-
Wie denkst du über Autorität?Der Wachtturm 1972 | 1. August
-
-
Wie denkst du über Autorität?
1, 2. (a) Welches Beispiel zeigt, wie man allgemein über Autorität denkt? (b) Warum ist es wichtig, seine Ansicht über Autorität zu prüfen?
IM Oktober 1969 traten die Polizeibeamten in Montreal (Kanada) eines Morgens nicht ihren Dienst an, sondern versammelten sich in einer Arena zur Besprechung von Streikplänen. Wie reagierte die Bevölkerung der Stadt, als die Polizei plötzlich nicht mehr da war? Wie erwartet, kam es zu Tumulten und Plünderungen, hervorgerufen durch Rowdys, militante Studenten und andere Opportunisten. Wie verhielten sich aber gewöhnliche Bürger, Personen, die auch unsere Nachbarn hätten sein können? Ein Augenzeuge berichtete:
„Nicht nur Strolche und Gewohnheitsverbrecher handelten rechtswidrig, sondern auch ganz gewöhnliche Leute, die nie im Leben daran dächten, so etwas zu tun, wenn ein Polizist an der Ecke stehen würde. Ich habe gesehen, wie Autofahrer bei Rot über die Kreuzung fuhren. Andere Fahrer benutzten die falsche Straßenseite, nur weil sie wußten, daß sie niemand erwischen würde“ (New York Times, Freitag, 10. Oktober 1969, Seite 2).
2 Hast du die gleiche Ansicht über Autorität wie diese „gewöhnlichen Leute“? Ist Autorität als etwas aufzufassen, das man lediglich duldet, sich aber darüber hinwegsetzt, sobald man die Gelegenheit dazu hat? „Natürlich nicht!“ magst du antworten. Dennoch mag es angebracht sein, daß du dich einmal genau prüfst, da es sein könnte, daß deine Denk- und Handlungsweise irgendwie beeinflußt worden ist, ohne daß du es dir bewußt bist. Für die meisten Angehörigen der heutigen Generation hat das Wort „Autorität“ einen unangenehmen Klang; für sie bedeutet Autorität eine ungebührende Einschränkung der Handlungsfreiheit, die selbst der konservativste Mensch genießen möchte. Autorität ist daher etwas, was von der heutigen Generation auf jede erdenkliche Weise untergraben wird: durch laute Proteste in Form von Demonstrationen und Gewaltaktionen oder durch einen wortlosen, aber nicht minder zerstörend wirkenden Widerstand auf Gebieten, die „gewöhnliche Leute“, aus denen die heutige Gesellschaft zum größten Teil besteht, gar nicht beachten.
3. Was sagen namhafte Männer über die gegenwärtige Einstellung zur Achtung vor Autorität?
3 Dr. Amitai Etzioni, Vorsitzender der soziologischen Abteilung der Columbia-Universität, sagte über die „krasse Mißachtung der Autorität, und zwar jeder Form der Autorität, die er bei vielen Studenten beobachtet hat“, folgendes:
„Nach dem Zweiten Weltkrieg ist bei der Kindererziehung etwas zusammengebrochen ... Es setzte eine weitverbreitete Reaktion gegen die autoritäre Erziehung ein — wie es scheint eine Superreaktion. ... Nun sind alle diese Kinder, die in den 1940er Jahren geboren wurden, herangewachsen, und sie sind nicht fähig, eine Autorität anzuerkennen — ob es nun die Autorität eines Lehrers eines Polizisten, eines Richters oder gar eines ihrer Altersgenossen sei. ... Ich sehe darin auch eine Gefahr für die bürgerliche Ordnung, die eigentliche Struktur der Gesellschaft“ (The National Observer, Montag, 2. Februar 1970, Seite 20).
Der amerikanische Senator John L. McClellan äußerte sich in einem Interview über die Ursachen des ständigen Anstiegs der Kriminalität in den Vereinigten Staaten in ähnlichem Sinne. Er sagte:
„Eine weitere Ursache ist das allgemeine Klima in dieser Nation — ein Klima des bürgerlichen Ungehorsams, des Nonkonformismus und der Mißachtung jeder Autorität —, die sogenannte Philosophie, ,jeder kümmere sich um seine Sache‘ ohne Rücksicht darauf, wie es andere berührt oder beeinflußt. Sie zeigt sich größtenteils in Form der Auflehnung gegen die verfassungsmäßigen Behörden“ (U.S. News & World Report, 16. März 1970, Seite 18).
4. (a) Was ist Autorität? (b) Welche Ansichten über Autorität sind geäußert worden?
4 Was ist denn Autorität überhaupt, und warum begegnet man ihr heute überall in zunehmendem Maße mit feindseligen Gefühlen? Autorität wird unter anderem als die „Macht“ erklärt, „Gedankengang, Meinung oder Verhalten zu beeinflussen oder zu bestimmen“. Die Träger der Autorität beeinflussen oder bestimmen demnach die Handlungsweise eines Menschen nach einer Richtung, die er zu gehen wünschen mag oder auch nicht. Die Ausübung der Autorität wird deshalb von vielen als Gegensatz zur Freiheit betrachtet. Für einige ist daher die Freiheit im Sinne einer Beseitigung jeder Autorität das höchste Ziel der Menschheit. Henry Thoreau, ein amerikanischer Philosoph aus dem letzten Jahrhundert, schreibt in seinem Essay „Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat“ folgendes:
„Ich habe mir den Wahlspruch zu eigen gemacht: ,Die beste Regierung ist die, die am wenigsten regiert‘ ... Wenn er verwirklicht wird, läuft es schließlich auf das hinaus, was ich ebenfalls glaube: ‚Die beste Regierung ist die, die überhaupt nicht regiert‘“ (Man & The State: The Political Philosophers, Seite 301).
Ein jugendlicher Filmstar äußerte die gleiche Meinung in der Sprache von heute wie folgt: „Es ist scheußlich, sich ... von jemandem etwas sagen lassen zu müssen. ... Es mag lächerlich erscheinen, doch es gibt Väter, die glauben, das göttliche Recht zu besitzen, ihren Kindern zu befehlen, was sie zu tun hätten, nur weil sie sie gezeugt haben“ (New York Sunday News, 17. November 1968). Sollte es uns wundern, daß „die eigentliche Struktur der Gesellschaft“ in Gefahr ist, wenn diese Denkweise immer mehr die Regel ist, statt die Ausnahme zu sein?
WOHER DIE MISSACHTUNG DER AUTORITÄT KOMMT
5 Wie wird gezeigt, woher die Mißachtung der Autorität kommt?
5 Worauf ist diese gewaltige Entwicklung zurückzuführen, die darauf hinausgeht, jede Autorität abzuschütteln? Ein Kommentar in der International Herald Tribune vom 7. Juni 1968 lenkte unbeabsichtigt die Aufmerksamkeit auf die Hauptursache der Mißachtung der Autorität: „Es ist etwas in der Luft der heutigen Welt, ein Widerstand gegen Autorität, eine um sich greifende Verantwortungslosigkeit, eine Art sittliche Pflichtvergessenheit, die weder durch einen religiösen noch durch einen ethischen Glauben gehemmt wird.“ Dieses Etwas „in der Luft“ ist lediglich eine Folge der gegenwärtigen Wirksamkeit dessen, den die Bibel als den „Herrscher der Gewalt der Luft“, den „Geist, der jetzt in den Söhnen des Ungehorsams wirksam ist“, bezeichnet. (Eph. 2:2) Die heutige Generation sieht die unzähligen Früchte der Wirksamkeit dessen, der die Mißachtung der Autorität gefördert hat. Die Wurzeln liegen aber tiefer, schon in der Begegnung dieses „Herrschers“ mit dem ersten Menschenpaar.
6, 7. (a) Wie prüfte der Schöpfer Adam und Eva auf ihre Ansicht über Autorität? (b) Wie untergrub Satan ihre Achtung vor der Autorität Jehovas, und warum ist es für uns wichtig, dies zu wissen?
6 Da man es unter allen Umständen vermeiden sollte, von Gott als ein ‘Sohn des Ungehorsams’ betrachtet zu werden, wäre es gut, die Denkweise einmal etwas näher zu prüfen, die der „Herrscher der Gewalt der Luft“ unter den Menschen aufgebracht hat. Wir begegnen ihr zum erstenmal bei Adam und Eva, als sie auf ihre Einstellung zur Autorität des Schöpfers als Herrscher geprüft wurden. Gott bestand auf seinem Recht, Gesetze zu schaffen und durchzusetzen, die für seine Schöpfung bindend waren. Er legte die Grenzen der Freiheit der ersten Menschen eindeutig fest. Durch ihren Gehorsam hätten sie ihn als höchste Autorität oder als ihren Souverän anerkannt. Er sagte: „Von jedem Baum des Gartens darfst du bis zur Sättigung essen. Was aber den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse betrifft, davon sollst du nicht essen, denn an dem Tage, da du davon ißt, wirst du bestimmt sterben.“ — 1. Mose 2:16, 17.
7 Derjenige, der später als der „Herrscher der Gewalt der Luft“ bezeichnet wurde, unternahm es, die Autorität Jehovas in Frage zu ziehen. Dadurch wurde er zum Satan, was „Widersacher“ bedeutet. Er zog Jehovas rechtmäßigen Anspruch auf Autorität in Frage, indem er, durch eine Schlange sprechend, dessen Gebot falsch darstellte. Er fragte Eva: „Sollte Gott wirklich gesagt haben: Ihr dürft nicht von jedem Baum des Gartens essen?“ (1. Mose 3:1) Eva wußte, daß Gott ihnen nicht verboten hatte, von jedem Baum zu essen, daß er ihre Freiheit also nicht ungebührend eingeschränkt hatte. Er hatte ihnen nur eine vernünftige Einschränkung auferlegt: einen einzigen Baum. Als Eva zu verstehen gab, daß sie dies wußte, beschuldigte Satan Gott, die Menschen belogen zu haben, um seine Autorität über sie aufrechtzuerhalten. Er behauptete, ihr Leben hinge nicht von ihrem Gehorsam ab, ja es würden sich ihnen sogar neue Freiheitsaussichten eröffnen, wenn sie sich der Herrschaft Jehovas widersetzten. Das ist die gleiche falsche Voraussetzung, von der Satan heute ausgeht, um die Menschen zu veranlassen, jede Form der Autorität abzulehnen. Selbstbestimmung und Unabhängigkeit werden als scheinbar besser dargestellt als die Unterwerfung unter die Wünsche eines anderen. Wenn Satan bewirken kann, daß sich jemand, der einer Autorität unterstellt ist, nur in geringem Maße auflehnt, so ist der Weg für eine weitere und schwerwiegendere Auflehnung geebnet. — Gal. 5:9.
ANDERE FAKTOREN, DIE UNSERE ANSICHT BEEINFLUSSEN KÖNNEN
8. Inwiefern beeinflußt das Beispiel anderer unsere Ansicht über Autorität?
8 Es gibt etliche weitere Faktoren, die unsere Ansicht über Autorität beeinflussen mögen. Es ist gut, wenn wir sie kennen, damit wir dadurch nicht veranlaßt werden, die allgemeine Denkweise des gegenwärtigen Systems der Dinge anzunehmen. Da ist unter anderem das schlechte Beispiel von Erwachsenen, die Autorität haben oder von denen zu erwarten wäre, daß sie die Autorität schützen. Personen im Staatsdienst — wie Polizisten, Lehrer und Briefträger —, Eltern und sogar Geistliche treten angeblich für Gesetz und Ordnung ein, sind aber selbst oft nicht bereit, gesetzwidrige Handlungen aufzugeben. Das hat viele zu dem Schluß kommen lassen, man sollte dem Gesetz nur gehorchen, wenn einem daraus keine Unannehmlichkeiten erwachsen oder wenn die eigenen Interessen nicht beeinträchtigt würden. Sie hinterziehen deshalb Steuern, hintergehen die Zollbehörden, verletzen Verkehrsvorschriften, wenn sie denken, niemand merke es, und bestehlen ihre Arbeitgeber, indem sie mehr Spesen aufschreiben, als sie in Wirklichkeit hatten, oder indem sie Betriebseigentum entwenden. Sie beteiligen sich an rechtswidrigen Streiks, die oft verbunden sind mit Schimpfreden und Demonstrationen, die die Gefühle aufputschen und nicht selten zu Gewalttaten führen. Erwachsene sprechen auch oft geringschätzig von Polizeibeamten und Regierungsmännern, die sich ihrerseits manchmal auf nicht gerade schmeichelhafte Art über ihre politischen Gegner äußern und so der Jugend ein schlechtes Beispiel geben. Ist es da nicht zu erwarten, daß Jugendliche, die ein solches Verhalten der Erwachsenen beobachten, diesen nicht die geforderte Achtung zollen? — Spr. 26:22.
9. Auf welche Weise haben Menschen ihre Autorität mißbraucht?
9 Ein weiterer Faktor, von dem einige ihre Ansicht über Autorität beeinflussen lassen, ist die Tatsache, daß die Träger der Autorität ihre Macht oft mißbrauchen. Der Vater, der das von Gott eingesetzte Haupt der Familie ist, kann ein Tyrann werden. Öffentliche Skandale beweisen, wie üblich es unter Polizeibeamten und Politikern ist, sich bestechen zu lassen. (Spr. 29:4) Namhafte Politiker führen die Öffentlichkeit oft durch Äußerungen irre, die sich später als unwahr erweisen, und so entsteht ein Mißtrauen. Bei Gerichtsfällen kommen sehr oft nur die günstig davon, die sich einen „guten“ Rechtsanwalt leisten können, und mit Hilfe solcher skrupellosen Rechtsanwälte können sie sogar den Freispruch von einem Verbrechen „erkaufen“, das sie begangen haben. Minderheiten leiden. Dann gibt es auch Fälle, in denen ausgesprochen schlechte Menschen ihre Autorität durch Gewaltanwendung mißbraucht haben, so zum Beispiel Hitler und andere Despoten, die in den letzten Jahren aufstanden.
10. Wie ist durch untätiges Zusehen gewisser Behörden die Mißachtung der Autorität gefördert worden?
10 Die Gleichgültigkeit oder das untätige Zusehen gewisser Behörden trägt dazu bei, daß die Rechtsprechung, bei der man mit zweierlei Maß mißt, verachtet wird. Es ist allgemein bekannt, daß in vielen Ländern die Verbrecherwelt gerichtlich kaum verfolgt wird; in den Vereinigten Staaten bezeichnet die Öffentlichkeit sie sogar als „unberührbar“. Diese Gleichgültigkeit ermuntert weitere Personen, gesetzwidrig zu handeln. Senator McClellan wies in seinen weiteren Äußerungen zu der Frage nach der Ursache des ständigen Anstiegs der Verbrechen in den Vereinigten Staaten auf diese Tatsache hin: „Verbrechen, die nicht bestraft werden, züchten neue Verbrechen ... die Wahrscheinlichkeit, wegen eines Verbrechens verhaftet, verurteilt und bestraft zu werden, ist weniger als eins zu zwanzig“ (U.S. News & World Report, 16. März 1970, Seite 18, 19). Das bestätigt die Worte des weisen Königs Salomo: „Weil das Urteil über ein schlechtes Werk nicht eilends vollzogen worden ist, darum hat sich das Herz der Menschensöhne in ihnen völlig darauf gerichtet, Schlechtes zu tun.“ — Pred. 8:11.
11. Zu welchen Fragen geben die angeführten Tatsachen Anlaß?
11 Wenn wir zurückblicken, können wir also sehen, daß unsere Ansicht über Autorität von verschiedenen Dingen beeinflußt werden kann. Der Einfluß Satans, die Neigungen unseres Fleisches, schlechte menschliche Beispiele, der Mißbrauch von Macht und untätiges Zusehen — all das kann die Neigung zu einer antiautoritären Einstellung fördern. Wirklich, „der Mensch [hat] über den Menschen zu seinem Schaden geherrscht“. (Pred. 8:9) Da die Ausübung der Autorität in den vergangenen Jahren einen solch unangenehmen Eindruck hervorgerufen hat, benutzen viele diese Dinge, um ihre antiautoritäre Einstellung zu rechtfertigen, die sie durch Gesetzesübertretungen oder durch die Beteiligung an den verschiedensten Protesten zum Ausdruck bringen. Sollten aber diese Dinge unsere Ansicht über Autorität und ihren Zweck erschüttern? Sollten sie uns veranlassen, uns offen gegen etwas aufzulehnen, was wir als ein Unrecht gegenüber gewissen Untergebenen einer Autorität betrachten? Sollten sie bewirken, daß wir uns zwar nicht so auffällig dagegen auflehnen, aber bereit sind uns über die Autorität hinwegzusetzen, sobald wir denken, wir würden nicht gesehen oder wir kämen „ungeschoren davon“?
12. Wie können wir zur rechten Ansicht über Autorität gelangen?
12 Eines sollte uns aufgrund der bisherigen Beobachtungen klargeworden sein: „Es steht nicht bei dem Manne, der da wandelt, auch nur seinen Schritt zu richten.“ (Jer. 10:23) Der Christ kann also nur unter der Leitung des Schöpfers erkennen, wie er über die für ihn maßgebende Autorität und über Autorität im allgemeinen denken sollte. Es gibt zwei Möglichkeiten, zur rechten Ansicht zu gelangen: erstens, indem man die in der Schöpfung wirkenden physikalischen Gesetze beobachtet, die den Wert und die Notwendigkeit der Autorität deutlich erkennen lassen, und zweitens, indem man die guten Grundsätze kennenlernt, die in Gottes geschriebener Offenbarung seiner Ansicht über Autorität, in der Bibel, niedergelegt sind. Wir können hier kurz einige dieser Grundsätze betrachten.
DURCH DIE SCHÖPFUNG ZUR RECHTEN ANSICHT ÜBER AUTORITÄT KOMMEN
13. (a) Wie übt unser Körper Macht oder Autorität über uns aus? (b) Wie reagieren wir auf die Befehle unseres Körpers?
13 Wir sind bestimmten physikalischen Gesetzen unterworfen, die unsere Handlungen beschränken oder die uns veranlassen, gewisse Dinge zu tun. Einige davon üben einen ziemlichen Zwang auf uns aus. Zum Beispiel „beeinflußt“ dich oder gebietet dir dein Körper mit unbestreitbarer Macht oder Autorität, Brennstoff oder Nahrung aufzunehmen. Wenn du am Leben bleiben möchtest, mußt du essen. Dein Körper muß auch die durch den Stoffwechsel entstehenden Schlacken abgeben. Er gibt dir sozusagen den unumstößlichen Befehl, sie auszuscheiden. Betrachte dein Bedürfnis nach Schlaf, Luft und Wasser. Dein Körper befiehlt dir und zwingt dich schließlich, dieses Bedürfnis zu stillen, selbst wenn es dir nicht beliebt. Hast du deswegen das Gefühl, du seist nicht frei? Lehnst du dich gegen deinen Körper auf und wendest sogar gegen ihn Gewalt an, nur weil er eine gewisse Macht über dich ausübt? Wäre das nicht absurd? Wer versucht, diese physikalischen Gesetze zu verletzen, schadet sich nur. Sich ihnen zu unterwerfen ist nicht nur von Nutzen, sondern kann sogar Freude bereiten. Wer freut sich zum Beispiel nicht über einen guten Schlaf, ein köstliches Essen oder ein Glas kaltes Wasser an einem heißen Tag?
14. Führe ein Beispiel an, das zeigt, wie ein Naturgesetz Autorität ausübt.
14 Das trifft auch auf Gesetze zu, die außerhalb unseres Körpers wirksam sind und denen wir gehorchen müssen. Das Vorhandensein von Treppen und Aufzügen erinnert uns ständig an die Schwerkraft, der wir unterworfen sind. Würdest du dich über die Macht, die die Schwerkraft über dich ausübt, hinwegsetzen und vom zehnten Stock aus einem Fenster springen, statt die Treppen zu benutzen? Wer wollte bestreiten, daß dieses Gesetz, obwohl unveränderlich und ständig gleich wirksam, sehr nützlich ist? Dank der Schwerkraft bleiben die Atmosphäre, die Meere und andere für das Leben auf der Erde wichtige Dinge an ihrem Platz. Wenn wir die Naturgesetze anerkennen und mit ihnen zusammenwirken, mögen wir feststellen, daß wir sie sogar zu unserem Nutzen und zu unserer Freude auswerten können. Zum Beispiel anerkannte man das Gravitationsgesetz, studierte es zusammen mit anderen anwendbaren Gesetzen und entwickelte schließlich das Flugzeug. Das könnte ebensowenig als eine Auflehnung gegen die Macht der Schwerkraft betrachtet werden wie das Vorhandensein der Vögel und der fliegenden Insekten. Es handelt sich dabei lediglich um das Zusammenwirken mit göttlichen Gesetzen zum Nutzen derer, die sie anerkennen.
15. (a) Inwiefern läßt die Standardisierung im Universum Autorität erkennen? (b) Von welchen Normen wird unser Leben heute berührt?
15 Die Einheitlichkeit im Universum ist ein weiteres Gebiet, das den Nutzen der Autorität erkennen läßt. Ein Beispiel hierfür ist der menschliche Körper. Seine Organe befinden sich, abgesehen von seltenen Ausnahmen, immer an derselben Stelle, und alle seine Gliedmaßen sind symmetrisch angeordnet. Stellen wir uns das Durcheinander vor, das bei Heilbehandlungen, besonders bei Operationen, entstünde, wenn man nicht damit rechnen könnte, daß sich der Blinddarm bei jedem Menschen an der gleichen Stelle befindet! Oder wie wäre es, wenn unsere Beine unterschiedlich lang wären? Das ist jedoch nicht der Fall. Ein Schöpfer mit der entsprechenden Autorität hat unseren Körper im voraus standardisiert. Der Psalmist David sagte voller Bewunderung: „Und in dein Buch waren alle seine Teile eingeschrieben.“ (Ps. 139:14-16) Die Entscheidung dieser Dinge blieb nicht uns überlassen. Gott hat aber innerhalb der Grenzen seiner Normen eine unendliche Vielfalt zugelassen und uns zu unserer Freude mit einem freien Willen ausgestattet. Wenn wir den Grundsatz der Einheitlichkeit auf das heutige Leben anwenden, erkennen wir die Vorteile und die eindeutige Notwendigkeit einer Autorität, die Normen festlegt. Gewichte, Maße und Währungen müssen bestimmt werden, und jemand muß entscheiden, welche Fahrbahn benutzt werden darf. Wir können uns vorstellen, was geschehen würde, wenn in dieser Beziehung jeder tun könnte, was er wollte. Die Ausübung der Autorität verhindert also eine Verwirrung und sorgt durch die Festlegung von Normen für eine gewisse Sicherheit.
16. Welchen Nutzen ziehen wir aus der durch die Natur ausgeübten Macht oder Autorität?
16 Aus dieser kurzen Betrachtung einiger Naturgesetze können wir ersehen, daß die Macht oder Autorität, die diese Gesetze auf uns ausüben, dazu beiträgt, daß wir am Leben bleiben und die Ordnung aufrechterhalten wird. Sie schränkt unsere Freiheit nicht ein, wenn wir uns ihr unterstellen und mit ihr zusammenwirken. Die Autorität, die in der Schöpfung zum Ausdruck kommt, trägt in Wirklichkeit zu unserer Freude am Leben bei.
DIE RECHTE ANSICHT ÜBER AUTORITÄT GEHT VOM SCHÖPFER AUS
17. Welche Fähigkeit des Menschen macht Autorität notwendig? Führe ein Beispiel an.
17 Gottes Vorkehrung, durch Ausübung von Autorität seine vernunftbegabten Geschöpfe zu leiten, ist notwendig, weil er diese mit etwas ausgestattet hat, was nur er, der allmächtige Schöpfer, ihnen geben konnte: die Fähigkeit, ihren Weg selbst zu wählen, Willensfreiheit. Er wußte, daß sie aufgrund dieser Freiheit zwischen verschiedenen Möglichkeiten wählen konnten und daß die Wahl manchmal vielleicht nicht im Interesse des Betreffenden selbst oder im Interesse seiner Mitmenschen ausfallen würde. Es war also eine gewisse Leitung notwendig, damit vernunftbegabte Geschöpfe in Frieden und in angemessenen Verhältnissen leben konnten. Folgendes Beispiel mag dies veranschaulichen: Jemand möchte vielleicht an einer schönen Stelle ein Haus bauen. Würde seine Wahl aber die Freiheit anderer beeinträchtigen? Das Grundstück mag schon von jemand anders ausgesucht worden sein, oder vielleicht wäre es günstig, es für einen öffentlichen Park zu reservieren, von dem dann jedermann in der Umgebung etwas hätte. Es ist ganz klar, daß es einen Weg geben muß, auf dem die Sache zur Zufriedenheit aller entschieden werden kann, denn die Menschen müssen ja miteinander leben. Zu diesem Zweck hat Gott den Grundsatz der Leitung durch ein Haupt niedergelegt.
18. Welche Anordnung hat Jehova zur Ausübung der Autorität getroffen? Was zeigt dies in bezug auf Jehova?
18 Dieser Grundsatz wird in 1. Korinther 11:3 wie folgt dargelegt: „Ich will indes, daß ihr wißt, daß das Haupt jedes Mannes der Christus ist; das Haupt einer Frau aber ist der Mann; das Haupt des Christus aber ist Gott.“ In erweitertem Sinne erstreckt sich dieser Grundsatz auf alle vernunftbegabten Geschöpfe, denn er gilt für die ganze Anordnung Jehovas zur Beherrschung des Universums, zu dem auch wir hier auf der Erde gehören. Dieser Grundsatz verrät ein liebevolles Interesse, nicht Gleichgültigkeit und Zurückhaltung. Es handelt sich dabei um das Interesse das ein liebender Vater für seine Kinder hat. Der Apostel Paulus schrieb: „Gott handelt mit euch als mit Söhnen. ... denn wen Jehova liebt, den nimmt er in Zucht.“ (Hebr. 12:6, 7) Jehova mag seine Autorität, wenn nötig, ebenso durch eine Züchtigung oder einen Rat ausüben, wie ein menschlicher Vater es seinen Kindern gegenüber tut. Dadurch beweist er aber, daß er sich um die kümmert, die sich von ihm leiten lassen, daß er an ihnen interessiert ist und nur ihr Bestes will. Auch trägt dies zu einem friedlichen Verhältnis zu Gott und den Mitmenschen bei, denn der Apostel sagt weiter: „Nachher ... trägt sie denen, die durch sie [die Züchtigung] geübt worden sind, eine friedsame Frucht ein, nämlich Gerechtigkeit.“ — Hebr. 12:11.
EINE STAATLICHE AUTORITÄT NOTWENDIG
19. (a) Welchem Zweck dient die staatliche Autorität oder Obrigkeit? (b) Was erhalten wir von der staatlichen Obrigkeit, und was geben wir ihr zurück?
19 Obwohl Jehovas Regierung in ihrer vollen Wirksamkeit über die Erde vorübergehend unterbrochen wurde, erkennt Jehova die Tatsache an, daß eine gewisse Form der Autorität vorhanden sein muß, bis seine Herrschaft vollständig wiederhergestellt ist. Darum werden Christen aufgefordert, den bestehenden staatlichen „Regierungen und Gewalten als Herrschern untertan und gehorsam zu sein“, sich nicht dagegen aufzulehnen wegen ihrer Unvollkommenheiten. (Tit. 3:1) Diese „Gewalten“, das heißt die Obrigkeit oder die staatliche Autorität, helfen, in der Gesellschaft eine gewisse Ordnung aufrechtzuerhalten, ohne die Anarchie und Chaos entstehen würden. Wir sehen darin noch die Überreste des Gewissens, das Gott dem Menschen gegeben hat. (Röm. 2:14, 15) Die Obrigkeit hat die erforderliche Gewalt, für eine gewisse Ordnung zu sorgen auf Gebieten wie dem öffentlichen Dienst (Gesundheitswesen, Wasserversorgung, Post, Straßenbau, Erziehungswesen), der Verbrechensbekämpfung, dem Feuerschutz, dem Rechtsschutz und den behördlichen Hilfs- und Sicherheitsmaßnahmen (Bauwesen, Brandverhütung, Gesundheitswesen, Umweltverschmutzung, Lebensmittel, Betäubungsmittel, Verkehrswesen). Der Christ anerkennt den Nutzen, den er aus diesen Einrichtungen zieht; er unterwirft sich der weltlichen Obrigkeit deshalb in bedingtem Maße und zahlt auch Steuern. (Röm. 13:6, 7; Mark. 12:17) Er kann daher unter Menschen, „die in hoher Stellung sind“, unter der staatlichen Obrigkeit, im großen und ganzen „weiterhin ein ruhiges und stilles Leben führen ... in völliger Gottergebenheit und Ernsthaftigkeit“. — 1. Tim. 2:2.
20. Welche Ansicht über Autorität hat der reife Christ?
20 Welche Ansicht hat somit der reife Christ über Autorität? Er ist sich in erster Linie dessen bewußt, daß Autorität in jeder Hinsicht für das Leben notwendig ist. Er sieht in der Ausübung der Autorität durch den Schöpfer ein liebevolles Interesse des Schöpfers am Wohl seiner Geschöpfe. Er betrachtet die bestehenden weltlichen Obrigkeiten als Einrichtungen, die im Dienste des allumfassenden Vorhabens des Schöpfers und „in ihren relativen Stellungen als von Gott angeordnet“ stehen. (Röm. 13:1, 2; Joh. 19:11) Er ist sich dessen bewußt, daß es notwendig ist, sich in den verschiedenen Lebensbereichen den Trägern der Autorität — Lehrern, Arbeitgebern, Polizeibeamten, Richtern und Steuereinnehmern — bedingt zu unterwerfen. Er behält diese gottgefällige Ansicht bei, selbst wenn eine Autorität ihre Macht anscheinend mißbraucht oder Fehler begeht, denn er weiß, was es bedeutet: „Einer, der höher ist als der Hohe, wacht, und da sind die, die hoch über ihnen sind.“ (Pred. 5:8; Spr. 15:3) Er bleibt zuversichtlich, denn er weiß, daß es Jehovas Wille ist, seine liebevolle Autorität durch „eine Verwaltung an der Grenze der Fülle der bestimmten Zeiten“ auszuüben. (Eph. 1:10) Er sieht der Zeit entgegen, in der „alle Gewalt im Himmel und auf der Erde“ von Jesus ausgeübt wird durch treue christliche Diener wie diejenigen, die jetzt zusammen mit ihm und seinen christlichen Brüdern hart arbeiten. — Matth. 28:18.
-
-
Wie sich deine Ansicht über Autorität auf dein Leben auswirktDer Wachtturm 1972 | 1. August
-
-
Wie sich deine Ansicht über Autorität auf dein Leben auswirkt
1. In welchem Ausmaß wirkt sich deine Ansicht über Autorität auf dein Leben aus, und wie kannst du feststellen, welche Ansicht du hast?
DEINE Ansicht über Autorität wirkt sich weitgehend auf deine Beziehungen zu anderen Menschen und auf die Freude aus, die dir daraus erwächst. Das trifft sowohl auf dein Verhältnis zu deinen Angehörigen als auch auf deine religiösen und weltlichen Bindungen zu, die dein Leben täglich, ja fast stündlich berühren. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, daran zu denken, daß es nicht nur darauf ankommt, eine Autorität anzuerkennen, sondern auch darauf, welche Ansicht man darüber hat. Betrachtest du sie als etwas Notwendiges und in manchen Fällen als eine liebevolle Vorkehrung zu deinem Nutzen? Oder ist sie für dich etwas, worüber man sich hinwegsetzt, wenn es einem nicht genehm ist oder wenn es den eigenen Wünschen nicht entspricht? Du kannst genau feststellen, welche Ansicht du über Autorität hast, wenn du die Lebensbereiche, die davon berührt werden, einmal kurz betrachtest und einige Situationen ins Auge faßt, die aufgrund deiner Ansicht über Autorität entstehen mögen. Unsere Beziehungen können im großen ganzen in zwei Gruppen eingeteilt werden: in die außerhalb und die innerhalb der Christenversammlung. Wir werden sie der Reihe nach betrachten.
STAATLICHE AUTORITÄT
2. (a) Wie zeigt es sich, welche Ansicht man über die staatliche Autorität oder Obrigkeit hat? (b) Wie sollte man die staatliche Autorität betrachten?
2 Deine Ansicht über die staatliche Autorität zeigt sich im allgemeinen in deiner Einstellung gegenüber den Vertretern der Regierung, unter der du lebst. Du magst mit Polizeibeamten, Richtern, Steuerbeamten, Lehrern oder anderen Staatsbeamten in Berührung kommen. Im Verkehr mit solchen Autoritätsinhabern außerhalb der Christenversammlung verrät man die rechte Ansicht dadurch, daß man den Grundsatz der bedingten Unterordnung anerkennt und sich entsprechend verhält. Im allgemeinen besteht die Neigung, die staatliche Autorität oder Obrigkeit als etwas an sich Schlechtes zu betrachten und sie deshalb zu mißachten. Diese Mißachtung zeigt sich oft in der Nichtbeachtung anscheinend unnötiger oder ungerechter Gesetze wie gewisser Verkehrsvorschriften oder in „kleinen“ Unregelmäßigkeiten in Verbindung mit dem Zoll oder den Steuern. Sie kann aber auch in Spottnamen für Polizeibeamte und andere Vertreter des Staates zum Ausdruck kommen. Was die zuletzt genannte Gewohnheit betrifft, so gab Salomo den Juden im Königreich Israel den interessanten Rat: „Sogar in deinem Schlafgemach rufe nicht Übles auf den König selbst herab.“ (Pred. 10:20; Apg. 23:5) Petrus zeigte, daß Christen diesen Grundsatz auch heute auf weltliche Herrscher anwenden sollten: „Ehret Menschen von allen Arten, ... ehret den König.“ — 1. Petr. 2:17.
3. Warum ist es wichtig, jetzt die rechte Ansicht über die staatliche Autorität zu entwickeln?
3 Warum ist dies denn so wichtig, wenn diese Obrigkeiten doch einem vergehenden System angehören? Weil es sich nicht nur entscheidend auf unsere Ansicht über die Obrigkeit auswirkt, sondern auch auf die unserer Kinder und die anderer Personen, mit denen wir Umgang haben. Die bestehende staatliche Obrigkeit handelt als „Gottes Dienerin, dir zum Guten“, und sollte von diesem Gesichtspunkt aus betrachtet werden, ganz gleich, wie die einzelnen Beamten sein mögen. Sich ihr auch nur in kleinen Dingen zu widersetzen hieße, sich der für diese Zeit bestimmten „Anordnung Gottes“ entgegenzustellen. (Röm. 13:2, 4) In Jehovas neuer Ordnung werden wir die Autorität, die die Königreichsregierung übernehmen und zweifellos durch irdische Beamte ausüben wird, im rechten Lichte sehen müssen. Diese Beamten mögen dann viele Aufgaben zu erledigen haben, die wir heute als weltliche Funktionen betrachten. Bestimmt wäre es nicht weise, unter Gottes Regierung solchen Männern ebenso respektlos zu begegnen, wie dies heute Staatsbeamten gegenüber oft geschieht.
4. Zeige anhand eines Beispiels, wie man eine ausgeglichene Ansicht über die Autorität einer weltlichen Einrichtung haben kann, ohne von christlichen Grundsätzen abzugehen.
4 Selbst auf Gebieten, auf denen eine weltliche Autorität mit Gottes Autorität im Widerspruch zu stehen scheint, ist es weise, die staatliche Autorität soweit wie möglich zu respektieren. Zum Beispiel mögen die Schulbehörden verlangen, daß in der Schule, die dein Kind besucht, die Evolutionstheorie gelehrt wird. Wäre es nun richtig, wenn du vor dem Kind verächtlich über den Lehrer sprechen und so bewirken würdest, daß es diese Autorität zu mißachten beginnt? Nein; es wäre besser, du würdest ihm sagen, daß ein Christ dadurch die gebührende Achtung vor Autorität beweisen könnte, daß er im Unterricht aufmerksam ist und stets daran denkt, daß der Lehrer verpflichtet ist, dieses Thema zu behandeln. Du könntest es ferner darauf hinweisen, daß es deswegen nicht alles zu glauben braucht, was es hört. Wir brauchen ja auch nicht mit den Ansichten der Regierungspartei übereinzustimmen, nur weil wir ihrer Autorität unterstehen. (Spr. 14:15) Man kann also eine korrekte, ausgeglichene Ansicht über die Autorität des Lehrers haben, ohne von den christlichen Grundsätzen abzugehen.
5. Wäre es weise, sich an einer Auflehnung gegen die bestehende Obrigkeit zu beteiligen? Begründe deine Antwort.
5 Es wäre auch unweise, sich dem heutigen Trend zur Auflehnung gegen die bestehende staatliche Obrigkeit anzuschließen. In Sprüche 24:21, 22 ist von denen die Rede, „die für eine Veränderung sind“ in bezug auf die Regierung des gesalbten Königs Jehovas, und es wird der Rat gegeben: „Mit denen ... laß dich nicht ein. Denn ihr Unheil wird sich so plötzlich erheben, daß — wer weiß vom Untergang derer, die für eine Veränderung sind?“ Diesen Grundsatz könnten Christen bestimmt auf die heutige Auflehnung gegen Obrigkeiten anwenden, die oft in Gewalttätigkeit ausartet. Die Leidtragenden sind gewöhnlich die Rebellen selbst. Der Christ wartet auf Jehova, der alle Schwierigkeiten der Menschheit beseitigen wird, wenn sein Königreichs-„Stein“, „herausgehauen ... nicht mit Händen“, ohne unser Dazutun „alle diese Königreiche“ zermalmen wird. — Dan. 2:34, 44.
BERUFSLEBEN
6. (a) Wie betrachten einige die Autorität ihres Arbeitgebers? (b) Läßt sich eine solche Ansicht rechtfertigen? Begründe deine Antwort.
6 Im gegenwärtigen alten System der Dinge stehen einige auf dem Standpunkt, man sollte für seinen Arbeitgeber sowenig wie möglich tun, nur gerade soviel, wie nötig sei, um nicht in Schwierigkeiten zu kommen. Mitunter prahlen Arbeiter oder Angestellte sogar damit, wie wenig sie arbeiten könnten, ohne daß jemand es merke. Jemand, der weiß, was in der Bibel über die nahe Zukunft steht, mag sich sogar sagen: „Der Betrieb wird sowieso bald in Harmagedon vernichtet werden; warum also sich noch besonders anstrengen, um ihn aufrechtzuerhalten?“ Er mag durch diese Denkweise sogar so weit kommen, daß er nichts dabei findet, wenn er während der Zeit, in der er verpflichtet wäre, für seinen Arbeitgeber zu arbeiten, etwas anderes tut, zum Beispiel eine biblische Ansprache ausarbeitet oder seinen Arbeitskollegen predigt. Er sollte sich aber einmal fragen: „Ist das ehrlich? Ist es meinem Arbeitgeber gegenüber fair? Was würde er sagen, wenn ich ihn fragen würde, ob ich dies tun dürfe?“ Ob der Arbeitgeber selbst unehrlich ist oder unfair handelt, hat damit nichts zu tun. Wenn du während der Zeit, für die dich dein Arbeitgeber bezahlt, irgend etwas anderes tust als das, was du gemäß den Abmachungen tun solltest, müßte man daran zweifeln, ob du die richtige Ansicht über seine Autorität hast. Jemand, der so handelt, möchte bestimmt nicht für einen Dieb gehalten werden. Nimmt er aber seinem Arbeitgeber dadurch nicht auf unehrliche Weise Zeit weg, für die dieser ihn bezahlt? — Hebr. 13:18.
7. (a) Wie lassen sich einige von ihren Arbeitskollegen beeinflussen? Führe ein Beispiel an. (b) Wie beweist man im Berufsleben, daß man die rechte Ansicht über Autorität hat?
7 Damit in Verbindung wäre es auch gut, sich folgendes zu fragen: „Habe ich meine Ansicht über die Autorität meines Arbeitgebers durch Arbeitskollegen beeinflussen lassen? Habe ich ihre schlechte Gewohnheit, zu spät zur Arbeit zu kommen, früher aufzuhören oder zu bummeln angenommen?“ Nach der Bibel sollten Arbeitnehmer ihrem „Gebieter“ oder Arbeitgeber wohlgefallen, indem sie [die Christen] ... nicht Diebstahl begehen, sondern volle, gute Treue an den Tag legen, so daß sie die Lehre unseres Retters, Gottes, in allen Dingen schmücken. (Tit. 2:9, 10; Kol. 3:22, 23) Wie oben gezeigt, kann man „Diebstahl begehen“, ohne seinem Arbeitgeber Geld oder irgendwelche Gegenstände zu entwenden. Auch wer sich hinter dem Rücken des Arbeitgebers krank schreiben läßt, während er in Wirklichkeit nicht krank ist, zeigt, daß er die Autorität des Arbeitgebers und auch die Gesetze Jehovas über das Lügen und Stehlen mißachtet. Wenn man sich in bezug auf diese Dinge prüft, die von Arbeitnehmern im allgemeinen als „unbedeutend“ betrachtet werden, kann man feststellen, welche Ansicht man über Autorität hat und ob man die christlichen Eigenschaften aufweist, die Jehova bei denen voraussetzt, die in seiner neuen Ordnung leben werden. Man kann seine rechte Ansicht über Autorität dadurch beweisen, daß man sich über seine Leistungen freut, seine Arbeit meistern lernt und darin immer tüchtiger wird und so gute Gewohnheiten für die Zukunft entwickelt, in der man der Autorität der gerechten Aufseher Jehovas unterstehen wird.
DIE AUTORITÄT IN DER FAMILIE
8. (a) Wer ist dafür verantwortlich, wie ein Kind über Autorität denkt? (b) Haben es Eltern leichter, die ihre Kinder nicht richtig in Zucht nehmen?
8 Wenn wir nun zu den Beziehungen innerhalb der Versammlung übergehen, kommen wir zu dem Verhältnis zwischen Eltern und Kindern. Das Kind kann von sich aus nicht die rechte Ansicht über Autorität entwickeln. Die Eltern müssen die Initiative ergreifen, und zwar besonders in den ersten Jahren seiner Entwicklung. Das setzt voraus, daß sie den Rat in Sprüche 13:24 anwenden: „Wer ihn [seinen Sohn] ... liebt, der sucht ihn ... heim mit Züchtigung.“ Wenn die erforderliche Züchtigung stets mit einer wohlüberlegten Zurechtweisung und mit entsprechendem Rat verbunden ist, entwickelt sich bei den Kindern die richtige Achtung vor der elterlichen Autorität. Manchen Eltern, die froh sind, wenn sie vor den übrigen Sorgen des Lebens Ruhe haben, scheint dies aber einfach zuviel Mühe zu machen. Weitsichtige Eltern sehen jedoch über die Arbeit hinweg, die die Züchtigung ihres Kindes im Augenblick mit sich bringt. Sie sehen, welch ein Segen ein Kind für die ganze Familie sein kann, wenn es die rechte Ansicht über Autorität entwickelt hat. Salomo sagte: „Züchtige deinen Sohn, und er wird dir Ruhe bringen und deiner Seele Wonne schenken.“ (Spr. 29:17) Demnach wird ein Kind für Eltern, die sich bemühen, ihm schon von klein auf tiefen Respekt vor der elterlichen Autorität einzuflößen, in Wirklichkeit eine Quelle der Erquickung, und sie haben weniger Arbeit.
9. (a) Werden Eltern, die ihre Autorität nicht ausüben, von den Kindern geschätzt? (b) Wie wirkt es sich aus, wenn Eltern bei ihren Kindern die Achtung vor Autorität fördern?
9 Eltern, die ihrem Kind gegenüber sehr nachsichtig sind und ihm immer seinen Willen lassen, statt daß sie, wenn es nötig wäre, ihre Autorität geltend machten, werden folgendes bestätigt finden: „Wenn einer seinen Knecht von Jugend an verzärtelt, wird er in seinem späteren Leben sogar ein Undankbarer werden.“ (Spr. 29:21) Kinder haben nicht viel Grund, ihren Eltern dankbar zu sein, wenn diese nicht so viel Interesse an ihnen haben, daß sie sie in Zucht nehmen, sondern denken, es sei damit getan, daß sie für sie zahlen. Ihr Eltern, ihr tragt weitgehend die Verantwortung für die Ansicht, die euer Kind über Autorität hat, und Gottes Wort zeigt kein Verständnis für die von euch, die sagen: „Ich werde mit meinem Kind einfach nicht fertig.“ Die Ansicht, die ein Kind über die elterliche Autorität hat, beeinflußt auch seine Ansicht über jede Autorität außerhalb des Elternhauses. Eltern sollten es sich daher nächstes Mal gut überlegen, wenn sie, statt eine erforderliche Züchtigung vorzunehmen, lieber ihre „Ruhe“ hätten.
10. Wie kann eine christliche Ehefrau dazu beitragen, daß ihre Kinder die rechte Ansicht über Autorität entwickeln, und welchen Nutzen zieht sie selbst daraus?
10 Auch die Ansicht, die die Eltern selbst über Autorität haben und die sich darin zeigt, wie sie den Grundsatz, daß der Mann das Haupt ist, betrachten, hat einen großen Einfluß auf die Ansicht der Kinder. (1. Kor. 11:3) Sagst du als Mann, wenn dein Kind dich in einer entscheidenden Frage um Rat bittet, jedesmal: „Geh, frag die Mutter!“? Oder handelst du als Frau stets unabhängig von deinem Mann und übst die Autorität allein über die Kinder aus, so daß sie fast mit allem zu dir kommen, statt zum Vater zu gehen? Das mag schließlich dazu führen, daß dein Mann den oben erwähnten Standpunkt einnimmt, oder es mag ihn mit der Zeit ärgern, daß du dir die dem Vater zustehende Autorität anmaßt. Versuche, die Kinder zum Vater zu schicken, wenn sie mit wichtigen Fragen zu dir kommen. Das hat häufig einen dreifachen Nutzen: Es verleiht dem Vater das Gefühl, seine Aufgabe als Haupt richtig zu erfüllen; du hast die innere Befriedigung, einen Mann zu haben, der wirklich das Haupt der Familie ist, und die Kinder entwickeln die rechte Ansicht über Autorität. Sie sehen in der elterlichen Autorität eine feste, geschlossene Front, die ihre Achtung verdient.
11. (a) Wann mag es einer Frau schwerfallen, die Autorität ihres Mannes zu achten? (b) Wie handelt eine weise Frau in einem solchen Falle?
11 Das größte Problem im Hinblick auf die Autorität in der Familie entsteht für eine Frau, wenn sie etwas dazu neigt zu dominieren oder wenn sie größere Fähigkeiten hat. Sie findet es vielleicht schwierig, die rechte Ansicht über die Autorität ihres Mannes beizubehalten, wenn er ihren Erwartungen nicht entspricht. Sie hat in diesem Fall zwei Möglichkeiten: Sie kann seine Autorität übernehmen, was aber dem Gebot Gottes widerspricht, oder sie kann beweisen, daß sie die rechte Ansicht über seine Autorität hat, ganz gleich, ob er sie ihren Erwartungen entsprechend ausübt oder nicht. Die Frau, die sich für das letztere entscheidet und die liebevoll zu ihrem Mann aufblickt, wenn es um Entscheidungen geht, ist viel glücklicher als die, die sich die Autorität ihres Mannes anmaßt. Ihre demütige und taktvolle Rücksichtnahme mag bei ihm sogar die Eigenschaften fördern, die er zur Ausübung seiner Autorität benötigt. Sie mag dadurch auch die Eigenschaften fördern, die sie ursprünglich veranlaßten, ihn zu lieben, und so entsteht ein glückliches Verhältnis, das ohne den weisen Rat der Bibel nicht zustande käme. (Eph. 5:33) Selbst in Situationen, in denen der Respekt der Frau bis zum Äußersten erprobt werden mag, wird sie, sofern sie die rechte Ansicht über Autorität hat, nicht gleich denken, ihr Fall bilde eine Ausnahme. Sie wird sich zuerst prüfen und zuerst die vernünftigen Grundsätze des Wortes Gottes und die Ratschläge der Diener Gottes anwenden.
DIE AUTORITÄT IN DER VERSAMMLUNG
12. Wie sollten Frauen, die zur Christenversammlung gehören, die Anordnung der Autorität in der Versammlung betrachten?
12 Ähnlich wie in der Ehe, so hat auch in der Versammlung der Mann eine gewisse Autorität über die Frau. Das ist für die „emanzipierte“ Frau in der heutigen Gesellschaft manchmal schwierig anzuerkennen. Die meisten Glieder der Organisation Jehovas sind Frauen, und ihre Anerkennung der Autorität des Mannes ist ein Beweis dafür, wie Jehovas Wort wirken kann. Wenn sich eine Frau, die im Berufsleben große Autorität hat und der auch Männer unterstellt sind, mit dieser Organisation verbindet, mag es ihr schwerfallen, sich in der Gegenwart eines Mannes zurückzuhalten, der nicht so geeignet ist, anderen vorzustehen, wie sie. Wenn sie jedoch weiterhin ihren Platz in Jehovas Organisation einnimmt und anerkennt, daß dies dem Willen Jehovas entspricht, leistet sie einen wertvollen Beitrag zum Frieden und zur Harmonie in der Versammlung. — 1. Tim. 2:12.
13. Wie sollte man sich verhalten wenn man mit den Entscheidungen derer, die die Autorität innehaben, nicht einverstanden ist?
13 Wer denkt oder durch seine Handlungsweise zeigt, daß er der Meinung ist, bessere Fähigkeiten oder ein besseres Urteilsvermögen zu haben als derjenige, der Autorität hat, mag sich in Schwierigkeiten bringen und Anlaß zu Unstimmigkeiten in der Versammlung geben. Was aber, wenn es uns schwerfällt, etwas so zu tun, wie der Aufseher als Träger der Autorität es entschieden oder angeordnet hat? Statt darüber zu brüten oder zu versuchen, andere davon zu überzeugen, daß es verkehrt ist, sollten wir die rechte Ansicht bekunden, indem wir uns der Leitung dessen unterstellen, der die Befugnis erhalten hat, die Sache zu erledigen. Selbst wenn dein Urteil in diesem Falle besser ist, so fragt es sich, ob du auch in einem anderen Falle besser befähigt und bereit wärst, sein Amt auszufüllen. Du könntest aber ebensogut im Irrtum sein. Manchmal erweist sich eine anscheinend verkehrte Handlungsweise am Ende doch als richtig, vielleicht unter der Leitung Jehovas.
14. Was kann man tun, um Personen zu helfen, die sich über die Entscheidungen des ernannten Aufsehers beklagen?
14 Und sollte jemand versuchen, Stimmung zu machen „für eine Veränderung“, dann hilf ihm durch Wort und Tat, die rechte Ansicht über Autorität zu gewinnen. Dann braucht derjenige, der die Aufsicht führt, ‘nicht mit Strenge zu handeln gemäß der Befugnis, die ihm zum Erbauen und nicht zum Niederreißen gegeben wurde’. (2. Kor. 13:10; Hebr. 13:17) Der Frieden und die Harmonie, die dadurch entstehen, daß alle Glieder der Versammlung die rechte Ansicht über Autorität haben, sind weit wichtiger, als daß sich immer alles völlig reibungslos abwickelt. Wenn wir einen Vorschlag haben, den wir für so wichtig halten, daß er erwogen werden sollte, warten wir am besten die richtige Zeit ab und unterbreiten ihn dann in der rechten Weise demjenigen, der die Befugnis hat, sich damit zu befassen, wie die Königin Esther es in alter Zeit getan hat. — Esth. 4:11; 5:1, 2; 7:1-3.
15. Welche Ansicht sollten wir über die Autorität der sichtbaren leitenden Körperschaft der Organisation Jehovas haben?
15 Jehova hat der sichtbaren leitenden Körperschaft seiner Organisation die Autorität übertragen, das Werk zu leiten, das seine Anbeter in der heutigen Zeit auf Erden durchführen. (Matth. 24:45-47) Die Versammlung und ihre Aufseher beweisen, daß sie die rechte Ansicht über Autorität haben, indem sie die Ratschläge der leitenden Körperschaft bereitwillig annehmen, die ihnen in gedruckter Form, durch Briefe oder durch reisende Vertreter zugehen. Manchmal beobachtet man eine gewisse Neigung, bestimmte Ratschläge — vielleicht in bezug auf Kleidung oder Haartracht — für unangebracht zu halten und darin einen ungebührenden Übergriff auf die persönliche „Freiheit“ zu sehen. Wer jedoch die rechte Ansicht über Autorität hat, weiß, daß Jehovas Organisation daran interessiert ist, wie wir Gott in der Welt vertreten. (1. Kor. 4:9) Er betrachtet diese Richtlinien nicht als willkürliche Regeln, sondern als einen Beweis des liebevollen Interesses Jehovas an seinen Anbetern. — Spr. 3:12.
16. Wie haben einige auf die fortlaufend ausgeteilte geistige Speise reagiert? Welche Ansicht sollten wir jedoch darüber haben?
16 Hin und wieder wenden sich Personen gegen die Auffassung, die die Wachtturm-Gesellschaft über gewisse biblische Lehren vertritt. Zum Beispiel gab es etliche, denen es schwerfiel, die veränderte Auffassung über die in Römer 13:1 erwähnten „obrigkeitlichen Gewalten“ anzunehmen. Einige gaben deswegen sogar das durch ihre Hingabe entstandene Verhältnis zu Jehova auf. Sie hatten nicht die rechte Ansicht über die Befugnis, die Jehovas Organisation in Verbindung mit dem Austeilen der geistigen „Speise zur rechten Zeit“ hat. Als es einmal einigen Jüngern schwerfiel, das, was Jesus in bezug auf einen bestimmten Punkt lehrte, anzunehmen, und sie sagten: „Diese Rede ist anstößig; wer kann sie anhören?“, wandten sich viele ab, „den hinter ihnen liegenden Dingen zu, und gingen nicht mehr mit ihm“. Petrus, der die rechte Ansicht über Jesu Befugnis zu lehren hatte, wußte, daß die Wahrheit nirgendwo anders zu finden war, und blieb deshalb auf dem Weg des Lebens. — Joh. 6:60, 66-69.
JEHOVAS AUTORITÄT
17. Wie beweist man, daß man Jehovas Autorität anerkennt?
17 Die wichtigste Verbindung, die wir haben, ist das durch unsere Hingabe entstandene Verhältnis zu unserem Schöpfer. Auch darauf wirkt sich unsere Ansicht über Autorität aus. Anerkennen wir Jehova als den Einen, der ‘das Herz erforscht’, und ‘beachten wir ihn deshalb auf all unseren Wegen’? (Jer. 17:10; Spr. 3:6) Wir können unsere Achtung vor Jehovas Autorität als ihm hingegebene Geschöpfe am besten dadurch beweisen, daß wir ihm gehorchen, und zwar vor allem auf Gebieten, die anderen verborgen bleiben. Selbstbefleckung, falsche oder unmoralische Gedanken und dergleichen lassen sich unterdrücken, wenn wir die rechte Ansicht über Jehovas Autorität haben. Dadurch zeigen wir, wie ernst wir unser einzigartiges Verhältnis zu ihm nehmen. Wir sind uns seines liebevollen Interesses an uns stets bewußt und unterstellen uns seiner Autorität und seiner Leitung. Wir fürchten uns nicht wegen der Strafe vor einer Übertretung seines Gesetzes, sondern weil wir uns darüber klar sind, daß er weiß, was zu unserem Nutzen ist, und daß es zu unserem Schaden wäre, wenn wir anders handeln würden.
18. Zeige anhand eines Beispiels, wie jemandes Ansicht über die Autorität Jehovas geprüft werden kann, und erkläre, wie man in dieser Hinsicht eingestellt sein sollte.
18 In eine besonders schwierige Lage geraten Personen, die sich in jemand verlieben, der sich Jehova nicht hingegeben hat. Das kommt besonders in Gebieten vor, wo es unter den Dienern Gottes wenige im heiratsfähigen Alter gibt. Die Frage, wie wir die Autorität Jehovas betrachten, wird in einem solchen Fall, in dem die Gefühle eine große Rolle spielen, zu einer sehr akuten Frage. Der Wunsch nach „Freiheit“ auf diesem Gebiet könnte zu der Kettenreaktion führen, die schon viele veranlaßt hat, in das alte System zurückzukehren und sich an einen Ehegefährten zu binden, der keine Achtung vor Jehovas Autorität oder vor seinen gerechten Grundsätzen hat. Alle, die die rechte Ansicht haben, kommen nicht in diese Lage, weil sie Jehovas Rat hierüber nicht bloß als sein autoritativ gesprochenes Wort betrachten, sondern weil sie wissen, daß diesem Rat sein liebevolles Interesse am ewigen Wohl seiner Anbeter zugrunde liegt. Sie sind bereit zu warten, bis sich die Situation zu Jehovas Zeit und nach seinem Willen ändert.
DIE AUTORITÄT IN DER NEUEN ORDNUNG
19. Wann sollte man die rechte Ansicht über Autorität entwickeln, und warum?
19 Jetzt sollten wir damit beginnen, über Autorität so zu denken, wie man in der neuen Ordnung darüber denken wird. Es besteht kein Grund zur Annahme, daß Jehova seine Handlungsweise mit den Menschen ändern wird. Er wird ohne Zweifel seine Vertreter haben, die sich der Angelegenheiten auf der Erde annehmen werden. Fällt es dir schwer, heute die Autorität dieser auf geistigem Gebiet wirkenden Vertreter anzuerkennen? Wenn ja, wie wirst du dann reagieren, wenn sie dir eine profane Aufgabe, wie das Sammeln von Abfällen, auftragen?
20. Wieso mag unsere Ansicht über Autorität für uns in der Zukunft wichtig sein, und was verrät sie?
20 Denken wir daran, daß es bei der Prüfung des ersten Menschen um die Achtung vor Autorität ging, und vielleicht wird dieser Grundsatz auch bei der Schlußprüfung am Ende der Tausendjahrherrschaft Christi eine Rolle spielen. Das könnte man daraus schließen, daß „Nationen, die an den vier Ecken der Erde sind“, veranlaßt werden, Jehovas Autorität, vertreten durch „das Lager der Heiligen und die geliebte Stadt“, anzugreifen. (Offb. 20:8, 9) Unsere Ansicht über Autorität verrät in Wirklichkeit, ob wir Jehovas Vorhaben und alles, was damit zusammenhängt, erkannt und verstanden haben. Wenn es jemandem an Verständnis mangelt, dann gleicht er „einem Roß oder Maultier ohne Verstand ..., deren Lebhaftigkeit sogar mit Zaum oder Halfter gebändigt werden muß“. (Ps. 32:9) Wenn wir in Harmagedon oder danach nicht „gebändigt“ werden möchten, so sollten wir jetzt verständig sein und die rechte Ansicht über Autorität entwickeln und sie auch beweisen, denn dann werden wir zu den Menschen gehören, die Jehova in seiner neuen gerechten Ordnung wünscht. Dann werden wir uns auch seiner Leitung durch die Königreichsregierung bereitwillig unterstellen und dazu beitragen, daß unsere friedliche paradiesische Erde zu einem beredten Zeugnis dafür wird, daß sich die rechte Ansicht über Autorität segensreich auswirkt.
[Bild auf Seite 461]
Achtest du die Autorität deines Arbeitgebers, oder arbeitest du nur gerade soviel wie nötig, um nicht in Schwierigkeiten zu kommen?
[Bild auf Seite 463]
Ein Kind, dem die Eltern tiefen Respekt vor der elterlichen Autorität einflößen, wird für sie eine Quelle der Erquickung und macht weniger Arbeit.
-
-
Führst du zu Ende, was du beginnst?Der Wachtturm 1972 | 1. August
-
-
Führst du zu Ende, was du beginnst?
Was junge Leute wissen möchten und was ihnen helfen kann
IM ALLGEMEINEN freut sich der Mensch, wenn ihm etwas gut gelungen ist. Wenn sich jemand entschlossen hat, ein Instrument spielen zu lernen, und er dann fleißig übt, bis er es kann, wird ihm das viel Freude bringen. Jemand, der aufgibt, kaum daß er begonnen hat, wird diese Freude nie erleben.
Das trifft auch auf handwerkliche Arbeiten zu, wie das Schnitzen, Tischlern, Schlossern und Schneidern, oder auf geistige Arbeit, wie das Erlernen einer Sprache oder der Mathematik. Jedes Unternehmen, jede Aufgabe oder Arbeit, die wir zu Ende führen, erfüllt uns mit Befriedigung und bereitet uns Freude.
In Verbindung mit dem Problem, etwas, was man begonnen hat, zu Ende zu führen, haben wir alle gewisse Neigungen, die wir bekämpfen und überwinden müssen.
DEM PROBLEM AUF DEN GRUND GEHEN
In unserer frühesten Kindheit waren wir zum Beispiel in bezug auf unsere Aufmerksamkeit sehr sprunghaft. Selbst beim Spielen verliert ein kleines Kind sehr schnell das Interesse an einer Sache; es läßt sich leicht ablenken.
Die Konzentrationsfähigkeit entwickelt sich während des Wachstums. Wir müssen sie aber weitgehend selbst fördern, und das lohnt sich, denn dann ist das Lernen für uns keine mühselige Arbeit mehr, sondern etwas, was uns Freude bringt.
-