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Warme Gerichte an kalten TagenErwachet! 1975 | 8. Februar
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wird wesentlich gesteigert, und die Körpertemperatur sinkt allmählich.
Es gibt viele warme Getränke, die dem Organismus helfen, die Körperwärme zu erhalten. Manch einer trinkt vielleicht gern einen heißen Kaffee (viele ziehen koffeinfreien Kaffee vor); ein anderer dagegen trinkt lieber eine Tasse Ovomaltine, Schokolade oder Tee — schwarzen oder anderen. Vielleicht möchte der eine oder andere etwas Gehaltvolleres. Nun, wie wäre es dann mit einer Tasse heißer Milch mit Honig oder Malzextrakt? Oder mit einem Eierpunsch? Als etwas Besonderes könnte man ein heißes Getränk aus Apfelsaft reichen. Man kocht den Apfelsaft zusammen mit einem Zimtstengel, mit Gewürznelken, Piment und etwas Honig auf und entfernt anschließend die Gewürze. Viele ziehen Glühwein vor (1 l Rotwein mit 100 g Zucker, 1 Stück Zimt, 6 Gewürznelken und Zitronenschale [etwa 10 cm lang] erhitzen).
Es lohnt sich, seinen Angehörigen an kalten Tagen etwas Warmes vorzusetzen. An Möglichkeiten, große Abwechslung in den Speiseplan zu bringen, fehlt es ja nicht. Und wenn man die Mahlzeiten mit Liebe zubereitet, wenn es einem Freude macht, so zu kochen, daß die Familie gesund bleibt und ihr das Essen schmeckt, wird es auch nie zu Enttäuschungen kommen.
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Baumstumpfernte in NicaraguaErwachet! 1975 | 8. Februar
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Baumstumpfernte in Nicaragua
Vom „Awake!“-Korrespondenten in Nicaragua
EINE Baumstumpfernte? Ich habe gehört, daß man Erdnüsse, Getreide, Obst, Kartoffeln usw. ernten kann. Aber Baumstümpfe ernten? Wie macht man denn das?
Die meisten Holzfäller sind schon weitergezogen und haben auf ihrem Sägemehlpfad stumme Zeugen eines einst stattlichen Kiefernwaldes zurückgelassen: nackte, niedrige Baumstümpfe. Nackt und niedrig, ja, aber keineswegs wertlos! Diese Baumstümpfe finden in einem der größten Industriezweige in Nicaragua Verwertung, und zwar für die Herstellung von Kolophonium, Terpentin, Dipenten und Kiefernöl.
Als ich bei der Fabrikanlage eintraf, war mir gleich klar, warum sie von den Ortsansässigen Baumstumpffabrik genannt wird. Auf mehrere Hektar verteilt, waren dort etwa 13 500 Tonnen Baumstümpfe aufgestapelt.
Die Vorbereitungen für die Baumstumpfernte beginnen schon, wenn die Bäume gefällt werden. Danach muß einige Zeit verstreichen, bis chemische Reaktionen abgelaufen sind. Die Außenschicht muß verrotten, während die Rohstoffe in den Holzfasern des übrigen Teils des Stumpfes eingeschlossen bleiben. Diese chemischen Vorgänge und das Austrocknen nehmen in nördlichen Breiten zehn bis fünfzehn Jahre in Anspruch, hier in den Tropen aber nur sieben bis zehn Jahre. Dann ist der Stumpf reif zur „Ernte“. Mit Hilfe eines Traktors wird er aus dem Boden gerissen. Die Baumstümpfe werden auf Lastwagen verladen und zur Fabrik transportiert.
Zuerst kommen die Stümpfe in ein großes Mahlwerk, wo sie zu Holzspänen verarbeitet werden. Die Holzspäne kommen dann in einen Extraktionsapparat, der einem Schnellkocher ähnelt. In den Extraktionsapparat wird ein Lösungsmittel (Petroleum) gepumpt, und damit werden die Holzspäne ausgewaschen. Auf diese Weise werden ihnen die Rohstoffe entzogen.
In einem anderen Gebäude wird mit Hilfe von Wasserdampfdestillation das Lösungsmittel von den Rohstoffen abgeschieden oder getrennt. Das Lösungsmittel wird dann wieder zu einer Flüssigkeit kondensiert und in Vorratstanks zurückgepumpt, wo es dann von neuem verwendet wird. Inzwischen fließt der Rohstoff zu einem Tank weiter, wo die Öle vom Kolophonium getrennt werden.
Terpentin, Dipenten und Kiefernöl haben unterschiedliche Siedetemperaturen. Sie werden durch Destillation voneinander getrennt, indem eine bestimmte Temperatur beibehalten wird, bis das erste Öl verdampft ist; dann steigt die Temperatur, bis ein Öl nach dem andern verdampft ist. Nach dem Verdampfen werden die getrennten Öle abgekühlt und in Vorratstanks aufbewahrt.
Kolophonium und Dipenten werden exportiert. Kolophonium wird in Lack, Druckfarbe, Seife und Klebstoff sowie als Geigenharz verwendet. Dipenten wird zur Herstellung von Lösungsmitteln für Anstriche benötigt. Terpentin und Kiefernöl werden zum größten Teil im eigenen Land verbraucht. Vielleicht bringst du Terpentin mit dem Säubern von Pinseln in Verbindung, aber es ist auch ein Bestandteil von Insektiziden. Kiefernöl ist in Desinfektionsmitteln enthalten.
Während ich über die riesigen, mit schwarzen Baumstümpfen übersäten Ebenen blickte, wurde mir klar, daß die Baumstumpfernte in Nicaragua ein zukunftsträchtiger Industriezweig ist.
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