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Der Tag des Gerichts an den GötternDer Wachtturm 1981 | 15. Oktober
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Der Tag des Gerichts an den Göttern
„Wer ist ein Gott wie du ...?“ (Micha 7:18).
1. An welche übermenschlichen intelligenten Wesen glauben die meisten Menschen, obgleich die Existenz Jehovas geleugnet wird?
HEUTE sagen immer mehr Menschen: „Es gibt keinen Gott.“ Ungeachtet, welchen Grund sie für ihre Feststellung haben mögen, sagt doch die Bibel: „Der Unverständige hat in seinem Herzen gesagt: ,Es gibt keinen Jehova‘“ (Ps. 14:1). Daß Jehova existiert, wird zwar von vielen bezweifelt, aber der größte Teil der Menschheit glaubt an eine Unzahl von Göttern. In Indien glauben schon allein die Hindus an Hunderte von Millionen Götter.
2. Wer amtet in der heutigen Zeit, in der die Göttlichkeit aller sogenannten Götter in Frage gestellt wird, als Richter?
2 Die Bibel leugnet nicht, daß es viele gibt, die Götter genannt werden oder versuchen, sich zu Göttern zu machen. In Psalm 82:1, 6 ist zu lesen: „Gott bezieht Stellung in der Gemeinde des Göttlichen; inmitten der Götter richtet er. ,Ich selbst habe gesagt: „Ihr seid Götter, und ihr alle seid Söhne des Höchsten.“‘“ Und in Psalm 97:1, 7 heißt es: „Jehova selbst ist König geworden! ... Mögen alle, die irgendeinem geschnitzten Bilde dienen, beschämt werden, diejenigen, die sich wertloser Götter rühmen. Beugt euch vor ihm, all ihr Götter.“ Die Göttlichkeit aller Götter, die von Menschen verehrt werden, wird heute angefochten. Der Tag, an dem sie gerichtet werden, ist herbeigekommen. Jehova ist der Richter.
3. Der Name welches jüdischen Propheten war im 8. Jahrhundert v. u. Z. eine Herausforderung an alle Götter der Welt, und warum?
3 Im achten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung lebte ein Prophet, dessen Name schon eine Herausforderung an alle Götter der Welt war. Er hieß Micha, was „Wer ist wie Jah [d. h. Jehova]?“ bedeutet (Micha 1:1; Jer. 26:18).
4. Mit welcher herausfordernden Frage an alle diese sogenannten Götter haben Micha und sein prophetisches Buch zu tun?
4 Der Prophet Micha zieht einen Vergleich zwischen sich und den Menschen aus heidnischen Nationen und spricht sowohl für sich selbst als auch für andere Treue, wenn er sagt: „Alle Völker ihrerseits werden wandeln, ein jedes im Namen seines Gottes; wir aber unsererseits werden im Namen Jehovas, unseres Gottes, wandeln auf unabsehbare Zeit, ja immerdar“ (Micha 4:5). Am Ende seines prophetischen Buches wirft Micha passenderweise die herausfordernde Frage auf: „Wer ist ein Gott wie du, einer, der Vergehung verzeiht und an der Übertretung des Überrestes seines Erbteils vorübergeht?“ (Micha 7:18).
5. Wem legt Jehova laut Micha 1:2-4 seinen Fall unverhüllt dar, und um welche Frage geht es dabei?
5 Die Frage der Göttlichkeit ist von weltweiter Bedeutung, und Jehova legt seinen Fall der allgemeinen Öffentlichkeit unverhüllt dar, insbesondere denen, die behaupten, ihn auf der Erde zu vertreten. Das geht sehr deutlich aus seinen in Micha 1:2-4 zitierten Worten hervor: „Höret, o ihr Völker, ihr alle; zolle Aufmerksamkeit, o Erde und was dich erfüllt, und der Herr Jehova möge wider euch als Zeuge dienen, Jehova aus seinem heiligen Tempel. Denn siehe! Jehova geht aus von seiner Stätte, und er wird gewißlich herabkommen und auf die Höhen der Erde treten. Und die Berge sollen unter ihm zerschmelzen, und die Talebenen selbst werden sich spalten wie das Wachs vor dem Feuer, wie Gewässer, die einen Abhang hinabgegossen werden.“
6. Welche Erklärung gibt Jehova gemäß Micha 1:12, 2:3, 4 und 4:10 über die Bedeutung der furchterregenden Sinnbildersprache?
6 In seinem weiteren Zeugnis erklärt Jehova die Bedeutung dieser furchterregenden Sinnbildersprache, indem er sagt:
„Übles ist von Jehova zum Tor Jerusalems herabgekommen“ (Micha 1:12). „Dies ist darum, was Jehova gesprochen hat: ,Siehe, ich erdenke gegen diese Familie ein Unglück, dem ihr euren Hals nicht entziehen werdet, so daß ihr nicht hochmütig wandeln werdet; denn es ist eine Zeit des Unglücks. An jenem Tage wird man über euch eine Sprichwortrede erheben und wird gewißlich in einer Wehklage klagen, ja einer Wehklage. Man wird sprechen müssen: „Wir sind bestimmt verheert worden! Selbst den Anteil meines Volkes ändert er. Wie er ihn mir entzieht!“‘“ (Micha 2:3, 4). „Winde dich in Schmerzen und brich hervor, o Tochter Zion, wie eine Gebärende, denn nun ... wirst [du] bis nach Babylon kommen müssen (Micha 4:10).
7. Welche schlechten Handlungen veranlaßten Jehova besonders zu diesem drastischen Vorgehen, und an welches Gegenbild sollten wir in diesem Zusammenhang denken?
7 Während wir uns an die Gründe für dieses drastische Vorgehen Jehovas erinnern, wollen wir an die heutige Christenheit denken, denn sie ist das Gegenbild des untreuen Israel der Tage Michas. In seinem öffentlichen Zeugnis erklärt Jehova weiter: „Wegen der Auflehnung Jakobs ist dies alles, ja wegen der Sünden des Hauses Israel.“ Als Sünden erwähnt Jehova unter anderem, daß Israel nicht im Tempel, sondern auf den „Höhen“ anbetete und mit „gehauenen Bildern“ Götzendienst trieb (Micha 1:5-7).
8, 9. (a) Wie beraubten die Israeliten gemäß Micha 2:1, 2 und 3:1-3 ihre Mitisraeliten? (b) Für wen diente Micha als sichtbarer Zeuge, und mit welcher Hilfe?
8 Außerdem spricht Jehova von „denen, die Schaden zu stiften planen“, und „denen, die Schlechtes treiben auf ihren Betten“. Weiter sagt er: „Beim Morgenlicht gehen sie daran, es zu tun, weil es in der Macht ihrer Hand steht. Und sie haben Felder begehrt und haben sich ihrer bemächtigt, auch Häuser und haben sie genommen; und sie haben einen körperlich tauglichen Mann und seine Hausgemeinschaft übervorteilt, einen Mann und seinen Erbbesitz“ (Micha 2:1, 2). „Ist es nicht eure Sache, das Recht zu kennen? Die ihr das Gute haßt und das Böse liebt, die ihr den Leuten ihre Haut abreißt und ihren Organismus von ihren Knochen; ihr, die ihr auch den Organismus meines Volkes gegessen habt und ihnen direkt die Haut abgestreift und ihre Knochen selbst zerschlagen und sie in Stücke zermalmt habt wie das, was in einem Topf mit weiter Öffnung ist, und wie Fleisch mitten in einem Kochtopf“ (Micha 3:1-3).
9 Mit diesen Worten trat Jehova „als Zeuge“ gegen das Königreich Juda auf. Micha, sein Prophet, mußte als sein sichtbarer Zeuge dienen, was von ihm großen Mut, ja einen starken Glauben erforderte. Doch Micha entsprach den Anforderungen, die dieser Dienst an ihn stellte. Wieso? Er sagt es uns mit den Worten: „Ich selbst [bin] mit Kraft erfüllt worden, mit dem Geist Jehovas und des Rechts und der Macht, um Jakob seine Auflehnung mitzuteilen und Israel seine Sünde“ (Micha 3:8).
10. Auf welche Weise handelte Israel Gott gegenüber ungebührlich, und in welcher Hinsicht war Micha kein religiöser Schwächling, wodurch er uns ein gutes Beispiel gab?
10 Derselbe Geist Jehovas, der Micha befähigte, die harte Gerichtsbotschaft zu verkündigen, veranlaßte ihn auch, diese Botschaft des wahren Gottes aufzuzeichnen. Micha besaß etwas, was die falschen Propheten, die Visionenseher und Wahrsager damals nicht besaßen, und so kannte er die „Antwort“ Jehovas auf die nationalen Probleme, die „Auflehnung“ Jakobs und die „Sünde“ Israels. Micha hatte einen Sinn für Gerechtigkeit, so daß ihm deutlich bewußt wurde, daß sich sein Volk gegenüber Gott ungerecht verhielt, Gottes Gesetze bedenkenlos übertrat und den nationalen Bund, den Gott durch den Mittler Moses mit dem Volk geschlossen hatte, brach. Micha gab den christlichen Zeugen Jehovas von heute ein gutes Beispiel, denn er war kein religiöser Schwächling, sondern war von Glaubenskraft erfüllt und konnte die Sünde als Sünde erkennen.
DIE FALSCHEN GÖTTER FÜR DIE VERHÄLTNISSE VERANTWORTLICH
11. Wer war für die in sittlich-religiöser Hinsicht schlechten Verhältnisse im alten Israel verantwortlich, und wer ist es heute in der Christenheit?
11 Jehova der Heerscharen war nicht für die schlechten Verhältnisse im Volk Israel verantwortlich. Ebensowenig ist er für die in sittlich-religiöser Hinsicht schlechten Verhältnisse im heutigen Gegenstück Israels, der Christenheit, verantwortlich. Wie zur Zeit Michas, so sind auch heute „der Gott dieses Systems der Dinge“, Satan, der Teufel, und alle Dämonengötter, die mit ihm verbunden sind, die Verantwortlichen (Matth. 4:3, 4; 2. Kor. 4:4). Im Einklang damit steht geschrieben: „Alle Völker ihrerseits werden wandeln, ein jedes im Namen seines Gottes“ (Micha 4:5). „[Es] gibt [solche], die ,Götter‘ genannt werden, ob im Himmel oder auf der Erde, so, wie es ja viele ,Götter‘ und viele ,Herren‘ gibt“ (1. Kor. 8:5). Die Zeit, in der all diese falschen Götter so viel Schaden stiften konnten, wie sie wollten, ist vorüber.
12. Wie wird Jehova jetzt alle diese falschen Götter sichtbar richten?
12 Für Jehova, den allmächtigen Gott, ist jetzt die Zeit da, sie alle zu richten und all den Formen ihrer Anbetung — die sie mit Hilfe von Tempeln, Priestern, Götzen oder gehauenen Bildern sowie Ritualen und Opfern darbringen — ein Ende zu machen. Im Falle des Volkes Israel machte Jehova den entsprechenden unwiderruflichen Vorsatz, den er gefaßt hatte, durch seinen Propheten Micha mit den Worten bekannt: „Ich will die Zaubereien aus deiner Hand wegtilgen, und Magietreibende wirst du keine mehr haben. Und ich will deine gehauenen Bilder und deine Säulen aus deiner Mitte wegtilgen, und du wirst dich nicht mehr vor dem Werk deiner Hände niederbeugen. Und ich will deine heiligen Pfähle aus deiner Mitte ausreißen und deine Städte vertilgen. Und in Zorn und in Grimm will ich Rache üben an den Nationen, die nicht gehorcht haben“ (Micha 5:12-15).
13. Wann ist die größte Bloßstellung falscher Götter erfolgt, und warum betrifft dies auch die Christenheit?
13 In den vergangenen 100 Jahren sind die falschen Götter dieser Welt, auch die der Christenheit, bloßgestellt worden. Noch nie in der Geschichte — das heißt seit der Zerstörung Jerusalems durch die Babylonier im Jahre 607 v. u. Z. (ungefähr 110 Jahre nachdem der Prophet Micha die Niederschrift seiner Prophezeiung vollendet hatte) — ist eine derartige Bloßstellung erfolgt. Sie betraf auch den Gott der Christenheit, die sogenannte Dreieinigkeit, eine Gottheit, die sich unerklärlicherweise aus drei Personen zusammensetzt, die alle wesensgleich und gleich ewig sind. Diese dreieinige Gottheit wird manchmal durch einen menschlichen Körper mit drei Köpfen oder durch einen Kopf mit drei Gesichtern dargestellt. In den Kathedralen und Kirchen der Christenheit ist häufig zu sehen, daß von Menschen gemachte Bilder bei der Anbetung benutzt werden.
14. (a) Wer auf Erden war an dieser Bloßstellung in hervorragender Weise beteiligt? (b) Wann und wie nahm die Micha-Klasse den Namen „Jehovas Zeugen“ an, und welche Verpflichtung übernahm sie dadurch?
14 Von wem sind all die falschen Götter dieser Welt in der Zeit ihres Gerichts bloßgestellt worden? Von den Gott hingegebenen, getauften Christen, die von Jesus Christus mit Jehovas Geist gesalbt worden sind. Sie wurden als Gruppe von Micha, dem Propheten Jehovas, sinnbildlich dargestellt. In der Neuzeit, besonders seit dem Ende des Ersten Weltkrieges (1918), haben sie ein ähnliches Werk wie Micha durchgeführt. Die Glieder der Micha-Klasse traten in der Nachkriegswelt entschlossen auf und handelten gegenüber den götzendienerischen Religionssystemen der Christenheit und des Heidentums in hervorragender Weise als Zeugen des Gottes Michas. Aus triftigen Gründen nahmen diese Zeugen auf dem internationalen Kongreß, der 1931 in Columbus (Ohio, USA) stattfand, eine Resolution an, durch die sie sich als „Jehovas Zeugen“ bekannten und gelobten, der mit der Annahme dieses Namens verbundenen Verpflichtung nachzukommen. Die Versammlungen Gott hingegebener Christen, die sich als „das Israel Gottes“ betrachteten, folgten auf der ganzen Erde diesem Beispiel, indem sie vereint dieser Resolution zustimmten und den biblisch begründeten Namen „Jehovas Zeugen“ annahmen (Jes. 43:10-12; Gal. 6:16). Wenngleich der Name von der Christenheit angefochten worden ist, hat er sich dennoch behauptet.
15. (a) Wer ist gemäß seinen eigenen Worten Jehovas größter Zeuge? (b) Was hätte Satan daher diesem Zeugen während seiner Erdenlebens gern angetan?
15 Die Träger dieses neuen Namens haben erkannt, daß ihr Führer, Jesus Christus, nach wie vor der größte Zeuge Jehovas ist. Im letzten Buch der Bibel, der Offenbarung, die Jehova Gott durch den verherrlichten Jesus Christus dem betagten Apostel Johannes übermittelte, sagt der einziggezeugte Sohn Gottes von sich: „Diese Dinge sagt der Amen, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes“ (Offb. 3:14). Der Herr Jesus Christus legte wie sein Vater, Jehova, Zeugnis über die beklagenswerten Verhältnisse ab, die zu seiner Zeit im Volk Israel herrschten und denen glichen, die Micha beschrieben hatte. Jesus ist derjenige, dessen sich Jehova nun am Tag des Gerichts aller falschen Götter bedient. Es ist daher kein Wunder, daß Satan, der Teufel, „der Gott dieses Systems der Dinge“, den einziggezeugten Sohn Gottes während seines Erdenlebens vernichten wollte. Die menschliche Geburt dieses Sohnes Gottes bot sich ihm als ausgezeichnete Gelegenheit dazu. Zweifellos wußte Satan aus der Prophezeiung in Micha 5:2, wo diese Geburt stattfinden sollte.
16. Wo sollte gemäß Micha 5:2 der Messias geboren werden?
16 Micha 5:2 lautet: „Und du, o Bethlehem-Ephratha, das zu klein ist, um schließlich unter den Tausenden Judas zu sein, aus dir wird mir der hervorgehen, der Herrscher in Israel werden soll, dessen Ursprung aus frühen Zeiten ist, aus den Tagen unabsehbarer Zeit.“
17. (a) Nach welchem Ereignis sollte gemäß dem Kontext von Micha 5:2 die verheißene Geburt stattfinden? (b) Wo befand sich die jüdische Jungfrau zu der Zeit, als sie gebären sollte, und wieso?
17 Der Kontext von Micha 5:2 läßt erkennen, daß sich die Prophezeiung nach der Rückkehr der Juden aus dem Land Babylon erfüllen sollte, in dem sie 70 Jahre im Exil zugebracht hatten. (Beachte Micha 1:16; 4:10.) Tatsächlich erfüllte sie sich 535 Jahre nach der Wiederansiedlung der befreiten Juden im Lande Juda, wo die kleine Stadt Bethlehem wiedererstanden war. Zur entsprechenden Zeit sandte Jehova seinen Engel zu Maria, einer jüdischen Jungfrau aus der Linie König Davids, um ihr sagen zu lassen, daß sie die Mutter des verheißenen Messias oder Christus werden sollte. Zu der Zeit, als Maria gebären sollte, befand sie sich in ihrer Heimatstadt Bethlehem, um sich gemäß der Verordnung des Cäsars Augustus einschreiben zu lassen. Etwa in der Mitte des siebenten jüdischen Monats, Tischri, oder ungefähr Anfang Oktober wurde Marias erstgeborener Sohn dort geboren, und man gab ihm gemäß der Anweisung des Engels den Namen Jesus. Daß Satan, der Teufel, an dieser für ihn unheilverkündenden Geburt interessiert war, ist daran zu erkennen, daß einige seiner Anbeter, nämlich heidnische Astrologen, reges Interesse daran zeigten. Ein Geschichtsschreiber, der Apostel Matthäus, berichtet darüber:
18. Wie brachte Satan in Übereinstimmung mit seinem bösen Plan die Geburt Jesu dem König von Judäa, Herodes, zur Kenntnis?
18 „Nachdem Jesus in Bethlehem in Judäa in den Tagen des Königs Herodes geboren worden war, siehe! da kamen Astrologen aus östlichen Gegenden nach Jerusalem und sprachen: ,Wo ist der als König der Juden Geborene? Denn als wir im Osten waren, sahen wir seinen Stern, und wir sind gekommen, ihm zu huldigen.‘ Als König Herodes das hörte, geriet er und mit ihm ganz Jerusalem in Aufregung; und er versammelte alle Oberpriester und Schriftgelehrten des Volkes und erkundigte sich bei ihnen, wo der Christus geboren werden sollte. Sie sprachen zu ihm: ,In Bethlehem in Judäa; denn so ist durch den Propheten geschrieben worden: „Und du, o Bethlehem vom Lande Juda, bist keineswegs die unbedeutendste Stadt unter den Statthaltern Judas; denn aus dir wird ein Regent hervorgehen, der mein Volk Israel hüten wird“‘“ (Matth. 2:1-6).
19. Wieso verfehlte die von König Herodes angeordnete Tötung der Kleinkinder von Bethlehem ihren Zweck?
19 So sandte König Herodes die Astrologen nach Bethlehem. Als aber diese Traumdeuter ihm nicht berichteten, wo er den einige Zeit zuvor geborenen Jesus finden konnte, sandte er seine Soldaten nach Bethlehem und ließ alle männlichen Kinder bis zum Alter von zwei Jahren töten. Doch Maria und ihr Mann, Joseph, waren im voraus gewarnt worden. Sie hatten Bethlehem verlassen und in Ägypten Zuflucht gesucht, um das Leben des Jesuskindes zu schützen. Es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß der eifersüchtige, machthungrige König Herodes zu seiner Tat von seinem Gott angestachelt wurde, von Satan, dem Teufel, der sinnbildlichen Schlange, deren Kopf von dem „Samen“ des „Weibes“ Gottes zermalmt werden sollte (1. Mose 3:15). So wurde nicht nur der Plan des Königs Herodes, sondern auch der Plan des unsichtbaren Herrschers aller Dämonengötter vereitelt (Matth. 2:7 bis 18).
20. Von wem gerichtet zu werden, verdienen Satan und seine Dämonengötter, und was ist mit Satan und seinen Engeln während dieser Gerichtszeit bereits geschehen?
20 Zum Ausgleich verdienen es Satan und alle seine Dämonengötter, von demjenigen gerichtet zu werden, den sie zu vernichten suchten. Dieses Gericht ist bereits seit 1914 im Gange, dem Jahr, in dem die „bestimmten Zeiten der Nationen“, deren Gott Satan, der Teufel, ist, endeten (Luk. 21:24; 2. Kor. 4:4). Im Einklang mit den Worten Gottes aus 1. Mose 3:15 wird in Micha 5:1 vorausgesagt: „Mit dem Stock werden sie den Richter Israels [das heißt Jesus Christus] auf die Wange schlagen.“ Doch da nun der Tag des Gerichts aller falschen Götter der Nationen begonnen hat, hat der Erzengel Michael, dessen Name „Wer ist wie Gott?“ bedeutet, Krieg mit Satan und seinen Dämonenengeln geführt und sie aus den Himmeln hinausgeworfen.
21. Was ging während des Krieges im Himmel auf der Erde vor sich, und wann wird Christus die ganze Menschheit ohne Einmischung Satans und der anderen Dämonengötter regieren?
21 Gleichzeitig mit jenem Krieg in den unsichtbaren Himmeln fand von 1914 bis 1918 der erste Weltkrieg der Menschheitsgeschichte statt. Da der zornige Teufel und alle anderen Dämonengötter in die Umgebung unserer winzigen Erde verbannt worden sind, kann wirklich gesagt werden: „Wehe der Erde und dem Meer“ (Offb. 12:7-12). Dieser Tag des Gerichts aller falschen Götter wird bis in die Zeit nach dem „Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen“, dem Krieg von Har-Magedon, andauern, und zwar bis Satan und alle anderen Dämonengötter für die 1 000 Jahre der Herrschaft Christi in den Abgrund geworfen werden (Offb. 16:14-16; 20:1-3). So wird der verherrlichte Regent aus Bethlehem, Jesus Christus, die ganze Menschheit ohne Einmischung falscher Götter regieren, und alle Familien der Erde werden in der lebengebenden Anbetung des einen lebendigen und wahren Gottes unterwiesen werden.
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Die Anbetung des einen wahren Gottes wird bereits hochgehaltenDer Wachtturm 1981 | 15. Oktober
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Die Anbetung des einen wahren Gottes wird bereits hochgehalten
1, 2. Wodurch erreichte die Anbetung des einen wahren Gottes während des Ersten Weltkrieges einen Tiefstand, und wie wurde das in Micha 3:12 beschrieben?
WÄHREND des Ersten Weltkrieges war die Erde von einer noch nie dagewesenen Finsternis eingehüllt, so als würden finstere Mächte die ganze Menschheit beherrschen. Es schien, als ob „der Herrscher der Welt“ triumphiere (Joh. 14:30). Da sein Weltreich der falschen Religion, einschließlich der Christenheit, in patriotischer Weise die kriegstollen Nationen unterstützte, wurde auf alle religiösgesinnten Menschen ungeheurer Druck ausgeübt. Selbst die Anbetung des einen wahren und lebendigen Gottes erreichte einen Tiefstand. Alle, die sie noch ausübten, wurden verfolgt, mit Einschränkungen belegt und sogar eingesperrt. Sie gerieten in eine äußerst schwierige Lage, die mit der in Micha 3:12 beschriebenen Situation zu vergleichen war:
2 „Zion [wird] als bloßes Feld umgepflügt werden, und Jerusalem selbst wird zu nichts als Trümmerhaufen werden, und der Berg des Hauses [des Tempels] wird zu Waldeshöhen werden“ — wie ein Feld, das von baumhoher Vegetation überwuchert ist, weil es lange sich selbst überlassen war.
3. Zu welcher Ansicht gelangten Anbeter des wahren Gottes, doch was blieb gemäß der Prophezeiung für sie noch zu tun, bevor das „Ende“ kommen würde?
3 Es schien, als wäre für das gesamte irdische System der Dinge das Ende gekommen. Zu dieser Ansicht gelangten Anbeter des Gottes der Bibel, als sie ein „Gegenstand des Hasses aller Nationen“ wurden (Matth. 24:9). Doch die Zeit des „Abschlusses des Systems der Dinge“ hatte erst begonnen. Sie hatten noch ein umfangreiches lebenrettendes Werk zu verrichten, bevor das Ende des „Abschlusses des Systems der Dinge“ kommen würde. Der große Regent aus Bethlehem hatte vorhergesagt: „Diese gute Botschaft vom Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis; und dann wird das Ende kommen“ (Matth. 24:3, 14). Die Prophezeiung Michas stimmte damit überein, obgleich Micha sie Jahrhunderte zuvor aufgezeichnet hatte.
4. Welche Veränderung zum Besseren wurde in Micha 4:1-4 zur Verherrlichung Jehovas vorhergesagt, nachdem die Verwüstung beschrieben worden war, die über Jerusalem kommen sollte?
4 Micha hatte geschildert, wie das Land Juda und seine Hauptstadt Jerusalem (oder Zion) durch die Babylonier verwüstet werden würde, und sagte dann weiter: „Und es soll geschehen im Schlußteil der Tage, daß der Berg des Hauses [Tempels] Jehovas fest gegründet werden wird über dem Gipfel der Berge, und er wird gewißlich erhaben sein über die Hügel; und zu ihm sollen Völker strömen. Und viele Nationen werden gewißlich hingehen und sagen: ,Kommt, und laßt uns zum Berge Jehovas hinaufziehen und zum Hause des Gottes Jakobs; und er wird uns über seine Wege unterweisen, und wir wollen auf seinen Pfaden wandeln.‘ Denn von Zion wird das Gesetz ausgehen und das Wort Jehovas von Jerusalem. Und er wird gewißlich Recht sprechen unter vielen Völkern und die Dinge richtigstellen hinsichtlich mächtiger Nationen in der Ferne. Und sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen schmieden müssen und ihre Speere zu Winzermessern. Nicht werden sie das Schwert erheben, Nation gegen Nation, auch werden sie den Krieg nicht mehr lernen. Und sie werden tatsächlich sitzen, ein jeder unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum, und da wird keiner sein, der sie aufschreckt; denn der Mund Jehovas der Heerscharen selbst hat es geredet“ (Micha 4:1-4).
5. Welches Gebäude steht heute auf dem Berg des Hauses Jehovas, und erfüllt sich dadurch Micha 4:1-4?
5 Im Ersten Weltkrieg wurde die Stadt Jerusalem von den britischen Truppen unter General Allenby erobert. Der Völkerbund gab seine Anerkennung dazu und übertrug Großbritannien das Mandat über das Gebiet. Als im Jahre 1948 das Mandat erlosch, kam es zwischen den Juden und den Arabern zum Krieg. Heute schließt der Staat Israel auch die ummauerte Altstadt Jerusalems ein. Wird aber der Gipfel des Berges, auf dem bis zum Jahre 70 u. Z. das Haus der Anbetung Jehovas stand, heute von einem Tempel, der der Anbetung Jehovas dient, gekrönt? Nein, denn an dieser Stelle steht der Felsendom, in dem Allah, die Gottheit der Mohammedaner, angebetet wird und der ein Anziehungspunkt für Touristen aus vielen Nationen ist. Trotz gegenteiliger Behauptungen erfüllt sich dadurch aber die Prophezeiung aus Micha 4:1-4 nicht.
6. Inwiefern erfüllt sich Micha 4:1-4 dennoch, und warum spielt das irdische Jerusalem dabei keine Rolle?
6 Dennoch erfüllt sich diese Prophezeiung seit dem Nachkriegsjahr 1919. Wieso kann dies gesagt werden? Weil bei ihrer Erfüllung ein größeres Jerusalem eine Rolle spielt. Denken wir daran, daß Jesus Christus am 9. Nisan 33 u. Z. als der Regent aus Bethlehem im Triumph in Jerusalem einritt, aber nicht als König aufgenommen wurde. Zwei Tage danach, am 11. Nisan, fühlte er sich veranlaßt, jenes irdische Jerusalem mit den Worten zu beklagen: „Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel versammelt! Ihr aber habt nicht gewollt. Seht! Euer Haus [euer Tempel] wird euch verödet überlassen“ (Matth. 23:37, 38). Drei Tage danach, am 14. Nisan, starb Jesus auf dem Kalvarienberg außerhalb Jerusalems als Märtyrer. Damals gab Jehova Gott diesen Tempel auf, obgleich er ihm geweiht gewesen war. Es war kein Ort mehr, an dem Anbetung dargebracht werden konnte, die ihm wohlgefällig war. Diese Tatsache wurde durch die Zerstörung des Tempels im Jahre 70 u. Z. auf dramatische Weise unterstrichen.
7. Wann wurde das himmlische Jerusalem die Mutter der Jünger Jesu, und wie wies Paulus darauf hin?
7 Jesus kehrte 40 Tage nach seiner Auferstehung wieder in den Himmel zurück, und 10 Tage danach, am Pfingsttag, goß er den heiligen Geist auf seine Jünger aus, die im irdischen Jerusalem versammelt waren. Durch dieses Ereignis wurde ein neues Jerusalem, ein himmlisches Jerusalem, ihre Mutter. Der christliche Apostel Paulus schrieb darüber in seinem Brief an die Versammlungen in Galatien: „Das Jerusalem droben ... ist frei, und es ist unsere Mutter“ (Gal. 4:26). In einem späteren Brief an alle hebräischen Christen schrieb derselbe Apostel: „Sondern ihr habt euch einem Berge, Zion, genaht und einer Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, und Myriaden von Engeln, in der allgemeinen Versammlung, und der Versammlung der Erstgeborenen, die in den Himmeln eingetragen worden sind, und Gott, dem Richter aller“ (Hebr. 12:22, 23). Auf dieses Neue Jerusalem, das geistige Jerusalem, das auf einem geistigen Berg Zion liegt, bezieht sich die Prophezeiung aus Micha 4:1-4. Und an diesem geistigen Jerusalem erfüllt sie sich heute.
8. Inwieweit ist die Anbetung des einen wahren Gottes, soweit es die Erde betrifft, seit 1914 hochgehalten worden?
8 Seit den Kriegsjahren 1914—1918 ist die Anbetung des Gottes, der einst in jenem „Haus“ oder Tempel angebetet wurde, der auf dem Gipfel eines der Berge des alten Jerusalem stand, ständig hochgehalten worden. Die Anbetung Jehovas ist „über dem Gipfel der Berge“, auf denen Tempel der falschen Götter dieses Systems standen oder noch stehen, „gegründet“ worden. So ist die Anbetung des einen lebendigen und wahren Gottes „über die Hügel“ erhöht worden.
9. Wieso war es nach dem Ersten Weltkrieg möglich, die Anbetung Jehovas zu erhöhen, und was lesen wir in Micha 2:12, 13 darüber?
9 Besonders nach dem Ende des Ersten Weltkrieges im Herbst 1918 wurde die Anbetung Jehovas, des höchsten Gottes, himmelhoch erhöht. Wieso erst damals? Weil erst in der Nachkriegszeit eine Wiederherstellung der Anbeter Jehovas möglich war, die unterdrückt, zerstreut und in ihrer Freiheit eingeschränkt waren und deren Zustand dem Zustand der Juden glich, die von 607 bis 537 v. u. Z. in Babylon im Exil waren. Die Wiedereinsammlung der geistigen Israeliten und ihre Möglichkeit, aus dieser babylonischen Knechtschaft zu entkommen, wurden in der Prophezeiung Michas mit folgenden Worten vorhergesagt: „‚Ich werde Jakob bestimmt sammeln, euch alle; ich werde ganz gewiß die Übriggebliebenen Israels zusammenbringen. Zur Einheit werde ich sie bringen wie eine Kleinviehherde in die Hürde, wie eine Herde inmitten ihrer Weide; sie werden lärmen vor Menschenmenge.‘ Derjenige, der einen Durchbruch schafft, wird gewißlich vor ihnen heraufkommen: Sie werden tatsächlich durchbrechen. Und sie werden durch ein Tor ziehen, und sie werden durch dasselbe hinausgehen. Und ihr König wird vor ihnen hindurchziehen mit Jehova an ihrer Spitze“ (Micha 2:12, 13).
10. Wer war der „König“, der in Michas Prophezeiung eine Rolle spielte, und wie, wann und für wen führte er den „Durchbruch“ herbei?
10 Als die Israeliten im Jahre 537 v. u. Z. aufgrund des Erlasses, den der persische Eroberer, Cyrus der Große, herausgegeben hatte, Babylon verließen, führte sie kein menschlicher König, der aus dem königlichen Haus Davids stammte, heraus. Zedekia, der als letzter davidischer König im alten Jerusalem regiert hatte, war längst tot und in Babylon begraben worden. Michas Prophezeiung muß daher eine geistige Erfüllung haben. Wer ist also der „König“? Es ist der König, der am Ende der „bestimmten Zeiten der Nationen“, im Herbst des Jahres 1914 u. Z., zur Rechten Gottes im Himmel auf den Thron erhoben werden sollte (Luk. 21:24; Ps. 110:1, 2). Bei ihm handelt es sich um einen „König“, der größer ist als Cyrus, der Eroberer Babylons, nämlich um den neuinthronisierten „König“, Jesus Christus. Er war es, der den „Durchbruch“ für die unterdrückten geistigen Israeliten, die „Übriggebliebenen“ des geistigen Israel oder Jakob, schaffte. Der verherrlichte Jesus Christus führte also im Nachkriegsjahr 1919 für seine Gott hingegebenen, getauften Jünger, die während des Ersten Weltkrieges um seines Namens willen „Gegenstand des Hasses aller Nationen“ geworden waren, den „Durchbruch“ herbei (Matth. 24:9).
11, 12. Wer führte den Überrest auf seinem Marsch in die Freiheit an, und welchem Befehl, den er erließ, gehorchte der Überrest?
11 Die befreiten Jünger waren bereit, ihm als ihrem König zu folgen, der zur Rechten Jehovas inthronisiert worden war. Durch das „Tor“, das er zum Entrinnen gemacht hatte, ‘zog er vor ihnen hindurch’. Er führte sie in die wahre christliche Freiheit, wobei „Jehova an ihrer Spitze“ war, denn ihm war es hauptsächlich zu verdanken, daß sie in die Freiheit zogen. Er war es, der an seine Anbeter, die im religiösen Babylon gefangengehalten wurden, den Ruf ergehen ließ:
12 „Geht aus ihr hinaus, mein Volk, wenn ihr nicht mit ihr teilhaben wollt an ihren Sünden und wenn ihr nicht einen Teil ihrer Plagen empfangen wollt“ (Offb. 18:4; Jer. 50:8, 9; Jes. 48:20).
DER NAME DES EINEN WAHREN GOTTES WIRD HERVORGEHOBEN
13. Wofür war für den einen wahren Gott die Zeit gekommen, und wie kam dies in der Ausgabe des Wacht-Turms vom November/Dezember 1920 zum Ausdruck?
13 Damals begann Jehova, sich einen Namen zu machen. Zu Recht wurde sein Name immer mehr hervorgehoben, da dieser über dem seines verherrlichten Sohnes Jesus Christus steht. In der Zeitschrift Der Wacht-Turm und Verkünder der Gegenwart Christi wurde eine Artikelserie unter dem Thema „Jesajas Prophetie“ veröffentlicht. In der Ausgabe vom November/Dezember 1920 (englisch: 15. November 1919) war im ersten Teil dieser Serie u. a. zu lesen:
In diesen ersten elf Versen des vierzigsten Kapitels werden uns drei Bilder von Jehova gegeben: Erstens wird er geschildert als ein Tröster nach lange hinausgezogenem Leiden; zweitens wird er dargestellt als der Eine Wahre, dessen Wort bleibt, wenn alles sonst fehlschlägt; drittens als der Hirte, der sein Volk in väterlicher Fürsorge führt.
Die zweite Ursache des Trostes liegt in den Worten, „daß ihre Schuld abgetragen ist“. Gott in seiner Weisheit sah, daß die siebzig Jahre der nationalen Demütigung, die das jüdische Volk erduldete, ein genügender Ausgleich in den Büchern der göttlichen Gerechtigkeit zur Versöhnung sein würden für die Neigung, in den Götzendienst zu verfallen oder andere Götter anzubeten als Jehova ...
... Aber wir wissen, daß Jehova niemals ungerechte Strafe auferlegen würde. Er kann sich selbst nicht verleugnen. ...
... Andeutungen [bezüglich eines Namens für eine von der Gesellschaft veröffentlichte Zeitschrift] ... führten dazu, daß die yiddische Bezeichnung „die Stimme“ sofort von allen Juden dahin verstanden werden würde, daß dies eine besondere Botschaft von Jehova bezeichnen sollte. ...
Sicherlich muß eine Klasse, die von Jehova zu so einem erhabenen Zwecke wie die Miterbschaft mit Christo gebraucht werden soll, umfassende vorbereitende Erfahrungen machen, ehe sie „passend gemacht worden ist zu dem Erbteil der Heiligen in dem Lichte“. ...
... Aber als eine doppelte wiederholte Versicherung der Erfüllung der oben verheißenen Dinge fügt Jehova wiederum seinen Namen hinzu oder heißt seinen eigenen Scheck gut — „das Wort unseres Gottes besteht in Ewigkeit“, ungeachtet der wirklichen oder scheinbaren Hindernisse (S. 176, Abs. 3; S. 177, Abs. 1—3; S. 178, Abs. 1; S. 179, Abs. 1).
14. Wie wurde auch in dem Buch Die Harfe Gottes, das 1921 herauskam, der Name Gottes hervorgehoben?
14 Im Vorwort des ersten Buches, das die Watch Tower Bible and Tract Society nach dem Ersten Weltkrieg, im Jahre 1921, unter dem Titel Die Harfe Gottes herausgab, war in Absatz 2 zu lesen: „Jehova entwarf einen großen Plan vor Grundlegung der Welt, aber niemand wußte davon. Während der ersten viertausend Jahre der Geschichte der Menschheit wurde Gottes Plan wie ein Geheimnis bewahrt.“
15. An wen war die Erklärung gerichtet, die zu einer Resolution gehörte, die sieben Jahre später von den Teilnehmern des internationalen Kongresses in Detroit (Michigan, USA) angenommen wurde?
15 Auf dem internationalen Kongreß, der vom 30. Juli bis 6. August 1928 in Detroit (Michigan, USA) stattfand, nahmen die Tausende von Anwesenden einmütig eine Resolution an, die betitelt war „Öffentliche Erklärung gegen Satan und für Jehova“ und vom damaligen Präsidenten der Watch Tower Society vorgelegt wurde. (Siehe Wacht-Turm vom 15. Oktober 1928, S. 310, 311.)
16. Wie kam es drei Jahre später auf dem internationalen Kongreß in Columbus (Ohio, USA) zum Höhepunkt?
16 Doch den Höhepunkt brachte das Jahr 1931. Am Sonntag, dem 26. Juli, nahmen Tausende von Anwesenden auf dem internationalen Kongreß in Columbus (Ohio, USA) eine Resolution mit dem Titel „Ein neuer Name“ an. Mit dieser Resolution gaben sich diese Anbeter des höchsten Gottes, die ihm hingegeben und getauft waren, einen Namen, der sich auf die Bibel stützt, nämlich „Jehovas Zeugen“ (Jes. 43:10, 12).
17. Was taten die Kongreßteilnehmer durch die Annahme dieses neuen Namens, und was taten danach die Versammlungen auf der ganzen Erde, wodurch sie welche Verantwortung übernahmen?
17 Auf diese Weise entledigten sich diese Christen all der abschätzigen Namen, die ihnen die Christenheit gegeben hatte, und nahmen die ehrbare Bezeichnung an, die gemäß der Bibel für sie passend war. Nach dem Kongreß in Columbus wurde die Resolution allen Versammlungen der Gott hingegebenen, getauften Jünger des Herrn Jesus Christus auf der ganzen Erde in den entsprechenden Sprachen unterbreitet. Alle Versammlungen, die die Resolution annahmen, berichteten dies dem Hauptbüro der Watch Tower Bible and Tract Society. Jeder einzelne, der diese Resolution unterstützte, übernahm dadurch eine große Verantwortung vor Jehova Gott. Nicht dem neuen Namen gemäß zu leben hätte schwerwiegende Folgen gehabt. Gottes Namen zu ehren trug zu dessen Verherrlichung bei (Wacht-Turm, 1. Oktober 1931, S. 295, 296).
18. Hat man in der Christenheit und im Judentum einen ähnlichen Schritt getan, und wessen hat sich Gott bei der Erfüllung von Micha 4:1-4 bedient?
18 Weiß die Geschichte seit dem Ersten Weltkrieg von irgendeiner Religionsgemeinschaft der Christenheit oder des Judentums zu berichten, die einen ähnlichen Schritt getan hat wie Jehovas Zeugen? Nein. Somit hat Jehova Gott die Erfüllung der Prophezeiung aus Micha 4:1-4 durch jene Zeugen herbeigeführt. Ja, die Anbetung des einen lebendigen und wahren Gottes wurde dadurch gleichsam „über dem Gipfel der Berge“ gegründet, denn sie erwies sich allen anderen Anbetungsformen überlegen. Sie ist „fest gegründet“ und wird daher nie aus ihrer erhabenen Stellung gestürzt werden. Sie wird von Jehovas Zeugen in würdiger Weise gepflegt und ist so, bildlich gesprochen, ‘über die Hügel erhaben’.
19. Für wen wurde die Anbetung Gottes sichtbar gemacht, indem sie sozusagen „über die Hügel“ erhoben wurde, und welche aufsehenerregende Ansprache wurde in diesem Zusammenhang im Jahre 1918 in Los Angeles (Kalifornien) gehalten?
19 Da die Anbetung des einen lebendigen und wahren Gottes hochgehalten wird, ist sie weithin sichtbar, was bedeutet, daß Menschen aus allen Nationen und Völkern Nutzen daraus ziehen können. Unter Gottes Führung hielt der damalige Präsident der Watch Tower Bible and Tract Society am Sonntag, dem 24. Februar 1918, mitten im Ersten Weltkrieg, in Los Angeles (Kalifornien, USA) einen weithin angekündigten Vortrag. Sein Thema erregte allgemein Aufsehen, stand aber, vom biblischen Standpunkt aus betrachtet, mit der bedeutungsvollen Zeit im Zusammenhang. Es lautete: „Millionen jetzt Lebender werden nie sterben“. Dieses Thema stützte sich auf die biblische Lehre, daß es Überlebende der „großen Drangsal“ geben wird, mit der das zum Untergang verurteilte gegenwärtige System der Dinge enden wird (Offb. 7:9, 14). Diese so Begünstigten werden das Millenniumszeitalter unter Christi Königreich erleben. Durch diese Regierung können sie ewiges Leben auf der in ein Paradies umgestalteten Erde erlangen.
20. Welches Gleichnis Jesu wurde 1923 auf dem Kongreß in Los Angeles besprochen, und wie wurde es erklärt?
20 Fünf Jahre später fand in Los Angeles wieder ein Kongreß statt, und zwar vom 18. bis 26. August 1923. Am Sonntag, dem 25. August, sprach der Präsident der Gesellschaft über das Gleichnis Jesu von den Schafen und den Böcken. Da dieses Gleichnis zu der Prophezeiung Jesu über das „Zeichen“ gehört, das den „Abschluß des Systems der Dinge“ kennzeichnen soll, wandte es der Redner auf den „Schlußteil der Tage“ an, also auf die Zeit vor dem Beginn des Millenniums. Wer wird durch die „Schafe“ dargestellt, die den geistigen „Brüdern“ des Königs gemäß ihren Bedürfnissen Gutes tun? Es sind die sogenannten „Menschen guten Willens“, die dadurch belohnt werden sollen, daß sie die Vernichtung des gegenwärtigen Systems der Dinge überleben und in das System der Dinge unter dem Tausendjahrreich Christi gelangen. (Siehe Wacht-Turm vom 15. Januar 1924, S. 26 sowie die Ausgabe vom 1. Januar 1924, S. 3.) Diese sinnbildlichen „Schafe“ der heutigen Zeit sind die „Völker“, die zum geistigen Tempel der Anbetung Jehovas strömen, der durch den Überrest der „Brüder“ Christi, die geistigen Israeliten, vertreten wird (Micha 4:1; Matth. 24:3; 25:31-46).
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Zur lebengebenden Anbetung „sollen Völker strömen“Der Wachtturm 1981 | 15. Oktober
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Zur lebengebenden Anbetung „sollen Völker strömen“
1, 2. (a) In welchem Zustand befand sich der Tempel in Jerusalem, als Johannes seine in Offenbarung 7:9-17 beschriebene Vision hatte? (b) Wann und wo wurde gezeigt, um wen es sich bei der „großen Volksmenge“ handelt, und wie reagierten die Kongreßteilnehmer darauf?
ALS der judenchristliche Apostel Johannes um das Jahr 96 u. Z. das letzte Buch der Bibel, die Offenbarung, schrieb, war der jüdische Tempel in Jerusalem bereits von den römischen Soldaten unter General Titus zerstört worden. Dennoch sah Johannes gemäß Offenbarung 7:9 bis 17 in einer Vision, daß eine zahllose „Volksmenge ... aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Zungen“ Gott, der auf dem Thron saß, im Vorhof seines Tempels heiligen Dienst darbrachte. Offensichtlich war mit diesem Tempel der geistige Tempel Jehovas gemeint.
2 Groß war die Freude der Zeugen Jehovas und vieler Menschen guten Willens, als im Jahre 1935 gezeigt wurde, daß es sich bei dieser zahllosen internationalen „Volksmenge“ um die „Schafe“ handelt, die in Jesu Gleichnis von den Schafen und den Böcken beschrieben werden (Matth. 25:31-46). Ja, es wurde gezeigt, daß es die in Jesu Gleichnis vom vortrefflichen Hirten erwähnten „anderen Schafe“ sind (Joh. 10:16; siehe das Buch Die Harfe Gottes, veröffentlicht 1921, S. 317, Abs. 577; und Wacht-Turm vom 1. Januar 1924, S. 6 unter dem Unterthema „Zwei Klassen“). Die Kenntlichmachung derer, die die „große Volksmenge“ aus Offenbarung 7:9-17 bilden, erfolgte durch eine neue Erklärung des Gleichnisses Jesu von den Schafen und den Böcken, die auf dem Kongreß gegeben wurde, der vom 30. Mai bis 3. Juni 1935 in Washington (D. C.) stattfand. Am Tag (Samstag) nach dieser Erklärung ließen sich 840 Kongreßteilnehmer taufen, die von ihrem neuen Verständnis über Jesu Gleichnis geleitet wurden.
3. Wann begann sich Micha 4:2 zu erfüllen, und auf welches Jerusalem blickten diejenigen, die an der Erfüllung teilhatten?
3 Die Gott hingegebenen, getauften „anderen Schafe“ predigen zusammen mit den geistigen Brüdern des Königs Jesus Christus die „gute Botschaft vom Königreich ... auf der ganzen bewohnten Erde ..., allen Nationen zu einem Zeugnis“ (Matth. 24:14). So begann sich Micha 4:2 zu erfüllen: „Und viele Nationen werden gewißlich hingehen und sagen: ,Kommt, und laßt uns zum Berge Jehovas hinaufziehen und zum Hause des Gottes Jakobs; und er wird uns über seine Wege unterweisen, und wir wollen auf seinen Pfaden wandeln.‘ Denn von Zion wird das Gesetz ausgehen und das Wort Jehovas von Jerusalem.“ Die „anderen Schafe“, die die „große Volksmenge“ bilden, erwarteten das auf der Bibel beruhende „Gesetz“ und das durch Gottes gesalbte Zeugen, die geistigen Israeliten, ausgehende „Wort Jehovas“ nicht aus dem irdischen Jerusalem, das damals von britischen Truppen besetzt war, sondern aus dem Neuen Jerusalem auf dem himmlischen Berg Zion.
4. An wem begann sich dann Micha 4:3, 4 zu erfüllen?
4 Nicht an den Nationen der Welt, die für den Zweiten Weltkrieg rüsteten, sondern an den schafähnlichen Menschen, die die internationale „große Volksmenge“ bilden, begannen sich die Worte aus Micha 4:3, 4 zu erfüllen: „Und er [Jehova] wird gewißlich Recht sprechen unter vielen Völkern und die Dinge richtigstellen hinsichtlich mächtiger Nationen in der Ferne. Und sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen schmieden müssen und ihre Speere zu Winzermessern. Nicht werden sie das Schwert erheben, Nation gegen Nation, auch werden sie den Krieg nicht mehr lernen. Und sie werden tatsächlich sitzen, ein jeder unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum, und da wird keiner sein, der sie aufschreckt; denn der Mund Jehovas der Heerscharen selbst hat es geredet.“
5. Welche Haltung nahmen sie während des Zweiten Weltkrieges ein, und wie wohnen sie, bildlich gesprochen?
5 Furchtlos, ohne sich von irgend jemandem in der Welt aufschrecken zu lassen, erklärten die Zeugen nach dem Beginn des Zweiten Weltkrieges (1. September 1939) offen ihre neutrale Haltung gegenüber allen Nationen, die an dieser gewalttätigen Auseinandersetzung beteiligt waren, und veröffentlichten diese ihre Stellungnahme. (Siehe den Hauptartikel, betitelt „Neutralität“, im Wachtturm vom 1. Dezember 1939.) Diese neutrale Haltung haben sie bis heute bewahrt. In vielen Fällen hat das dazu geführt, daß sie ins Konzentrationslager oder ins Gefängnis kamen oder sogar als „Feinde des Vaterlandes“ getötet wurden. Wie Jesus Christus, so weigern auch sie sich, ein Teil dieser Welt zu sein. Man sollte also erwarten können, daß die Zeugen in ihren Versammlungen den Frieden bewahren und wie Brüder „in Einheit beisammenwohnen“ (Ps. 133). Bildlich gesprochen, sitzen sie „ein jeder unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum“, und wie die Israeliten während der 40jährigen friedlichen Regierungszeit König Salomos, des Sohnes Davids, sind sie in Sicherheit (1. Kö. 4:25). Heute, während des „Abschlusses des Systems der Dinge“, verkündigen sie auf friedliche Weise „diese gute Botschaft vom Königreich ... auf der ganzen bewohnten Erde“ (Matth. 24:3, 14).
HARMAGEDON-ÜBERLEBENDE SETZEN DIE WAHRE ANBETUNG FORT
6, 7. Was stand im Wacht-Turm vom 15. Januar 1929 darüber, wie sich Micha 5:6-9 erfüllen sollte?
6 So sind die Zeugen unter allen Völkern ein erfrischendes Element. Es verhält sich so, wie in Micha 5:6-9 vorhergesagt worden ist: „Und er [Jehova] wird gewißlich Befreiung von dem Assyrer [der Weltmacht Assyrien] herbeiführen, wenn er in unser Land kommt und wenn er auf unser Gebiet tritt. Und die Übriggebliebenen Jakobs sollen inmitten vieler Völker wie Tau von Jehova werden, wie ausgiebige Regenschauer auf Pflanzenwuchs, der nicht auf den Menschen hofft noch auf die Söhne des Erdenmenschen wartet. Und die Übriggebliebenen Jakobs sollen unter den Nationen, inmitten vieler Völker, wie ein Löwe unter den Tieren eines Waldes werden, wie ein mähniger junger Löwe unter Schafherden, der, wenn er tatsächlich hindurchgeht, gewißlich sowohl niedertritt als auch zerreißt; und da ist kein Befreier. Deine Hand wird hoch über deinen Widersachern sein, und alle deine Feinde werden weggetilgt werden.“
7 In dem Artikel „Der Herrscher aus Bethlehem“ wurde im Wacht-Turm vom 15. Januar 1929 diesbezüglich gesagt:
Das mag als Anzeichen dafür gelten, daß einige vom Überrest noch auf der Erde sein werden, nachdem Harmagedon durchgekämpft worden ist, und daß sie dann noch etwas mehr Arbeit für den Herrn und zu seiner Ehre und Verherrlichung tun müssen. Die Menschen werden, nachdem sie durch die große und schreckliche Drangsal hindurchgegangen sind, nicht mehr auf Menschen und Söhne von Menschen als Helfer schauen, um Hilfe und Trost zu empfangen, sondern sie werden sich zum Herrn wenden und freudig sein Wort anhören. Einige Geschöpfe werden als Gottes Vertreter und Boten das Vorrecht haben, dem Volke die Botschaft des Friedens zu bringen.
Der Überrest des Herrn wird, dieser Prophezeiung gemäß, in der Stärke Jehovas triumphieren. Der Löwe ist ein Monarch unter den Tieren des Waldes, und kein Tier kann vor ihm bestehen. Die Schafherden sind einem jungen und starken Löwen gegenüber machtlos. Der treue Überrest Gottes wird von dem Propheten als ein junger Löwe beschrieben. Dieser wird unter den Menschen vieler Völker im Namen des Herrn stark und lebenskräftig dastehen, um denen zu helfen, die Hilfe wünschen, und wird auf Gottes Zerstörungsmethode für diejenigen hinweisen, die Widerstand leisten (S. 24, Abs. 35, 36).
8. Was wurde im Wacht-Turm vom 15. April 1929 weiter zu diesem Thema gesagt?
8 Im Wacht-Turm vom 15. April 1929, Seite 120, Absatz 41 hieß es zu diesem Thema weiter:
Sogar die Große-Schar-Klasse muß zu den Quellen der Wasser des Lebens geführt werden (Offenbarung 7:17). Der Herr mag vielleicht den Überrest benutzen, ihr hierbei eine Hilfe zu bieten. Noch so manche andere werden durch Harmagedon gedemütigt worden sein, und sie werden bereitwillig gefunden werden, zu hören. Nachdem Harmagedon vorüber ist, mögen einige Glieder des Überrestes vom Herrn benutzt werden, ein Zeugnis abzulegen und denen zu helfen, welche der Belehrung bedürfen; dies mag von ihnen noch vor ihrer schließlichen Aufnahme in die Örter ewiger Herrlichkeit verrichtet werden. Auf jeden Fall ist es sicher, daß das gegenwärtige Werk des Überrestes darin besteht, als die von Gott offiziell beauftragten Zeugen die gute Botschaft zu verkündigen.
9. Hat der Überrest warten müssen, bis Jehova in Har-Magedon den Sieg erringt, bevor er wie „Tau“ und wie ein „mähniger junger Löwe“ unter den Nationen werden konnte?
9 Doch der Überrest der geistigen Israeliten hat nicht bis nach dem „Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen“, dem Krieg von Har-Magedon, warten müssen, um für Menschen, die den „Gott Jakobs“ in seinem geistigen Tempel anbeten wollen, wie erfrischender „Tau“ zu sein (Offb. 16:14, 16). Der Überrest hat nicht warten müssen, bis Jehova auf dem Höhepunkt dieses Schlußkrieges den Sieg erringt, bevor er wie ein „mähniger junger Löwe“ unter den Nationen werden konnte. Die Glieder des Überrestes haben sich so verhalten wie der Prophet Jesaja, als er in einer Vision Jehova in seinem Tempel sah und die Frage hörte: „Wer wird für uns gehen?“ Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges (1918) sagten sie unverzüglich: „Hier bin ich! Sende mich“ (Jes. 6:8). Sie gehorchten dem göttlichen Befehl „Geh!“ und sind zu den Menschen aller Nationen gegangen.
10. Durch die Verkündigung welcher Botschaft Jehovas ist der Überrest unter den Nationen wie ein Löwe geworden?
10 So haben sie die Botschaft von dem aufgerichteten Königreich gepredigt, das die Klasse der „Schafe“ segnen und die Klasse der „Böcke“ vernichten wird (Matth. 25:31-46). Indem sie mutig den „Tag der Rache seitens unseres Gottes“ ankündigen, gleichen sie einem Löwen, denn sie kündigen den Feinden des aufgerichteten Königreiches Gottes an, daß sie in Har-Magedon von Jesus Christus, dem Krieger-König Jehovas, dem „Löwen, der vom Stamme Juda ist“, vernichtet werden (Jes. 61:1-3; Offb. 5:5).
11. Wie kommt es, daß die „Hand“ des gesalbten Überrestes hoch über seinen Feinden geblieben ist und wie hat sich das auf die Zweige der Gesellschaft sowie auf die Anzahl der eingesammelten „Schafe“ ausgewirkt?
11 Dadurch, daß sie Gottes Wort anwenden, halten sie ihre „Hand“ „hoch“ als Zeichen des Sieges über all ihre Widersacher, die die Königreichsbotschaft zu unterdrücken suchen. Diese Widersacher sind davon unterrichtet worden, daß sie in Har-Magedon besiegt und vernichtet, ja für ewig „weggetilgt“ werden (Micha 5:9). Für die schafähnlichen Menschen, die sich wie ausgetrocknete, verdörrte ‘Pflanzen’ vorkommen, sind die gesalbten Verkündiger des Königreiches Gottes hingegen wie erfrischender „Tau“. Da Jehova ihre Hand unterstützt hat, ist diese in all den Jahren, die seit der Veröffentlichung der zitierten Artikel aus dem Wacht-Turm (seit 1929) verstrichen sind, hoch über ihren Feinden geblieben. Als Beweis dafür ist die Zahl der ausländischen Zweige der Watch Tower Bible and Tract Society, die alle dem gesalbten „Überrest“ zu Diensten stehen, auf 97 angestiegen. Auch hat die „große Volksmenge“ „anderer Schafe“ des vortrefflichen Hirten, Jesus Christus, bis heute ständig zugenommen. Wie groß ihre Zahl schließlich sein wird, wird in Offenbarung 7:9 bis 17 nicht gesagt.
12. Das Werk, das der gesalbte Überrest zusammen mit seinen schafähnlichen Gefährten durchführt, wird so lange fortgesetzt werden, bis was losgelassen wird, und warum?
12 Die Tätigkeit des gesalbten Überrestes zusammen mit seinen schafähnlichen Gefährten muß so lange fortgesetzt werden, bis die „vier Engel“, die an den vier Ecken der Erde stehen, den Befehl erhalten, die vier Winde loszulassen, wodurch die „große Drangsal“ ausgelöst werden wird. In dieser Drangsal werden diejenigen „weggetilgt“ oder vernichtet, die die Königreichsbotschaft hartnäckig ablehnen. Bis dahin werden die übrigen, die noch benötigt werden, um die Zahl von 144 000 Miterben Jesu Christi zu vervollständigen, an ihrer Stirn „versiegelt“ worden sein (Offb. 7:1-8, 14). Ihre schafähnlichen Gefährten, die aus allen Nationen zum geistigen „Haus“ Jehovas gekommen sind und sich ihm hingegeben haben, um ‘auf seinen Pfaden zu wandeln’, werden in der „großen Drangsal“ bewahrt werden (Micha 4:1-4). Somit werden sie auf der Erde die Tausendjahrherrschaft Jesu und seiner verherrlichten Miterben erleben.
13. Wie viele vom gesalbten Überrest werden Har-Magedon überleben, und was werden sie unter denen, die mit ihnen überlebt haben, immer noch sein?
13 Wie viele vom gesalbten Überrest der Miterben Christi den „Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen“, den Krieg von Har-Magedon, überleben und wie lange sie danach noch leben werden, wissen wir nicht. Doch ungeachtet, wie lange es sein wird, werden sie für die „große Volksmenge“ „anderer Schafe“ weiterhin wie erfrischender „Tau“ sein. Die „anderen Schafe“ werden für den Überrest kein Problem bilden, weil sie bereits zu „e i n e r Herde“ mit dem Überrest gemacht worden sind, der sich in der „Hürde“ befindet, in die der vortreffliche Hirte die „kleine Herde“ gebracht hat (Joh. 10:16; Luk. 12:32). Unter der „großen Volksmenge“, die die „große Drangsal“ überlebt, soll der Überrest also nicht wie ein grausamer Löwe unter schutzlosen Schafen handeln.
14. Welchem Tier, das niedertritt, wird das himmlische Zion bei diesem Anlaß gleichen, und wie hart oder stark wird das „Horn“ gegen die Feinde sein?
14 Der Überrest wird sich nicht am „Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen“, am Krieg von Har-Magedon, beteiligen. Wie die Israeliten in den Tagen König Josaphats wird er lediglich dastehen und die Rettung Jehovas sehen, die Jesus Christus, „der Löwe, der vom Stamme Juda ist“, herbeiführen wird (2. Chron. 20:17). Bei diesem Anlaß wird Jehova Gott, der Allmächtige, das „Horn“ des himmlischen Zion wie Eisen machen, und wie ein Stier wird Zion Gottes Feinde gleichsam auf einer Dreschtenne zertreten. Es wird „viele Völker zu Staub zermahlen“, vernichten (Micha 4:13). Alles, was nach der Vernichtung noch übrig ist, werden die Überlebenden des Krieges von Har-Magedon benutzen können.
WAS HEUTE INMITTEN EINER VERDERBTEN WELT VERLANGT WIRD
15. Kann man im Einklang mit der in Micha 6:8 erwähnten Anforderung Gottes leben und gleichzeitig ein Teil der Christenheit bleiben? Begründe deine Antwort.
15 Im Hinblick auf die Christenheit, das neuzeitliche Gegenstück des illoyalen Israel, heißt es in Micha 7:2, 6: „Der Loyalgesinnte ist von der Erde verschwunden, und unter den Menschen gibt es keinen Rechtschaffenen. ... eines Mannes Feinde sind seine Hausgenossen.“ Was müssen selbst Personen, die sich als Christen bekennen und zur heutigen Christenheit gehören, tun, um den Folgen dieser Verderbtheit zu entgehen? Genügt es, materielle Opfer zu bringen, während sie gleichzeitig ein Teil des verderbten religiösen Systems bleiben? Nein. Sie sollten statt dessen im Einklang mit den Worten aus Micha 6:8 handeln: „Er hat dir mitgeteilt, o Erdenmensch, was gut ist. Und was fordert Jehova von dir zurück, als Recht zu üben und Güte zu lieben und bescheiden zu wandeln mit deinem Gott?“ Um diese Anforderung Gottes zu erfüllen, muß man die Christenheit verlassen, denn ihre Behauptung, christlich zu sein, entspricht nicht den Tatsachen. Das beweist ihre religiös-sittliche Verderbtheit. In ihr zu bleiben und sie reformieren zu wollen wäre erfolglos. Der Gott, dem zu dienen sie vorgibt, hat sie zur Vernichtung verurteilt.
16, 17. (a) Welchem Menschenstrom muß man sich heute anschließen, und für welchen Gott muß man sich entscheiden? (b) Welchen Gott preist jemand, der das Lied Mose und des Lammes singt?
16 Wie der Tempel, der zur Zeit Michas in Jerusalem stand, im Jahre 607 v. u. Z. zerstört wurde, so wird das Haus der Anbetung der Christenheit vernichtet werden. Um ‘bescheiden mit Gott zu wandeln’, muß sich also heute ein Angehöriger der Christenheit genauso wie irgendein anderer Angehöriger des Weltreiches der falschen Religion den Menschen aller Nationalitäten anschließen, die zum „Berge Jehovas hinaufziehen und zum Hause des Gottes Jakobs“. Der Betreffende muß die vom himmlischen Zion ausgehende Lehre Jehovas annehmen und auf dem von ihm heute aufgezeigten Weg wandeln. Das bedeutet nicht, daß man zum Judaismus konvertiert oder ein jüdischer Proselyt wird. Es bedeutet, ein Jünger des einziggezeugten Sohnes Jehovas und ein Zeuge wie er zu werden. „Was? Ein getaufter Zeuge Jehovas werden?“ mag jemand sagen. Ja. Es bedeutet, die in Micha 4:5 beschriebene Wahl zu treffen: „Denn alle Völker ihrerseits werden wandeln, ein jedes im Namen seines Gottes; wir aber unsererseits werden im Namen Jehovas, unseres Gottes, wandeln auf unabsehbare Zeit, ja immerdar.“ Ja, man muß in „das Lied Mose, des Sklaven Gottes, und das Lied des Lammes“ einstimmen, das lautet:
17 „Groß und wunderbar sind deine Werke, Jehova Gott, du Allmächtiger. Gerecht und wahrhaftig sind deine Wege, König der Ewigkeit. Wer wird dich nicht wirklich fürchten, Jehova, und deinen Namen verherrlichen, denn du allein bist loyal? Denn alle Nationen werden kommen und vor dir anbeten, weil deine gerechten Verordnungen kundgemacht worden sind“ (Offb. 15:3, 4).
18. Warum sind die abschließende Frage und die Antwort Michas in bezug auf Jehova passend?
18 Jehova wird alle Verheißungen in loyaler Weise erfüllen, auch die Verheißung, die er dem Patriarchen Abraham und seinem Enkel Jakob oder Israel gab, und er wird durch seinen Sohn, Jesus Christus, alle Familien und Nationen der Erde segnen. Dadurch wird Jehova selbst als der gegenbildliche Abraham, der größere Abraham, handeln. Angesichts der unverbrüchlichen Loyalität, die er uns gegenüber bis heute bekundet hat, können wir in Michas Schlußworte einstimmen und sagen:
„Wer ist ein Gott wie du, einer, der Vergehung verzeiht und an der Übertretung des Überrestes seines Erbteils vorübergeht? Er wird gewißlich nicht für immer an seinem Zorn festhalten, denn er hat Gefallen an liebender Güte. Er wird uns wieder Barmherzigkeit erweisen; er wird unsere Vergehungen unterwerfen. Und du wirst alle ihre Sünden in die Tiefen des Meeres werfen. Du wirst die Jakob gewährte Wahrhaftigkeit, die Abraham gewährte liebende Güte gewähren, die du unseren Vorvätern von den Tagen von alters her zugeschworen hast“ (Micha 7:18-20).
19. Wer ist der unvergleichliche Gott, und wessen Anbetung werden wir während des ganzen „Schlußteils der Tage“ hochhalten?
19 Es gibt keinen Gott, der dem Souveränen Herrn Jehova, dem Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, gleichkommt. Daher wollen wir seine reine Anbetung heute, „im Schlußteil der Tage“, und bis in alle Ewigkeit hochhalten.
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