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  • Künstliche Wasserwege als Abkürzung
    Erwachet! 1979 | 22. Mai
    • Große Seekanäle

      Es gibt viele Seekanäle. Aber wir wollen nur drei der berühmtesten betrachten.

      Da wäre einmal der Nord-Ostsee-Kanal, der die Landenge durchstößt, die die Nordsee von der Ostsee trennt. Einst haben hier die Wikinger ihre Schiffe auf Walzen gelegt und von Pferden über Land ziehen lassen. Deutschland eröffnete den Kanal im Jahre 1895 als wichtige Seeverbindung für seine größer werdende Kriegsmarine. Der 99 km lange Kanal wuchs bald über seinen militärischen Ursprung hinaus und gehört heute zu den verkehrsreichsten Kanälen der Welt, übertrifft er doch das Gesamtverkehrsaufkommen der zwei berühmteren „Artgenossen“ — des Sueskanals und des Panamakanals.

      Der Sueskanal wurde 1869 als „ein Beitrag zur Welteinheit“ eröffnet. Da das Mittelmeer und das Rote Meer die gleiche Höhe haben, braucht dieser mehr als 160 km lange Kanal keine Schleusen. Die meisten Seereisen zwischen Europa und Indien verkürzt er um nahezu 6 400 km.

      Der Sueskanal sollte allen Ländern in Friedens- und Kriegszeiten offenstehen — eine Vereinbarung, die von kriegführenden Nationen oft mißachtet wurde. Von Juni 1967 bis zum Jahre 1974 war er geschlossen, hauptsächlich wegen des Israelisch-Arabischen Krieges. Wenn die ägyptischen Pläne vollständig zur Ausführung gelangen, wird der wiedereröffnete Kanal noch vergrößert werden, um auch 250 000-Tonnen-Tanker aufzunehmen. Obwohl der wiedereröffnete Wasserweg für Welthandel und Weltwirtschaft eine Rolle spielt, ist seine frühere Bedeutung durch schnelle Schiffe und durch Riesentanker geschmälert worden.

      Auch der Panamakanal hat an Bedeutung verloren, obwohl er noch ein politisches und wirtschaftliches Streitobjekt ist. Diese 1914 freigegebene 80 km lange Abkürzung durch die Landenge von Panama verkürzt den Seeweg New York — San Francisco um 12 700 km.

      Allerdings wird der Panamakanal jetzt von weniger Schiffen benutzt. Mehr als 3 000 Handelsschiffe der Erde, einschließlich der größten Tanker, sind für diese Wasserstraße zu lang oder zu breit oder haben bei voller Ladung einen zu großen Tiefgang. Zudem ist die unmittelbare Zukunft des Kanals von politischen, wirtschaftlichen und militärischen Streitfragen überschattet.

      Die Geschichte des längsten künstlichen Seeweges der Welt dagegen ist seit seiner Eröffnung im Jahre 1959 friedlich verlaufen. Vom Ozean kommende Schiffe finden den Zugang zum Sankt-Lorenz-Seeweg über den Sankt-Lorenz-Golf. Dann können sie flußaufwärts zum Ontariosee, über den Welland Canal in den Erie-, Huron- und Michigansee und schließlich durch die Schleusen bei Sault Sainte Marie in den Oberen See fahren. Bis dahin sind sie vom Beginn des Seeweges an um 184 Meter — die Höhe eines 60stöckigen Gebäudes — angehoben worden. Sie können dann nach Duluth an der Westspitze des Oberen Sees fahren und haben damit vom Atlantischen Ozean aus eine Strecke von 3 770 km zurückgelegt. Im Gegensatz zum Panamakanal nimmt das Verkehrsaufkommen dieses Seeweges zu. Man spricht bereits von einer Kapazitätserweiterung vor Mitte der 80er Jahre.

      Welche Zukunft haben die Kanäle?

      Obwohl Kanäle und Binnenwasserwege nicht mehr die einzigen wichtigen Transportwege für schwere Güter sind, spielen sie in dieser Hinsicht weiterhin eine wesentliche Rolle. Viele Schüttgüter wie Getreide, Erz und Kohle werden im Inlandsverkehr noch am wirtschaftlichsten auf dem Wasserwege transportiert. Seit den 60er Jahren hat in Nordamerika, Europa und Asien die Binnenschiffahrt zugenommen. Man hat Wasserwege modernisiert und Pläne für neue Kanäle entworfen.

      Aber es bestehen Bedenken — teils politischer, teils wirtschaftlicher Natur. Zum Beispiel würde ein neuer Kanal, der in Europa geplant ist, den Rhein mit der Donau und ein anderer neuer Kanal den Rhein mit einem Kanalsystem der Seine verbinden. Einige Politiker des Westens haben ein ungutes Gefühl bei dem Gedanken, daß die Donau möglicherweise ein Zufahrtsweg für die Handelsflotte kommunistischer Länder wird, die dann in Westeuropas Wasserstraßen vordringen könnten.

      Andere Bedenken konzentrieren sich auf die Störung, die künstliche Wasserwege im Gleichgewicht der Natur hervorrufen können. Das Meerneunauge, ein aalartiger Fisch aus dem Nordatlantik, hat durch den Eriekanal und den Welland Canal in die Großen Seen Eingang gefunden, wo es die Bestände wirtschaftlich bedeutsamer Fische dezimiert hat. Auch hat der Sankt-Lorenz-Seeweg eine vermehrte Ansiedlung von Industrie an den Großen Seen und dadurch eine verstärkte Verschmutzung dieser Gewässer mit sich gebracht.

      Ja, künstliche Wasserwege können in einigen Gebieten das Gleichgewicht stören und zu vermehrter Verschmutzung führen, doch der Eine, der alle „Winterwildbäche“ geschaffen hat, die zum Meer ausgehen, kann der Verschmutzung ein Ende setzen und das richtige Gleichgewicht der Natur aufrechterhalten (Pred. 1:7). Außerdem sollte man anerkennen, daß die Vorzüge der Kanalsysteme, wie ausgeklügelt sie auch sein mögen, niemals die Weisheit übertreffen können, die in den natürlichen Wasserwegen der Erde zum Ausdruck kommt. Der Mensch kann die Ozeane, Seen und Flüsse unserer Erde nur ergänzen, doch niemals ersetzen.

  • Sogar Verleumdungen können die Wahrheit bekanntmachen
    Erwachet! 1979 | 22. Mai
    • Sogar Verleumdungen können die Wahrheit bekanntmachen

      DIENER Gottes sollten nicht überrascht sein, wenn sie und ihre Botschaft verleumdet werden. Der christliche Apostel Petrus schrieb an seine Glaubensbrüder: „Daß ihr diesen Lauf zu demselben Tiefstand der Ausschweifung nicht mit ihnen fortsetzt, befremdet sie, und sie reden fortgesetzt lästerlich von euch“ (1. Petr. 4:4). Mitunter wecken solche Reden bei anderen Interesse an der Botschaft der Bibel.

      Ein Mann aus der Republik Senegal berichtet, was er am ersten Tag an einem neuen Arbeitsplatz erlebte: „Ich wurde von meinen Arbeitskollegen gegen einen Mann aufgehetzt, der an jenem Tag nicht zur Arbeit gekommen war. ,Er ist verrückt‘, sagten sie. ,Er kann über nichts anderes reden als über Gott und versucht jeden von seiner Religion abzubringen. Nimm dich vor ihm in acht! Er wird dich bestimmt auch von deiner Kirche abbringen wollen.‘

      Ich war, ehrlich gesagt, überrascht. Diese Leute kannten mich noch gar nicht. Warum waren sie alle so sehr an mir ,interessiert‘ und so ,freundlich‘ zu mir? Ich wurde recht neugierig und war gespannt, diesen so verabscheuten ,Verrückten‘ kennenzulernen.

      Am Morgen meines dritten Arbeitstages begegnete ich jemandem, den ich vorher noch nicht gesehen hatte. Er machte einen lebensfrohen Eindruck. Besonders auffallend waren sein sonniges Gemüt und sein entwaffnendes Lächeln. Er begrüßte mich mit ausgestreckten Armen und sagte: ,Wir zwei sollen zusammen arbeiten.‘ Er schien mir in jeder Hinsicht vollkommen normal zu sein. Ich war aber sicher, daß er der ,Verrückte‘ war, vor dem mich alle gewarnt hatten. Ohne Umschweife sagte ich: ,Du mußt ... sein.‘ Überrascht erwiderte er: ,Ja. Doch wie kommst du darauf? Kennst du mich?‘

      Ich erklärte ihm, daß ich ihn in einer gewissen Hinsicht kennen würde, weil ich in den vergangenen zwei Tagen von den anderen Arbeitern schon so viel über ihn gehört hätte. Da wir zusammen arbeiten mußten, nützte er jede freie Minute aus, um mit mir über die gute Botschaft vom Königreich zu sprechen. Ich erklärte ihm gleich von Anfang an, daß ich nichts dagegen hätte, wenn er mit mir spreche, aber daß ich meine Religion nicht um alles in der Welt wechseln würde. Doch schon an jenem Nachmittag gefiel mir die Botschaft, über die er mit mir sprach immer besser. Am nächsten Tag hatte ich bereits meine Entscheidung zugunsten der Wahrheit getroffen.“

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