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TaufeDer Wachtturm 1958 | 1. Oktober
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sich aber auf ihrem Lebenswege nicht richtig gereinigt hat und weiterhin in Unsittlichkeit lebt oder Gottes Gesetz sonstwie verletzt, so bedeutet die Taufe nicht die Vervollständigung und den Vollzug des Aktes der Hingabe an Jehova, um seinen Willen zu tun. Eine solche vorgebliche Hingabe nähme Jehova nicht an. Ein unreines Opfer ist dem allmächtigen Gott nicht annehmbar, und wir sollen uns Gott darbieten, um seinen reinen Willen zu tun.
16 Findet sich eine Person in diesem Zustande vor, so wäre es notwendig, daß sie zuerst ihr Leben einer Reinigung unterzöge, sich dann Gott wahrhaft hingäbe und sich nochmals taufen ließe. Wenn eine unreine Person auch getauft worden wäre, wäre ihr Hingabeakt von Jehova nicht angenommen worden. Wenn sie sich reinigt, sollte sie von neuem getauft werden, denn erst unter solchen Umständen ist ihr Hingabeakt Gott, dem Allmächtigen, annehmbar, und erst dann ist die Wassertaufe gültig.
17. (a) Was kennzeichnen der Akt der Hingabe und die Taufe im Leben eines Menschen? (b) Von welcher Wichtigkeit ist der Tag der Taufe einer Person?
17 Nicht die Zeremonie oder die symbolische Wassertaufe verleiht Leben, sondern vielmehr das, was darauf folgt: der treue Dienst für Gott. Die öffentlich im Wasser erfolgte Taufe kennzeichnet nur den Beginn eines Laufes, den man das ganze Leben hindurch verfolgen muß. In Wirklichkeit kann diese Hingabe nicht enden. Sie muß für immer erfolgen, und zwar indem man im Sinn behält, daß sie von unaufhörlicher Dauer ist. Man kann der Verantwortung, die Gott, der Allmächtige, einem zur Zeit des Hingabeaktes und der Taufe auferlegt, niemals entgehen. Man darf sie weder gleichgültig nehmen noch unachtsam oder ihren Anforderungen gegenüber unzuverlässig sein. Der Tag, an dem man sich Gott hingibt, kennzeichnet den Beginn einer Predigttätigkeit, die fortan der Beruf des Betreffenden geworden ist. Zweifellos hat ein Täufling schon vor seiner Taufe am Zeugnisgeben teilgenommen, doch stand er vor dem Hingabeakt nicht in einem Verhältnis der Hingabe an Jehova, dem sobald als möglich die Taufe folgen soll. In diesem Sinne ist der Tag, da sich jemand taufen läßt, auch der Tag, da er die Geburt zu einem neuen Leben symbolisiert. Er kündet den Beginn eines neuen Lebens an, das er mit anderen Gott hingegebenen Dienern in seiner Neuen-Welt-Gesellschaft jetzt und immerdar teilt. Der Akt der Hingabe und die Taufe kennzeichnen also die Zeit, da jemand der alten Welt abstirbt und dann ohne Abschweifungen für die neue Welt zu leben beginnt. Im Grunde genommen ist dies der Punkt, an dem ein Christ als ein Jehova hingegebener Diener und als Nachfolger Jesu Christi lebendig wird. Die Taufe dient daher sowohl als ein öffentliches Bekenntnis dafür, daß sich jemand Gott hingegeben hat, und auch als eine Ordinationszeremonie. Diesen wichtigen Tauftag sollte man sich merken, um ihn der Versammlung, zu der man gehört, mitzuteilen; man sollte das Datum auch für sich selbst notieren. Es ist der Tag, da man von Jehovas sichtbarer Organisation ordiniert worden ist.
18, 19. (a) Wie jung darf jemand sein, damit er getauft werden kann? (b) Gibt es ein begrenztes Höchstalter, in dem jemand getauft werden kann?
18 Oft wird gefragt: In welchem Alter sollte man sich taufen lassen? Das Alter an Jahren ist nicht der ausschlaggebende Faktor. Ungeachtet, ob jemand noch nicht aus der Schule entlassen worden ist oder später — wenn ein Junge oder ein Mädchen über Gottes Wahrheit belehrt und somit mit dem Vorhaben und den Anforderungen Jehovas vertraut gemacht worden ist und Jehova liebt, ja ihm zu dienen wünscht und den Schritt der Hingabe tut, so ist der Betreffende bereit für die Taufe durch Untertauchen. Die richtige Haltung wird in Jesu Worten beschrieben: „Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote beachten.“ „Wenn ihr meine Gebote beachtet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, gleichwie ich die Gebote des Vaters beachtet habe und in seiner Liebe bleibe.“ — Joh. 14:15; 15:10, NW.
19 Andrerseits mag jemand, der an Jahren vorgerückt ist, denken, er sei zu alt, um sich Gott hinzugeben und sich taufen zu lassen. Auch hier wiederum ist das Alter nicht von Belang. Wenn jemand fest entschlossen ist, nur eines zu tun, nämlich Gottes Gebote zu befolgen, wie sie von Jesus beschrieben worden sind, und wenn er Jehova dienen und ewiges Leben empfangen möchte, dann ist auch dieser Alternde oder Betagte für die Taufe bereit, die ein Symbol seines Hingabeaktes ist, und er sollte sie nicht hinausschieben.
20. Was führt zu wahrem und dauerndem Glück?
20 Wer Leben liebt, möchte es in vollem Maße mit all den Segnungen haben, die nur Jehova verleihen kann. Diese Liebe und diese selbstlose Ergebenheit veranlassen eine solche Person, sich Gott aus freien Stücken zur Verfügung zu stellen, um ihm unablässig nie endenden Dienst darzubringen und so auf diese Weise ein ewig glückliches Dasein zu finden.
DIE FÜR DIE TAUFE PASSENDE ZEIT
21. Zu welchen Zeiten kann man sich taufen lassen?
21 Gelegenheiten zur Taufe gibt es gewöhnlich bei großen Veranstaltungen und Kongressen der Zeugen Jehovas wie auch bei Kreisversammlungen, die zweimal im Jahre stattfinden. Wenn jemand zufällig bei einer dieser regelmäßig stattfindenden Tagungen oder vielleicht wegen Gebrechlichkeit nicht getauft werden kann, so mag eine andere Zeit dafür vorgesehen werden. Ungeachtet der Zeit oder des Ortes sollte ein Jehova hingegebener Diener dazu bestimmt werden, den Akt des Untertauchens zu vollziehen.
22, 23. (a) Was für wichtige Fragen sollten Täuflingen gestellt werden? (b) Welche Antwort zeigt, daß ein Täufling für die Taufe bereit ist?
22 Es ist unerläßlich, daß mit dem Munde eine öffentliche Erklärung des Glaubens gemacht werde. Es werden daher dem Täufling zwei Fragen gestellt: (1) Hast du erkannt, daß du vor Jehova Gott ein Sünder bist und der Rettung bedarfst, und hast du vor ihm anerkannt, daß diese Rettung von ihm, dem Vater, kommt, und zwar durch seinen Sohn, Jesus Christus? (2) Hast du dich auf Grund dieses Glaubens an Gott und an seine Vorkehrung der Rettung Gott rückhaltlos hingegeben, um fortan seinen Willen zu tun, so wie er ihn dir unter der erleuchtenden Kraft des heiligen Geistes durch Jesus Christus und durch die Bibel offenbart?
23 Ein jeder, der diese Fragen mit einem „Ja“ beantworten kann, kann getauft werden und sollte diesen Schritt ohne Zögern oder Aufschub tun.
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Fragen von LesernDer Wachtturm 1958 | 1. Oktober
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Fragen von Lesern
● Eine Zeugin Jehovas, die beansprucht, zum gesalbten Überrest zu gehören, begab sich kürzlich ins Krankenhaus und ließ sich freiwillig eine Bluttransfusion machen. Sollte ihr gestattet werden, beim Gedächtnismahl von den Symbolen, von Brot und Wein, zu genießen? — R. J., Vereinigte Staaten.
Mit dir bedauern wir es natürlich, daß diese Schwester, die sich dazu bekennt, ein Glied des gesalbten Überrests zu sein, sich freiwillig eine Bluttransfusion machen ließ, als sie im Krankenhaus weilte. Wir glauben, daß sie dem Willen Gottes zuwider, also nicht recht handelte. Indes sind die Versammlungen nie angewiesen worden, Personen, die sich freiwillig Bluttransfusionen machen lassen oder sie gutheißen, die Gemeinschaft zu entziehen. Das Gericht jener Personen, die Gottes Gesetz hinsichtlich der Heiligkeit des Blutes übertreten, überlassen wir Jehova, dem höchsten Richter. Das einzige, was im Falle einer solchen Person getan werden kann, ist, sie als unreif zu betrachten, als jemand, der nicht fähig ist, gewisse Verantwortlichkeiten zu übernehmen, so daß wir sie also mit gewissen Dienstaufgaben nicht betrauen.
Einer solchen Person wird die Gemeinschaft nicht entzogen, weil sie sich freiwillig eine Bluttransfusion machen läßt oder es gutheißt, daß eines ihrer lieben Angehörigen eine Bluttransfusion erhält, und daher habt ihr auch kein Recht, diese Schwester von der Feier des Abendmahles des Herrn auszuschließen. Als ein gesalbtes Glied des Leibes Christi steht sie unter dem Gebot und Befehl Christi Jesu, davon zu genießen. Ob sie nun untreu ist gegenüber dem, was sie zu sein bekennt, indem sie die Symbole des Abendmahles des Herrn einnimmt, wird Jehova Gott selbst entscheiden. Sein Gericht beginnt am Hause Gottes. Es steht nicht euch oder sonst jemandem zu, der die Gedächtnismahlsymbole darreicht, als Richter zu amten, sondern ihr sollt die Symbole allen Anwesenden in der üblichen Weise darreichen, so daß jeder eine Gelegenheit erhält, davon zu genießen.
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