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Die mit Blutschuld Beladenen können dem göttlichen Gericht nicht entrinnenDer Wachtturm 1973 | 15. Mai
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in Babylon über das nachdenken, was ihnen Hesekiel prophezeit hatte. Wenn sie wollten, konnten sie ungläubig bleiben. Ihr Unglaube würde aber zur bestimmten Zeit dadurch zunichte werden, daß ein authentischer Augenzeuge des Sturzes Jerusalems einträfe.
Hesekiel wäre dann in der Lage, aufgrund bestätigender Ereignisse zu sprechen. Er hätte eine neue, frische Botschaft. Seine Autorität als ein wahrer, inspirierter Prophet Jehovas wäre bestätigt. Als ein Mensch, der als ein „Zeichen“ oder als ein „Vorzeichen“ dessen diente, was eilends hereinzubrechen drohte, hätte er sich nicht als falsch erwiesen.
So, wie die Zerstörung über das mit Blutschuld beladene Jerusalem hereinbrach, wird auch ganz gewiß die mit Blutschuld beladene Christenheit vernichtet werden. Berichte, die aus allen Teilen der Erde, wo die Christenheit jetzt die Oberhand hat, hereinströmen werden, werden das Wort als wahr kennzeichnen, daß die neuzeitliche Hesekiel Klasse, der gesalbte Überrest der christlichen Zeugen Jehovas, vom Souveränen Herrn des Universums aus ein zeitgemäßes „Vorzeichen“ war. Die Menschen werden dann Jehova als den Gott erkennen müssen, der Gewalttätigkeiten und Blutvergießen nicht unbestraft läßt. Wäre es daher nicht vernünftig, dem, was Jehovas christliche Zeugen verkündigen, Gehör zu schenken, um nicht Unheil über sich zu bringen, wenn die Christenheit ihr gewaltsames Ende findet?
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Fragen von LesernDer Wachtturm 1973 | 15. Mai
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Fragen von Lesern
● Ist es für Christen angebracht, „sich zuzutrinken“, wenn sie gemütlich beisammen sind? — M. D., USA.
In einigen Ländern nehmen Bekannte bei Abschiedsparties alkoholische Getränke zu sich, wobei sie die Gläser heben und miteinander anstoßen und dabei „Auf dein Wohl!“ oder etwas Ähnliches sagen. Ebenso wird bei Hochzeitsfeiern häufig ein Toast auf die Neuvermählten ausgebracht, um ihnen Gesundheit und Glück zu wünschen. Verständlicherweise haben sich einige gefragt, ob es sich für einen Christen vom biblischen Standpunkt aus ziemt, solche Trinksprüche auszubringen.
Gewiß ist es nicht falsch, wenn ein Christ einem Freund Glück und gute Gesundheit wünscht. Auch wäre es nicht verkehrt, wenn man es als Gruppe täte. Die in geistiger Hinsicht älteren Männer des ersten Jahrhunderts schlossen einen Brief an die Christenversammlungen mit einem Ausdruck ab, der im wesentlichen „Bleibt gesund!“ bedeutet. — Apg. 15:29.
Ist das aber alles, was es über das Ausbringen von Trinksprüchen zu sagen gibt? Weshalb werden dabei die Gläser oder die Becher erhoben und angestoßen? Wird dabei irgendein Brauch nachgeahmt? Man beachte, was die Encyclopædia Britannica, 11. Ausgabe, Band 13, Seite 121 dazu sagt:
„Der Brauch, den Lebenden ,Gesundheit‘ zuzutrinken, ist höchstwahrscheinlich auf den alten religiösen Ritus, den Göttern und den Toten zuzutrinken, zurückzuführen. Die Griechen und Römer gossen ihren Göttern bei Mahlzeiten Trankopfer aus, und bei feierlichen Trinkgelagen tranken sie ihnen und den Toten zu.“ Nachdem dieses Nachschlagewerk gezeigt hat, wie solche heidnische Bräuche unter den Skandinaviern und Teutonen weiterlebten, fügt es dann hinzu: „Eng mit diesen opferähnlichen Trinkbräuchen muß das Trinken auf die Gesundheit lebender Menschen verbunden gewesen sein.“
Die meisten Menschen stellen sich wahrscheinlich, wenn sie einen Trinkspruch („Toast“) ausbringen, nicht vor, daß sie dabei den Brauch, eine Libation oder ein Trankopfer für heidnische Götter hochzuheben, nachahmen, aber das könnte der Fall sein. Zweifellos würde sich ein treuer Christ nicht an einem heidnischen Opfer beteiligen, da er die Worte kennt: „Ihr könnt nicht den Becher Jehovas und den Becher der Dämonen trinken.“ (1. Kor. 10:21) Ebenso würde es ein reifer Christ vermeiden, Riten der falschen Religion auch nur nachzuahmen. Eine solche Handlungsweise, durch die geistige Reife zum Ausdruck kommt, wäre Jehova wohlgefällig. Man denke daran, daß Gott die Israeliten besonders davor warnte, religiöse Handlungen der sie umgebenden heidnischen Nationen nachzuahmen. — 3. Mose 19:27; 21:5.
Wenn ein Christ für jemand anders Gottes Segen erbitten möchte, kann er es auf richtige Weise durch ein von Herzen kommendes Gebet zu Gott tun, nicht indem er Traditionen folgt, die sich auf heidnische Anbetung stützen, die Jehova verabscheut. — Phil. 1:9; 2. Kor. 1:11.
Auf der ganzen Erde gibt es eine Vielzahl von Bräuchen und Traditionen. Weiß ein reifer Christ, daß ein bestimmter Brauch direkt auf falsche Anbetung zurückzuführen ist, wird er ihn bestimmt meiden. Aber nicht gegen alle Bräuche ist etwas einzuwenden. Bei einigen mag es sich nur um örtliche Gewohnheiten oder um eine Etikette handeln, die nicht von der falschen Religion herrührt, wie zum Beispiel der Gruß durch Händedruck
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