermächten gebraucht, die sich über die Meere der Menschheit erheben, die sie stützen oder tragen. Als Babylon eine Weltmacht war, die viele Länder verwüstete, sprach Jehova davon als von einem Berge: „Siehe, ich will an dich, spricht Jehova, du Berg des Verderbens, der die ganze Erde verderbt; und ich will meine Hand wider dich ausstrecken und dich von dem Felsen hinabwälzen und dich zu einem verbrannten Berge machen.“ In der Offenbarung werden die sieben Weltmächte als sieben Könige erwähnt und werden dargestellt durch die sieben Köpfe des dort beschriebenen Tieres, und von diesen Köpfen oder Weltmächten wird gesagt: „Die sieben Köpfe bedeuten sieben Berge.“ Auch von Christi Königreich und seinem Herrschaftsgebiet wird als von einem Berge gesprochen. Im Buche Daniel wird gesagt, daß das Königreich Christi „alle jene Königreiche zermalmen und vernichten, selbst aber ewiglich bestehen“ wird. Dies wird dargestellt durch einen Stein, der an ein Standbild, das Satan, seine Dämonen und die Königreiche dieser alten Welt darstellt, schlägt und es umwirft, und es heißt: „Der Stein, der das Bild geschlagen hatte, wurde zu einem großen Berge und füllte die ganze Erde.“ Der symbolische Berg, der Berg, zu dem wir gekommen sind, ist die Königreichseinrichtung, die unter Christus steht, mit dem neuen System der Dinge, das nun auf Erden aufgerichtet wird. Von dieser neuen königlichen Herrschaft gehen Jehovas Gesetz und Wort aus, und zu ihr kommen nun Menschen aus allen Nationen, um Jehovas Wege kennenzulernen und auf seinen Pfaden zu wandeln. — Jer. 51:25; Off. 17:9, NW; Dan. 2:44, 35.

      4. Warum wäre die Flucht zu einem buchstäblichen Berge nutzlos?

      4 Einen buchstäblichen Berg zu ersteigen, der höher ist als alle anderen, wäre nicht nur den meisten von uns unmöglich, sondern könnte uns auch keine Sicherheit vor dem Zorn Jehovas bringen: „Wenn sie in den Scheol einbrechen, wird von dort meine Hand sie holen; und wenn sie in den Himmel hinaufsteigen, werde ich von dort sie herniederbringen; und wenn sie sich auf den Gipfel des Karmel verbergen, werde ich von dort sie hervorsuchen und holen; und wenn sie sich, vor meinen Augen hinweg, im Grunde des Meeres verstecken, werde ich von dort die Schlange entbieten, und sie wird sie beißen.“ (Amos 9:2, 3) Doch wird nun den Völkern aller Nationen eine Flucht zu Jehovas neuem System der Dinge möglich gemacht, und da dies von Jehova aus geschieht, wird es ein Ort der Sicherheit sein, den sein Zorn nicht antastet. Und gleichwie es in Jesajas Prophezeiung vom Berge Jehovas heißt, er rage empor über alle anderen Berge, so ist dieser heilige Ort der Gottesanbetung unter Christus allen irdischen Regierungen der alten Welt übergeordnet und überlegen.

      DIE SCHLACHT VON HARMAGEDON

      5, 6. Welche Auffassung haben Menschen dieser Welt von Harmagedon?

      5 Warum gab Jesus den Rat, „zu den Bergen zu fliehen“? Um der „großen Drangsal“ zu entgehen, einer Drangsal, „wie es keine gegeben hat seit Anfang der Welt bis jetzt, nein, noch je wieder geben wird“. Diese Drangsal ist ein Krieg, ein Krieg vom Himmel her, und das Schlachtfeld, auf dem er geführt wird, heißt „auf hebräisch Harmagedon“. (Matth. 24:16, 21, NW; Off. 16:16, Fußn.) Ist der Krieg in Harmagedon ein von Menschen veranlaßter Krieg? Die Menschen kämpfen neuzeitliche Kriege in der Luft, und direkt vom Himmel aus lassen sie durch ihre fliegenden Festungen Bomben auf die Erde regnen, und was einst eine Stadt war, wird zum Trümmerhaufen, was Wohnstätten waren, wird zu Asche, was Völker waren, zu zerhacktem, zerstreut umherliegendem Fleisch. Da die neuzeitliche Kriegführung immer entsetzlicher geworden ist, sind die Menschen immer mehr geneigt, ihre Kriege oder voraussichtlichen Kriege als Harmagedon zu bezeichnen. Dem ist besonders so seit der Explosion der Wasserstoffbombe.

      6 Eine Entscheidung mit Rußland in bezug auf die Kontrolle der Atomwaffen fordernd, besagte ein Leitartikel des Daily Mirror, New York: „Oder sollen wir etwa warten und die Welt Harmagedon entgegentreiben lassen?“ Eine Zeitung in Los Angeles bemerkte über den nächsten Krieg: „Es wird der gigantischste sein in der Geschichte. Es wird Harmagedon sein.“ Die Zeitschrift Tempo bezog sich auf ein nahendes „nukleares Harmagedon“. Zu einer gemeinsamen Kongreßsitzung sprechend, wiederholte General MacArthur eine Warnung, die er schon früher hatte ergehen lassen: „Militärbündnisse, Mächte-Gleichgewichte, Nationen-Ligen, alles hat zu seiner Zeit versagt und nur den einen Weg übriggelassen: den Schmelztiegel des Krieges. Die äußerste Zerstörungsmacht des Krieges scheidet nun diese Alternative aus. Wir haben unsere letzte Chance gehabt. Wenn wir kein größeres und gerechteres System entwickeln, wird unser Harmagedon an unserer Türe sein.“ Senator Flanders erklärte: „Wahrlich, die Welt scheint sich für die große Schlacht von Harmagedon zu mobilisieren.“ Schließlich sagte ein redaktioneller Schreiber des Neuyorker World-Telegram and Sun nach den Proben mit der Wasserstoffbombe im Pazifik: „Unverblümt gesagt, haben Führer Amerikas, der freien Welt und der Sowjets Angst. Die vergangenen acht bis zehn Wochen ließen sie alle erkennen, daß sie Harmagedon direkt gegenüberstehen … Heute hängt die Furcht wie ein Leichentuch über beiden Hauptstädten, Washington und Moskau.“

      7. Was ist Harmagedon, und wer kämpft diesen Krieg?

      7 Es ist tatsächlich ein „Raub“, wenn Menschen einen ihrer Kriege Harmagedon nennen. Es beraubt ein Wort seiner wahren Bedeutung. Es zieht die Menschen von ihrer Wachsamkeit vor dem ab, was Harmagedon in Wirklichkeit ist. Harmagedon ist nicht ein Krieg der Menschen, und ihm als der möglich gewordenen atomaren Massenschlächterei des dritten Weltkrieges entgegenzusehen hieße dem wirklichen Sinn des Wortes Harmagedon gegenüber blind zu sein. Es ist ein biblischer Ausdruck und wird in der Bibel ausdrücklich erklärt als „der Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen“. (Off. 16:14, NW) Es ist Jehovas Krieg, der durch himmlische Streitmächte unter Christus ausgefochten wird und alle Bosheit von der Erde ausrottet und statt dessen dauernden Frieden pflanzt: „Und ich sah den Himmel geöffnet, und siehe! ein weißes Pferd. Und einer, der darauf sitzt, wird Treu und Wahrhaftig genannt, und er richtet und führt Krieg in Gerechtigkeit. Auch die Heere, die im Himmel waren, folgten ihm auf weißen Pferden, und sie waren in weiße, reine, feine Leinwand gekleidet. Und aus seinem Munde geht ein scharfes, langes Schwert hervor, daß er die Nationen damit schlage, und er wird sie mit eisernem Stabe hüten. Auch tritt er die Kelter des Weines des Zornes und Grimmes Gottes, des Allmächtigen. Und er griff den Drachen, die Urschlange, welche der Teufel und Satan ist, und band ihn für tausend Jahre.“ — Off. 19:11, 14, 15; 20:2, NW.

      8, 9. Wie beschreiben Zephanja, Jesaja und Jeremia die Schlacht von Harmagedon?

      8 Jehovas Grimm kommt über Menschen, Nationen und ihre Heere, weil sie gegen ihn gesündigt haben, und keine Bestechungen können Harmagedon verhindern: „Nahe ist der große Tag Jehovas; er ist nahe und eilt sehr. Horch, der Tag Jehovas! bitterlich schreit dort der Held. Ein Tag des Grimmes ist dieser Tag, ein Tag der Drangsal und der Bedrängnis, ein Tag des Verwüstens und der Verwüstung, ein Tag der Finsternis und der Dunkelheit, ein Tag des Gewölks und des Wolkendunkels, ein Tag der Posaune und des Kriegsgeschreis wider die festen Städte und wider die hohen Zinnen. Und ich werde die Menschen ängstigen, und sie werden einhergehen wie die Blinden, weil sie gegen Jehova gesündigt haben; und ihr Blut wird verschüttet werden wie Staub, und ihr Fleisch wie Kot [Dünger, Henne]; auch ihr Silber, auch ihr Gold wird sie nicht erretten können am Tage des Grimmes Jehovas; und durch das Feuer seines Eifers wird das ganze Land verzehrt werden. Denn ein Ende, ja, ein plötzliches [schreckliches, AS] Ende wird er machen mit allen Bewohnern des Landes. Darum harret auf mich, spricht Jehova, auf den Tag, da ich mich aufmache zur Beute! Denn mein Rechtsspruch ist, die Nationen zu versammeln, die Königreiche zusammenzubringen, um meinen Grimm über sie auszugießen, die ganze Glut meines Zornes; denn durch das Feuer meines Eifers wird die ganze Erde verzehrt werden.“ „Denn der Zorn Jehovas ergeht wider alle Nationen, und sein Grimm wider all ihr Heer. Er hat sie der Vertilgung geweiht, zur Schlachtung hingegeben.“ — Zeph. 1:14-18; 3:8; Jes. 34:2.

      9 Die in Harmagedon entfesselte Macht Jehovas wird die Erde erschüttern, und die in der Folge weit und breit einsetzende Abschlachtung wird erschreckend sein: „Siehe, Jehova leert das Land aus und verödet es; und er kehrt seine Oberfläche um und zerstreut seine Bewohner. Die Erde ist entweiht worden unter ihren Bewohnern; denn sie haben die Gesetze übertreten, die Satzung überschritten, gebrochen den ewigen Bund. Darum hat der Fluch die Erde verzehrt, und es büßen ihre Bewohner [und die sie bewohnen, werden schuldig befunden, AS]; darum sind verbrannt der Erde Bewohner, und wenig Menschen bleiben übrig. Die Erde klafft auseinander, die Erde zerberstet, die Erde schwankt hin und her; die Erde taumelt wie ein Trunkener und schaukelt wie eine Hängematte; und schwer lastet auf ihr ihre Übertretung: und sie fällt und steht nicht wieder auf.“ „Und die Erschlagenen Jehovas werden an jenem Tage liegen von einem Ende der Erde bis zum anderen Ende der Erde; sie werden nicht beklagt und nicht gesammelt noch begraben werden; zu Dünger auf der Fläche des Erdbodens sollen sie werden.“ — Jes. 24:1, 5, 6, 19, 20; Jer. 25:33.

      10. Inwiefern unterscheidet sich die Vernichtung, die durch Harmagedon herbeigeführt wird, von menschlichen Kriegen, doch wie verdrehen die Menschen die Sache?

      10 Wenn Weltmenschen von dieser Schlachtung hören, die durch Jehovas Hand kommen wird, fangen sie an zu heulen und zu protestieren, es sei teuflisch von Gott, so etwas zu tun. Sie denken, es sei ganz in Ordnung, daß sie die Metalle aus der Erde graben und sie zu Tanks und Kanonen schmieden, zu Schiffen, Flugzeugen, Raketen und Bomben, und daß sie diese Vernichtungswerkzeuge auf andere Menschen abwerfen und so den Planeten unterschiedslos mit dem Blut von Unschuldigen und Schuldigen, von Guten und Schlechten tränken. Obwohl die Erde und die Völker darauf nicht ihnen, noch sie sich selbst gehören, fühlen sie sich doch berechtigt, das Land zu entweihen und die Menschen hinzumetzeln. Aber Jehova, dem die Erde und ihre Fülle gehört, der Eigentümer alles Lebendigen, Atmenden auf der Erdoberfläche und über oder unter ihr, er soll niemandem das Leben nehmen — so sagen sie. Durch ihre Kriege werden große Menschenmassen ohne Unterschied, ob schuldig oder unschuldig, ins Grab gestürzt. Bei Jehovas Krieg wird eine Wahl getroffen, indem er nur die Bösen und keine der ihn suchenden Gerechtigkeitsliebenden töten wird. Und doch bezeichnen sie ihre grausamen, leichtfertigen Kriege als gut, Jehovas einzigen Krieg aber als böse. Weil sie die Sache verdrehen, kommt das „Wehe!“ über sie: „Wehe denen, die das Böse gut heißen, und das Gute böse; welche Finsternis zu Licht machen, und Licht zu Finsternis; welche Bitteres zu Süßem machen, und Süßes zu Bitterem!“ (Jes. 5:20) Die Menschen können einen Acker mit Chemikalien bespritzen, durch die das Unkraut zerstört, doch die Ernte verschont wird; wie schade, daß sie nicht Städte mit Bomben belegen können, die nur die Schlechten in Stücke reißen, die Unschuldigen aber unversehrt lassen!

      11. Inwiefern ist Harmagedon in Übereinstimmung mit Jehovas Eigenschaften?

      11 Harmagedon ist ein gerechter Krieg und wird im Einklang mit Jehovas Eigenschaften der Gerechtigkeit, Macht, Weisheit und Liebe ausgefochten. Er ist gerecht, weil sein Vernichtungswerk eine Auswahl trifft. Er bringt jene um, die den Tod verdienen. Er metzelt nicht Menschen guten Willens dahin, die Jehova zu dienen suchen. Diese Schlacht enthüllt Jehovas Macht und wird in dem Maße ausgefochten, das nötig ist, um die beschlossene Vernichtung herbeizuführen. Sie ist völlig ausreichend. Es gibt keine andere Macht, die groß genug wäre, ihr entgegenzuwirken. Harmagedon ist ein Beweis der Weisheit Jehovas, denn nur indem die Unruhstifter und Friedenstörer von der Erde weggefegt werden, kann dauernder Friede kommen. Auch wird dadurch die Liebe zu denen offenbar, die Gott und Christus dienen und mit ihren Mitmenschen in Frieden leben möchten. Wie können sie sich des Friedens erfreuen, wenn böse Menschen und Nationen beständig zu Kriegen aufhetzen und solche führen?

      VORBEREITUNG AUF HARMAGEDON

      12. Welche zwei Klassen werden gewarnt, und wie verhalten sie sich?

      12 Jehova läßt ferner aus Liebe eine Warnung vor der nahenden Schlacht von Harmagedon erschallen. Dadurch erhalten solche, die leben möchten, Zeit, mit Gott Frieden zu schließen, und jene, die gegen ihn kämpfen wollen, erhalten Zeit, sich zu rüsten. Denen, die Frieden wünschen, gibt er den Rat: „Suchet Jehova, alle ihr Sanftmütigen des Landes, die ihr sein Recht gewirkt habt [nach seinem Gebote tut, ZB]; suchet Gerechtigkeit, suchet Demut; vielleicht werdet ihr geborgen am Tage des Zornes Jehovas.“ Er ruft jene, die es nach einem Kampf gelüstet, auf: „Heiliget einen Krieg, erwecket die Helden; es sollen herankommen und heraufziehen alle Kriegsmänner! Schmiedet eure Pflugmesser zu Schwertern und eure Winzermesser zu Speeren; der Schwache sage: Ich bin ein Held!“ (Zeph. 2:3; Joel 3:9, 10) Die Nationen nehmen eher die Einladung an, sich zum Kampfe zu rüsten, als den Rat, Demut zu suchen. Im Jahre 1952 sagte Kardinal Spellman anläßlich des Eucharistischen Kongresses in Spanien: „Sicherheit und Stabilität werden nirgends sichtbar am Horizont. Wir sehen gewaltige Heeresmassen in Bildung begriffen. Wir sehen, wie in Hochöfen und Hüttenwerken der Welt Pflugscharen in Kanonen und Schwerter umgewandelt werden. Wir sehen, wie Wissenschaftler in Laboratorien vernichtende Kriegsmaschinen erfinden. Propaganda schürt ungesunden Haß, damit er die Herzen entflamme und den Sinn des Menschen wie wahnsinnig zum Töten und Vernichten antreibe. Vielleicht sehen wir die Welt Harmagedon entgegeneilen, und dies kann keine Nation zu überleben hoffen.“ — Neuyorker Times, 29. Mai 1952.

      13. Wieso sind Jehovas Worte: „Der Schwache sage: Ich bin ein Held!“ am Platze?

      13 Man beachte Jehovas Worte: „Der Schwache sage: Ich bin ein Held!“ Die Schwachen auf dieser Erde sind voll Furcht und Schrecken vor ihrer eigenen Macht. Sie zittern vor der unerhörten Gewalt ihrer Atom- und Wasserstoffbomben sowie vor der nun möglich gewordenen Kobaltbombe, die von solch verheerender Wirkung sein soll, daß man sie nicht auszuprobieren wagt. Die Menschen leben in Furcht und Bangen vor der Entfesselung ihrer eigenen Militärmacht im Atomkriege. Und doch — nachdem Angaben über Versuche mit Wasserstoffbomben freigegeben wurden, besagte eine Meldung der United Press vom 7. April 1954: „Gewisse Wissenschaftler sagen, daß, wiewohl die Wasserstoffbombe von großer Kraft sei, die Natur immer noch jeden Rekord schlage. Ein Meteorologie-Experte sagt, Erdbeben und Orkane hätten mehr Macht als die stärkste Wasserstoffbombe, die hergestellt werden könnte. Er sagt, ein mäßiges Erdbeben sei an Kraft gewaltiger als eine Million Atombomben, und die Wasserstoffbomben vermöchten keine Erdbeben oder vulkanischen Ausbrüche auszulösen. Ein anderer Meteorologe sagt, er zweifle daran, daß die Wasserstoffbombe Orkane heraufbeschwören oder zum Stillstand bringen könne; er sagt, eine Wasserstoffbombe komme einer Explosion von zwanzig Millionen Tonnen TNT [Sprengstoff] gleich und gebe nur jene Energiemenge ab, die genüge, um einen Orkan fünfundzwanzig Sekunden lang in Gang zu halten, während Orkane Tage, ja Wochen dauern.“ Der Scientific American vom Juni 1954 berechnete: „Ein voll entwickelter Orkan verausgabt in jeder Sekunde Bewegungsenergie in einem Maße, das der Energie von mehreren tausend Atombomben in der Sekunde gleichkommt, nämlich von fünfhundert Billionen Pferdestärken.“ Jehova hat die Naturkräfte erschaffen, er hat Gewalt über sie und kann sie dazu gebrauchen, sein Wort mit bezug auf Harmagedon zu erfüllen: „Feuer und Hagel, Schnee und Nebel [Dunst, Henne], du Sturmwind, der du ausrichtest sein Wort.“ Wie sind doch diese Männer, die sich so stark dünken, trotz all ihrer Bomben so schwach! — Ps. 148:8.

      14. Wie wird Jehova antworten, wenn Weltmenschen in Harmagedon zu ihm um Hilfe schreien?

      14 Dessenungeachtet ziehen die Menschen und Nationen dieser alten Welt, weil sie die Freiheit zu wählen besitzen, es vor, sich auf ihre eigene Kraft, auf Militärmacht zu verlassen und ihre Sicherheit bei zunehmenden Atomwaffenvorräten zu suchen. Menschen der Neuzeit, selbst solche, die mit den Lippen Gott und seinem Worte dienen, schieben die Bibel mit den Worten, sie sei unpraktisch, beiseite, und setzen ihr Vertrauen auf Geld und Rüstungen. In der Tat, sie machen solch materialistische Dinge zu ihren Göttern und erwarten von ihnen Schutz und Sicherheit. Da sie Jehova den Rücken gekehrt haben und sich statt dessen materialistische Götter erwählen, die von ihren glaubenslosen Augen gesehen werden können, werden sie umsonst zum Allmächtigen schreien, wenn sein Krieg wider sie entbrennt: „Ihr aber habt mich verlassen und habt anderen Göttern gedient; darum werde ich euch nicht mehr retten. Gehet hin und schreiet zu den Göttern, die ihr erwählt habt: sie mögen euch retten zur Zeit eurer Bedrängnis!“ Ferner sagt Jehova zu solchen Selbstsüchtigen: „Sie haben mir den Rücken zugekehrt und nicht das Angesicht. Aber zur Zeit ihres Unglücks sprechen sie: Stehe auf und rette uns! Wo sind nun deine Götter, die du dir gemacht hast? mögen sie aufstehen, ob sie dich retten können zur Zeit deines Unglücks!“ Statt auf die Götter zu vertrauen, die Menschen sich gemacht haben, sollten wir auf den Gott vertrauen, der den Menschen gemacht hat. — Richt. 10:13, 14; Jer. 2:27, 28.

      15. Was ist besser, als „in den Stiefeln“ zu sterben?

      15 Es gibt Menschen, die sagen, sie möchten am liebsten mitten in der Arbeit sterben, oder, wie ein englisches Sprichwort sagt: „In den Stiefeln sterben“. In Harmagedon wird Jehova diesen Wunsch gewähren und sie „in ihren Stiefeln“ sterben lassen. Er wird zulassen, daß sie ihre Macht bis zum Gipfel aufbauen, worauf sie kämpfend untergehen. Mögen Menschen dieser Welt in ihren Militärstiefeln sterben, wenn das ihr Wunsch ist; wir aber, die wir Jehova dienen, wollen nicht in ihren Schuhen sterben. Es gibt andere Schuhe, die wir tragen möchten, das Schuhwerk, das in Epheser 6:14, 15 (NW) erwähnt wird: „Eure Füße beschuht mit der Ausrüstung der guten Botschaft des Friedens.“ Unsere Vorbereitung auf Harmagedon besteht darin, jetzt dieses theokratische Schuhwerk anzuziehen, indem wir die gute Botschaft vom aufgerichteten Königreich Christi kennenlernen und hingehen, um sie von Tür zu Tür, in den Wohnungen, auf den Straßen, durch öffentliche Veranstaltungen, irgendwo und überall, wo sich geeignete Gelegenheit bietet, zu predigen. So suchen wir Demut und Gerechtigkeit, gehorchen den Geboten Jehovas und bringen uns selbst in die Lage, wo wir seine Gunst und seinen Schutz in Harmagedon empfangen. Und nicht nur wir seihst, sondern viele andere ebenfalls. So laßt denn diese alte Welt in ihren Militärstiefeln sterben, wenn sie das wünscht, uns aber laßt leben, indem wir theokratisch „beschuht“ bleiben, die gute Botschaft des Friedens predigen und das Lob Gottes, Jehovas, singen!

      16. Muß sich Jehova auf Harmagedon vorbereiten, und warum antwortest du so?

      16 Und was ist von Jehova Gott zu sagen? Bereitet er sich etwa auf Harmagedon vor? Nun, würdest du dich rüsten, um eine Fliege zu töten? Würdest du dich vorbereiten, um einen Käfer zu zerdrücken? Würdest du wochenlang jeden Morgen Turnübungen machen, um dich in den Stand zu setzen, eine Fliege totzuschlagen? Würdest du monatelang mit Hanteln üben, damit deine Muskeln schwellen und dich befähigen, auf ein Insekt zu treten? Wäre das nötig? Wärest du der Fliege oder dem Käfer nicht ohne besonderes Training gewachsen? Wäre überhaupt ein solches Rüsten nicht unnütz und Zeitvergeudung, soweit es das Verfahren mit einem Insekt betrifft? Aus dem gleichen Grunde erübrigt es sich völlig, daß Jehova sich auf Harmagedon vorbereitet. Die Menschen sind wie Heuschrecken in seinen Augen. Er hat das Weltall erschaffen, und die Erde ist nur wie ein Pünktchen in diesem weiten Raum, und im Vergleich zum Weltall müssen die Menschen mikroskopisch klein erscheinen. Jehova braucht keine Engel zum Kriege besonders zu schulen, noch braucht er sich auf einen Rüstungswettlauf mit den schwachen Nationen der Erde einzulassen. Er kann die Schlacht von Harmagedon kämpfen und gewinnen, ohne daß ihm der Kampf auch nur einen Augenblick vorher angekündigt worden wäre. — Jes. 40:15, 22.

      17. Weshalb kommt trotz der ergangenen Warnung Harmagedon über die Menschen wie ein Dieb?

      17 Seine einzige Vorbereitung auf Harmagedon besteht darin, zum Nutzen der Menschen eine Warnung ergehen zu lassen. Die Menschen, die Gott gegenüber guten Willens sind, können zu den Bergen fliehen, zum neuen System der Dinge unter Christus, und jene, die dieses alte, versagende System unter Satan vorziehen, können sich auf eine Schlacht vorbereiten, die sie verlieren. Harmagedon kommt nicht als Schleichangriff, und dennoch kommt es über Menschen dieser Welt wie ein Dieb in der Nacht: „Jehovas Tag kommt genauso wie ein Dieb in der Nacht.“ (1. Thess. 5:2, NW) Wie kann das sein? Die Warnung ergeht. Sie wird auf der ganzen Erde mündlich gepredigt und in Hunderten von Millionen Büchern, Broschüren und Zeitschriften, die in über hundert Sprachen veröffentlicht werden, verbreitet. Warum wird denn eine so weithin bekanntgemachte Schlacht wie ein Dieb über diese Welt hereinbrechen? Weil die Menschen dieser Welt Augen haben, die nicht sehen, Ohren, die nicht hören, einen Sinn, der nicht unterscheidet. (Matth. 13:14, 15) Ihre Augen sind verklebt, ihre Ohren verstopft, ihr Sinn ist verschlossen, aber ihr Mund steht weit offen — offen zum Spott und Hohn gegen die Warnungsbotschaft, die Jehova jetzt durch seine Zeugen verkündigen läßt! Dies an sich ist schon ein vorausgesagtes Anzeichen dafür, daß wir in den letzten Tagen dieser alten Welt leben: „In den letzten Tagen werden Spötter kommen mit ihrem Spott, die nach ihren eigenen Begierden vorgehen und sagen: ‚Wo ist diese seine verheißene Gegenwart? Ja, vom Tage an, da unsere Vorfahren in Todesschlaf gefallen sind, bleiben alle Dinge genau wie von Anfang der Schöpfung an.‘“ Darauf heißt es dort weiter, daß ihnen „ihrem Wunsche gemäß“ die Tatsachen entgehen. Sie haben nur Augen und Ohren für ihre eigenen Pläne, nur Sinne für ihre eigenen Theorien. Gemäß ihrem eigenen Wunsche bleiben sie blind und taub und einsichtslos mit Bezug auf das Predigen der guten Botschaft und die Warnung vor Harmagedon. — 2. Pet. 3:3-5, NW.

      18. Welche Leute sind nicht in Finsternis, und was sehen sie nach Harmagedon?

      18 An jene Treuen aber, welche die sich entfaltenden Ereignisse in dieser Generation durch das prophetische Licht des Wortes Jehovas betrachten, ergehen folgende Worte: „Ihr aber, Brüder, ihr seid nicht in Finsternis, so daß dieser Tag euch überfällt, wie er Diebe überfallen würde, denn ihr alle seid Söhne des Lichts und Söhne des Tages.“ Zu solch geistig Wachen sagte Jesus: „Glücklich aber eure Augen, weil sie sehen und eure Ohren, weil sie hören.“ (1. Thess. 5:4, 5; Matth. 13:16, NW) Wenn solche nun sehen und hören und Jehovas Vorhaben mit Bezug auf Harmagedon erkennen und seine Warnung beherzigen und zu den Bergen fliehen, indem sie seinem Gebot gehorchen, werden sie den Krieg, der vom Himmel her gekämpft wird, überleben und sich des Friedens erfreuen können, den er der Erde bringt. Sie werden dieses Wahrnehmungsvermögen, diese wachsamen Sinne durch den verheerenden Sturm von Harmagedon hindurch bewahren und sie auf die Einladung hin gebrauchen, die an die Überlebenden ergeht: „Kommet, schauet die Großtaten Jehovas, der Verheerungen angerichtet hat auf der Erde! Der die Kriege beschwichtigt bis an das Ende der Erde, den Bogen zerbricht und den Speer zerschlägt, die Wagen mit Feuer verbrennt. Lasset ab und erkennet, daß ich Gott bin! Ich werde erhöht werden unter den Nationen, ich werde erhöht werden auf Erden. Jehova der Heerscharen ist mit uns.“ — Ps. 46:8-11.

  • Der Friede, der dem Krieg vom Himmel folgt
    Der Wachtturm 1955 | 15. September
    • Der Friede, der dem Krieg vom Himmel folgt

      „Ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde, denn der frühere Himmel und die frühere Erde waren vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Und er wird jede Träne abwischen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer noch Geschrei noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen.“ — Off. 21:1, 4, NW.

      1. Was ist Jehovas Vorhaben mit der Erde?

      „DIE ERDE besteht ewiglich.“ Diese inspirierte Äußerung beweist, daß die religiöse Behauptung, die Erde werde zerstört, falsch ist. Jehova hat die Erde erschaffen, nicht damit sie öde und leer sei, sondern hat sie gebildet, „um bewohnt zu werden“. Dieses angekündete göttliche Vorhaben entkräftet die Behauptung, die Erde werde durch Feuer zu Schlacke verbrannt. Jehovas Vorhaben ist nicht, die Erde zu verderben, sondern sie zu retten. Harmagedon wird sie nicht ruinieren, sondern wird statt dessen „die verderben, welche die Erde verderben“. — Pred. 1:4; Jes. 45:18; Off. 11:18, NW.

      2, 3. Was sagt die Bibel über die Vernichtung des Himmels und der Erde, und warum könnten dies nicht die buchstäblichen Himmel und die Erde sein?

      2 Aber stimmt es denn nicht, daß es in der Bibel heißt, die Erde sei für das Feuer aufbehalten auf den Tag des Gerichts? Doch, das stimmt, und einige mögen voreilig schließen, dies widerspreche dem anderen Text, der besagt, die Erde bleibe ewiglich. Dem ist indes nicht so, denn wenn wir die Darlegung über das Feuer im Zusammenhang mit ihrem Begleittext lesen, wird offenbar, daß dort mit dem Ausdruck „Erde“ nicht der buchstäbliche Planet gemeint ist: „In alten Zeiten gab es Himmel sowie eine Erde, die, festgeworden, aus dem Wasser herausragte und sich inmitten von Wasser befand durch das Wort Gottes, und dadurch wurde die damalige Welt vernichtet, indem sie mit Wasser überflutet wurde. Aber durch dasselbe Wort werden die jetzigen Himmel und die Erde aufbewahrt für das Feuer, aufbehalten auf den Tag des Gerichts und der Vernichtung der gottlosen Menschen. Jehovas Tag jedoch wird wie ein Dieb kommen, an dem die Himmel vergehen werden mit zischendem Geräusch; die Elemente aber werden in Gluthitze aufgelöst, und die Erde und die Werke auf ihr werden enthüllt werden. Da nun alle diese Dinge aufgelöst werden, solltet ihr da nicht Menschen sein, die heilige Taten des Wandels und der Gottergebenheit vollbringen, indem ihr erwartet und fest im Sinn behaltet die Gegenwart des Tages Jehovas, durch den die Himmel, in Feuer geraten, aufgelöst und die Elemente in Gluthitze zerschmelzen werden! Doch gibt es neue Himmel und eine neue Erde, die wir nach seiner Verheißung erwarten; und in diesen wird Gerechtigkeit wohnen.“ — 2. Pet. 3:5-7, 10-13, NW.

      3 In erster Linie beziehen sich diese Worte auf die Flut der Tage Noahs, als die damalige Welt, bestehend aus Himmel und Erde, durch Wasser zerstört wurde. Zerstörten denn die Wasser der Flut den buchstäblichen Planeten, die Erde? Gewiß nicht, denn Noah und seine Hausgenossen überlebten die Flut in einer Arche und kamen daraus heraus, als die Wasser nachließen, und setzten den Fuß auf dieselbe Erde, auf der sie vor der Flut gestanden hatten. Die buchstäbliche Erde hat die Flut überstanden und bis heute gedauert und hat die Merkmale ihrer Berührung mit der Wasserflut an sich getragen. Und sicherlich zerstörte die Flut der Tage Noahs nicht die buchstäblichen Himmel, die sich viele Lichtjahre weit über der Erdoberfläche ausdehnen. Dennoch vergingen Himmel und Erde und wurden ersetzt durch andere Himmel und eine andere Erde, „die jetzigen Himmel und die Erde“, und diese sollen durch Feuer zerstört werden. Und ersetzt sollen sie werden durch „neue Himmel und eine neue Erde, die wir nach seiner Verheißung erwarten, und in diesen wird Gerechtigkeit wohnen“. Gleichwie der Sternenhimmel und dieser Planet die noachische Flut überdauerten, so werden sie durch die feurige Vernichtung Harmagedons hindurchdauern und immerdar bestehen. Nebenbei bemerkt: Wie können diese Religionisten, die auf einer buchstäblichen Anschauung beharren, in den Himmel kommen, wenn die Erde verbrannt wird und selbst „die Himmel, in Feuer geraten, aufgelöst“ werden?

      4. Was waren die Himmel und die Erde, die durch die Flut zu Ende kamen, und welche Himmel und Erde werden in Harmagedon enden?

      4 Was waren denn die ehemaligen Himmel und die Erde, die durch die Flut beseitigt wurden? Der Ausdruck „Himmel“ bezog sich auf die unsichtbaren Geistgeschöpfe, die sich Satan in der Rebellion angeschlossen und sich verkörpert hatten, um Frauen beizuwohnen. Dieser Einrichtung wurde durch die Flut ein Ende bereitet. Der Ausdruck „Erde“ bezeichnete die bösen Menschengeschöpfe, die auf diesem Planeten wohnten und durch die Flut vernichtet wurden. Diese Ansicht entspringt nicht einer willkürlichen, privaten Auslegung, denn sehr oft gebraucht die Bibel den Namen eines Ortes oder Reiches, um deren Bewohner zu bezeichnen, gleichwie man heute von Rußland oder Ägypten oder Mexiko spricht und entweder den Ort oder das Volk damit meinen kann, je nach dem Begleittext. Man beachte: „Höret, ihr Himmel, und horche auf, du Erde!“ „Die ganze Erde suchte das Angesicht Salomos, um seine Weisheit zu hören.“ „Singet Jehova, ganze Erde!“ Den buchstäblichen Himmeln und der Erde wird nicht geboten zuzuhören. Sie haben keine Ohren, mit denen sie hören können. Aber die Engel, die im Himmel wohnen, können hören, und die Menschen, die auf Erden wohnen, konnten hingehen und Salomo hören, und sie konnten Jehovas Lob singen. Satan und seine Dämonen sind immer noch da, obwohl nicht in derselben Einrichtung wie vor der Flut, und sie sind die Himmel, die in Harmagedon niedergeworfen werden. Die zu Nationen organisierten Völker, die sich Jehova widersetzen, bilden die „Erde“, die durch Harmagedons feurige Gerichte verzehrt werden wird. — Jes. 1:2; 1. Kön. 10:24; Ps. 96:1; 1. Mose 6:1, 2; 2. Kor. 4:4; Eph. 6:12; Off. 12:9, 12; 20:1, 2.

      5. Wer hat wen verlassen, und mit welchem Ergebnis haben die Menschen ihre Friedensbestrebungen durchgeführt?

      5 Erst nachher wird dauernder Friede auf Erden einziehen, ungeachtet der gegenteiligen Ansicht der meisten Menschen. Viele Menschen denken heute, Gott interessiere sich nicht für die Erde, er habe sie verlassen. Sie folgern gleichwie viele zur Zeit Hesekiels: „Jehova sieht uns nicht, Jehova hat das Land verlassen!“ Aber Jehova wird weder die Erde noch gehorsame Menschen auf ihr verlassen. Tatsächlich haben ihn die Völker der Christenheit verlassen: „Denn zwiefach Böses hat mein Volk begangen: Mich, den Born lebendigen Wassers, haben sie verlassen, um sich Zisternen auszuhauen, geborstene Zisternen, die kein Wasser halten.“ Statt von den lebengebenden Wassern der Wahrheit zu trinken, wie sie in Jehovas Wort enthalten sind, wenden sie sich wissenschaftlichen Philosophien und politischen Plänen der Menschen zu. Statt von Christi Königreich zu erwarten, daß es Frieden schaffe, vertrauen sie auf Diplomatie und grausame Kriege. Die Diplomatie ist behindert durch nationale Selbstsucht, und die Kriege säen nur den Samen zukünftiger Streitigkeiten. Während man von Frieden redet, rüstet man für den Krieg. Man sagt: „Friede, Friede! und da ist doch kein Friede.“ Wenig verwunderlich, wenn es heißt: „Die Friedensboten weinen bitterlich“, denn ihre Verhandlungen enden mit chronischem Mißlingen und mit Fehlschlägen. Und Krieg, der nie die rechte Lösung bringt, wird in diesem Atomzeitalter zu einer immer gefährlicher werdenden Möglichkeit, auf die das Haupt der britischen Vereinigung für die Förderung der Wissenschaft hinwies: „Wir müssen der Möglichkeit entgegensehen, daß wiederholte Atomexplosionen zu einem Grad allgemeiner Radioaktivität führen, den niemand dulden oder dem niemand entgehen kann.“ Übertreibt Jehova etwa, wenn er sagt, man müsse jenen Einhalt tun, die die „Erde verderben“? — Hes. 8:12; Jer. 2:13; 6:14; Jes. 33:7.

      EINE FRIEDLICHE WELT NACH HARMAGEDON

      6. Wieso wird es nicht nötig sein, daß Harmagedon später nochmals geschlagen wird?

      6 Der Krieg vom Himmel ist keine Aussaat zu künftigen Konflikten, denn es ist ein gerechter Kampf, dem keine Ungerechtigkeit folgt. Die Prophezeiung erklärt: „Was sinnet ihr wider Jehova? Er wird gänzlich zerstören; die Drangsal wird nicht zweimal erstehen.“ Jesus sagte, diese Drangsal werde nicht wieder erstehen. (Nah. 1:9; Matth. 24:21) Warum sollte sie auch? Alle Friedensverderber werden von der Erde entfernt worden sein; nur die den Frieden lieben, werden übrigbleiben. Sie alle werden dem einen wahren Gott, Jehova, ergeben sein und sich von seinen Grundsätzen leiten lassen. Da wird Einheit sein in Gedanken und Taten. Gewiß wird es dann kein Wiederaufleben menschlicher Kriege geben, wenn sich doch schon jetzt inmitten dieser kämpfenden, blutenden und sterbenden alten Welt die Neue-Welt-Gesellschaft Jehovas der Erfüllung folgender Prophezeiung des Friedens erfreut: „Sie werden ihre Schwerter zu Pflugmessern schmieden, und ihre Speere zu Winzermessern; nicht wird Nation wider Nation das Schwert erheben, und sie werden den Krieg nicht mehr lernen.“ — Micha 4:3.

      7. Wie sind die Menschen dem ursprünglichen Vorhaben Jehovas, die Erde betreffend, nachgekommen?

      7 Aber die „neuen Himmel und eine neue Erde“, welche „die jetzigen Himmel und die Erde“, das „gegenwärtige böse System der Dinge“, ersetzen, werden weit mehr bedeuten als nur die Ausschaltung menschlicher Kriegführung. Sie werden die Verwirklichung aller Vorsätze Jehovas mit der Erde bedeuten: „Ich habe geredet und werde es auch kommen lassen; ich habe entworfen und werde es auch ausführen.“ Es war Jehovas ursprüngliches Vorhaben, die Erde nicht nur mit gerechten Personen zu bevölkern, sondern sie auch von ihnen verschönern zu lassen. Sie sollten sie bebauen und bewahren und sie sich untertan machen und dafür sorgen, daß sie in grünes Wachstum gekleidet wird, das den Boden davor bewahrt, ausgewaschen zu werden, und das nicht durch unerwünschtes Unkraut erstickt wird. Sie sollten sich die Erde unterwerfen, sie ihrer Macht untertan machen, sie im Zustand eines Parkes bewahren und auch eine liebende Herrschaft über die Tierwelt ausüben. Wie weit sind die Menschen dieser Welt hinter dieser Wirklichkeit zurückgeblieben! Wegen ihrer geschäftlichen Habgier haben sie die Wälder der Anhöhen niedergehauen und den Boden kahl gelassen, so daß Wind und Regen ihn wegfegen konnten. Indem das Grasland der Ebenen umgepflügt wurde, hat der Mensch diese hügeligen grünen Meere in wertlose Staubmulden umgewandelt. Durch gewisse habsüchtige Tagbaumethoden wird die Erde abgetragen und der Boden, mit Geröll bestreut, einem Trümmerfelde gleich zurückgelassen. Und was er im Tierreich nicht um Geldgewinnes willen verheerend ausgebeutet hat, das hat er aus selbstsüchtiger Sportlust leichtfertig abgeschlachtet. Welches Durcheinander hat er doch angerichtet, während er dem Vorhaben Jehovas für die Erde getrotzt hat! Statt sie zu bebauen, hat er sie ausgeraubt, statt sie zu bewahren, hat er sie verloren, statt sie sich untertan zu machen, hat er sie verdorben, und statt in Liebe über die Tiere zu herrschen, hat er sie selbstsüchtig ausgebeutet oder mutwillig getötet. — Gal. 1:4, NW; Jes. 46:11; 1. Mose 2:15; 1:28.

      8. Auf welche Weise haben Menschen einen Mangel an Wertschätzung für die Erde als ihre Heimat gezeigt?

      8 Die Menschen haben für ihre irdische Heimat keine Wertschätzung bekundet. Erfaßt von Habsucht, haben sie ihr Tier- und Pflanzenreich und ihre Bodenschätze ausgebeutet, ganz ungeachtet der Bedürfnisse künftiger Generationen. Und selbst zur Zeit, da die Erde ausgeraubt und geplündert wird, bereichern sich die wenigen durch den Gewinn, und die Mehrheit leidet Mangel. Die Erde wird in diesem Atomzeitalter immer mehr ruiniert. Man läßt es nicht bewenden mit der Ausbeutung der Bodenschätze; sondern die Fähigkeit der Erde, das Leben selbst zu unterhalten, wird gefährdet. Der Gebrauch tödlicher Strahlen in Industrie und Medizin sowie das Ausprobieren von Atomwaffen verunreinigen Land, Meer und Luft, so daß viele Wissenschaftler fürchten, die Verseuchung werde den Punkt erreichen, wo Leben von irgendwelcher Art auf Erden unmöglich werde. Obwohl gewisse Religionisten lehren, Jehova werde die Erde zerstören, verkünden doch die Tatsachen, daß der Mensch es ist, der sie bedroht. Statt sie zu vernichten, wird Jehova sie retten. Er muß sie von entarteten Menschen retten, indem er sich in Harmagedon aufmacht, um die zu verderben, welche die Erde verderben.

      9. Wie werden gehorsame Menschen mit der Erde nach Harmagedon verfahren?

      9 Nur gehorsame Menschen werden diese Schlacht Gottes, des Allmächtigen, überleben. Sie werden ihre irdische Heimat schätzen und es auch beweisen, indem sie sich ihrer dem göttlichen Willen entsprechend annehmen. Sie werden sie kultivieren, sie verschönern, sie in ein erdenweites Paradies umwandeln, alles unter der Leitung der unsichtbaren neuen Himmel. Frühere Zustände, Zeiten der Hungersnöte, werden vergessen sein, da die Erde ihren Ertrag geben wird, und nie wieder werden Zeiten der Pflanzenkrankheiten oder Insektenplagen Mißernten verursachen (Ps. 67:6). Land, das nicht zum Hervorbringen von Nahrung gebraucht wird, wird mit einem Gras- und Blumenteppich bekleidet, mit Sträuchern und Wäldern bedeckt, was Orte schafft für die Ausspannung und Erholung des Menschen und eine Heimat für Vögel und andere Tiere von allen Arten. Dauernder Friede wird zwischen dem Menschen und dem Tierreich erblühen, wenn der Mensch seine ihm von Gott zugewiesene Herrschaft ausübt.

      10. Welcher Wechsel muß kommen, ehe der Mensch sein Benehmen ändert?

      10 Gottes Gesetz wird in die Herzen der Menschen geschrieben worden sein. Seine Grundsätze werden ihrem Sinn eingeflößt. Das Gewissen, in der Gerechtigkeit geschult, wird auf Pfade der Gerechtigkeit und Liebe hinführen. Regeln werden an Wichtigkeit abnehmen, während Worte und Taten Herzen entspringen, die mit Gerechtigkeit erfüllt sein werden. Güte wird nicht durch Gesetz eingegeben, sondern kommt aus dem Innern, spontan, wenn ein Herz mit Jehovas Geist erfüllt ist. Trotz vieler guten Gesetze und Regierungsprinzipien wenden sich heute die Menschen unsittlichen, üblen Dingen zu, weil sie aus unvollkommenen, ungesunden Herzen heraus reden und handeln, und aus solchen Herzen geht viel Böses hervor. (Spr. 23:7; Matth. 12:34; 15:19) Ehe eine wirkliche Änderung in Sinn und Wandel eintreten kann, muß es eine Änderung des Herzens geben. Wenn die Herzen der Menschen mit Liebe zu Jehova und mit Achtung vor seinem Willen, seinen Wegen und Gedanken erfüllt sind, dann und nur dann werden Gerechtigkeit und Friede auf Erden einziehen.

      11. Wofür wird dann keine Notwendigkeit mehr bestehen?

      11 Dann wird es keinen Krieg mehr geben, kein Ausprobieren von Waffen, keine Musterung, kein Drillen der Menschen zum Kampf und Totschlag. Bodenschätze, die jetzt durch Kriege verschlungen werden, werden dann zum Nutzen der Menschheit und zur Verbesserung der Erde gebraucht. Die Notwendigkeit einer internationalen Politik wird vorbei sein, denn alle werden ein Volk, Jehovas Volk, sein, ungeachtet der Hautfarbe oder des Ortes, wo sie sind. Ärzte wird man nicht mehr brauchen, denn es wird keine Kranken mehr geben; keine Leichenbestatter sind dann nötig, weil es keine Toten mehr geben wird. Es wird kein Bedarf mehr bestehen an Gefängnissen, denn da werden keine Verbrecher mehr sein; kein Bedarf an Ehescheidungsgerichten, denn da wird es keine Scheidungen geben; keine Notwendigkeit für Waisenhäuser, denn wer sollte darin leben?

      12, 13. Welche Prophezeiung ist direkt auf die irdischen Zustände nach Harmagedon anwendbar, und welches Bild malt sie?

      12 Offenbarung 21:1, 3, 4 (NW) zeugt von Zuständen in der neuen Welt, gleich nachdem „die jetzigen Himmel und die Erde“ verschwunden sein werden. In Vers 1 heißt es: „Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde, denn der frühere Himmel und die frühere Erde waren vergangen, und das Meer ist nicht mehr.“ Nicht nur werden die unsichtbar herrschenden Himmel und die sichtbaren, irdischen Herrscher dieser bösen Welt verschwunden sein, sondern auch die von Gott entfremdeten Menschenmassen, dargestellt durch das ruhelose, stürmische Meer, wird es nicht mehr geben. Sie können nicht zwei Herren dienen, sie können nicht Gott und gleichzeitig das hurerische System Satans unterstützen. (Jes. 17:12, 13; Matth. 6:24; Luk. 21:25; Off. 17:1, 15) Auf Erden werden nur jene übrigbleiben, die jetzt, vor Harmagedon, Demut und Gerechtigkeit suchen, die Jehovas Wort studieren und ihm gehorchen. Auf sie sind nach Harmagedon die Verse drei und vier aus Offenbarung, Kapitel 21, anwendbar: „Und Gott selbst wird bei ihnen sein. Und er wird jede Träne abwischen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer noch Geschrei noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen.“

      13 Tatsächlich umfaßt diese Verheißung allein schon alles. Wenn es keine Tränen mehr geben soll, so wird auch keine Traurigkeit mehr sein, keine Niedergeschlagenheit, keine bedrückenden Verhältnisse, nein, nichts als Zufriedenheit und Glück. Wenn es keinen Schmerz mehr gibt, kann es auch schwerlich mehr Unfälle geben, durch die Menschen zu Krüppeln werden. Es kann keine Krankheit geben, wenn es keine Trauer geben soll, kein Siechtum, wenn es kein Geschrei mehr geben wird. Und wenn es keinen Tod mehr geben wird, werden gehorsame Menschen ewiglich leben und sich immerdar paradiesischer Zustände auf dem ewig bestehenden Planeten Erde erfreuen. Wenn Sorgen, Unruhen, Kummer, Krankheit, Schmerz, Krieg und Tod verschwunden sind, was könnte dann noch den erhabenen Frieden, die Zufriedenheit und Befriedigung der neuen Welt der Gerechtigkeit Jehovas trüben? Bestimmt wünscht jeder Gesunddenkende darin ewiges Leben zu erlangen.

      14. Welchen unlogischen Einwand erheben einige?

      14 Befremdend genug antworten indes einige überraschenderweise, daß sie nicht in einer Welt ohne Störungen leben möchten, und sie bringen den Scheingrund vor, sie wäre langweilig und uninteressant, und sie behaupten, Schwierigkeiten trügen dazu bei, das Dasein zu beleben. Sie sind aber ganz unlogisch. Zu anderen Zeiten beklagen sie sich nämlich bitterlich darüber, daß es so viele Schwierigkeiten auf Erden gibt, und warum Gott sie überhaupt zulasse, wenn er doch allmächtig sei. Warum denn diese Kritik? Warum Gott nicht danken, daß er Schwierigkeiten zuläßt? Sagten sie denn nicht, daß sie ihr Leben interessant gestalten, dessen Langweiligkeit unterbrechen? Und dabei finden sie, daß eine neue Welt der Gerechtigkeit, die frei ist von Unruhen, nichts Lockendes an sich habe. Warum also sollten sie sich beklagen, daß Gott jetzt Schwierigkeiten zuläßt, von denen sie behaupten, sie machten die Menschen glücklich? Tatsächlich sind sie unvernünftig und kindisch und lehnen es ab, mit dem zufrieden zu sein, was Jehova zuläßt oder tut. Jesus verglich seine Generation mit Kindern, die nicht spielen wollten, weder ein frohes noch ein trauriges Spiel. Sie liebten Johannes nicht, weil er weder aß noch trank, sie liebten Jesus nicht, weil er aß und trank. Sie wollten einfach Fehler finden, um unzufrieden zu sein und Anlaß zu Kritik zu haben. Zu derselben törichten Klasse gehören heute Personen, die sich beklagen, weil es in dieser alten Welt Schwierigkeiten gibt, und die sich ebenso beklagen, weil es in der neuen Welt keine geben wird! — Matth. 11:16-19.

      15. Was wird die neue Welt davor bewahren, langweilig zu sein?

      15 Die neue Welt wird nicht langweilig sein. Sie braucht keine Schwierigkeiten und Krankheit und Tod, um interessant zu bleiben. Es wird Arbeit zu tun geben, und die Verheißung ist, daß die Menschen lange „das Werk ihrer Hände verbrauchen“ werden. Es wird eine Fülle von Arbeit geben, sowohl geistige wie körperliche. Die Erde zu bebauen, zu bewahren und sich untertan zu machen wird eine Aufgabe sein, die die Menschen ganz in Anspruch nehmen wird, und eine liebende Herrschaft über die Tiere auszuüben wird prickelnde Freude bringen. Es wird Menschen geben, die Dinge erfinden, andere werden Dinge herstellen und noch andere werden Dinge gebrauchen. Es wird eine große Verschiedenheit in der Arbeit geben, und jede wird ihre Probleme haben, die geistige Fähigkeiten und Handfertigkeit erfordern werden. Es wird keinen Müßiggang, keine Eintönigkeit geben, die Grund zur Langeweile geben könnten.

      FLIEHET JETZT ZU DEN BERGEN!

      16. Warum sollten wir für Jehovas Geduld dankbar sein, statt ihn anzuklagen, er sei langsam?

      16 Auch sollten wir nicht zulassen, daß wir jetzt in unserem Leben müßig sind, denn das würde zu unserer Vernichtung führen. Einige denken, Jehova halte mit dem Kampf von Harmagedon und der Aufrichtung der neuen Welt zurück, indem er langsam sei. Doch ist er nicht langsam, er hat Geduld, und dies gereicht uns zur Rettung: „Jehova ist nicht langsam hinsichtlich seiner Verheißung, wie es etliche für Langsamkeit halten, sondern er ist geduldig mit euch, weil er nicht wünscht, daß irgend jemand vernichtet werde, sondern wünscht, daß alle zur Reue gelangen.“ „So wahr ich lebe, spricht der Herr, Jehova, ich habe kein Gefallen am Tode des Gesetzlosen, sondern daß der Gesetzlose von seinem Wege umkehre und lebe! Kehret um, kehret um von euren bösen Wegen! denn warum wollt ihr sterben?“ Die Gegenwart ist eine besondere Zeitspanne, die den Menschen eingeräumt ist, damit sie aus der untergehenden alten Welt, die unter Satan steht, fliehen und unter das neue System der Dinge unter Christus kommen können, um sich dem Strom der Menschen aus allen Nationen anzuschließen, die zum Berge Jehovas kommen. — 2. Pet. 3:9, NW; Hes. 33:11.

      17. Warum ist diese alte Welt blind und mit einem Betrunkenen zu vergleichen?

      17 Die alte Welt ist dieser Botschaft gegenüber blind und taub und verfehlt, die Gefährlichkeit dieser Zeiten zu erkennen. Warum? Weil ihr Gott eine Decke darübergebreitet hat: „Wenn nun die gute Botschaft, die wir kundtun, tatsächlich verhüllt ist, so ist sie bei denen verhüllt, die zugrunde gehen, bei denen der Gott dieses Systems der Dinge den Sinn der Ungläubigen verblendet hat, damit der Lichtglanz der glorreichen guten Botschaft über den Christus, welcher das Bild Gottes ist, nicht hindurchstrahle.“ Hast du je einen Betrunkenen gesehen? Erinnerst du dich an den verschleierten, vagen, unsicheren Blick seiner Augen? Er kann nicht klar sehen, nicht scharf denken, nicht mit Bestimmtheit handeln. Doch frage ihn einmal, und er wird sagen, er sei nüchtern und könne irgend etwas, ja alles aufs beste tun. Sein Zustand ist umwölkt, aber er weiß es nicht. Ebenso hat Satan einen verhüllenden, stumpfmachenden Schleier über die Nationen dieses Systems der Dinge gebreitet und sie ohne ihr Wissen verblendet. Sie denken, sie sehen klar, hören deutlich und denken scharf, aber tatsächlich sind sie betrunken von Satans Wein, von seiner religiösen und politischen Propaganda. Er hat ein Lügengewebe gewoben und es über den Sinn der Menschen gezogen, ausgebreitet wie einen Schleier über die Augen der Nationen, und blind werden sie zur Schlachtung von Harmagedon geführt. Satans Propaganda und „Äußerungen, inspiriert durch Dämonen … gehen aus zu den Königen der ganzen bewohnten Erde, um sie zusammenzubringen zu dem Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen“. — 2. Kor. 4:3, 4; Off. 16:14, NW; Jer. 51:7; Off. 17:2; 18:3.

      18. Wie betrachten Blinde die Botschaft, die wir predigen, doch was ist deren Weisheit?

      18 Denkst du aber, diese vom Teufel betörten und verblendeten Volksmengen werden dies zugeben? Ebensowenig als der Betrunkene seine Betrunkenheit zugibt! Predige ihnen die Wahrheit, erzähle ihnen vom Opfer Christi, weise darauf hin, daß sein Königreich hier ist, lege die Beweise dar, daß wir in den letzten Tagen dieser alten Welt leben, warne sie vor dem nahenden Harmagedon und erkläre, wie sie dem Untergang in dieser Schlacht entgehen können — und wie schätzen sie dies alles ein? Es ist „Torheit für die, welche zugrunde gehen“. Diese eingebildete Welt ist verblendet durch ihre eigene angebliche Weisheit, wie die Bibel es sagt: „Die Welt erkannte durch ihre Weisheit Gott nicht“. Da Gott zu erkennen ewiges Leben bedeutet und die Weisheit der Welt verhindert, daß sie diese lebengebende Erkenntnis erwerben, kann wahrlich gesagt werden: „Die Weisheit dieser Welt ist Torheit.“ Um der Umhüllung durch diese Torheit zu entrinnen und klare Sicht und Unterscheidungsvermögen im Lichte des Wortes Jehovas zu erlangen, müssen die Menschen aus ihrem Zustand der Verschleierung hervorkommen, die Satan über ihre Augen gezogen hat. — 1. Kor. 1:18, 21; 3:19; Joh. 17:3, NW.

      19. Wo nur können wir dem blindmachenden Schleier Satans entgehen?

      19 Und wo können sie hingehen, um von dieser blindmachenden Decke frei zu werden? Es gibt nur einen Ort, wo sie zerstört ist: „Und er wird auf diesem Berge die Schleierhülle hinwegziehen, die alle Völker umhüllt, und die Decke, die über alle Völkerschaften ausgebreitet ist.“ (Jes. 25:7, Me) Auf dem Berge Jehovas, dem Königreichsgebiet unter Christus, besteht der Schleier Satans nicht, und unter seinen Schutz sollen Männer, Frauen und Kinder aus allen Nationen so wie sie ermahnt werden, jetzt fliehen. Hunderttausende haben es schon getan, und viele weitere Tausende sind auf dem Wege der Flucht, und weitere Tausende werden noch aufwachen und fliehen, und sie alle zusammen werden den Krieg vom Himmel her überleben, um sich ewiglich des Friedens zu erfreuen, den er der Erde bringt.

  • Es wird noch mehr Dextran hergestellt
    Der Wachtturm 1955 | 15. September
    • Es wird noch mehr Dextran hergestellt

      Mehr und mehr kommen Ersatzstoffe für Blut und Plasma auf. So berichtete die Novemberausgabe 1953 der Gewerbezeitung Sugar [engl.] unter der Überschrift „Dextran für die Landesverteidigung“ über die Gründe, warum man mit dem Gebrauch von Plasma aufgehört habe und welch wichtige Schritte zur Nutzbarmachung von Dextran unternommen werden, „das bis vor kurzem ein lästiges Nebenprodukt bei der Zuckerfabrikation war“. Dextran wird nun von mehreren führenden Raffinerien und chemischen Gesellschaften hergestellt, und die Zahl der pharmazeutischen Firmen, die sich damit befassen, nimmt beständig zu. Gegenwärtig liefern einige davon ihre ganze Produktion der Regierung.

  • Fragen von Lesern
    Der Wachtturm 1955 | 15. September
    • Fragen von Lesern

      ● Ich verstehe, daß das Königreich unsichtbar ist und aus Christus und den 144 000 Leibesgliedern besteht; bisweilen wird aber der Ausdruck gebraucht, um den irdischen, sichtbaren Teil der neuen Welt zu bezeichnen. Warum dies? — O. S., Vereinigte Staaten.

      Die herrschende Königreichs-Körperschaft, bestehend aus Christus und den 144 000, ist ein unsichtbares, himmlisches Königreich, und an dieses Königreich wurde gedacht, als in 1. Korinther 15:50 (NW) gesagt wurde: „Fleisch und Blut können Gottes Königreich nicht ererben.“ Und Jesus sagte: „Es sei denn, jemand werde aus Wasser und Geist geboren, so kann er nicht in das Königreich Gottes eingehen.“ (Joh. 3:5, NW) Folglich ziehen die Erdbewohner der neuen Welt Jehovas nicht in das himmlische Königreich ein, noch ererben sie es, noch werden sie ein Teil davon. Dennoch ererben sie ein „Reich“ (Elb) oder „Königreich“ (NW), denn Jesus sagte über diese irdische Klasse von Schafen: „Ererbet das Königreich, das für euch bereitet ist von Grundlegung der Welt an.“ (Matth. 25:34, NW) Von Christus wird als von dem „Lamme, das geschlachtet war von Grundlegung der Welt an“, geredet, worunter die neue Welt, ihr sichtbarer und unsichtbarer Teil, zu verstehen ist, d. h. der irdische und der himmlische Teil, und für diese Welt wurde er die Grundlage, als er starb, sein Blut vergoß und später das Verdienst seines vergossenen Blutes Jehova im Himmel darstellte. Als Jehova die Erde erschuf, gab er damit zu verstehen, daß sie bewohnt werden solle, und er setzte Adam und Eva darauf, um sie zu bevölkern; und treuen Menschen, die vor Christus lebten, gab er die Hoffnung auf irdisches Leben. So war es denn sein Vorsatz und seine Bestimmung, eine irdische Klasse zu haben, und dies lange bevor das Opfer Christi den Grund dafür legte. Auch jene, die mit Christus im himmlischen Königreich regieren sollen, wurden als Klasse „vor Grundlegung der Welt“ zuvorbestimmt oder zuvorverordnet. — Off. 13:8; Eph. 1:4, NW.

      Die Grundlage für diese neue Welt ist Christus und sein Blut; so ist denn das Darstellen des Blutes die unerläßliche, grundlegende Vorbereitung auf die Gründung der neuen Welt der Gerechtigkeit. Jesus lud die irdische Klasse von Schafen ein: „Ererbet das Königreich, das für euch bereitet ist von Grundlegung der Welt an.“ Dieses Königreich ist das irdische Reich des herrschenden himmlischen Königreiches. Das Wort „Königreich“ kann sich auf den König beziehen, wie in Lukas 17:21 (NW) „Das Königreich Gottes ist in eurer Mitte.“ Oft bezieht es sich auf die herrschende Körperschaft, auf Christus und seine Miterben, die unsichtbar vom Himmel aus herrschen. Aber dieses Reich herrscht über die Erde. Die Erde ist ein Teil seines Herrschaftsgebietes oder Reiches, und von den Untertanen oder dem Gebiet des Königreiches wird als von einem Teil des Königreiches gesprochen. In Daniel 2:34, 35, 44 ist von Gottes Königreich unter Christus als von einem Stein die Rede, der Satans Organisation schlägt und sie zerstört, und es wird gesagt, dieser Stein werde ein großer Berg, der die ganze Erde fülle. Es bedeutet, daß sein Königreich die Erde als einen Teil seines Reiches oder Herrschaftsgebiets umfaßt, und deswegen kann der irdische Teil der neuen Welt als ein Königreich bezeichnet werden. Ihr Gebiet und ihre Bewohner kommen unter dieses Königreich zu stehen, sind ihm untertan, und sind in diesem Sinne ein Teil davon. Nicht daß es zwei sogenannte „Phasen“ des Königreiches gäbe, eine irdische und eine himmlische Phase, sondern die Erde ist das Reich oder Herrschaftsgebiet des Königreiches, und so ererben ihre Bewohner das Königreich (und nicht Satans Organisation) als die über sie regierende Herrschaft. Dies ist das Königreich, das den irdischen Schafen verordnet und bereitet ist.

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