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Eine Stimme aus der WildnisErwachet! 1973 | 22. Juli
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aber die Ergebnisse sind immer noch unzureichend. Auf der ganzen Erde gibt es große Gebiete mit einem Gelände, das für die Industrie oder zur Kultivierung ungeeignet ist. Solche Gegenden könnten in große Schongebiete umgewandelt werden. Darin könnten die Tiere in Freiheit leben, ihr könntet unsere Zahl in vernünftigen Schranken halten und uns in unserer eigenen Umgebung besuchen. Versteht ihr, was wir meinen?
Also kommt, Leute! Laßt uns die Pranke schütteln und Freunde sein.
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Die Bahamainseln streben nach UnabhängigkeitErwachet! 1973 | 22. Juli
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Die Bahamainseln streben nach Unabhängigkeit
Vom „Awake!“-Korrespondenten auf den Bahamainseln
DER Geist der Unabhängigkeit und der Selbstbestimmung ist überall zu finden. Nicht nur einzelne möchten die Freiheit haben, zu entscheiden, was gut und was schlecht für sie ist, sondern ganze Gemeinden und Kolonien kämpfen um das Recht, sich selbst zu regieren. Das Commonwealth of the Bahamas ist keine Ausnahme. Auch hier wird die Unabhängigkeit verlangt.
Die Fremdherrschaft begann schon vor vielen Jahren, als Christoph Kolumbus auf der Insel San Salvador (oder Watling Island), einer der Bahamainseln, an Land ging und irrtümlich dachte, er sei in Ostindien. Das war im Oktober 1492. Von da an sind die Bahamainseln alles andere als unabhängig oder selbständig gewesen. Innerhalb von zwanzig Jahren wurden die einheimischen Arawak- und Lucayo-Indianer von der Insel fortgebracht; sie kamen alle in die Sklaverei und wurden mit Schiffen zu den Bergwerken auf Kuba und Hispaniola gebracht. Die Bahamainseln blieben nach ihrer Entdeckung über hundert Jahre in spanischen Händen.
Eine britische Kolonie
Im Jahre 1629 erhob England zum erstenmal formell Anspruch auf diese Inseln. Am 30. Oktober jenes Jahres gab Charles I. seinem Generalstaatsanwalt, Sir Robert Heath, eine Übertragungsurkunde, und die Inseln kamen unter das Joch des britischen Kolonialismus. Die Kolonie lockte religiöse Engländer an, die sich nach Religionsfreiheit sehnten, doch zu gleicher Zeit diente sie auch anderen als Zufluchtsort, zum Beispiel so berüchtigten Piraten wie Edward („Schwarzbart“) Teach und Anne Bonny.
Im Jahre 1718 vertrieb Captain Woodes Rodgers, der erste vom König eingesetzte Gouverneur, die Piraten. Während der amerikanischen Revolution war Nassau, die Hauptstadt dieser Inseln, zwei Wochen von der jungen Kriegsmarine der Vereinigten Staaten besetzt. Im Jahre 1782 fielen die Bahamainseln wieder an Spanien, doch sie wurden ein Jahr später den Engländern zurückgegeben.
Somit sind die Bahamainseln mit kurzen Unterbrechungen über dreihundert Jahre eine britische Kolonie gewesen. Besonders vom Jahre 1729 an hat das Land eine Abgeordnetenversammlung unter einer Verfassung gehabt, die älter ist als diejenige der Vereinigten Staaten. Diese Verfassung ist ähnlich wie die, die für die ursprünglichen dreizehn amerikanischen Kolonien abgefaßt wurde.
Anders als andere unabhängige Staaten des britischen Commonwealth, wie Jamaika, Barbados und Ceylon, sind die Bahamainseln von Direktiven Großbritanniens 1. bezüglich Außenpolitik, 2. Verteidigung und 3. innerer Sicherheit oder Polizei abhängig. Großbritannien wird in diesen Angelegenheiten natürlich kein Mitspracherecht mehr haben, wenn die Bahamainseln unabhängig sind.
Politische Parteien
Politische Parteien haben auf den Bahamainseln eine wichtige Rolle auf dem Wege zur Unabhängigkeit gespielt. Die Progressive Liberal Party (PLP) wurde 1953 gegründet; ihr Vorkämpfer war H. M. Taylor. Bis zu jener Zeit und besonders vor der allgemeinen Einführung der geheimen Wahl waren die Wahlen sehr korrupt. In dem Buch A History of the Bahamas bemerkte Michael Craton: „Bestechung, Einschüchterung und die geringe Zahl der Wahlberechtigten bei den Wahlen auf den Bahamainseln erinnerten an die Verhältnisse, die während des achtzehnten Jahrhunderts bei den Wahlen in England herrschten.“
Diese neue Partei, die Progressive Liberal Party, widmete sich Reformen. Sie erlangte sechs Sitze im House of Assembly, und durch ihre vereinte Front forderte sie dazu heraus, daß im Jahre 1958 die United Bahamian Party (UBP) gegründet wurde. Die United Bahamian Party hatte 1958 mit neunzehn Mitgliedern im House of Assembly die Mehrheit. Zu jener Zeit war jedoch nur wenig, wenn überhaupt, von Unabhängigkeit die Rede.
Eine neue Verfassung
Im Jahre 1962 waren beide Parteien in der Regierung, die UBP und die PLP, für ein größeres Maß an Autonomie, und daher nahmen sie diesen Gegenstand in ihr politisches Programm auf. Im Mai 1963 fand im Kolonialministerium in London eine Verfassungskonferenz statt. Das Ergebnis dieser Besprechung war, daß die Bahamainseln eine neue Verfassung erhalten sollten.
So kam es, daß im Januar 1964 eine neue Verfassung in Kraft trat. Sir Roland, der Premierminister der Bahamainseln, verkündete: „Wir haben nun die innere Freiheit ..., schnell vorzugehen, wenn ein schnelles Vorgehen nötig ist, entschlossen zu handeln, wenn entschlossenes Handeln erforderlich ist, und unser Geschick zu unserem Vorteil zu gestalten.“ Die neue Verfassung war ein wichtiger Schritt auf dem Wege zur Unabhängigkeit.
Ein Wechsel im Status
Die Progressive Liberal Party, die beanspruchte, hauptsächlich die farbigen Wähler zu vertreten, wurde 1967 die Regierungspartei. Im darauffolgenden Jahr erhielt sie bei einer allgemeinen Wahl eine große Mehrheit im House of Assembly — neunundzwanzig Sitze entfielen auf die PLP, sieben auf die UBP und je einer auf die Independence Party und die Labor Party.
Am 7. Oktober 1968 erklärte der Premierminister Lynden O. Pindling in einer Rede vor dem House of Assembly, das Ziel der Gespräche, die kürzlich in London stattgefunden hätten, sei nicht die Unabhängigkeit gewesen, zumindest nicht die sofortige Unabhängigkeit. Ihr Zweck sei vielmehr gewesen, „sicherzustellen, daß die Bahamainseln mehr Verantwortung hinsichtlich der inneren Autonomie erhalten würden als bisher“. Dieses Ziel wurde erreicht, und aus der britischen
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