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Wir besuchen Jehovas Zeugen in Zentralamerika (5. Teil)Der Wachtturm 1955 | 15. November
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schlossen auch eine Anzahl Kreis- und Bezirksdiener und jene vom Zweigbüro ein.
Die Verwaltungsbehörden des Cinódromo waren sehr über die gewaltige Publizität, die Jehovas Zeugen in den Zeitungen erfuhren, erstaunt. Sie bewunderten die Ordnung der Brüder, weil sie nie zuvor auf ihrer Stätte so etwas gesehen hatten. Dieser Rennplatz wird häufig von Menschen aller Lebensschichten besucht, die aber keine Liebe zueinander haben. Jehovas Zeugen jedoch haben Liebe zu ihrem Nächsten. Das Gelände wurde so sauber gehalten, daß am Ende des Kongresses nirgends Schmutz hinterlassen wurde. Ja, es arbeiteten sogar einige Arbeiter der Rennbahn, die für die Tage während des Kongresses zum Dienst eingeteilt waren, mit den Brüdern gut zusammen, indem sie sich auf ausgezeichnete Weise ergänzten. Auch die Taufe bildete einen Höhepunkt. 83 Menschen (34 Männer und 49 Frauen) symbolisierten ihre Hingabe zu Jehova Gott.
Ein besonderes Programm war für die Kreis- und Bezirksdiener eingesetzt. Hauptsächlich der Präsident der Gesellschaft leitete es und beantwortete ihre Fragen. Eine schöne Zusammenkunft wurde mit Pionieren abgehalten, bei der 270 zugegen waren. In Kuba gibt es ein großes Pionierfeld wie auch in allen anderen Teilen der Welt.
Über diesen Kongreß wurde soviel gesprochen, daß der Besitzer einer anderen großen Arena, des Tropical-Stadions, beim Zweigbüro anrief, daß, wenn man sein Stadion für den großen Kongreß 1955 haben wolle, es schon im März vorgemerkt werden müsse. Er war begierig, Jehovas Zeugen bei sich zu haben, damit sie seine Einrichtungen gebrauchten.
Durch die Gespräche mit Brüdern konnte beobachtet werden, daß sie sehr gestärkt worden waren durch die Dinge, die sie hörten, den guten Rat und die herzerfreuenden Gedanken aus der Bibel, die alle ermunterten. Jeder war glücklich, zu diesem Kongreß gekommen zu sein. Alle wollten mit Entschlossenheit zu den entsprechenden Versammlungen zurückkehren und noch härter für die Wahrheit kämpfen, um ihre Lauterkeit zu bewahren und ein größeres Zeugnis für das Königreich Jehovas zu geben.
Die Kubaner zeigen für die gute Botschaft sehr viel Wertschätzung und werden weiterhin mit allen Zeugen Jehovas auf der ganzen Welt ihre Dankbarkeit Jehova Gott gegenüber zum Ausdruck bringen. Sie möchten den Namen Jehovas weit bekanntmachen und die gute Botschaft von seinem Königreich in ihrem Lande predigen.
Bruder Knorr und Bruder Franz waren sehr dankbar, daß sie ihre kubanischen Brüder besuchen konnten und empfanden, daß dieser Kongreß im kubanischen Werk ein großer Schritt vorwärts sei.
ABSCHLUSS
Diese Reise des Präsidenten, die Mexiko, Zentralamerika, einen Teil von Südamerika und einige Karibische Inseln umfaßte, erfreute sein Herz. Vor einigen Jahren besuchte er bereits einige dieser Länder. Viele von ihnen hat er drei- oder viermal besucht, einige zweimal. Wenn er jedoch auf das Jahr 1942 zurücksieht, als noch keine Missionare abgesandt worden waren und in einigen dieser Länder nur wenige Pioniere und einige Halbtagsprediger tätig waren, erwärmt es bestimmt jedermanns Herz, jetzt die großartige Mehrung zu sehen. Die Verkündigerkarte des Jahres 1942 z. B. besagte: Honduras, ein Verkündiger; Kolumbien, zwei Verkündiger; Niederländische Antillen, ein Verkündiger; Nikaragua, zwei Verkündiger; Venezuela, ein Verkündiger.
Während der zwei Monate, die er auf dieser Reise im Jahre 1954/55 unterwegs war, besuchte der Präsident in diesem Gebiet dreizehn Länder. Im Jahre 1942 gab es dort 3005 Verkündiger. Jetzt, dreizehn Jahre später, im Jahre 1955, sind dort 30 363 tätig. Somit haben jene dreizehn Länder in den dreizehn Jahren das Zehnfache an Verkündigern erreicht — einen 900prozentigen Anstieg. Welch eine Mehrung! Das zeigt, daß es sich bezahlt macht, Missionare hinauszusenden. Wenn diese Missionare in ihrem zugeteilten Gebiet hart arbeiten und die ‚anderen Schafe‘ einsammeln, werden diese wiederum gute Prediger, und das Werk mehrt sich über alle Grenzen hinaus. Jehovas Geist ist auf seinem Volk. Jetzt ist die Zeit hier, daß die gute Botschaft vom Königreich in aller Welt zu einem Zeugnis gepredigt wird. Jehovas Zeugen wissen das. Somit drängen sie mit zunehmender Freude mutig voran, nicht nur in dieser Gegend der Erde, sondern überall, indem sie sich in diesen Tagen des „Triumphierenden Königreiches“ sehr glücklich fühlen.
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18. Teil: Als Christen neutral während des zweiten Weltkrieges im britischen StaatenbundDer Wachtturm 1955 | 15. November
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Neuzeitliche Geschichte der Zeugen Jehovas
18. Teil: Als Christen neutral während des zweiten Weltkrieges im britischen Staatenbund
IN DER „Schlacht um England“ — einschließlich seiner Feuerprobe während des Luftkrieges — kamen weniger als ein Dutzend der über 12 000 zählenden Zeugen Jehovas, die damals auf den Britischen Inseln wohnten, ums Leben. Allerdings erlitten im Nazi-Luft-„Blitzkrieg“ viele Zeugen Verletzungen und verloren ihr Heim und ihre Königreichssäle, doch dessenungeachtet setzten sie ihre Art des Dienstes für Jehova, den lebendigen Gott, fort. Sie bewahrten das Predigen von Haus zu Haus auf einem hohen Niveau. Die Zusammenkünfte der Versammlungen mußten auf den Sonntagnachmittag verlegt werden, um die Gefahren nächtlicher Luftangriffe zu vermeiden, doch alle Versammlungen fanden regelmäßig statt. Der große Predigtfeldzug, der selbst in jenen Kriegsjahren weiter betrieben und ausgedehnt wurde, brachte Tausenden ehrlicher Herzen viel Trost und Hoffnung.
Große Zonenversammlungen wurden programmgemäß abgehalten, als ob kein Krieg wäre, und einige Versammlungen fanden selbst während der Luftangriffe statt. Durch einen Nachtangriff wurde die große Free Trade Hall in Manchester zerstört, und dies gleich nachdem Jehovas Zeugen ihren Landeskongreß des Jahres 1940 in jener Stadt beendet hatten. Höchst überraschend war der Kongreß, der in Leicester vom 3.—7. September 1941 stattfand, wo sich etwa 12 000 Zeugen für ein fünftägiges theokratisches Fest in der Gluthitze des Krieges zusammenfanden. Angesichts der unfreundlichen Streitmächte mußten bei jeder neuen Sachlage fast unüberwindliche Hindernisse überwunden werden — in bezug auf Verpflegung, Unterkunft und Transport —, um eine so große Zahl zusammenzuführen. Die Hauptvorträge Richter Rutherfords, die auf Schallplatten anläßlich des Kongresses von St. Louis aufgenommen worden waren, der im Monat zuvor in den Vereinigten Staaten stattgefunden hatte, waren mit Luftpost nach London gesandt worden und kamen gerade rechtzeitig an, damit die Zensoren sie noch für den britischen Kongreß freigeben konnten. Welch geistigen Auftrieb gab doch diese Versammlung! Welch ein Geist der Einheit und liebender Zusammenarbeit trat zutage! Er stärkte alle, die Prüfungen der Kriegsjahre zu ertragena.
Über die Literatursendungen von Brooklyn wurde die Sperre verhängt. Dann folgte ein Kampf um genügend Papier, damit die Gesellschaft bedeutende Druckarbeiten in England ausführen konnte, um den Fluß der Publikationen für den Felddienst in Gang zu halten, da dort eine große Schar emsiger Pioniere viele Tausende bediente, die ihre geistigen Bedürfnisse erkannten. Später wurde die Einfuhr des Watchtower verboten, und er konnte nicht mehr an die Abonnenten auf den Britischen Inseln gesandt werden. Indes war das lokale Drucken einer Schrift, die die Hauptstudienartikel des Watchtower enthielt,
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