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  • Ist Gabun wirklich „das Land der Freundschaft“?
    Der Wachtturm 1971 | 15. Juli
    • Ist Gabun wirklich „das Land der Freundschaft“?

      „DAS Land der Freundschaft“ — so wird Gabun, ein westafrikanisches Land, das beiderseits des Äquators liegt, in einigen Werbeanzeigen für den Fremdenverkehr beschrieben. Aber seit April 1970 entstehen Zweifel daran, ob Gabun wirklich „das Land der Freundschaft“ ist. Warum? Weil die Regierung von Gabun Ende April die Religionsfreiheit für die friedlichsten Bewohner des Landes aufhob.

      Am Mittwochabend, dem 29. April 1970, gab Radio Libreville durch, daß in einer Kabinettsitzung unter Vorsitz von Präsident Bongo der Beschluß gefaßt worden sei, das Werk der Zeugen Jehovas in ganz Gabun zu verbieten. Danach wies die Regierung alle Missionare der Zeugen Jehovas aus.

      Damit sind alle christlichen Zusammenkünfte der Zeugen Jehovas und die gesamte biblische Predigttätigkeit von Tür zu Tür verboten. Außerdem wurden die biblischen Zeitschriften, die ihnen durch die Post zugesandt wurden, beschlagnahmt, sobald sie bei der Post eintrafen. Man verweigerte ihnen sogar das Recht, Bibelsendungen zu empfangen!

      Die Folge des Verbotes war, daß zwei einheimische Prediger der Zeugen Jehovas verhaftet wurden. Und warum? Nun, einer von ihnen hatte eine Bibel bei sich! Und dies war die gleiche Bibel, die man vielerorts in ganz Gabun kaufen kann. Was hältst du von einer Regierung, die friedliche Menschen verhaftet, weil sie eine Bibel bei sich haben?

      DIE REAKTION UNTER DER BEVÖLKERUNG

      Die Meldung, daß diesen christlichen Zeugen Jehovas die Religionsfreiheit verweigert werde, war für viele ein Schock, besonders für diejenigen, die wissen, daß diese Christen Wert darauf legen, gemäß dem Gebot der Bibel zu leben: „Suche Frieden und jage ihm nach.“ (1. Petr. 3:11) Ein Mann sagte: „Meine Frau schrie auf, als sie die Durchsage hörte.“ Ein Gabuner, der kein Zeuge Jehovas war, brachte die Gefühle vieler zum Ausdruck, als er zu einem Missionar sagte: „Nach der Meldung von der Ausweisung der Missionare konnte ich mehrere Tage weder essen noch trinken, sondern habe geweint!“

      Verschiedene Personen haben gefragt: „Warum respektiert unsere Regierung nicht ihre eigene Verfassung? Es sollte in Gabun Religionsfreiheit geben.“

      Ein anderer Mann sagte: „Die Religionsgemeinschaft, die sich um ihre eigenen Angelegenheiten kümmert, jagen wir davon, und wir behalten solche, die sich dauernd in die Politik einmischen und uns Schwierigkeiten machen.“

      Es gab somit viele Gabuner, die das unfreundliche Vorgehen ihrer Regierung sehr enttäuschte. Einer, der den Missionaren dankte, weil sie ihm geholfen hatten, war früher ein nichtswürdiger Trunkenbold gewesen, aber jetzt geht er dem christlichen Predigtdienst nach. Ein anderer brachte in einem Brief seine Wertschätzung für die Hilfe zum Ausdruck, die ihm die Missionare gewährt hatten. Er war früher Polygamist gewesen und hatte vier Frauen gehabt, aber jetzt ist er dank dem Einfluß biblischer Wahrheiten auf sein Leben glücklich mit nur einer Frau verheiratet. — 1. Tim. 3:2, 12.

      Die Bevölkerung von Gabun ist im allgemeinen freundlich. Viele Eingeborene erkennen, daß Jehovas Zeugen das Wort Gottes predigen und sich daran halten; und sie sind weiterhin genauso freundlich, wie sie es immer gewesen sind. Ihre Regierung jedoch hat solche unfreundlichen Schritte gegen die Religionsfreiheit unternommen.

      WARUM DAS VERBOT UND DIE UNFREUNDLICHEN HANDLUNGEN?

      Wurde dieser Entscheid der gabunischen Regierung nur durch politische Herrscher bewirkt? Es sind Anzeichen dafür vorhanden, daß Geistliche daran beteiligt waren. Zum Beispiel besuchten katholische Priester bald nach der Bekanntgabe des Verbotes den Besitzer der Wohnung der Missionare der Zeugen Jehovas. Kamen die Priester, um dem Besitzer der Wohnung ihr Mitgefühl zu zeigen und sich für die Religionsfreiheit zu erklären? Nein, die Priester versuchten, den Hauswirt zu überreden, die Missionare hinauszuwerfen! Aber der Besitzer der Wohnung weigerte sich, so unfreundlich vorzugehen, obwohl die katholischen Priester viel unternahmen, um ihn dazu anzureizen.

      Ein weiterer interessanter Gesichtspunkt in dieser Angelegenheit ist, daß Personen, die es wissen sollten, einigen Zeugen Jehovas gesagt haben, viele Geistliche, sowohl katholische als auch protestantische, hätten sich in der Wohnung eines Regierungsmitgliedes versammelt und sie hätten sich über einen Plan gefreut, die Religionsfreiheit für diese christlichen Zeugen aufzuheben. Ein Minister der Regierung, der sich gegen Jehovas Zeugen äußerte, ist protestantischer Pfarrer. Und ein prominenter politischer Führer ist katholischer Priester.

      Die Zeugen Jehovas in Gabun wußten, daß Anklagen ersonnen wurden und daß die Wahrheit dargelegt werden sollte, ob die Anklagen nun in einem gewissen Maße von Geistlichen herrührten oder nicht. Daher suchten zwei Missionare als Vertreter der Zeugen Jehovas und ein eingeborener gabunischer Zeuge Jehovas gleich am Morgen nach der Bekanntgabe des Verbotes den Innenminister auf. Sie besprachen die Angelegenheit etwa fünfundvierzig Minuten lang. Sie fragten ihn, aus welchen Gründen ihre christliche Tätigkeit verboten worden sei. Er sagte ihnen, ihre Religionsgemeinschaft sei wegen einiger ihrer Mitglieder aus dem Landesinnern verboten worden. Und welche Stütze hatte er für diese Anklage? Vier handgeschriebene Briefe aus Städten im Landesinnern von Gabun — wo es keine Zeugen Jehovas gibt! Er sagte, das Werk der Zeugen Jehovas sei untersucht worden und daraufhin seien von Bevollmächtigten der Regierung diese Briefe gekommen.

      Später beschuldigten die Behörden die Zeugen Jehovas, die Fahne nicht zu achten, die Steuern nicht zu zahlen, Menschen zu lehren, nicht zu wählen, und Unruhe unter der Bevölkerung zu verursachen.

      ANKLAGEN UNBEGRÜNDET

      Jehovas Zeugen antworteten auf diese Anklagen der Regierung, indem sie erklärten, daß sie als Christen die Regierung respektierten und ihr gehorsam seien, wie es die Bibel lehre. (Röm. 13:1) Sie wiesen darauf hin, daß kein Zeuge Jehovas in Gabun je verhaftet worden oder ins Gefängnis gekommen ist, weil er etwas gestohlen, jemand getötet oder das Gesetz oder die Regierung bekämpft hätte. Ja, in der ganzen Welt sind Jehovas Zeugen als friedliche, gesetzestreue Bürger bekannt. Sie bekunden Achtung vor der Fahne, da sie wissen, daß sie die Regierung verkörpert, und jeder Zeuge Jehovas in Gabun, der bei einer Zeremonie zugegen war, bei der die Fahne gegrüßt wurde, stand ruhig und respektvoll da.

      Die Anklage, keine Steuern zu zahlen, ist, wie jeder Unterrichtete weiß, unwahr. Jehovas Zeugen haben ihre Steuern immer gezahlt, da Gottes Wort sie anweist, dies zu tun, und sie leben nach der Bibel. Sogar in dem Lehrbuch für getaufte Zeugen Jehovas „Dein Wort ist eine Leuchte meinem Fuß“ heißt es auf Seite 36: „Muß ein Christ alle vom Gesetz geforderten Steuern zahlen?“ Die Antwort wird mit einem Zitat aus der Bibel gegeben: „Erstattet allen, was ihnen gebührt: dem, der die Steuer verlangt, die Steuer; dem, der die Abgabe verlangt, die Abgabe.“ — Röm. 13:7.

      Hinsichtlich der Politik behalten Jehovas Zeugen eine neutrale Stellung bei. Die gabunische Regierung hatte als Beweis niemand, den Jehovas Zeugen gelehrt hätten, nicht zu wählen. Übrigens ist die Wahl in Gabun geheim, und daher sollte es nicht möglich sein, zu sagen, wer gewählt hat und wer nicht. Außerdem hat es vor diesem Verbot drei Jahre lang keine Wahlen gegeben, und in den vier Jahren danach finden keine statt. Sind daher die Wahlen ein Problem, dem sich Gabun plötzlich gegenübersieht? Wohl kaum.

      Wie ist es mit der Anklage, Unruhe unter der Bevölkerung zu stiften? Jehovas Zeugen predigen die gute Botschaft von Gottes Königreich. Nie zwingen sie andere, ihre Botschaft anzunehmen und Zeugen Jehovas zu werden. Sie befolgen den Rat Jesu, der sagte: „Wenn ihr in das Haus eintretet, so grüßt die Hausgenossen; und wenn das Haus es verdient hat, so komme der Friede darauf, den ihr ihm wünscht; wenn es ihn aber nicht verdient hat, so kehre euer Friede zu euch zurück. Wo irgend jemand euch nicht aufnimmt, noch auf eure Worte hört, da schüttelt den Staub von euren Füßen, wenn ihr aus jenem Haus oder jener Stadt hinausgeht.“ — Matth. 10:12-14.

      Seit 1958 predigen Jehovas Zeugen frei und öffentlich in Gabun. Warum beschuldigt sie die Regierung nach zwölf Jahren auf einmal, Unruhe zu stiften?

      Um zu zeigen, daß die Anklagen unbegründet sind, sandten Jehovas Zeugen ein vierseitiges Verteidigungsschreiben an die Regierung, in dem die obengenannten Punkte behandelt wurden. Mit welchem Ergebnis? In einer kurzen Erwiderung hieß es, ihre gesetzliche Körperschaft sei „aufgelöst“ worden. Weiter hieß es, daß eine Entscheidung, die die Regierung erst einmal getroffen habe, „maßgebend und unveränderlich“ sei.

      Aber sollte es nicht eine Änderung geben, da die Anklagen doch falsch sind und da die Religionsfreiheit davon betroffen wird? Ganz bestimmt!

      Jehovas Zeugen haben auf verschiedenen Wegen versucht, mit dem Präsidenten von Gabun zu sprechen, um ihren Standpunkt zu erklären und auf die falschen Anklagen zu antworten, die gegen sie erhoben worden sind. Die Bitten wurden jedoch nicht beachtet. Die Regierung gab Jehovas Zeugen keine Gelegenheit, den hochgestellten Regierungsmitgliedern, die für das Verbot verantwortlich sind, ihren Standpunkt zu erklären.

      DU KANNST HELFEN

      Obwohl sich die Regierung geweigert hat, von Jehovas Zeugen eine Erklärung entgegenzunehmen, kannst du helfen. Wenn du mit einer solchen Verweigerung der Religionsfreiheit, mit der Beschlagnahme von Bibeln und mit anderen unfreundlichen Handlungen gegenüber friedlichen Christen nicht einverstanden bist, so schreibe doch an einen oder mehrere Regierungsmitglieder und -vertreter, die hier aufgeführt sind, und lege deine Ansichten dar. Bitte sie dringend, Achtung vor ihrer eigenen Verfassung und vor Menschen, die den Willen Gottes zu tun suchen, zu bekunden.

      Wenn du dies tust, könnte das bewirken, daß die Regierung von Gabun die Sache nachprüft und sich durch eine Änderung ihrer Verfahrensweise bemüht, zu zeigen, daß Gabun „das Land der Freundschaft“ ist, das es zu sein behauptet.

      [Kasten auf Seite 445]

      Mitglieder und Vertreter der Regierung von Gabun

      His Excellency

      President Albert B. Bongo,

      BP 546

      Libreville, Gabon

      The Honorable Leon Mebiame,

      Vice-president

      BP 547

      Libreville, Gabon

      Mr. Jean-Stanislas Migolet,

      Minister of State

      BP 549

      Libreville, Gabon

      Mr. Jean Remy Ayoune,

      Minister in Charge of Foreign Affairs

      BP 389

      Libreville, Gabon

      Mr. Raphael Mamiaka,

      Minister of the Interior

      BP 1110

      Libreville, Gabon

      Herrn German Mba

      Botschafter der Republik Gabun

      53 Bonn-Bad Godesberg

      Friedrichstraße 16

      His Excellency

      Jean Davin, Ambassador E. and P.

      Mission of the Republic of Gabon to the United Nations

      866 United Nations Plaza

      New York, N. Y. 10017

  • Sie sehen den Zustand der Kirchen
    Der Wachtturm 1971 | 15. Juli
    • Sie sehen den Zustand der Kirchen

      ● Jehovas Zeugen haben häufig darauf hingewiesen, daß das, was man in den Kirchen der Christenheit sieht, in Wirklichkeit kein Christentum ist. Manche Menschen meinen, solche Schlußfolgerungen seien ungerecht und nicht wirklich wahr.

      Letztes Jahr erschienen in der von einer katholischen Kirche in Minnesota (USA) herausgegebenen Zeitung The Defender’s Trumpet einige interessante Bemerkungen hierüber. Die Ausgabe Nr. 5 des 2. Jahrganges enthielt folgendes Zitat:

      „Hast du dich schon über die Kirchen verwundert? In der ganzen Welt werden Kirchenorganisationen durch Streitigkeiten zerrissen. Geistliche widersprechen einander öffentlich. Kirchliche Lehre und kirchliche Autorität werden sowohl von Geistlichen als auch von Kirchgängern angegriffen. Ja, in vielen Gegenden hat der Kirchenbesuch so sehr nachgelassen, daß einige Kirchen dazu übergehen, ihn durch Rock-and-Roll-Musik, Tanzveranstaltungen und andere Unterhaltung künstlich zu fördern.

      Statt einen gesunden Einfluß auf die Moral auszuüben, entschuldigen außerdem eine Anzahl Geistliche die Homosexualität und sonstigen zügellosen Wandel. Auch die ,Gott-ist-tot‘-Philosophie greift unter ihnen um sich.

      Aber was bewirkt, daß die Kirchen sterben? Es ist die Tatsache, daß sie nicht die biblische Wahrheit lehren und sich nicht an biblische Grundsätze halten. Die Geistlichen würdigen die Bibel oft herab und setzen an die Stelle des Wortes Gottes ihre eigene ,Philosophie‘. (Kol. 2:8) ... Was sie anbieten, ist falsche Religion.“

      In der katholischen Zeitung hieß es dann: „Obiges ist ein Auszug aus einem vom ,Wachtturm‘ (Jehovas Zeugen) herausgegebenen Traktat. Wir glauben, daß viel davon auf die Situation zutrifft, die hier in St. Stephens herrscht.“

  • Trick oder Spiritismus auf dem Konzil in Nizäa?
    Der Wachtturm 1971 | 15. Juli
    • Trick oder Spiritismus auf dem Konzil in Nizäa?

      ● Sir Edward B. Tylor schildert in seinem Buch Primitive Culture (Urkultur) eine Begebenheit, die sich während des Konzils in Nizäa zugetragen haben soll. Er schreibt:

      „Die Kirchengeschichte kennt ein Wunder, das sich am Abschluß des Konzils von Nizäa ereignet haben soll. Im Laufe des Konzils waren die beiden Bischöfe Chrysanthus und Mysonius gestorben; die übrigen Teilnehmer des Konzils trugen die gemeinsamen Beschlüsse, die sie unterzeichnet hatten, zum Grab dieser Bischöfe, richteten das Wort an sie, als würden sie noch leben, und ließen ihnen das Dokument zurück. Am darauffolgenden Tag kamen sie wieder und stellten fest, daß die beiden Unterschriften noch hinzugefügt worden waren; auf dem Dokument konnte man lesen: ,Wir, Chrysanthus und Mysonius, stimmen dem Beschluß der Teilnehmer der Ersten heiligen und ökumenischen Synode in Nizäa zu; obschon wir nicht mehr im Leibe sind, haben wir das Dokument eigenhändig unterschrieben.‘“

      War diese Unterschrift durch einen Trick zustande gekommen oder durch spiritistisches Tun? Es ist interessant, daß Tylor diese Begebenheit in seinem Kapitel erwähnt, in dem er den Spiritismus und die Psychographie behandelt.

      Diese Begebenheit zeigt, ganz gleich, ob es sich dabei um Spiritismus oder um einen Trick handelte, wie abergläubisch die Teilnehmer des Konzils waren und was für eine Mentalität sie hatten. Kein Wunder also, daß sie für völlig unbiblische Gedanken zu haben waren! Ja, diese Begebenheit bringt etwas Licht in die Frage, warum sich die Teilnehmer des Konzils in Nizäa für die gottentehrende Trinitätslehre entschieden und sie zur Zentrallehre der Christenheit machten.

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