-
Wie genau sind Bibelübersetzungen?Erwachet! 1984 | 8. Februar
-
-
Wie genau sind Bibelübersetzungen?
Manchmal behaupten Personen in ihrer Unwissenheit, unsere heutigen Bibelübersetzungen seien unzuverlässig, da die ursprünglichen Bibelhandschriften nicht mehr existierten. Es ist daher interessant, die folgende Stellungnahme einer anerkannten Autorität auf diesem Gebiet zu berücksichtigen. Gerhard Kroll schreibt in seinem Werk Auf den Spuren Jesu:
„Die beiden führenden englischen Textkritiker B. F. Westcott und J. A. Hort schätzen die Zahl der Textvarianten auf 250 000, d. h., auf zwei Worte des Urtextes kommen drei Textvarianten. Aber dieses Faktum kann nur einen Laien erschrecken. Nach den Ergebnissen der Textkritik stehen sieben Achtel des neutestamentlichen Textes unzweifelhaft fest. Ein Achtel ist also zweifelhaft, d. h., bei einem Achtel können wir mit wissenschaftlichen Mitteln die ursprüngliche Lesart nicht mehr angeben. Von diesem einen Achtel sind aber viele Varianten bedeutungslos, da es sich bloß um orthographische Verschiedenheiten oder Wortumstellungen handelt, die den Sinn überhaupt nicht berühren. Zieht man diese ab, so bleibt nur ein Sechzigstel des Textes, das man als zweifelhaft bezeichnen kann. Von diesem einen Sechzigstel ist aber das meiste inhaltlich unwesentlich, so daß als wesentliche Verschiedenheiten kaum mehr als ein Tausendstel des ganzen Textes in Frage steht. Von diesem einen Tausendstel sind wiederum nur wenige Stellen dogmatisch bedeutsam. Und auch diese sind insofern nicht entscheidend, als die biblische Bezeugung der betreffenden dogmatischen Lehren nicht gerade an der einen, textlich unsicheren Stelle haftet.“
Das abschließende Urteil der Textkritik lautet daher, wie Kroll sagt: „Im allgemeinen kann man die wissenschaftlich begründete Überzeugung aussprechen, daß sich die wesentliche Textgestaltung unverfälscht erhalten hat.“
-
-
„Deshalb gehen meine Kinder am Sonntagmorgen spielen“Erwachet! 1984 | 8. Februar
-
-
„Deshalb gehen meine Kinder am Sonntagmorgen spielen“
Als Reaktion auf die Zuschrift eines Lesers, der sich lobend über die Sonntagsschulen äußerte, erklärte ein anderer Leser in einem Brief an die Zeitung Toronto Star, warum seine Kinder nicht mehr zur Sonntagsschule gehen: „Jahrelang hielten wir in den Sonntagsschulen verschiedener Glaubensgemeinschaften Ausschau nach einer vernünftigen religiösen Unterweisung. Wir erwarteten aber vergeblich, daß man unsere Kinder über die Bibel belehrte, ihnen die Zehn Gebote beibrachte, moralische Anleitung bot usw. Statt dessen lernten sie, z. B. mit dem Finger zu malen, Iglus zu modellieren und Wigwams zu zeichnen. Später ging man unter anderem zum Relativismus und zur Situationsethik über.“
Über seine eigenen Erfahrungen mit der Kirche schrieb er: „Und ‚oben‘ war es auch nicht viel besser. Ein Geistlicher erklärte in seiner Predigt, wenn er wieder heiraten sollte, würde er zuerst mit der Frau zusammenleben. Des weiteren gab er zu, daß er jungen Paaren, die zu ihm kommen, um ihre Trauung anzumelden, den Rat gibt, zuerst zusammenzuleben. Von diesem Tag an gingen wir nicht mehr in seine ‚Kirche‘ ... Wir hatten nicht die Zeit und die Kraft weiterzusuchen.“ „Deshalb“, fügte er abschließend hinzu, „gehen meine Kinder am Sonntagmorgen spielen.“ Die eigentliche Lösung besteht darin, mit ihnen die Bibel zu studieren.
-