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  • Ich hatte einen Hirntumor
    Erwachet! 1976 | 22. Juni
    • fünften Tag konnte ich schon allein umhergehen. Am neunten Tag durfte ich mich anziehen und nach Hause gehen.

      Aber damit war noch nicht alles überstanden. Das Gehirn wehrt sich natürlich gegen das eindringende Messer des Chirurgen. Er kann es nicht vermeiden, daß er, wenn er den Tumor entfernt, dabei auch einige Neuronen zerstört oder beschädigt. Es kommt zu einer Schwellung. Geschädigte Neuronen erholen sich erst nach einiger Zeit. Auch entwickelt sich Narbengewebe. Zerstörte Hirnzellen werden, im Gegensatz zu anderen Körperzellen, nicht ersetzt, aber auf eine noch ungeklärte wunderbare Art und Weise erfolgt eine Wiederherstellung der Stromkreise in der Hirnregion, aus der der Tumor entfernt wurde. Das erfordert jedoch Zeit.

      Obschon ich mich offensichtlich gut erholte, hatte ich sechs Monate nach der Operation drei weitere Krampfanfälle. Man sagte mir, daß es drei Jahre dauern könne, bis ich wieder ganz hergestellt sei. Meine geistigen Fähigkeiten waren in keiner Weise geschädigt, und mein Gedächtnis war so gut wie eh und je.

      Ich bin sehr dankbar, daß der Chirurg, der mich behandelte, so tüchtig war. Auch bin ich meinen Freunden dankbar, die mich im Krankenhaus besucht haben. Vor allem aber freue ich mich darüber, daß ich dem Schöpfer weiterhin Dankbarkeit bekunden kann, der den menschlichen Körper mit der wunderbaren Fähigkeit zur Wundheilung und Genesung ausgestattet hat. Außerdem schätze ich jetzt das Leben weit mehr. Ich bin glücklich, noch zu leben! (Eingesandt.)

  • Wo die Kokosnuß fast immer auf dem Speisezettel steht
    Erwachet! 1976 | 22. Juni
    • Wo die Kokosnuß fast immer auf dem Speisezettel steht

      Vom „Awake!“-Korrespondenten in Belize

      SOZUSAGEN jeder weiß, daß man für Konfekt und Kuchen Kokosnuß verwendet. Aber bei uns in Belize (ehemals Britisch-Honduras) ist sie ein Bestandteil von fast jeder Mahlzeit — Frühstück, Mittagessen, Fünfuhrtee und Abendbrot.

      Das erklärt sich u. a. daraus, daß es in diesem tropischen Land Kokosnüsse in Fülle gibt. Aber Kokosnuß steht noch aus anderen Gründen fast immer auf dem Speisezettel.

      Häufige Verwendung findet zum Beispiel die Kokosmilch — nicht zu verwechseln mit dem zuckerreichen Kokoswasser. Die Milch erhält man durch Raspeln und Auspressen des Fruchtfleisches. Kokosmilch wird bei der Zubereitung von Reis, Kleingebäck und Suppen verwendet.

      Aus der Milch wird das Kokosöl gewonnen. In Belize gibt es viele Leute, die bei sich zu Hause Kokosöl herstellen. Manche ältere Frau verdient sich damit ihren Lebensunterhalt. Aber das bedeutet nicht, daß es eine leichte Arbeit ist. In Wirklichkeit ist die Ölgewinnung recht mühsam. Wieso?

      Nicht selten gehen ältere Frauen schon morgens fünf Uhr auf den Markt im Hafen. Segelboote bringen die Nüsse von der Küste, und Fischerboote (Einbäume) holen die Nüsse von den Flußufern. Die Nüsse werden, bevor sie auf den Markt kommen, von der Fruchthülle, die die Kokosfasern liefert, befreit. In Belize City kann man häufig beobachten, wie sich eine Frau mit einem Sack in der Hand am Flußufer etwas vorbeugt und den Männern in den Booten zuruft: „Uno have nuts fi sell?“ („Habt ihr Kokosnüsse zu verkaufen?“) Darauf antworten dann die Männer: „Uno no know fi we biznez da cocnut?“ („Wissen Sie nicht, daß wir mit Kokosnüssen handeln?“) Die Frau legt die erstandenen Kokosnüsse in den Anhänger eines Dreirades und zahlt ein kleines Entgelt dafür, daß sie für sie nach Hause gefahren werden.

      Als nächstes müssen die Nüsse aufgebrochen oder aufgeschnitten werden. Die Kreolen machen das mit der Machete, einem langen Messer. Die Kokosnuß wird mit der einen Hand festgehalten, und dann wird die harte Schale langsam abgehauen. Große Geschicklichkeit ist erforderlich, denn die Hiebe mit dem Messer müssen so geführt werden, daß die Schale weggeschnitten wird, ohne das zarte Fruchtfleisch zu verletzen. Wer diese Arbeit mit der Machete nicht gewohnt ist, kann die Kokosnuß über ein Feuer halten, bis sie sich ausdehnt und die Schale platzt, worauf er das Fleisch leicht herausnehmen kann.

      Darauf wird das weiße, faserige Fleisch geraspelt. Als Reibe dienen hier oft lediglich mit Nagellöchern versehene Blechdosen, die auf einem Holzrahmen festgemacht sind.

      Wenn das Kokosfleisch geraspelt ist, mischt man etwas warmes Wasser unter die schneeweißen Schnitzelchen. Das trägt dazu bei, daß sich das Fett löst. Dann wird das Geraspelte ausgepreßt, um die Milch zu gewinnen. Diese Flüssigkeit läßt man über Nacht stehen, damit sich das Fett vom Wasser trennt. Am nächsten Tag wird das dicke, weiche Fett sorgfältig abgeschöpft. Der zurückbleibende Raspel eignet sich vorzüglich als Hühnerfutter.

      Aber wie geht man vor, um aus dieser dicken, weißen Substanz das klare, braune Kokosöl zu gewinnen? Das bringt uns zum nächsten Schritt: zum Kochvorgang.

      Hier in Belize ist es praktisch, das Fett auf einem Holzherd — Holz ist ein wirtschaftlicher Brennstoff — zu kochen. Man sorgt für ein schwaches, gleichmäßiges Feuer, so daß die Milch leicht brodelt. Das bewirkt dann, daß sich weiteres Fett abscheidet. Jetzt sieht die Masse aus wie geronnene Milch. Nach und nach verklumpen sich die festen Bestandteile, und das Fett wird durchsichtig. Die Luft ist erfüllt von dem köstlichen Kokosnußgeruch, der einem den Mund wäßrig macht. Man muß die Mischung schnell vom Feuer nehmen, damit sie nicht verbrannt schmeckt. Drei bis fünf Kokosnüsse ergeben — je nach Größe und Qualität — ungefähr einen halben Liter Öl.

      Das Kokosöl findet für vieles Verwendung. Es eignet sich besonders zum Braten von Fisch und für Gerichte aus Maismehlkuchen oder Tortillas. Wenn Jehovas Zeugen in Belize einen ihrer Kongresse veranstalten, gibt es an ihren Erfrischungsständen panades. Dieses leckere Gericht besteht aus Maismehlteig, aus dem man dünne runde Kuchen macht. Darauf legt man gekochten und gewürzten Fisch (gewöhnlich Hai), klappt die eine Hälfte auf die andere und drückt die Ränder gegeneinander. Diese Taschen werden in goldgelbem Kokosöl gebacken. In der ganzen Umgebung duftet es jeweils nach diesem Gebäck. Manche Familien aus der Nachbarschaft schicken schon früh ihre Kinder, die sich dann an einem solchen Stand anstellen, so daß sie auch etwas von diesen Leckerbissen abbekommen.

      Hast du schon einmal von Kreolen-Brot gehört? Das ist eine weitere Spezialität, die mit Kokosnuß gemacht wird. Anstelle von Kuhmilch nimmt man für die Zubereitung des Hefeteigs die dicke, kremige Milch, die man aus Kokosnußraspel gewinnt. Für ein knappes Kilogramm Mehl benötigt man eine Kokosnuß.

      Gutes Kreolen-Brot ist sehr begehrt. Es gibt hier Frauen, die jeden Tag oder jede Woche solches Brot backen und sich dadurch ihren Lebensunterhalt verdienen oder ihren Kindern eine Ausbildung ermöglichen. Vor kurzem haben einige Frauen, Christinnen, an mehreren Samstagen solches Brot gebacken und den Erlös für den Bau eines Saales gespendet, in dem Bibelstudien abgehalten werden sollen.

      Würde dir Reis oder Brot mit dem köstlichen Kokosnußaroma schmecken? Wie wäre es mit in Kokosmilch gekochtem Fisch oder mit Kokosnußkonfekt? Der Saft, den man direkt aus noch grünen Kokosnüssen trinkt, ist erfrischend und gesund. Solltest du jemals nach Belize kommen, so hoffen wir, daß dir die freundlichen Menschen in diesem Land gefallen werden, daß dir die warme Sonne guttun und der Speisezettel, auf dem fast immer Kokosnuß steht, dir zusagen wird.

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