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  • Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich 1950
Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich 1950
w50 15. 2. S. 59-61

Sadrach, Mesach und Abednego bewahren ihre Lauterkeit

DER Weg christlicher Lauterkeit ist nicht ein Pfad der Kompromisse. Christus Jesus befürwortete keine interkonfessionelle Bewegung, um Pharisäer, Sadduzäer und Christen zusammenzuschliessen. Auch die treuen Menschen vor Christus taten dies nicht. Als die Israeliten ins Land Kanaan einzogen, ergingen keine Anweisungen an sie, Bruderschafts-Wochen einzuführen, um die Eintracht zwischen ihnen und den dort wohnenden falschen Anbetern zu fördern. Eine solch lahme Verbrüderung wurde später vorgenommen, aber der Preis war zu hoch. Auf dem schlau erfundenen Altar des religiösen Friedens opferten sie ihre Lauterkeit vor Jehova. Während die Jahrhunderte verflossen, wurde ihr Abfall, ihr Mangel an Standhaftigkeit immer schlimmer, bis er sie schliesslich zur nationalen Katastrophe und zur Gefangenschaft in Babylon führte. Doch während der ganzen Vergangenheit, über welche die Bibel berichtet, gab es viele verschiedene Menschen, die den fein gelegten, interkonfessionellen Schlingen und den Kompromissen einer lahmen Bruderschaft entgingen. Sie überschlugen den Preis für den religiösen Frieden, und wenn sie ihn mit der Verletzung ihrer Lauterkeit gegen Gott bezahlen mussten, weigerten sie sich, ihn zu zahlen.

Drei biblische Persönlichkeiten, die vor einem religiösen Frieden um jeden Preis zurückschreckten, waren Sadrach, Mesach und Abednego. Wenigstens wurden sie unter diesen Namen plötzlich allgemein bekannt. Als sie noch droben in Juda weilten, kannte man diese drei Hebräer unter den Namen Hananja (im Sinne von „Jehova hat begünstigt“), Misael („wer wie Gott ist“) und Asaria („Jah ist Hüter“), doch als sie zur Zeit der ersten Gefangenschaft Jerusalems, 618 v. Chr., von Nebukadnezar nach Babylon weggeführt wurden, änderte dieser ihre Namen um in Sadrach („der Mondgott“), Mesach („Gast des Königs“) und Abednego („Diener des Nebo“).

Die zwei Prüfungen der Lauterkeit, wie sie in der Prophezeiung Daniels eingangs berichtet werden, waren erst die vorläufigen. Zu einer Zeit wurden diese drei Hebräer zusammen mit Daniel nach dem Befehl Nebukadnezars die Weisheit der Chaldäer gelehrt, und ihre Speise sollte ihnen aus den Vorratskammern des Königs zukommen. Doch das Fleisch, das aus der Speisekammer des Königs kam, hätte von Tieren sein können, die nach dem mosaischen Gesetz unrein waren; es hätte von Tieren sein können, die man beim Schlachten nicht richtig hatte ausbluten lassen und, was für sie am unzulässigsten war, von Tieren, die man Dämonengöttern geopfert hatte. Was den Wein des Königs betrifft, hätte es sich hierbei um Trankopfer für solch heidnische Götter handeln können. Daher beschlossen die drei Hebräer und Daniel, ‚sich nicht zu verunreinigen‘ mit dem Fleisch oder Wein des Königs. Ihr Gesuch um andere Nahrung bereitete dem Aufseher Sorge, denn er befürchtete, es werde ihnen körperlich nicht so gut gehen wie den andern gefangenen Jünglingen. Doch als Wortführer der vier sagte Daniel: „Versuche es doch mit deinen Knechten zehn Tage, und man gebe uns Gemüse zu essen und Wasser zu trinken; und dann mögen unser Aussehen und das Aussehen der Jünglinge, welche die Tafelkost des Königs essen, von dir geprüft werden.“ Der Versuch wurde gestattet; die Ergebnisse befriedigten; und die vier durften mit Gemüse und Wasser fortfahren, nicht aus Gründen der Diät, sondern zur Bewahrung ihrer Lauterkeit. Gott segnete ihr Handeln, gab ihnen Weisheit, so dass sie alle andern übertrafen, als sie vor Nebukadnezar standen; und als Ergebnis kamen sie in den Dienst des Königs und wurden als zehnmal besser erfunden, als alle andern Weisen im ganzen Königreich. — Dan. 1:1-20, Eine Amerik. Übers.

Die zweite Prüfung kam, als Nebukadnezar einen Traum hatte, ihn vergass und verlangte, dass seine Weisen ihm sowohl den vergessenen Traum als dessen Deutung sagen sollten; und in der Wut über ihr Versagen befahl er, dass man alle Weisen umbringe. Dieser hastige Erlass zur Vernichtung betraf auch Daniel und die drei Hebräer, obwohl man sie von der Streitfrage nicht unterrichtet hatte. Daniel erkundigte sich nach dem Grund dieser strengen Verfügung, und nachdem er ihn erfahren hatte, eröffnete er die Nachricht Sadrach, Mesach und Abednego. Das Ergebnis war ein vereintes Gebet zu Jehova, worin sie ihn um seine Barmherzigkeit und um Erleuchtung anflehten, damit sie nicht mit den andern Weisen Babylons umkommen möchten. Jehova handelte im Interesse der Bewahrung seiner Diener, die an ihrer Lauterkeit festgehalten hatten. Als Antwort auf das vereinte Gebet, worin man nicht verkehrt gebetet hatte, offenbarte er den Traum und seine Deutung dem Daniel. Daniel übermittelte die Auskunft Nebukadnezar, wobei er Jehova Gott für die Offenbarung dieser geheimen Sache die Ehre gab. Das Ergebnis war, dass der König den Daniel zu einer Stellung erhob, die ihm am nächsten war, und er beförderte Sadrach, Mesach und Abednego zu Vorstehern der Landschaft Babel. — Dan. 2:1-28, 46-49.

Die Prüfung der Lauterkeit der drei Hebräer erreichte ihren Höhepunkt, als Nebukadnezar ein schlankes, himmelanstrebendes Standbild aufstellte. Es wird davon gesagt, es sei ein goldenes Bild gewesen, doch da es zwischen siebenundzwanzig und zweiunddreissig Meter hoch war, hatte es ohne Zweifel nur einen dünnen Überzug dieses kostbaren Metalls. Es ist wahrscheinlich, dass dieses Bild religiösen wie nationalen Zwecken diente, denn Nebukadnezar war äusserst religiös. Dies geht aus manchen Inschriften hervor, die gefunden worden sind und worin er Dämonengöttern, besonders seinem Schutzgott Bel-Merodak Dank und Huldigung darbringt. Als das Standbild vor einer Versammlung sämtlicher Amtspersonen der Provinzen eingeweiht wurde, liess der König durch seinen Herold folgende Proklamation über die Ebenen von Dura ergehen: „Euch wird befohlen, ihr Völker, Völkerschaften und Sprachen: Sobald ihr den Klang des Hornes, der Pfeife, der Zither, der Sambuke, der Laute, der Sackpfeife, und allerlei Art von Musik hören werdet, sollt ihr niederfallen und das goldene Bild anbeten, welches der König Nebukadnezar aufgerichtet hat. Und wer nicht niederfällt und anbetet, der soll sofort in den brennenden Feuerofen geworfen werden.“ — Dan. 3:4-6.

Sobald das Volk allgemein die Nationalmusik ertönen hörte, warf es sich in die bestimmte Körperstellung; nicht aber Sadrach, Mesach und Abednego. Für sie gab es keine Bilderanbetung, keine Staatsverehrung, keine unterwürfigen oder schmeichlerischen Stellungen, ungeachtet eines nationalen Brauches. Die Lauterkeit vor Gott ging der Pflicht gegenüber dem Staate voraus. Deshalb eilten neidische Leute zum König und hinterbrachten ihm die Nachricht, dass die drei Hebräer dem König, dem Staat und den Göttern nicht den schuldigen Respekt zollten. Über diese anscheinende Empörung und Lästerung geriet Nebukadnezar in unsinnige, blinde Wut und liess die drei, die sich nicht gleichschalten liessen, vor sich kommen, und gab ihnen eine besondere Gelegenheit, sich umzustellen und sich der orthodoxen Anbetungsmethode anzupassen. Schmolz denn die Lauterkeit des Sadrach, Mesach und Abednego vor der Glut des Feuerofens dahin? Man beurteile dies selbst aus ihrer raschen, direkten Antwort: „Nebukadnezar, wir halten es nicht für nötig, dir ein Wort darauf zu erwidern (wir brauchen keine Worte zu verlieren, um diese Sache mit dir zu besprechen, Eine Amerik. Übers.). Ob unser Gott, dem wir dienen, uns aus dem brennenden Feuerofen zu erretten vermag — und er wird uns aus deiner Hand, o König, erretten — oder ob nicht, es sei dir kund, o König, dass wir deinen Göttern nicht dienen und das goldene Bild, welches du aufgerichtet hast, nicht anbeten werden.“ — Dan. 3:7-18.

Über diese entschiedene Zurückweisung seines Ultimatums ausser Rand und Band, geriet Nebukadnezar in wahnsinnige Wut, und mit verändertem Antlitz brüllte er seine Befehle. Holt die stärksten Kriegsleute! Bindet diese drei Rebellen! Werfet sie in den Feuerofen! Vorher aber heizt ihn, bis er siebenmal heisser ist als gewöhnlich! Untertänigst beeilten sich des Königs Handlanger, ihm zu gehorchen. Ja, so gross war die Hitze des Ofens, dass die Männer, welche die drei Hebräer hineinwarfen, von den Flammen augenblicklich verzehrt wurden. Und Sadrach, Mesaeh und Abednego? Unversehrt wandelten sie mitten im Feuerofen, und als Nebukadnezars ungläubige Augen hineinstarrten, sahen sie einen Vierten bei ihnen — gleich dem Sohne Gottes. Der heissköpfige König war rascher abgekühlt, als er aufgelodert war, und rief die drei Hebräer heraus. Die stummgewordenen Beobachter sahen die Hebräer unversehrt heraustreten; kein Haar war versengt, ihre Kleider nicht beschädigt, ja nicht einmal ein Geruch von Rauch haftete an ihnen. Nebukadnezar sprach:

„Gepriesen sei der Gott Sadrachs, Mesachs und Abednegos, der seinen Engel gesandt und seine Knechte errettet hat, die auf ihn vertrauten und das Wort des Königs übertraten und ihre Leiber dahingaben, um keinem Gott zu dienen, noch ihn anzubeten, als nur ihrem Gott! Und von mir wird Befehl gegeben, dass jedes Volk, jede Völkerschaft und Sprache — wer Unrechtes spricht wider den Gott Sadrachs, Mesachs und Abednegos, in Stücke zerhauen, und dass sein Haus zu einer Kotstätte gemacht werde; weil es keinen anderen Gott gibt, der auf solche Weise zu erretten vermag.“ — Dan. 3:19-29.

Mit dem nachfolgenden Verse, der von weiteren Beförderungen Sadrachs, Mesachs und Abednegos in der Landschaft Babel erzählt, beendet die Bibel ihren Bericht über die drei Hebräer. In der (engl.) katholischen Douay-Bibel (und in den deutschen katholischen Übersetzungen von Riessler und Henne) wird die dramatische Erfahrung der Männer im Feuerofen ausgeschmückt durch siebenundsechzig unechte Verse, die im dritten Kapitel zwischen dem dreiundzwanzigsten und vierundzwanzigsten Verse eingeschoben wurden. Diese Verse sind wie andere apokryphische Schriften widerspruchsvoll in sich selbst und stellen eine nicht inspirierte Legende dar, die in der Tradition der Juden aufgekommen ist. Indes spielt die Bibel später auf die Erfahrung von Sadrach, Mesach und Abednego an, wenn sie sagt, dass durch Glauben ‚des Feuers Kraft ausgelöscht‘ worden sei. — Hebr. 11:33, 34.

In unsern Tagen, da die Religionen, Nationen und politische Ideologien zusammenprallen im Konkurrenzkampf um die Unterstützung oder die Untertanentreue der einzelnen, muss der Christ zuerst danach trachten, seine Untertanentreue und Lauterkeit gegen Jehova Gott zu bewahren. Der Christ darf sich weder durch Gewalttat, Verfolgung, raffinierte Manöver, verführerische Bewegungen noch durch das Grosstun und Bluffen des Staates einschüchtern lassen, so dass er seine Lauterkeit trübt oder aufgibt. Von ihr abzulassen bedeutet, den Tod zu umschlingen; an ihr festzuhalten, führt zu Leben. Bewahren wir sie so standhaft wie Sadrach, Mesach und Abednego!

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