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  • Muß die Entbindung so schmerzhaft sein?
    Erwachet! 1980 | 22. Dezember
    • sanft auf meine kalte, schweißfeuchte Stirn legte, wurde ich ruhig und fühlte mich wohl. Ich merkte sofort, daß das eine tüchtige Frau mit großer Berufserfahrung war.“ Diese Worte äußerte eine junge Mutter über die Hebamme, die ihr bei der Geburt beistand. Tüchtigkeit flößt Vertrauen ein.

      Dr. Nils Uddenberg schrieb: „Der Mutter, deren Stunde gekommen ist, verleiht die Hebamme ein Gefühl der Geborgenheit. Die Geburtshelferin kennt sich auf ihrem Gebiet aus und hat viel Erfahrung. ... Damit die Mutter während der Entbindung nicht ängstlich ist, muß ein guter Kontakt zur Hebamme vorhanden sein.“

      Eine Hebamme muß speziell ausgebildet sein und eine staatliche Abschlußprüfung abgelegt haben. Diese Bedingungen sind ein Schutz für alle Beteiligten (Röm. 13:1-5).

      Klinik- oder Hausentbindung?

      Viele Wissenschaftler behaupten, die Umgebung sei ebenfalls entscheidend dafür, wie die Mutter die Geburt erlebe. In den letzten Jahren ist die Frage heftig diskutiert worden, ob die Klinik- oder die Hausentbindung vorzuziehen sei. Manche vertreten den Standpunkt, daß für Mutter und Kind eine natürliche, freundliche und heimelige Atmosphäre außerordentlich wichtig sei. Viele Krankenhäuser können das aber nicht bieten, deshalb wird die Hausentbindung empfohlen. In den ärmeren Gebieten der Welt haben viele Frauen keine andere Wahl — für sie gibt es nur die Hausentbindung. Auch in vielen Wohlstandsländern neigt man jetzt wieder mehr zur Hausentbindung. In den Vereinigten Staaten kommen gegenwärtig zwei Prozent aller Kinder daheim zur Welt.

      Auf einer Konferenz über Entbindungsmethoden sagte eine Mutter: „Vor fünf Jahren hatte ich meine erste Hausgeburt. Es war ein völlig anderes Erlebnis als die Geburt meines ersten Kindes, das ich im Krankenhaus zur Welt brachte. Zu Hause ist man in seiner gewohnten Umgebung. Die Angehörigen nehmen an der Geburt teil, und für die Mutter ist sie eher ein Erlebnis emotionaler medizinischer Art.“

      Viele stehen auf dem Standpunkt, daß das Krankenhaus der sicherste Ort sei. Wenn Komplikationen eintreten, ist qualifizierte Hilfe schnell erreichbar, und manchmal ist das sehr wichtig. Allerdings wird von einigen auch eingewendet, daß nicht alle Krankenhäuser sichere Orte seien. Dr. Mendelsohn schreibt zum Beispiel in einem Buch über ärztliche Betreuung: „Kinderabteilungen und Säuglingsstationen sind am infektionsgefährdetsten. Es ist ein gut gewahrtes Geheimnis, daß der gefährlichste Ort im Krankenhaus — soweit es die Patienten betrifft — die Säuglingsstation ist, wo keiner der Patienten (besonders die Kinder, die nicht gestillt werden, weil sie dann nicht mit Krankheitskeimen in Berührung kommen und keine Immunstoffe bilden können) eine Immunität gegen Krankheitserreger entwickelt hat.“

      Abgesehen von der Sicherheit — ein Faktor, der nicht unberücksichtigt gelassen werden darf — zeigen die Erfahrungen, daß Mütter, die zu Hause entbinden oder in einem Kreißsaal, in dem die häusliche Atmosphäre nachgeahmt wird, entspannter sind und daher weniger Schmerzen empfinden. Im Jahre 1974 begann der französische Geburtshelfer Frédérick Leboyer seine außerordentlichen Versuche mit dem sogenannten sanften Weg ins Leben, einer Entbindungsmethode, bei der der Entbindungsraum still und abgedunkelt ist und das Kind der Mutter gleich nach der Geburt auf den Bauch gelegt wird. Aus einer Studie über 120 solche Entbindungen geht hervor, daß die Mütter eine solche Entbindung als ein „bemerkenswertes, wundervolles und phantastisches“ Erlebnis empfinden. Alle diese Mütter möchten ihr nächstes Kind wieder auf diese Weise entbinden.

      Vielerorts wird die Geburt eines Kindes allmählich als eine Familienangelegenheit angesehen. Die Mutter ist meist ruhiger, wenn der Mann dabei ist. Es gibt sogar Krankenhäuser, die in dem Bemühen, eine Geburt nicht als etwas Dramatisches, sondern eher als etwas Natürliches erscheinen zu lassen, es sogar älteren Kindern erlauben dabeizusein. Ein achtjähriges Mädchen wurde gefragt, nachdem es zuschauen durfte, wie seine Mutter sein Brüderchen zur Welt brachte, ob es auch einmal ein Kind haben möchte. „Ja“, entgegnete sie ohne Zögern, fügte allerdings noch hinzu: „Wenn ich mich nicht dafür entscheide, Tänzerin zu werden.“

      „Mit Geburtsschmerzen wirst du Kinder hervorbringen“, sagte der Schöpfer zu der ersten Frau, wie wir im ersten Buch der Bibel lesen (1. Mose 3:16). Diese Worte haben sich in den vergangenen Jahrtausenden immer wieder bewahrheitet. Die Geburt ist schmerzhaft, weil wir Menschen unvollkommen sind. Aber die Schmerzen sind nicht unerträglich. Wenn die Frau, die ein Kind erwartet, ein schönes Verhältnis zu ihrem Mann und ihren Kindern hat, wenn sie sich auf das Kind, mit dem sie schwanger geht, einstellt, wenn sie lernt, mit ihrem Körper zusammenzuarbeiten, wenn sie bei der Entbindung von jemandem angeleitet wird, der erfahren und auch freundlich ist, wenn sie in einer ruhigen, heiteren Atmosphäre entbinden kann und wenn sie vor allem auf den erhabenen Schöpfer des Lebens vertraut, wird sie ihr Kind mit den geringstmöglichen Schmerzen, die sich heute nicht vermeiden lassen, zur Welt bringen.

  • Wir beobachten die Welt
    Erwachet! 1980 | 22. Dezember
    • Wir beobachten die Welt

      Zu Weihnachten „abgeschoben“

      ◆ Besonders zur Weihnachts- und Neujahrszeit hört man häufig Suchmeldungen im Rundfunk, in denen Angehörige gebeten werden, sich wegen dringender Familienangelegenheiten zu Hause zu melden. So manche Meldung betrifft Alte und Kranke, die allein in einem Krankenhaus zurückgelassen wurden. Immer mehr alte Menschen werden zu Weihnachten von ihren Angehörigen unter einem Vorwand in ein Krankenhaus „abgeschoben“. Die Verwandten wollen „ungestört“ verreisen können. Manche Krankenhäuser gleichen zu Weihnachten einem Altenheim. Da ist zum Beispiel der Fall des Herrn B. Er wurde als Patient wegen angeblicher geistiger Verwirrtheit in ein süddeutsches Landeskrankenhaus eingewiesen. Den Ärzten war schon nach wenigen Tagen klar, daß sich der alte Mann lediglich gegen die offenbar schlechte Behandlung im Hause seiner Verwandten gewehrt hatte. Da er völlig gesund war, wollte man ihn entlassen. Seine Verwandten waren jedoch telefonisch nicht zu erreichen. Ein Sozialarbeiter erfuhr von Nachbarn, daß die Angehörigen des älteren Herrn für mehrere Wochen verreist waren. Obgleich die Ärzte bei Herrn B. keine akute Erkrankung feststellen konnten, behielten sie ihn da. Der Grund: Selbstmordgefahr.

      Jugendlichen Außenseitern helfen

      ◆ Die Neue Zürcher Zeitung berichtet über die 27. Internationale Lehrertagung in Bellinzona (Schweiz). Fünfzig Lehrer, Erzieher und Erziehungswissenschaftler erörterten das „Außenseitertum von Kindern und Jugendlichen, die die Gesellschaft und ihre Grundsätze nicht mehr anerkennen und deren soziale Integration immer schwieriger wird“. Ein großer Teil dieser Heranwachsenden sei verhaltensgestört und werde rauschgiftsüchtig, bemerkt das Blatt. „Offenbar stimmt die Eingliederung in die Gemeinschaft und die echte familiäre Geborgenheit nicht mehr.“ Die Tagung unterstrich die Notwendigkeit, daß letztlich alle Komponenten der Gesellschaft — wie Schule, Eltern und Arbeitgeber — ihre Verantwortung erkennen müssen, den Jugendlichen zu helfen.

      Sorgen und Angst

      ◆ Worüber machen sich die Menschen in der Bundesrepublik Deutschland am meisten Sorgen? Jeder fünfte Bürger macht sich vor allem Sorgen über eine ungewisse Zukunft und einen möglichen Krieg. Aus einer Umfrage des Demoskopischen Instituts Allensbach geht hervor, daß an zweiter Stelle die Angst vor Krankheit in der Familie steht (19 Prozent). Dann folgen Sorgen im Zusammenhang mit der Arbeit und dem Arbeitsplatz sowie Geldsorgen (jeweils 15 Prozent). Im Jahre 1972 hat noch etwa ein Drittel der Deutschen keine besonderen Sorgen gehabt. Während diese Zahl im Jahre 1979 auf 29 Prozent zurückging, hat sie sich heute bereits auf 24 Prozent vermindert. Offenbar wird die Sorge über eine ungewisse Zukunft größer.

      Mimik wird geerbt, Gestik gelernt

      ◆ Empfindungen wie Freude, Trauer, Zorn, Angst, Ekel oder Überraschung werden von Menschen unterschiedlicher Rassen und

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