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  • Sie fand die Quelle vermehrter Freude
    Der Wachtturm 1981 | 15. Dezember
    • Sie sagte darüber, wie Jehova sie gebraucht hatte, folgendes: „Er hat mich gebraucht, so vielen zu helfen, die Wahrheit anzunehmen, daß sich manchmal sechs, vier oder drei Personen auf einmal taufen ließen oder auch nur eine oder zwei Personen. Ich durfte vieren meiner leiblichen Brüder und Schwestern und ihren Ehepartnern helfen. Es ist herzerfreuend, zu sehen und zu hören, wie sie über Jehova und sein Königreich sprechen.“ Es vergeht kaum eine Taufgelegenheit, ohne daß sich nicht eine Person unter den Taufanwärtern befindet, mit denen Sylvia die Bibel studiert hat.

      Ihr Weg war nicht immer leicht. Ja, in einem Jahr brannte Sylvias Wohnung nieder, und sie und ihre Partnerin verloren alles. Doch Glaubensbrüder nahmen sie auf und kleideten sie ein, bis sie wieder auf eigenen Füßen stehen konnten (Mark. 10:29, 30).

      Im Jahre 1968 stand Sylvia vor der Entscheidung, ob sie im Vollzeitdienst bleiben würde oder nicht. Sie drückte dies folgendermaßen aus: „Ich wurde mit der Blutfrage konfrontiert, denn ich mußte mich einer Unterleibsoperation unterziehen. Die Operation verlief erfolgreich. Es wurde kein Blut verwendet, aber ich war sehr geschwächt und deprimiert. Ich mußte mich entscheiden, ob ich im Vollzeitdienst bleiben würde oder nicht. Einige Glaubensbrüder meinten, ich solle den Vollzeitdienst aufgeben, weil ich so schwach sei. Aber Jehova erhörte meine Gebete und richtete mich wieder auf. Er erneuerte meine Kräfte, und nach drei Monaten suchte ich schon wieder nach seinen ,Schafen‘ (Jes. 40:28-31). Meiner Ansicht nach schaffe ich jetzt noch mehr als vor der Operation. Jehova sei Dank!“

      Sylvia hat ein einnehmendes Wesen. Jemand mag die Straße entlanggehen und sie vor sich sehen: eine schlanke, mädchenhafte Gestalt, vernünftig und geschmackvoll gekleidet, auf dem netten Gesicht ein verbindliches Lächeln. Für die Leute ist es selbstverständlich, die biblische Literatur, die sie anbietet, anzunehmen. Wenn sie spricht, werden die Zuhörer von ihrer Lebensfreude angesteckt. Sie weist auf Jehova als den Quell ihrer Freude hin: „Es ist für mich ein lohnendes und begeisterndes Erlebnis gewesen, während all der Jahre seine liebevolle Fürsorge zu verspüren und mit ihm zusammenzuarbeiten. Demütig möchte ich Jehova dafür danken.“ Ja, ‘die Sanftmütigen mehren ihre Freude in Jehova’ (Jes. 29:19).

  • Ein freudiger Tag in Brasilien
    Der Wachtturm 1981 | 15. Dezember
    • Ein freudiger Tag in Brasilien

      SAMSTAG, der 21. März 1981, war für Jehovas Zeugen in Brasilien ein freudiger Tag. An diesem Tag wurde der neue umfangreiche Gebäudekomplex ihrer Zentrale der Bestimmung übergeben. Diese Zentrale befindet sich in Cesario Lange — 140 Kilometer von São Paulo entfernt. Auch für ganz Brasilien war dies ein besonderer Tag. Wieso? Weil früher oder später die meisten Einwohner Brasiliens von den Tätigkeiten berührt werden, die in diesen neuen Gebäuden von freiwilligen Arbeitern verrichtet werden.

      Die Zahl der Zeugen Jehovas hat in Brasilien schnell zugenommen. In den 20er Jahren kehrten acht Seeleute, die in New York biblische Literatur erworben hatten, in ihr Heimatland Brasilien zurück und erzählten auch anderen über ihre neugewonnene Erkenntnis. Diese anfänglich bescheidene Zahl ist inzwischen auf mehr als 117 000 angewachsen.

      Als Christen sind Jehovas Zeugen immer damit beschäftigt, mit anderen über die Bibel zu sprechen, und dabei verwenden sie auch viel biblische Literatur. Das erklärt die Notwendigkeit für eine Zentrale, von der aus ihr Werk organisiert und wo Literatur gedruckt werden kann. Sie nennen die Zentrale eines jeden Landes „Bethel“.

      Da die Zahl der Zeugen Jehovas in Brasilien immer mehr anstieg, war das ehemalige Bethelheim und die Druckerei in Sao Paulo zu klein geworden. Es war zwar vergrößert worden, doch nun war es schon wieder zu klein. Deshalb wurde entschieden, einen ganz neuen Gebäudekomplex zu bauen. Im Jahre 1977 konnte in Cesario Lange ein Grundstück erworben werden.

      Das neue Grundstück — es umfaßt 115 Hektar — war Brachland. So kamen viele freiwillige Arbeiter herbei, und trotz der Schlangen und der stechenden Bienen kultivierten sie das Land. Sie bearbeiteten das Gebiet, auf dem die Gebäude errichtet werden sollten, und auch das Land, das später zum Ackerbau und zur Viehzucht dienen würde. Dabei taten sie ihr möglichstes, um so wenig Bäume wie möglich zu fällen. Auf diese Weise blieben 20 Hektar Wald erhalten. Die Bethelfamilie ist nun also von Gürteltieren, Stachelschweinen, Rehen, Wildkatzen, Stinktieren, Eichhörnchen und von vielen seltenen farbenprächtigen Vögeln umgeben.

      DER BAU

      Das neue Bethel sieht in dieser ländlichen Gegend sehr schön aus. Es ist auch sehr groß, ja fast sechsmal so groß wie das alte. Deshalb wird man von dem neuen Bethel aus in der Lage sein, mit dem Zuwachs in der Zukunft fertig zu werden. Die acht Gebäude (einschließlich der Druckerei) haben eine Grundfläche von 46 000 Quadratmetern. Für die Stützsäulen wurden so viele Pfähle in die Erde getrieben, daß sie insgesamt eine Länge von 15 000 Metern ergeben würden. Das ist fast zweimal so lang, wie der Mount Everest hoch ist.

      Wer verrichtete die Bauarbeiten? Sobald das Grundstück gekauft war, kamen Zeugen Jehovas aus dem ganzen Land und stellten ihre Fähigkeiten und Kenntnisse freiwillig zur Verfügung. Außerdem arbeiteten dort Angestellte einer Privatfirma, die keine Zeugen waren. Einmal waren an der Baustelle 800 Arbeiter beschäftigt.

      Das sind viele Leute. Doch herrschte unter ihnen Unordnung? Nein. Alles war so gut organisiert, daß eine lokale Zeitung schrieb: „Dort herrscht nicht die Unordnung, die man gewöhnlich bei anderen großen Projekten unter den Arbeitern vorfindet. Man sieht keine oder nur selten alkoholische Getränke, und es herrscht Frieden. Das Essen wird an Ort und Stelle zubereitet. Ja, die Baustelle ist eine völlig unabhängige Miniaturstadt.“

      Auf großen Baustellen kommen auch häufig schwere Unfälle vor. Auf dieser machte sich jedoch die gute Organisation und das Einhalten der Sicherheitsvorschriften bezahlt. Während der ganzen Bauzeit ereignete sich kein größerer Unfall. Die Zeugen waren Jehova dafür dankbar.

      Wie wurde das Projekt bezahlt? Hauptsächlich durch freiwillige Spenden der Zeugen Jehovas in Brasilien und aus anderen Ländern. Ein kleiner Junge schickte sein Sparschwein und schrieb dazu: „Jedes Jahr spare ich in einem Sparschwein Geld, um mir Spielzeug davon zu kaufen. Mein Vater ermunterte mich aber, mein Sparschwein an die Watch Tower Society zu schicken. Ich weiß, daß mich Jehova deshalb segnen wird.“

      BESTIMMUNGSÜBERGABE

      Schließlich kam der 21. März 1981 herbei — der Tag, an dem die neue Zentrale ihrer Bestimmung übergeben werden sollte. Aus allen Teilen des Landes waren 3 607 Zeugen anwesend. Einige waren 4 000 Kilometer gereist, um dort zu sein. Andere, die nicht kommen konnten, schickten Grüße in schriftlicher Form. Darunter befand sich auch ein Gruß in Blindenschrift.

      Unter den Anwesenden waren einige, die schon viele Jahre Erfahrung gesammelt hatten. Charles D. Leathco, ein Absolvent der ersten Klasse der Missionarschule Gilead, erzählte der versammelten Menge, wie es im Jahre 1945 war, die verschiedenen Versammlungen zu besuchen. Damals gab es nur 30 Versammlungen im ganzen Land. Heute sind es 2 100. Agenor da Paixão versetzte seine Zuhörer in die Zeit von 1949 zurück, als er seinen Betheldienst begann. Damals gab es in der brasilianischen Zentrale nur 20 freiwillige Mitarbeiter. Heute sind es 280.

      Die Erinnerungen von Maud Yuille gingen sogar noch weiter zurück. Sie kam 1936 mit ihrem Mann in Brasilien an. Damals gab es dort nur etwa 60 Zeugen Jehovas. Jetzt sind es über 117 000. Die 92jährige Maud Yuille verrichtet im Bethel noch immer treu ihren Dienst.

      Schließlich hielt Lloyd Barry, ein Glied der leitenden Körperschaft der Zeugen Jehovas, die Ansprache für die Bestimmungsübergabe. Sie stützte sich auf 1. Chronika 29:9-13. Er zitierte auch die zu Herzen gehenden Worte König Salomos, die er zur Einweihung des Tempels in Jerusalem sprach. Für das vortreffliche neue Gebäude, das nun im Dienste Gottes gebraucht werden kann, gab Lloyd Barry Jehova die Ehre.

      Als das Programm zu Ende war, waren alle wegen der Ereignisse des Tages voller Freude. Und zweifellos waren die Worte von Karl Rietz, der das Programm eröffnet hatte, noch in ihrem Sinn: „Backsteine können nicht predigen. Deshalb wären diese Gebäude ohne die Prediger der ,guten Botschaft‘ niemals errichtet worden.“ Ja, durch den Eifer der brasilianischen Zeugen war das ganze Bauprojekt notwendig geworden.

      Jetzt ist es vollendet, und Jehovas Zeugen werden sich weiterhin anstrengen, die „gute Botschaft“ bis in die entferntesten Teile des riesigen Landes zu bringen. Die Bestimmungsübergabe war wirklich ein Ereignis großer Freude, jedoch nicht nur für Jehovas Zeugen, sondern auch für alle Brasilianer mit der rechten Herzenseinstellung.

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