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Die wachsende Popularität der AstrologieErwachet! 1970 | 8. März
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Die wachsende Popularität der Astrologie
IST es dir aufgefallen, daß Nachbarn, Arbeitskollegen, ja sogar Personen, die am Rundfunk- und Fernsehprogramm beteiligt sind, mehr von Astrologie sprechen als noch vor wenigen Jahren? Häufig und mit großer Selbstverständlichkeit werden astrologische Ausdrücke verwandt. Vielleicht ist es dir auch aufgefallen, daß die Zahl der Bücher, Zeitschriften und Artikel über Astrologie immer größer wird. Es kann nicht bezweifelt werden, daß die Astrologie einen großen Aufschwung erlebt.
Allein in den Vereinigten Staaten hat die Sterndeutung rund zehn Millionen eifrige Anhänger, und etwa vierzig Millionen, darunter viele Frauen, beschäftigen sich so nebenbei damit. In England lesen etwa zwei Drittel der Bevölkerung Horoskope oder astrologische Zukunfts- und Schicksalsdeutungen. In Deutschland hat die Astrologie rund achtzehn Millionen Anhänger, und die jährlichen Einkünfte der Wahrsager und Astrologen in Frankreich entsprechen etwa 650 Millionen Dollar. Aus einer vor kurzem durchgeführten Umfrage ging hervor, daß 58 Prozent der Franzosen wissen, in welchem Tierkreiszeichen sie geboren sind, und daß 53 Prozent täglich ihr Horoskop lesen.
Vor zwanzig Jahren gab es in den Vereinigten Staaten kaum hundert Tageszeitungen, die eine astrologische Rubrik brachten. Heute beträgt die Zahl dieser Zeitungen ungefähr eintausendzweihundert. Astrologische Zeitschriften, die früher in den Zeitungskiosken verstaubten, sind jetzt sehr gefragt. In den Vereinigten Staaten werden jährlich Millionen solcher Zeitschriften verkauft. In Frankreich hat eine astrologische Zeitschrift eine Auflage von 400 000. Buchläden für Studenten haben ihre Abteilung für astrologische Literatur vergrößert, weil das Interesse der Studenten dafür ständig wächst.
In New York begann die Fernsehstation WPIX-TV, die Sendepausen mit Horoskopen auszufüllen, und erzielte damit einen solchen Erfolg, daß sie einen Astrologen engagierte und ihm jede Woche eine halbe Stunde Sendezeit einräumte. Ein Beweis für die Popularität der Astrologie sind auch die astrologischen Zeichen, die man jetzt auf verschiedenen Waren sieht: auf Porzellan, Schmuck, Kinderkleidern und Schreibpapier.
Die Dienste eines Astrologen sind so gefragt, daß man einen Computer dafür eingesetzt hat. Im Jahre 1966 wurde eine astrologische Firma gegründet, die einen Computer zur Ausarbeitung der Horoskope und schriftlichen Analysen besitzt. Die Analysen umfassen etwa 15 000 Worte, und der Erfolg dieses Betriebes beweist das wachsende Interesse der Öffentlichkeit an der Astrologie. In den Vereinigten Staaten nehmen 350 Warenhäuser Aufträge für diese Firma entgegen, und monatlich lassen sich 15 000 Personen auf diese Weise das Horoskop stellen und eine Analyse ausarbeiten. Ein Warenhaus, das für diesen astrologischen Dienst warb, erhielt in einer Woche 500 Aufträge für ein Computer-Horoskop.
Ein solches Horoskop kostet 20 Dollar; nach zehn Tagen erhält der Kunde schriftlich, was der Computer aufgrund des Standes der Sterne an seinem Geburtstag in bezug auf Charakter, Gesundheit, Liebe und das vor ihm liegende Jahr gedeutet hat.
Mit dem Horoskop-Computer werden große Gewinne erzielt; die seit drei Jahren bestehende Firma hatte 1969 einen Umsatz von 1,8 Millionen Dollar. Sie beabsichtigt, diesen Dienst auch in Kanada und England einzuführen.
Für eine Reihe von Astrologen hat sich die Astrologie als einträgliches Geschäft erwiesen. Ein Astrologe zum Beispiel, der von Filmschauspielern bevorzugt wird, soll ein Jahreseinkommen von ungefähr einer halben Million Dollar haben.
In Indien steht die Astrologie, die dort schon seit Jahrhunderten verbreitet ist, immer noch in hohem Ansehen. Sie spielt im Leben der Hindus eine wichtige Rolle. Sogar indische Kommunisten lassen sich astrologisch beraten, wann der günstigste Tag für sie sei, ihre Nominierung einzureichen.
Auf Ceylon spielt die Astrologie ebenfalls eine bedeutende Rolle: In den Zeitungen kann man täglich Anzeigen von Familien lesen, die für ihre Tochter einen geeigneten Mann suchen. Wie in Indien, so verlangen auch hier die Angehörigen eines Mädchens, daß der Bewerber sein Horoskop mitbringe, damit es mit dem ihrer Tochter verglichen werden könne, um festzustellen, ob die beiden nach astrologischen Gesichtspunkten zusammenpassen würden.
In der ganzen östlichen Welt spielt die Astrologie im Leben der Menschen eine wichtige Rolle. Aber warum erlebt die Astrologie im Westen einen solchen Aufschwung? Was hat die Astrologie zu bieten? Ist sie mit dem geschriebenen Wort Gottes, der Bibel, vereinbar?
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Was hat die Astrologie zu bieten?Erwachet! 1970 | 8. März
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Was hat die Astrologie zu bieten?
DIE Astrologie ist ohne Zweifel so beliebt, weil die Menschen im allgemeinen das Verlangen haben, zu wissen, was ihnen die Zukunft bringt. Hast du nicht auch schon den Wunsch verspürt, das zu wissen? Ist dieses Verlangen nicht besonders groß, wenn man unsicher und verwirrt ist, wenn man nicht recht weiß, wie man entscheiden soll? Kann man sich jedoch darauf verlassen, daß die Astrologie einem zuverlässig die Zukunft voraussagt?
Die Astrologie lehrt, daß die Himmelskörper — Mond, Wandelsterne und Fixsterne — das Schicksal der Menschen regieren würden. Die Anhänger der Astrologie glauben, man könne sich den Erfolg einer Unternehmung dadurch sichern, daß man dafür einen Zeitpunkt wähle, zu dem die Stellung der Gestirne für einen „günstig“ sei. Sie glauben auch, man könne sich Unangenehmes ersparen, wenn man an einem astrologisch „ungünstigen“ Tag nichts unternehme.
Vielleicht hast du gelesen, daß in Asien ein Fürstensohn seine Hochzeit um ein Jahr verschoben hat, weil die Astrologen ihm sagten, die Stellung der Gestirne sei für ihn ungünstig. Bei diesem Fürstensohn handelt es sich um Palden Thondup Namgyal von Sikkim. Die Astrologen beredeten ihn, anstatt 1962 erst 1963 zu heiraten. Als er nach dem Tod seines Vaters den Thron bestieg, brachten sie ihn dazu, die Krönung wegen ungünstiger Gestirnstellung um ein Jahr zu verschieben.
In westlichen Ländern gibt es Personen, die erst einen Astrologen fragen, bevor sie einen Vertrag unterzeichnen, ein Geschäft eröffnen oder irgend etwas von Bedeutung unternehmen. Im New York Times Magazine vom 15. Dezember 1968 konnte man lesen, daß die New Yorker und die Pariser Bekleidungsindustrie niemals an einem astrologisch ungünstigen Tag eine neue Kleiderkollektion herausbringen würde. Was entscheidet, welche Tage „günstig“ und welche „ungünstig“ sind?
Der Tierkreis
Die Astrologen bezeichnen die Zone von zwölf Sternbildern entlang der scheinbaren Sonnenbahn als Tierkreis. Jedes Tierkreiszeichen steht für ein Sternbild. Eines der zwölf Zeichen wird z. B. dargestellt durch einen Skorpion und entspricht der Zeit vom 24. Oktober bis zum 22. November. Der Stier, ein weiteres Zeichen, entspricht der Zeit vom 21. April bis 21. Mai. Die Astrologie behauptet nun, daß die Menschen, je nachdem in welchem dieser zwölf Zeichen sie geboren sind, gewisse Eigenschaften aufweisen, die andere, die in einem anderen Zeichen geboren sind, nicht haben.
Aufgrund des Tierkreises errichtet der Astrologe ein Horoskop. Das ist eine Zeichnung, auf der die Stellung der Gestirne zur Zeit der Geburt eines Menschen dargestellt ist. Das zur Zeit der Geburt aufsteigende Gestirn soll seine Persönlichkeit beeinflussen.
Die Astrologie behauptet, daß gewisse Planeten disharmonisch oder harmonisch wirken würden, und das bedeute dann für den Menschen Gutes oder Böses. Diese Behauptung hat zur Folge, daß viele Menschen erst etwas Wichtiges entscheiden, nachdem sie einen Astrologen konsultiert haben. Sind die Ratschläge eines Astrologen jedoch zuverlässig?
Zuverlässige Voraussagen?
Der Leser mag sich erinnern, daß indische Astrologen für 1962 Katastrophen voraussagten. Sie gerieten in Aufregung, als sie feststellten, daß eine Konjunktion von fünf Planeten stattfinden würde, das heißt, daß sie eine solche Stellung haben würden, daß eine gedachte Linie von der Erde sie durchschneiden würde. Gleichzeitig sollte eine Sonnenfinsternis eintreten. Dieses seltene Zusammentreffen dieser Himmelskörper sollte in einem Tierkreiszeichen sein, das als ungünstig angesehen wird.
Die Astrologen lösten durch ihre Warnung vor Erdbeben, Überschwemmungen, Krieg und dergleichen mehr eine Panik unter der Bevölkerung aus. Doch der ominöse 3. Februar 1962 brach an und ging vorüber, ohne daß die prophezeiten Katastrophen eintraten. Was die Astrologen als ein schlimmes Vorzeichen betrachteten, hatte in Wirklichkeit überhaupt keine Bedeutung. Manche Personen sagten, die Astrologen hätten die Zeichen falsch gedeutet. Das mag sein; dennoch bleibt die Tatsache bestehen, daß die Astrologen die Zukunft nicht aus den Sternen zu lesen vermögen.
Ein weiteres Beispiel für das Versagen der Astrologie ist die Prognose in Verbindung mit der Mondumkreisung des Raumschiffes Apollo 8. Bevor dieser Flug unternommen wurde, erklärten einige englische Astrologen warnend: „Es ist sehr wahrscheinlich, daß sich die Persönlichkeit der Astronauten, während sie den Mond umfliegen, verändern wird.“ Warum? Sie sagten: „Zum erstenmal seit vierzehn Jahren gibt es eine Konjunktion zwischen Jupiter und Uranus — und die Einflüsse sind sehr stark.“ Die Konjunktion dieser Planeten wirkte sich jedoch nicht nachteilig auf die Astronauten aus.
Eine weitere bemerkenswerte falsche Prognose zweier Astrologen betrifft Jackie Kennedy. Diese beiden Astrologen hatten nämlich erklärt, Mrs. Kennedy würde sich in der nächsten Zeit nicht wieder verheiraten. Ihre Verheiratung mit dem griechischen Großreeder zeigte, daß die Astrologen nicht recht hatten. Allerdings behauptete einer der Astrologen, man könne wegen des Alters von Herrn Onassis nicht von einer Ehe sprechen; aber die Tatsache bleibt bestehen, daß die beiden gesetzlich getraut sind und Jackie Kennedy nicht mehr unverheiratet ist.
Hitler soll von fünf Astrologen beraten worden sein; diese sollen ihm jeweils gesagt haben, welche Tage für die Ausführung seiner Vorhaben günstig seien. Hitler vertraute also auf die Astrologie, doch sie enttäuschte ihn. Seine Pläne schlugen fehl, und er nahm ein böses Ende.
Undeutliche Formulierung
Es mag dir bekannt sein, daß die Astrologen sich gewöhnlich recht vage ausdrücken. Diese Ausdrucksweise gestattet verschiedene Deutungen. Ein Astrologe mag zu jemandem sagen, daß „zwischen ihm und einem seiner Freunde Spannungen entstehen“, daß sich an einem bestimmten Tag „manch ein Wunschtraum erfüllt“ usw.
In dem Werk The World Book Encyclopedia, Ausgabe 1966, kann man über die Prophezeiungen eines berühmten Astrologen des sechzehnten Jahrhunderts namens Nostradamus lesen: „Seine Prophezeiungen waren absichtlich dunkel und vage und können auf verschiedene Weise gedeutet werden.“
Da der Astrologe seine Prophezeiungen gewöhnlich undeutlich formuliert, kann er sie, ganz gleich, was geschieht, in der Regel so drehen, daß er recht behält. Kommt zum Beispiel jemand zu Schaden, obschon die astrologischen Zeichen für ihn „gut“ waren, so erklärt der Astrologe seinem Kunden, er könne froh sein, daß die Sache noch so gut abgelaufen sei, denn wäre der Stand der Sterne „ungünstig“ gewesen, hätte sie anders ausgehen können. Ist die Gestirnstellung für eine Person „ungünstig“ und tut sie dennoch etwas, wovor sie das Horoskop warnt, und es geschieht ihr nichts, dann behauptet der Astrologe, sie sei unbewußt vorsichtig gewesen, weil sie gewarnt worden sei.
Die indischen Astrologen verdienen einen großen Teil ihres Geldes durch Verschreiben von Mitteln, mit denen man sich vor den üblen Dingen schützen kann, die der Astrologe vorhergesagt hat. Wenn seine Prophezeiung nicht eintrifft, sagt er, der Kunde sei durch das Amulett geschützt worden, das er ihm verkauft habe. Es mag sich dabei um einen Edelstein handeln, der in einem Ring getragen wird, um ein Amulett, das geweihte Kräuter enthält, um Beschwörungsformeln, die auf Rinde geschrieben sind, oder um schriftlich festgehaltene Hymnen an Kali, die Hindu-Göttin des Verderbens.
Eine Form der Wahrsagerei
Die Astrologie behauptet, einem Menschen die Zukunft voraussagen zu können. Auch die Götzendiener des Altertums suchten durch Zeichen die Zukunft zu ergründen, so zum Beispiel aus der Beschaffenheit der Leber der Opfertiere. Sie sahen in den Markierungen einen Miniaturabklatsch der Gestirne, die nach ihrer Meinung ihr Leben beeinflußten. Sie hielten auch nach Zeichen im Vogelflug und in der Bewegung der Gestirne Ausschau. Alles das sind Arten der Wahrsagerei.
In dem Werk Standard Dictionary of Folklore, Mythology and Legend von Funk & Wagnalls wird die Astrologie mit Wahrsagerei in Verbindung gebracht. Wir lesen: „Die Astrologie ist eine der ältesten Arten der Wahrsagerei, und sie wurde von den Völkern des Ostens (Ägypten, Chaldäa, Indien, China) schon zu Beginn der Geschichte gepflegt. ... Als Wahrsager benutzt der Astrologe außerdem zusätzliche Mittel zur Ergründung der Zukunft, und es zeigt sich, daß zwischen der Astrologie einerseits und der in China geübten Geomantik [Kunst, aus Linien und Figuren wahrzusagen], der im Nahen Osten üblichen Leberschau [wahrsagen aus der Beschaffenheit von Tierlebern], der besonders bei den Chinesen und Japanern gepflegten Wahrsagung mit Hilfe von Schildkrötenpanzern und der Handlesekunst andererseits eine enge Beziehung besteht.“
Ursprung in Babylon
Aus der Geschichte geht hervor, daß die Personen, die Astrologie pflegten, immer abergläubisch waren und Götzen dienten. Die Astrologie stammt offenbar aus Babylon, der Wiege trügerischer und entwürdigender Bräuche der falschen Religion. In dem Buch Religion of Babylonia and Assyria (Die Religion Babyloniens und Assyriens) schreibt Jastrow: „Die bemerkenswerten Erscheinungsformen der babylonischen Religion und die Pflege ihrer Sitten und Bräuche haben einen großen Einfluß auf die Welt des Altertums gehabt.“ In einem anderen Buch, betitelt The Worship of the Dead (Der Totenkult), von J. Garnier, kann man lesen: „Die heutigen Forscher ... sind sich darin einig, daß Babylonien und Assyrien die Wiege des alten Heidentums war.“
Auch aus dem Buch The Ancient Gods (Die Götter des Altertums) von E. O. James geht hervor, daß die Astrologie aus Mesopotamien, wo Babylon lag, stammt: „Es gab dort eine straff organisierte Kaste von Auguren, Sehern und Astrologen, die eine komplizierte Sternwissenschaft entwickelt hatten sowie ein umfangreiches Omenschrifttum, bestehend aus vielen Tafeln, auf denen jede Seite augurischer Erscheinungen behandelt war. ... Man glaubte, daß jede Erscheinung am Sternenhimmel ihr Gegenstück in Geschehnissen unter den Menschen hätte, und schließlich wurde jeder einzelne unter den Einfluß eines Planeten oder Fixsterns gebracht, der sein Geschick von der Wiege bis zum Grabe bestimmte. ... Die Sterne nahmen eine persönlichere Bedeutung an, und zusammen mit Sonne, Mond und Planeten ermittelte man das Geschick der Menschen mit einer ausgeklügelten astrologischen Lehre, die den östlichen Mittelmeerraum im vierten Jahrhundert v. Chr., nach den Eroberungsfeldzügen Alexanders des Großen, erreichte.“
In der Nähe der Ruinen von Babylon hat man Tontafeln mit astrologischen Aufzeichnungen gefunden, die Tausende von Jahren alt sind. Die Astrologie war mit Babylon so eng verbunden, daß man die Astrologen im Altertum häufig auch Chaldäer nannte; Chaldäer war eine andere Bezeichnung für Babylonier. Von Babylon aus fand die Astrologie Eingang in Griechenland, Rom und in den übrigen Ländern der Welt.
Wurzelt im Heidentum
Die Babylonier glaubten, die Himmelskörper seien von Göttern bewohnt und könnten daher das Leben der Menschen beeinflussen. In dem Buch Beacon Lights of History von John Lord, Band eins, Seite 47 kann man darüber lesen: „Die Assyrier und Babylonier verehrten noch andere, geringere Götter, die, wie man annahm, das Leben der Menschen stark beeinflußten. Bei diesen Göttern handelte es sich um die Planeten unter verschiedenen Namen.“
Dem größten Planeten, der jetzt Jupiter heißt, gaben sie den Namen ihres Gottes Marduk. Die Babylonier betrachteten den Stier als ein Symbol Marduks. Der Stier wurde eines der wichtigsten Zeichen des Tierkreises.
Man glaubte, alle Bewegungen der Gestirne und Erscheinungen am Himmel wie Sonnenauf- und -untergang, Tagundnachtgleiche, Sonnenwende, Mondphasen, Sonnen- und Mondfinsternis sowie die Bewegungen der Meteore seien auf das Wirken dieser Götter zurückzuführen. Daher fertigte man kunstvolle Karten und Tabellen von diesen Bewegungen an, weil man glaubte, sie würden offenbaren, was die Zukunft den Menschen bringen würde.
Glaubst du im Ernst, man könne etwas Genaues über die Zukunft erfahren, wenn man sich den falschen Göttern der alten Babylonier zuwendete? Wenn du auf die Astrologie vertraust, setzt du dein Vertrauen auf solche Götter, selbst wenn du nicht glaubst, daß die Gestirne Götter sind. Warum? Weil sie die Grundlage der Astrologie bildeten, sie waren der Grund, warum man glaubte, die Gestirne würden das Leben der Menschen beeinflussen.
Da man heute im Gegensatz zu früher diesen Einfluß nicht mehr auf Götter zurückführt, sucht man ihn mit der Behauptung zu erklären, die Gestirne gäben Strahlen ab, die die Menschen beeinflussen würden. Die Wissenschaftler haben aber keine Strahlen entdeckt, die so stark wären, daß sie Charakter und Geschick der Menschen beeinflussen könnten. Wie erklären sich somit die Personen, die auf die Astrologie vertrauen, die Kraft, die dahinter steht? In ihrem Herzen müssen sie denken, daß irgendeine übernatürliche Kraft damit verbunden sei, sie vertreten demnach die ähnliche Meinung wie diejenigen, die glauben, daß in den Wahrsagern eine solche Kraft wirksam sei. In Wirklichkeit setzen diese Personen ihr Vertrauen auf den Spiritismus, sie mögen es sich eingestehen oder nicht.
Wie wir gesehen haben, ist es nicht möglich, mit Hilfe der Astrologie etwas Zuverlässiges über die Zukunft auszusagen; auch haben wir gesehen, daß sie eine Art der Wahrsagerei ist, ferner, daß ihr ursprünglich der irrige Glaube zugrunde lag, die Gestirne seien Götter, und daß sie im babylonischen Heidentum wurzelt. Daher sollte man sich fragen, ob sich der Christ dafür interessieren sollte.
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Ist Astrologie etwas für Christen?Erwachet! 1970 | 8. März
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Ist Astrologie etwas für Christen?
DA DIE Astrologie unter angeblichen Christen immer populärer wird, muß man sich fragen: Wie sollte sich der Christ der Sterndeutung gegenüber verhalten? Darf er sich, wenn er Rat braucht, an einen Astrologen wenden? Oder darf er sich aus reiner Neugier von einem Astrologen das Horoskop stellen lassen?
Wie könnte sich ein wahrer Christ, der nur an einen einzigen Gott glaubt, an einen Astrologen um Rat wenden, da die Astrologie im wesentlichen doch ein Kind der Vielgötterei ist? Wäre er, wenn er so handelte, dem Schöpfer wohlgefällig?
Du magst einwenden, die Astrologie sei heute nicht mehr mit der Vielgötterei verbunden und heute sehe man in den Sternen keine Götter mehr. Das mag für die Mehrzahl der gebildeten Menschen zutreffen, aber die Astrologie stammt aus einer polytheistischen Religion, und ihre Hauptlehren sind aus dem religiösen Irrglauben hervorgegangen, daß die Gestirne Götter seien. Gilt denn ein Zweig, der sich an einem Baum entwickelt, nicht auch als ein Teil des Baumes?
Laß dir das Beispiel Israels zur Lehre dienen
In der Bibel wird viel über das Volk Israel und über die Bräuche berichtet, die es aus anderen, falschen Religionen übernahm. Beachte, wie es sich auf das Verhältnis der Israeliten zu Jehova Gott auswirkte, wenn sie Bräuche pflegten, die ihm ein Greuel waren. Aus ihrer Erfahrung kannst du erkennen, wie ein Christ die Astrologie beurteilen sollte.
Gott ließ zu, daß die Reiche Juda und Israel untergingen und die Bevölkerung gefangen weggeführt wurde, weil die Israeliten die Bräuche falscher Religionen pflegten. Zu den Sünden, die sie begingen, gehörte die Verehrung der Gestirne als Götter. Über Manasse, den König von Juda, lesen wir zum Beispiel, er sei im Anbeten solcher Götter dem Volke führend vorangegangen. „Er beugte sich nieder vor dem ganzen Heere des Himmels und diente ihnen.“ — 2. Kö. 21:3.
Später bemühte sich König Josia, den Einfluß, den diese falschen Religionen auf das Volk ausübten, zu brechen. Der Bericht darüber lautet: „Er schaffte die Götzenpriester ab, welche die Könige von Juda eingesetzt hatten, und die auf den Höhen, in den Städten von Juda und in der Umgebung von Jerusalem geräuchert hatten; und die, welche dem Baal, der Sonne und dem Monde und dem Tierkreise und dem ganzen Heere des Himmels räucherten.“ — 2. Kö. 23:5.
Josia wird wegen dieses Vorgehens in Gottes Wort lobend erwähnt. Man beachte, daß er die Götzenpriester abschaffte, die der Sonne, dem Mond und „dem Tierkreise“ räucherten. Wenn man bedenkt, daß Gott Josias Vorgehen guthieß, ist dann anzunehmen, daß heute Personen Gott wohlgefällig sind, die sich mit Astrologie abgeben, einer Lehre also, die mit einer heiligen Scheu vor dem „Tierkreise“ verbunden ist?
Der Prophet Zephanja mußte im Auftrage Jehovas die Israeliten öffentlich rügen, weil sie sich „auf den Dächern vor dem Heer der Himmel“ niederbeugten und dabei „bei Malkam [Molech] Eidschwüre“ leisteten. (Zeph. 1:5, New World Translation) Im Altertum stand die Astrologie eng mit der Verehrung Malkams oder Molechs in Beziehung.
Stephanus, der erste christliche Märtyrer, spielte auf diese üblen Bräuche an, die die Israeliten früher gepflegt hatten, als er sagte: „Da wandte sich Gott ab und gab sie dahin, dem Heer des Himmels heiligen Dienst darzubringen, wie es im Buche der Propheten geschrieben steht: ,Ihr habt doch nicht etwa mir vierzig Jahre lang in der Wildnis Opfertiere und Schlachtopfer dargebracht, o Haus Israel? Sondern das Zelt des Moloch und den Stern des Gottes Rephan habt ihr aufgenommen, die Figuren, die ihr gemacht habt, um sie anzubeten. Demzufolge will ich euch über Babylon hinaus wegführen.‘“ — Apg. 7:42, 43.
Die Astrologie verboten
Wie wir gesehen haben, ist die Astrologie ein Sprößling der babylonischen Religion. Ist es daher nicht verständlich, daß Jehova Gott Israel, seinem Volk, verbot, Astrologie zu treiben? Durch dieses Verbot zeigte er, wie er über die Sterndeutung denkt; und heute richtet sich ein Christ danach. Eines der Gesetze, die Gott für Israel erließ, lautete: „Es sollte sich in dir nicht jemand finden, der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer gehen läßt, jemand, der sich mit Wahrsagerei beschäftigt, der Magie treibt, oder jemand, der nach Omen ausschaut, oder ein Zauberer.“ — 5. Mose 18:10, NW.
Was hat dieser Text mit Astrologie zu tun? Man beachte den Hinweis auf „Wahrsagerei“. Wie wir bereits gesehen haben, ist die Astrologie eine Art der Wahrsagerei. Zur Astrologie gehört auch das ‘Ausschauen nach Omen’ im Lauf der Gestirne, was Gott aber auch verboten hat.
Außerdem sagte Gott in seinem Gesetz: „Denn ein Greuel für Jehova ist ein jeder, der diese Dinge tut; und um dieser Greuel willen treibt Jehova, dein Gott, sie vor dir aus.“ (5. Mose 18:12) Gott verändert sich nicht. Müssen wir demnach nicht erwarten, daß er auch heute noch über jede Art der Wahrsagerei ebenso denkt? Muß die Astrologie nicht auch heute noch für Jehova ein solcher Greuel sein, wie sie es im Altertum war, als sie einen Bestandteil der babylonischen Religion bildete?
Spiritismus
Da die Astrologie eine Art der Wahrsagerei ist, mag sie dich in Spiritismus verwickeln. Durch die Astrologie magst du in Kontakt kommen mit den ‘bösen Geistermächten in den himmlischen Örtern’. (Eph. 6:12) Möchtest du, daß dir das widerfahre? Gott verurteilte nachdrücklich Personen, die sich von dieser Seite Rat holten. Er sagte zum Volk Israel: „Und die Seele, die sich zu den Toten beschwörern und zu den Wahrsagern wendet, um ihnen nachzuhuren, wider selbige Seele werde ich mein Angesicht richten und sie ausrotten aus der Mitte ihres Volkes.“ — 3. Mose 20:6.
Böse Geistermächte können Geschehnisse so steuern, daß es manchmal den Anschein hat, die Astrologen hätten die Zukunft richtig vorhergesagt. Wenn man der Astrologie anhängt, könnte man unter den Einfluß dieser Geistermächte gelangen. Aber möchtest du dich der Führung böser Geistermächte unterstellen? Werden sie dich auf einen Weg führen, der dir zum Guten ist? Sollte sich ein Christ nicht eher von Gott leiten lassen? — Jes. 8:19, 20.
Die Bibel sagte voraus, daß die Menschen in der Zeit, in der wir jetzt leben, achtgeben würden „auf irreführende inspirierte Äußerungen und Lehren von Dämonen“. (1. Tim. 4:1) Das erklärt, warum das Interesse am Spiritismus oder am Okkulten ständig wächst. Aber der Spiritismus, das heißt der Kontakt mit bösen Geistermächten, gehört in Wirklichkeit zu den verwerflichen Werken des gefallenen Fleisches. — Gal. 5:19, 20.
Die christliche Auffassung von der Astrologie
Wie sollte sich demnach ein Christ verhalten, wenn er beobachtet, welchen Aufschwung die Astrologie erlebt? Er kann sich die Handlungsweise der ersten Christen zum Vorbild nehmen, die im Römischen Reich lebten.
Im Römischen Reich stand die Astrologie in hohem Ansehen. In dem Werk Encyclopædia of Religion and Ethics von James Hastings, Band IV, kann man lesen: „Die einflußreichsten Vertreter der fremdländischen Wahrsagerei waren die Chaldaei oder, wie man sie später nannte, die Mathematici, das heißt die Lehrer der babylonischen Astrologie, die mit Hilfe des Horoskops über das Schicksal des einzelnen weissagten ... und aufgrund der Bewegungen der Himmelskörper die Zukunft entschleierten. Diese Astrologen wurden das erstemal im Jahre 139 v. Chr. aus Rom und Italien verbannt ... Durch diese Maßnahme ging allerdings die Zahl der Astrologen nicht wesentlich zurück, denn sie hatten Kunden aus den höchsten Kreisen, ja selbst die Kaiser wandten sich an Astrologen.“
Obwohl die Astrologie bei den Römern sehr populär war, lehnten es die ersten Christen ab, etwas damit zu tun zu haben. Viele hatten sich mit Wahrsagen und anderen Arten des Spiritismus beschäftigt, bevor sie Christen wurden. Doch als sie das Christentum annahmen, distanzierten sie sich vom Spiritismus und von allem übrigen, was mit falscher Religion zu tun hatte. Darüber wird uns folgendes berichtet: „Eine ganze Anzahl von denen, die magische Künste getrieben hatten, trugen ihre Bücher zusammen und verbrannten sie vor allen.“ (Apg. 19:19) Sehr wahrscheinlich befanden sich darunter auch astrologische Bücher, denn die Astrologie war damals eine beliebte Art der Wahrsagerei.
Diese Christen haben richtig gehandelt. Wie kann denn ein Christ ‘am Tisch der Dämonen essen’, indem er Wahrsagerei treibt, und gleichzeitig ‘am Tisch Gottes’, indem er beansprucht, Christ zu sein und an der geistigen Speise teilzuhaben, die Gott in seinem geschriebenen Wort bereithält?
Würde ein Christ, der sein Vertrauen auf die Astrologie setzt, nicht ebenso handeln wie die ungehorsamen Israeliten? Würde er nicht falschen Göttern, den babylonischen Sterngöttern, vertrauen, die die Grundlage der Astrologie bildeten? Würde er dadurch nicht etwas anhangen, was aus einer mit Götzendienst verbundenen falschen Religion, die sein Schöpfer verabscheut, hervorgegangen ist? — Offb. 22:15.
Wie kann ein wahrer Christ der Astrologie zugetan sein, von der man weiß, daß sie in der babylonischen Sterngötterei wurzelt und eine Beziehung zum Spiritismus hat? Der Apostel Paulus, einer der ersten Christen, zeigte, wie man handeln sollte, als er erklärte: „Laßt euch nicht in ein ungleiches Joch mit Ungläubigen spannen. Denn welche Genossenschaft besteht zwischen Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit? Oder welche Teilhaberschaft hat Licht mit Finsternis? ‚„Darum geht aus ihrer Mitte hinaus und sondert euch ab“, spricht Jehova, „und hört auf, das Unreine anzurühren.“‘“ — 2. Kor. 6:14, 17.
Wer ein Christ sein möchte, darf sich nicht mit Astrologie abgeben. Das bedeutet aber nicht, daß er sich nicht bemühen darf, etwas über die Zukunft zu erfahren. Doch gibt es eine weit verläßlichere Methode, um etwas über diese wichtige Frage zu ermitteln.
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Etwas Besseres als AstrologieErwachet! 1970 | 8. März
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Etwas Besseres als Astrologie
DER Wunsch, etwas über die Zukunft zu erfahren, ist natürlich und ganz und gar nicht ungehörig. Du bist besorgt um dein Wohlergehen und um das deiner Angehörigen; auch möchtest du wichtige Dinge jetzt so entscheiden, daß sich deine Entscheidungen für alle zum Guten auswirken. Vielleicht hast du schon oft gesagt: „Wenn ich damals gewußt hätte, was ich jetzt weiß, hätte ich vieles anders gemacht.“ Es ist viel leichter, zu ermitteln, welche Fehler man in der Vergangenheit gemacht hat, als vorauszusehen, wie sich etwas auswirkt.
Aus diesem Grund beschäftigen sich viele Leute mit Astrologie und anderen Arten der Wahrsagung. Es ist nicht verkehrt, etwas über die Zukunft erfahren zu wollen, aber zu diesem Zweck sollte man sich nicht an die Astrologen wenden.
Wende dich an den Schöpfer
Ist es nicht weit vernünftiger, anstatt die Zukunft aus dem Lauf der Gestirne ermitteln zu wollen, sich an den lebendigen Schöpfer dieser Himmelskörper zu wenden? Angenommen, du möchtest etwas über die Ehe wissen; meinst du nicht, daß Gott, der Stifter der Ehe, dir mehr über diese Form des menschlichen Zusammenlebens sagen kann als die Sterne, die doch nur tote Materie sind? In seinem Wort, der Bibel, findest du alles, was er darüber gesagt hat, und durch das Befolgen seiner Ratschläge kannst du schwerwiegende Fehler vermeiden.
In der Bibel wird zum Beispiel der junge, nach Liebe verlangende Mann davor gewarnt, hinter einer Dirne her zu sein, und es wird ihm auch gesagt, warum. (Spr. 7:6-27) Wenn er diesen Rat befolgt, vermeidet er Fehler, die er später schwer bereuen würde. Ehemännern und Ehefrauen werden Ratschläge gegeben, die es ihnen ermöglichen, eine glückliche Ehe zu führen, sofern sie sie beachten. (Eph. 5:22-31) Den Eltern wird gesagt, worauf sie bei der Kindererziehung achten sollten, um Fehler zu vermeiden, die später großes Herzeleid zur Folge haben könnten. — Eph. 6:1-4.
Betrüblichen Erfahrungen kann man oft entgehen, wenn man den Rat der Bibel über den Umgang mit Menschen im allgemeinen befolgt. Ein Beachten der in der Bibel dargelegten Grundsätze kann einem helfen, Zank und Streit sowie Beleidigungen, die das gewöhnlich mit sich bringt, zu entgehen. (Eph. 4:31, 32) Die Astrologie mag den Versuch machen, zu ermitteln, welche Art von Menschen am besten miteinander auskommen; Gottes Wort aber zeigt, wie man mit allen Arten von Menschen in Frieden leben kann. Ferner zeigt es, wie man Freunde, die einem in Liebe zugetan sind, gewinnen kann und was man tun muß, um eine friedliche Zukunft zu haben. Ist das nicht besser als die fragwürdigen Ratschläge der Astrologen?
Wenn du gemäß dem Worte Gottes handelst, kannst du jetzt manches für deine Zukunft tun. Du kannst sie durch deinen jetzigen Lebenswandel weitgehend beeinflussen, so daß du mit einer glücklichen Zukunft rechnen darfst oder mit einer unglücklichen rechnen mußt. Natürlich mag es vorkommen, daß man von einem Unglück betroffen wird, das nicht abzuwenden gewesen ist. Die Bibel anerkennt diese Tatsache, indem sie sagt: „Denn Zeit und unvorhergesehenes Geschehen trifft sie alle.“ (Pred. 9:11, NW) Aber wenn du von einem Unglück betroffen wirst, so kann die Bibel dir helfen, besser darüber hinwegzukommen. Sie kann dir zum Beispiel helfen, den Schmerz über den Verlust eines lieben Angehörigen, der dir durch ein unvorhergesehenes Unglück entrissen worden ist, zu überwinden. — 1. Thess. 4:13; Apg. 24:15.
Jehovas Propheten haben die Zukunft vorhergesagt
Es gibt keine bessere Quelle, aus der man Aufschluß über die Zukunft schöpfen kann, als Gottes Wort, geäußert von den inspirierten Propheten Gottes. Diese Propheten sagten Geschehnisse voraus, die damals weit in der Zukunft lagen. Wegen dieses Vorauswissens sind sie den Astrologen weit überlegen.
Zu der Zeit, da der Prophet Daniel in Babylon lebte, war er allen Magie treibenden Priestern, den Beschwörern und Astrologen im Reiche des Königs Nebukadnezar zehnfach überlegen. (Dan. 1:20, NW) Das zeigte sich, als der König von seinen Astrologen und Magiern verlangte, ihm den Traum zu sagen, den er in der Nacht zuvor geträumt, aber inzwischen vergessen hatte. Die chaldäischen Wahrsager entgegneten: „Kein Mensch ist auf dem Erdboden, der die Sache des Königs anzeigen könnte.“ (Dan. 2:10) Doch Daniel konnte den Wunsch des Königs erfüllen.
Er tat dem König kund, warum er wußte, was der König geträumt hatte. Er sagte zu ihm: „Das Geheimnis, das der König selbst fordert, vermögen die Weisen, die Beschwörer, die Magie treibenden Priester und die Astrologen selbst dem König nicht anzuzeigen. Aber es existiert ein Gott in den Himmeln, der ein Offenbarer von Geheimnissen ist, und er hat König Nebukadnezar bekanntgegeben, was im Schlußteil der Tage geschehen soll.“ — Dan. 2:27, 28, NW.
Zeigt diese Erfahrung nicht, daß Daniel sein Wissen aus einer Quelle schöpfte, die der Quelle der Astrologen weit überlegen war? Auch du kannst aus dieser Quelle — diese Quelle ist Jehova Gott — schöpfen, wenn du dich an die Bibel wendest, um Aufschluß über die Zukunft zu erhalten. Der wahre Gott, der Schöpfer des Menschen, kann uns weit zuverlässigeren Aufschluß über die Zukunft geben als irgendein Vertreter des Okkultismus.
Babylons Astrologen haben versagt
Vermochte die Stadt Babylon dem Unglück zu entgehen, weil sie auf ihre Astrologen vertraute? Nein; Gott inspirierte den Propheten Jesaja, über die babylonischen Astrologen vorherzusagen, daß sie nicht einmal sich selbst würden retten können! Er sagte: „Sie mögen doch auftreten und dich retten, die Himmelszerleger, die Sternebeschauer, welche jeden Neumond kundtun, was über dich kommen wird! ... Siehe, sie sind wie Stoppeln geworden, Feuer hat sie verbrannt! Vor der Gewalt der Flamme konnten sie ihr Leben nicht retten.“ — Jes. 47:13, 14.
Die babylonischen Astrologen sahen nicht voraus, daß ihre mächtige Stadt im Jahre 539 v. u. Z. von den Medern und Persern erobert werden würde. Daniel dagegen sah es voraus. In der Nacht, in der das geschah, ließ Jehova Gott an einer Wand im Palast des Königs Belsazar eine geheimnisvolle Handschrift erscheinen. Der König und seine Gewaltigen feierten ein Fest und fühlten sich hinter den starken Stadtmauern sicher. Als die Handschrift erschien, rief der König die Astrologen und Zauberer und forderte sie auf, ihm die Schrift zu deuten, aber sie vermochten es nicht. — Dan. 5:7, 8.
Da wurde Daniel gerufen, und er konnte sie lesen und ihren Sinn angeben. Nach seiner Deutung bedeutete die Schrift folgendes: „Gott hat dein Königtum gezählt und macht ihm ein Ende. ... du bist auf der Waage gewogen und zu leicht erfunden worden. ... dein Königreich wird zerteilt und den Medern und Persern gegeben.“ — Dan. 5:26-28.
Später in jener Nacht drangen die Meder und Perser in die Stadt ein und eroberten sie. Die Astrologen hatten die Babylonier vor diesem großen Unglück nicht gewarnt. Auch diese Begebenheit zeigt, daß dieser Prophet sein Wissen über die Zukunft aus einer Quelle schöpfte, die der der Astrologen weit überlegen war.
Was wird über unsere Generation kommen?
Es ist prophezeit, daß eine Katastrophe über unsere Generation hereinbrechen wird, die weit größer sein wird als das Unglück, das Babylon ereilte: Sie wird ungezählten Menschen das Leben kosten. Auch wird dadurch das gegenwärtige Regierungssystem der Menschen beseitigt werden. Die Katastrophe, die über die politischen Staaten kommen wird, nennt die Bibel „Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen“. (Offb. 16:14) Jehova Gott wird seinen Zorn über sie ausgießen, weil sie seine Gesetze kaltblütig mißachten. — Zeph. 3:8; Dan. 2:44.
Für alle, die ihr Vertrauen auf die Astrologie setzen, wird das ein großes Unglück bedeuten. Keiner wird überleben, der etwas getan hat, was Gott verabscheut. Danach wird Gott nicht mehr gestatten, daß sich jemand wieder mit Astrologie oder mit irgendeiner anderen Art der Wahrsagerei beschäftigt.
Nach diesem Unglück, das über die Nationen kommen wird, wird eine tausendjährige Friedenszeit anbrechen, in der die Menschen in Sicherheit leben und alles in Hülle und Fülle haben werden. Die ganze Menschheit wird dann von einer gerechten Regierung, von Gottes Königreich, regiert werden. Den Tod, wie wir ihn heute kennen, wird es dann nicht mehr geben, sondern die Menschen werden die Aussicht haben, ewig zu leben. Das sind einige der Dinge, die nicht von den Astrologen, sondern von den inspirierten Propheten der Bibel vorausgesagt worden sind. Die Propheten der Bibel haben sich in Verbindung mit anderen Prophezeiungen, die sich bereits erfüllt haben, als zuverlässig erwiesen. Gibt es daher noch einen triftigen Grund, zu bezweifeln, daß die Prophezeiungen, die sich noch nicht erfüllt haben, noch in Erfüllung gehen werden? Diese Propheten erhielten ihren Aufschluß von unserem Schöpfer, der nicht lügen kann. — Ps. 37:11; Offb. 21:4; Jes. 55:11.
Segensreiche Auswirkungen schon jetzt
Schon jetzt wirkt es sich für Jehovas Zeugen als Gesamtheit segensreich aus, daß sie sich von der Bibel leiten lassen. Das hat dazu geführt, daß sie Herzensfrieden haben und daß sie glücklich und geeint sind. Sie teilen die Angst der Welt vor der Zukunft nicht, weil sie wissen, was die Zukunft bringen wird. Sie wenden sich nicht an Astrologen, um sich in bezug auf Persönlichkeit, Ehe und anderes von ihnen beraten zu lassen. Sie richten sich nach den Grundsätzen der Bibel. Das Leben, das diese Menschen führen, die sich so von der Bibel leiten lassen, beeindruckt Personen, die das beobachten.
Einer Frau fiel eine Nachbarsfamilie, Zeugen Jehovas, auf, weil sie so glücklich und friedlich lebte und einen guten inneren Zusammenhang hatte. Sie suchte sie daher einmal auf und sagte: „Ich möchte mit Ihnen die Bibel studieren. Ich habe jetzt Ihre Familie zwei Jahre beobachtet, und in dieser Zeit ist es mir klargeworden, daß Sie echte Christen sein müssen. Ich möchte auch so sein wie Sie.“
Jehovas Zeugen haben die Erfahrung gemacht, daß sie durch ein Handeln nach den Ratschlägen und Grundsätzen des Wortes Gottes oft gerade solchen Schwierigkeiten entgehen können, über die viele Leute astrologischen Rat einholen. Außerdem haben sie die Aussicht, die erdenweite Katastrophe, die über die Nationen kommen wird, zu überleben und in der darauffolgenden neuen Ordnung der Dinge ein friedliches Dasein führen zu dürfen. Sie wissen somit, was ihnen die Zukunft bringen wird.
Warum sich also einer Sache zuwenden wie der Astrologie, die unzuverlässig ist und von Gott verabscheut wird, anstatt sich auf Gottes inspiriertes Wort, die Bibel, zu verlassen? Die Prophezeiungen der Bibel sind noch immer in Erfüllung gegangen. Die Bibel ist ein wahrer, ein zuverlässiger Führer.
Ist es nicht besser, sein Vertrauen auf Gottes Wort anstatt auf die Astrologie zu setzen, die schon viele Personen, auch die Babylonier, die sie aufgebracht haben, enttäuscht hat? Ist es nicht vernünftiger, sich an den Schöpfer der Gestirne um Rat und Aufschluß über die Zukunft zu wenden, als sich einzubilden, man könne in den Sternen etwas über sich und über die Zukunft lesen? Weiß der lebendige Schöpfer nicht mehr über dich, als ein Astrologe aus Lauf und Stellung lebloser Materiemassen im Weltraum zu lesen vermag?
Es ist nicht ungehörig, etwas über die Zukunft erfahren zu wollen und Ratschläge für das Leben einzuholen, aber warum nicht Gottes Wort zu Rate ziehen, das Buch, in dem du zuverlässigen Aufschluß findest? Wenn du die Bibel zu Rate ziehst, wird sie eine Leuchte deinem Fuß und Licht für deinen Pfad sein. Die Wege, die die Weisheit der Bibel einen führt, sind liebliche Wege, und ihre Pfade sind Frieden. Auch führt sie dich den Weg zu ewigem Leben. — Ps. 119:105; Spr. 3:13-18.
Nur Jehova Gott — nicht die Astrologie — vermag dich in der Katastrophe, die über unsere Generation kommen wird, zu bewahren. Nur er kann dir eine Zukunft in der neuen Ordnung der Dinge sichern, in der jeder in Frieden und Sicherheit wird leben können. Durch Gottes geschriebenes Wort erfährst du viel mehr über dich und die Zukunft als durch die Astrologie.
[Bild auf Seite 13]
Daniel schöpfte sein Wissen über die Zukunft aus einer besseren Quelle als die Astrologen, die die geheimnisvolle Handschrift nicht zu deuten vermochten.
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Den bösen Geistermächten widerstehenErwachet! 1970 | 8. März
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Den bösen Geistermächten widerstehen
AUS Connecticut (USA) berichtete vor einiger Zeit eine Zeugin Jehovas folgendes Erlebnis mit mehreren Frauen, die sich mit Alphabettafeln beschäftigten:
„Im vergangenen Frühling entdeckte eine Zeugin Jehovas, daß ihre beiden Kusinen und deren Freundinnen sich mit Alphabettafeln die Zeit vertrieben. Jede der Frauen hatte eine eigene Tafel, und nach ihren Äußerungen besaß jede Tafel eine eigene Persönlichkeit. Die Macht hinter der einen Tafel behauptete, der Geist eines verstorbenen Asiaten zu sein. Die Macht hinter einer anderen Tafel beanspruchte, eine Europäerin zu sein.
Nachdem die Frauen diese Tafeln eine Zeitlang benutzt hatten, begannen merkwürdige Dinge zu geschehen. Zu einer der Frauen sagte der Geist, sie werde ein Geschenk erhalten, und beschrieb es bis ins einzelne; er erklärte auch, daß das Geschenk ursprünglich von einer Person königlichen Geblüts stamme, die auf einem anderen Planeten wohne. Ein paar Tage später überreichte jemand, der offenbar geistesgestört war, der Frau ein Geschenk, das genau der Beschreibung entsprach!
Einer anderen dieser Frauen wurde durch die Alphabettafel gesagt, der Geist beabsichtige, ihren Geist und ihren Körper zu beherrschen, und wenn sie sich dagegen wehre, werde er ihr Schaden zufügen. Als er gefragt wurde, welchen ,Schaden‘, antwortete die Tafel, die Frau werde sich zuerst die Beine verletzen. Kurz darauf stolperte sie über einen kleinen Tisch und verletzte sich die Beine.
Einer anderen Frau wurde durch die Tafel gesagt, ihr Mann werde bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommen: dieser Gedanke trieb die Frau fast zur Verzweiflung. Nun erfuhr die Zeugin Jehovas etwas davon und machte diese Frauen auf die Bibel aufmerksam. Da sie selbst noch nicht lange mit Jehovas Zeugen verbunden war, bat sie mich, diese Frauen zu mir einzuladen und ihnen zu erklären, was es mit der Alphabettafel auf sich habe. Ich erfüllte natürlich ihre Bitte, und da ich einen Tag zuvor Awake! vom 22. Juni 1968, das den Artikel über die ,Alphabettafel‘ enthielt [deutsch 22. September 1968], erhalten hatte, war ich gut ausgerüstet, um diesen neun Personen zu erklären, welche Beziehung zwischen ihrem ,Spielzeug‘ und den dämonischen Mächten bestand. Das Gespräch dauerte etwa drei Stunden.
Noch am gleichen Abend gingen alle Anwesenden in die Wohnung der Frau, der die Tafel die Schreckensnachricht übermittelt hatte, und besprachen die biblischen Argumente gegen den Gebrauch der spiritistischen Alphabettafel. Sie beschlossen, ihre ,Spielzeuge‘ zu beseitigen.
Jetzt führe ich jede Woche ein Bibelstudium mit einer dieser Frauen und ihren fünf Kindern sowie weiteren Personen, die sie dazu einlädt — meistens sind es etwa drei — durch. An einem anderen Abend studiere ich mit einem Mann und seiner Frau sowie mit deren Hauswirtin und ihren beiden Söhnen. Der Mann saugt die biblische Wahrheit in sich hinein wie ein trockener Schwamm das Wasser.“
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