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  • Wie betrachtest du fremde Sitten?
    Erwachet! 1972 | 22. Januar
    • sorgen, daß es eine Grundschulausbildung erhält oder daß es mindestens einen Beruf lernt, den Beruf einer Näherin, Verkäuferin oder einen anderen, je nachdem, was für einen Beruf seine Herrin hat. Das Mädchen gehört zur Familie. Es gewöhnt sich daran, Verantwortung zu tragen, und lernt das Kochen sowie einen Haushalt führen. Durch diese Schulung wird es schließlich begehrenswert als Ehefrau.

      Heiratssitten

      In Ghana ist es Sitte, einen Brautpreis zu zahlen. Der Brautpreis ist ganz verschieden, je nachdem, woher die Braut stammt und wie angesehen ihre Familie ist, und je nach ihrer Ausbildung und ihrer Schönheit. Findest du, die Sitte, eine Braut zu kaufen, habe zuviel mit kühler Berechnung zu tun? Nun, sie hat aber auch eine praktische Seite.

      Mit dem Geld wird die Braut ausstaffiert; man kauft dafür eine Küchenausstattung und andere Haushaltwaren, damit das junge Paar einen eigenen Hausstand gründen kann. Der Brautpreis mag auch Kleiderstoff einschließen, so daß sich die Braut nach ihrer Verheiratung gut kleiden kann. Viele Glieder der Großfamilie haben zur Erziehung und Ausbildung des Mädchens beigetragen, und der Bräutigam bekundet seine Dankbarkeit dafür, indem er sie beschenkt. Bis alle diese Vereinbarungen geregelt sind, vergeht eine längere Zeit. Manchmal vergehen Jahre, besonders dann, wenn der Mann nicht vermögend ist und den Brautpreis in Raten zahlen muß.

      Wenn der Hochzeitstag schließlich kommt, wird das Paar in seinem Hochzeitsstaat öffentlich vorgestellt. Personen, mit denen das junge Paar eng befreundet ist, begleiten es in seine neue Wohnung. In den darauffolgenden Tagen besucht es alle, die etwas mit der Hochzeit zu tun gehabt haben, und bedankt sich bei ihnen. Freunde besuchen die jungen Eheleute in ihrer neuen Wohnung, und ganz besonders die Brautjungfer muß jeden Tag nachsehen, wie es dem jungen Paar geht.

      Denkst du jetzt: „O wie schrecklich! Da ist man ja kaum für sich.“? Du magst so denken, wenn du ein Europäer oder Amerikaner bist. Aber wenn in Ghana ein junges Paar auf Hochzeitsreise gehen würde, käme das allen verdächtig vor, und sie würden sich fragen: „Wovor laufen sie denn weg?“ Welche Sitte ziehst du vor?

      Kindergebären und Kinder großziehen

      Es gibt Leute, die den Hauptzweck der Ehe in der Kameradschaft sehen. Die Ghanaer jedoch sehen den Hauptzweck darin, Kinder hervorzubringen. Wenn eine Frau zehn Kinder geboren hat, wird ein Fest gefeiert, bei dem ein Schaf zum Geschenk gemacht wird. Du denkst jetzt vielleicht: „Das Schaf erhält bestimmt die Frau für ihre Schmerzen, die sie bei den zehn Geburten durchgemacht hat.“ Aber dem ist nicht so, sondern das Schaf erhält der Mann, weil er für zehn Kinder gesorgt hat. Nach dem alten Sittensystem bedeuten die Kinder eine Stärkung der mütterlichen Sippe in bezug auf Zahl und Ansehen.

      Einem Ghanaer, der New York besuchte, gefiel es nicht, wie dort die Mütter mit ihren Kindern umgehen. Er sagte: „Viele Frauen schieben ihr Kind in einem Wagen vor sich her und tragen den Hund auf dem Arm.“ In Ghana tragen die Mütter ihr Kind gewöhnlich auf dem Rücken. Das Kind ist auf dem Rücken der Mutter in Sicherheit, die Mutter hat die Hände frei, und das, was zur Beförderung des Kindes gebraucht wird, ist auf ein Minimum beschränkt. Bestimmt teilst du die Meinung, daß diese Sitte ihre Vorzüge hat.

      Ein Ghanaer würde wahrscheinlich auch nicht begreifen, warum amerikanische und europäische Eltern ihren Kindern so viel Spielzeug geben oder warum das Kind seinen eigenen Teller, seinen eigenen Stuhl, ja sogar sein eigenes Zimmer hat. „Wird das Kind nicht behandelt wie ein Erwachsener?“ würde er fragen.

      Das afrikanische Kind dagegen gehört einfach mit zur Familie. Es hat kein eigenes Zimmer, sondern schläft zusammen mit den andern auf einer Matte, und wenn ein Stuhl nicht gerade von einem Erwachsenen benutzt wird, setzt es sich darauf. Es lebt inmitten vieler Angehöriger und ißt aus der gleichen Schüssel wie die Eltern und die Freunde. Es besitzt nur wenige gekaufte Spielsachen, verfertigt aber mit Hilfe seiner Phantasie und Erfindungsgabe eigene Spielsachen. Es wird geliebt und umsorgt, aber nicht verwöhnt. Sehr wahrscheinlich wird es eher lernen, die Erwachsenen zu respektieren, als das amerikanische oder europäische Kind.

      Wenn man fremde Sitten kennenlernt, mag man sie anfänglich merkwürdig oder gar anstößig finden. Aber wenn man sie etwas sorgfältiger und objektiver prüft, stellt man häufig fest, daß sie gewisse Vorzüge haben, ja manchmal gefällt einem die eine oder andere der fremden Sitten besser als die, an die man gewöhnt ist. Hast du diese Erfahrung auch schon gemacht?

      Vom „Awake!“-Korrespondenten in Ghana.

  • Ist Japan wirklich erfolgreich?
    Erwachet! 1972 | 22. Januar
    • Ist Japan wirklich erfolgreich?

      Vom „Awake!“-Korrespondenten in Japan

      IM Sommer des Jahres 1945 lag Japan in Trümmern. Der Abwurf der Atombomben über Hiroshima und Nagasaki bildete den dramatischen Höhepunkt in der Zerstörung seiner Großstädte. Die Nation stand völlig mittellos da.

      Im Jahre 1968, also dreiundzwanzig Jahre später, war Japan jedoch die drittgrößte Industrienation der Welt. Und aufgrund der ungeheuer schnellen wirtschaftlichen Entwicklung Japans prophezeien einige, daß es Japan unter Umständen gelingen werde, die Sowjetunion und die Vereinigten Staaten zu überflügeln und die reichste Nation der Erde zu werden. Wirtschaftlich gesehen ergeht es Japan wirklich sehr gut.

      Beweise der Prosperität

      Japan, das fast völlig verwüstet war, erholte sich unglaublich schnell. Schon Mitte der 1950er Jahre war es die größte Schiffsbaunation. Japanische Werften bauen heute mehr als die Hälfte aller neuen Schiffe der Welt, u. a. auch die größten, die je gebaut wurden!

      Japan ist auch führend im Bau schneller Schienenfahrzeuge. Im Jahre 1964 eröffneten die Japaner die schnellste Eisenbahnlinie der Welt. Zwischen Tokio und Osaka verkehren Schnellzüge, die eine Reisegeschwindigkeit von 200 km/st und eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/st erreichen.

      Einen erstaunlichen Aufschwung hat auch der Kraftfahrzeugbau genommen. Im Jahre 1955 lag Japan unter den größten Autoproduzenten der Welt an achter Stelle, jetzt aber ist es zum zweitgrößten Produzenten aufgestiegen; es kommt direkt nach den Vereinigten Staaten.

      Im Jahre 1955 produzierte Japan weniger als 150 000 Motorfahrzeuge, 1970 dagegen erreichte es die erstaunliche Zahl von fast fünfeinhalb Millionen! Im April

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