-
Respekt vor der Heiligkeit des BlutesDer Wachtturm 1961 | 1. Dezember
-
-
MISSBRAUCH DES BLUTES ZU ERNÄHRUNGSZWECKEN
12. Führe einige der heutigen Bräuche an, durch die die Heiligkeit des Lebens verletzt wird und die Christen meiden sollten?
12 Dadurch ist es für wahre Christen in dieser Zeit des Endes höchst wichtig geworden, auf der Hut zu sein, um vor der Heiligkeit des Blutes den rechten Respekt zu bekunden. Sie müssen es vermeiden, das Blut so zu mißbrauchen, wie die Welt es tut. Zum Beispiel gibt es in Afrika Völker der Eingeborenen, die ihre Kost dadurch ergänzen, daß sie Blut aus den Drosseladern ihres Viehs trinken. An vielen Orten steht man vor Schlachthäusern Schlange, um das Blut frischgeschlachteten Viehs zu trinken, in dem Glauben, es sei ein Heilmittel für gewisse Leiden. Im Fernen Osten wird das Blut in vielen Ländern als Grundbestandteil gewisser Suppen und Soßen verwendet. In Südamerika genießt man überall ein Gericht, bestehend aus Schweineblut, das man mit Zutaten unter Reis oder Kartoffeln mischt. Und Blut wird sogar als Naschwerk verkauft und genossen. Blutwurst ist unter verschiedenen Bezeichnungen fast überall erhältlich. Alle diese Bräuche offenbaren die äußerste Mißachtung der Heiligkeit des Lebens, weil sie das Gesetz des Lebengebers bezüglich des Blutes verletzen.
13. Warum muß Sorgfalt angewandt werden, Tiere richtig zu töten, damit ihr Fleisch als Nahrungsmittel gebraucht werden kann, und was müßte demzufolge ein Christ vielleicht tun?
13 Das Gesetz hinsichtlich des Blutes schaltet auch den Genuß von irgend etwas aus, was durch Erdrosseln verendet ist, weil das Fleisch dann nicht ausgeblutet ist. Ein Tier, das in einer Falle erstickt, also tot vorgefunden wird, und Tiere, die durch einen Schuß erlegt worden und nicht sogleich ausgeblutet sind, sind für Ernährungszwecke nicht geeignet. In vielen Ländern besteht der Brauch Hühner durch Erdrosseln zu töten, indem man ihnen den Hals bricht statt ihn durchzuschneiden. Solche Tiere sind für Christen zur Konsumierung ebenfalls ungeeignet. Es gibt Metzger, die in dieser Sache keine Rücksicht auf Gottes Gesetz nehmen und die Tiere, die sie zu Ernährungszwecken zubereiten, nicht richtig ausbluten lassen. Ja es mag vorkommen, daß sie das Ausbluten willentlich beeinträchtigen, damit das Fleisch mehr Gewicht habe. Wenn ein Christ erfährt, daß sein Metzger dem Ausbluten keine Aufmerksamkeit schenkt, wird er sich bei seinen Einkäufen nach einem anderen Metzger umsehen oder wird gar davon abstehen, Fleisch zu genießen, wenn kein anderes erhältlich ist. Auch wird eine gewissenhafte Person kein Fleisch in einem Restaurant essen, von dem ihr bekannt ist, daß man dort der rechten Ausblutung nicht die gebührende Aufmerksamkeit schenkt. Unter solchen Umständen mag es nötig werden, daß ein Christ, der Fleisch essen will, ein lebendes Tier oder Geflügel kaufen und es selbst schlachten muß.
14. Wie wird das Blut sonst noch in Nahrungsmitteln mißbraucht, und was sollten daher Christen sorgfältig beachten?
14 Die Mißachtung des göttlichen Gesetzes ist in der Welt derart vorherrschend geworden, daß Vollblut, Blutplasma und Blutbestandteile in zahllosen Produkten, die als Nahrungsmittel verkauft werden, reichlich Verwendung finden. Zum Beispiel wird berichtet, daß gewisse Firmen, die Fleischkonserven verkaufen, ihren Wiener Würstchen oder sonstigen Wurstwaren und ihrem Aufschnitt als Teil ihres gewohnten Rezepts Blut beifügen. Man mag dies nicht immer Blut nennen; aber ungeachtet dessen, wie man es nennt — wenn es sich um Blut oder Blutteile handelt, ist die Sache verkehrt. Selbstverständlich tun dies bei weitem nicht alle Firmen, die Fleischkonserven herstellen, aber einige tun es. An gewissen Orten ist auch bekannt, daß die sogenannten „Hamburger“ (Gehacktes), wie man sie in Amerika nennt, großenteils aus Fett bestehen, dem Blut beigefügt ist. In Rußland wurden schon vor Jahren Blutbäckereien in Betrieb gesetzt, in denen man sieben Teile Roggenmehl mit drei Teilen defibrinierten Ochsenblutes mischte und zu Brot verarbeitete. In anderen Ländern benutzen gewisse Bäcker zur Zubereitung von Backwerk als Ersatz für das Eiweiß Trockenplasma. Und bei verschiedenen Stärkungsmitteln und Tabletten, die in Drogerien und Apotheken verkauft werden, ersieht man aus deren Etiketten, daß sie Blutfraktionen, wie zum Beispiel Hämoglobin, enthalten. Somit ist es notwendig, auf der Hut zu sein und sich mit den Bräuchen, die am Orte herrschen, vertraut zu machen und sich auch an Orten, wo man Fleisch einkauft, auf vernünftige Weise zu erkundigen und auch Etiketten, die man auf Konserven findet, mit Verständnis zu lesen. Da die alte Welt in ihrer Einstellung zum Gesetz Gottes bezüglich des Blutes immer nachlässiger wird, ist es für Christen wichtig, vermehrte Sorgfalt anzuwenden, um sich „von der Welt unbefleckt“ zu erhalten. — Jak. 1:27.
BLUTTRANSFUSION
15. Welche Entwicklung ist bei der Verwendung des Blutes zu medizinischen Zwecken zu beobachten gewesen?
15 Im Laufe der Jahrhunderte hat der Mißbrauch des Blutes viele Formen angenommen. Bei den alten Ägyptern pflegten Fürsten Menschenblut zu ihrer Verjüngung zu verwenden. Andere tranken das Blut ihrer Feinde. Doch erst nach den von William Harvey im siebzehnten Jahrhundert angestellten Untersuchungen über den Blutkreislauf wurden vermehrte Anstrengungen gemacht, das Blut eines Geschöpfes in das Kreislaufsystem eines anderen Geschöpfes einzuführen. Nachdem man schwere Rückschläge zufolge von Todesfällen erlitten hatte, wurde die Bluttransfusion erst zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts wieder in günstigerem Lichte betrachtet, nachdem es durch Forschungsarbeiten möglich geworden war, gewisse Blutgruppen festzustellen. Die beiden Weltkriege und der Koreanische Krieg boten den Ärzten reichlich Gelegenheiten, Versuche mit Blut zu Heilzwecken anzustellen, und nun ist diese Behandlungsart bis zu dem Punkte entwickelt worden, daß die Ärzte nicht nur Vollblut und Blutplasma verwenden, das eine fast farblose Flüssigkeit und Trägerin von Blutkörperchen ist, sondern außer dem Plasma auch rote Blutkörperchen und die verschiedenen Plasmaeiweiße, wie man es für notwendig erachtet.
16. Stellt die Verwendung von Blut zur Erhaltung des Lebens in der medizinischen Behandlung eine Verletzung des Gesetzes Gottes dar?
16 Wird durch diesen medizinischen Gebrauch des Blutes das Gesetz Gottes verletzt? Ist es verkehrt, jemanden durch Übertragungen von Blut oder Plasma oder von roten Blutkörperchen oder von verschiedenen Blutfraktionen am Leben zu erhalten? Jawohl. Das Gesetz, das Gott dem Noah gab und das allen seinen Nachkommen gilt, zeigt, daß es für jedermann verkehrt ist, Blut zu sich zu nehmen, das heißt das Blut eines anderen Geschöpfes zur Ernährung oder Erhaltung seines Lebens zu verwenden. Tertullian zeigte in seinem Apologetikum, wie die ersten Christen in dieser Sache argumentierten. Ebenso wird heute anerkannt, daß, wenn sich dieses Verbot auf Tierblut bezieht, es sich noch viel mehr auf Menschenblut bezieht, denn es lautet: „Keinerlei Blut dürft ihr genießen!“ — 3. Mose 3:17, Me.
17. Wie beweisen die geschichtlichen Tatsachen, daß in alter Zeit tatsächlich Menschenblut mißbraucht wurde, und was wurde in das Verbot, das die leitende Körperschaft der ersten Christen herausgab, eingeschlossen?
17 Argumente, die besagen, daß das Verbot der Verwendung von Blut, das die leitende Körperschaft der Christen der Frühzeit ausgab, sich nicht auf Menschenblut, sondern nur auf Tierblut bezöge, zeigen Unwissenheit über geschichtliche Tatsachen an. Im alten Rom, das im ersten Jahrhundert die Welt um das Mittelmeer beherrschte, liefen Zuschauer bei Gladiatorenwettkämpfen nach dem Kampf in die Arena, um Blut, das besiegten Gladiatoren aus dem Halse rann, aufzusaugen. Nach Berichten sollen einige unter den Skythen verstorbene Verwandte verzehrt haben. Beim Abschluß von Verträgen tranken die Angehörigen gewisser Völker einer vom anderen Blut, und Menschenblut, das man in der Hand auffing und zu sich nahm, wurde zur Besiegelung der Einweihung beim Kult mit der heidnischen Göttin Bellona gebraucht. Als somit die Apostel unter der Leitung des heiligen Geistes sagten, Christen müßten sich vom Blute rein erhalten, dachten sie auch an Menschenblut.
18. Was zeigt, daß die Bluttransfusion einer „Ernährung“ mit Blut gleichkommt?
18 Es ist nicht von Bedeutung, ob das Blut in den Körper durch die Venen statt durch den Mund aufgenommen wird. Auch ist die Behauptung, die einige erheben, daß dies nicht dasselbe sei wie intravenöse Ernährung nicht von Belang. Tatsache ist, daß es nährt oder den Körper am Leben erhält. In Übereinstimmung damit ist eine Erklärung von Dr. med. George W. Crile, A. M., der in seinem Buch Hemorrhage and Transfusion (Blutungen und Transfusion) einen Brief von Denis, dem französischen Arzt und Pionier auf dem Gebiet der Bluttransfusion, anführt und sagt: „Wenn eine Transfusion gemacht wird, ist das nichts anderes, als wenn man sich auf einem kürzeren Weg als gewöhnlich Nahrung zuführt, das heißt, man läßt den Venen schon fertiges Blut zukommen, statt Nahrung aufzunehmen, aus der erst nach mehreren Umwandlungen Blut entsteht.“
19, 20. (a) Wie kann jemand angesichts der ständigen Entwicklung der medizinischen Therapie feststellen, ob eine Behandlung, bei der Blut benutzt wird, angenommen oder zurückgewiesen werden sollte? (b) Welches schöne Beispiel gab uns David diesbezüglich, was seinen Respekt vor der Heiligkeit des Blutes offenbarte?
19 Angesichts des Nachdrucks, der auf die Verwendung von Blut in der Medizin gelegt wird, werden beständig neue Behandlungsarten empfohlen, in denen es Verwendung findet. Doch ungeachtet dessen, ob es Vollblut oder Blutfraktionen seien, ob Blut dem eigenen Körper oder dem Körper eines anderen entnommen werde, ob es durch Transfusion oder als Injektion eingeführt werde, gilt doch Gottes Gesetz. Gott hat den Menschen das Blut nicht dazu gegeben, daß sie es so wie andere Stoffe verwenden könnten. Er fordert Respekt vor der Heiligkeit des Blutes.
20 Welch schönes Beispiel des Respektes vor diesem Gesetz gab doch einst der gottesfürchtige König David! Bevor die Feinde des Volkes Gottes aus dem Lande vertrieben wurden, hatten die Philister eine Besatzung in Bethlehem bei Jerusalem, und bei einer Gelegenheit hatte David ein Gelüste und sagte: „Wer wird mich mit Wasser tränken aus der Zisterne zu Bethlehem, die am Tore ist?“ Ja, er wünschte, daß die Philister weg wären, damit er selbst ungehindert zu dieser Zisterne hingehen und sich durch deren Wasser erfrischen könnte. Als drei tapfere Männer seine Worte hörten, brachen sie „durch das Lager der Philister und schöpften Wasser aus der Zisterne von Bethlehem, die am Tore ist, … und brachten es zu David“. Was sie brachten, war nichts anderes als Wasser, doch hatten sie es unter Einsatz ihres Lebens geholt, und David wußte das. „Aber David wollte es nicht trinken und goß es aus als Trankopfer dem Jehova; und er sprach: Das lasse mein Gott fern von mir sein, daß ich solches tue! Sollte ich das Blut dieser Männer trinken, die mit Gefahr ihres Lebens [ihrer Seele] hingegangen sind? Denn mit Gefahr ihres Lebens haben sie es gebracht. Und er wollte es nicht trinken.“ (1. Chron. 11:16-19; 2. Sam. 23:15-17) David respektierte Gottes Gesetz. Nicht nur enthielt er sich des Tierblutes, sondern er vermied auch das noch krassere Unrecht, Menschenblut zu sich zu nehmen. Ja er vermied alles, was einer Übertretung dieses Gesetzes auch nur ähnelte. Er war ein Mann nach Gottes Herzen. Ein gleicher, von Herzen kommender Gehorsam veranlaßt heute reife Christen, von irgendeinem Brauche gänzlich abzustehen, der einen Mißbrauch des Blutes zur Folge hätte. Aus Liebe zu Gott bekunden sie Respekt vor der Heiligkeit des Blutes.
-
-
Durch heidnische Philosophie verderbtDer Wachtturm 1961 | 1. Dezember
-
-
Durch heidnische Philosophie verderbt
„Zu den frühesten bemerkbaren Verderbnissen der Kirche gehörte die Einführung griechischer Philosophien, mit denen man die Wahrheiten des Evangeliums, das für eine gewisse Klasse stets Torheit gewesen ist und stets Torheit bleiben wird, in Übereinstimmung zu bringen suchte.“ — Beacon Lights of History.
-