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  • Reinheit des Textes bedroht
    Erwachet! 1980 | 8. Januar
    • Ein Beispiel ist der bekannte Bericht aus Johannes 8:1-11, gemäß dem eine Ehebrecherin gesteinigt werden sollte und Jesus gesagt haben soll: „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als erster einen Stein auf sie.“ Im Codex Sinaiticus stand das nicht. Also ließ man in späteren Bibelausgaben diese Stelle weg oder führte sie in einer Fußnote an, um den Text zu läutern. Man fand noch andere Zusätze und ließ auch sie weg (Matth. 17:21; 18:11; Apg. 8:37).

      In anderen Fällen waren Textstellen verfälscht worden, um eine falsche Lehre zu stützen, wie zum Beispiel in 1. Timotheus 3:16. In der Luther-Bibel (Ausgabe 1545) heißt es: „GOtt ist offenbaret im Fleisch“, in der Menge-Bibel (1951) dagegen: „Er, der geoffenbart ist im Fleisch.“ Welch ein Unterschied! Was ist richtig? Wenn ersteres, dann hätte es den Anschein, daß Jesus Gott ist, ganz im Gegensatz zu Schriftstellen, die besagen, er sei Gottes Sohn (Mark. 13:32).

      In älteren Manuskripten hatte das Wort für „Gott“ ([griechische Buchstaben]) Ähnlichkeit mit dem für „der“ oder „welcher“ ([griechische Buchstaben]). In späteren Manuskripten stand gewöhnlich [griechische Buchstaben] oder etwas Gleichbedeutendes. Doch in dem von Tischendorf entdeckten Manuskript steht [griechische Buchstaben], also „der“ oder „welcher“, was sich auf Jesus, nicht auf Gott bezieht. Ein Schreiber hatte den Ausdruck auf „Gott“ abgeändert. Der Codex Alexandrinus aus dem 5. Jahrhundert läßt uns daran zweifeln, ob es sich um einen unabsichtlichen Fehler handelt. Auf den ersten Blick schien es ein [griechische Buchstaben] zu sein, doch bei näherer Untersuchung mit einem Mikroskop stellte sich heraus, daß es ursprünglich [griechische Buchstaben] gelautet haben muß und die beiden Striche nachträglich hinzugefügt wurden. Deshalb steht in neueren Bibelübersetzungen nicht „Gott“, sondern „er, der“ oder „er“.

      Ein weiteres auffallendes Beispiel war in 1. Johannes 5:7 die Wendung „im Himmel: der Vater, das Wort, und der heilige Geist; und diese drei sind e i n s“; (Allioli, 1937). Diese Worte fehlten nicht nur im Codex Sinaiticus, sondern überhaupt in allen griechischen Manuskripten, die vor dem 16. Jahrhundert geschrieben worden waren. Es deutet alles darauf hin, daß ein Manuskript, das man neulich im Trinity College von Dublin (Irland) fand, um 1520 in der Absicht geschrieben wurde, diesen unechten Vers einzufügen. In den meisten neuzeitlichen Bibelübersetzungen ist diese offenkundige Fälschung ausgelassen.

      Eine Unzahl von Zeugnissen

      Es kamen noch ältere Manuskripte zutage, solche, die vor dem 4. Jahrhundert angefertigt worden waren. In Ägypten fand man Bibelabschriften auf Papyrus, von denen einige um Mumien gewickelt waren. Sie wurden sorgfältig wiederhergestellt und ins 3. Jahrhundert datiert. Ein kleines Fragment des Buches Johannes wurde sogar ins Jahr 125 u. Z. datiert. Was ergab sich, als man es mit dem Manuskript aus dem 4. Jahrhundert — also mit unseren heutigen Bibelübersetzungen — verglich? Es stimmt nicht buchstabengetreu damit überein, aber die Botschaft ist dieselbe. Jegliche Fälschung kann leicht aufgespürt werden. Die Botschaft kommt klar zum Tragen.

      Über 5 000 griechische Manuskripte sind eine umfangreiche Hilfe, den Originaltext zu rekonstruieren. Frederic Kenyon, der fast ein Menschenalter mit dem Studium dieser alten Manuskripte verbracht hat, folgerte:

      „Es ist tatsächlich ein schlagender Beweis für die grundlegende Beständigkeit der Überlieferung, wenn man sieht, daß bei all den Tausenden von Abschriften, die aus so vielen verschiedenen Teilen der Erde stammen und den unterschiedlichsten Bedingungen ausgesetzt waren, die Abweichungen im Text fast ausnahmslos Fragen des Details, nicht des wesentlichen Gehalts sind.

      Am Ende ist es beruhigend festzustellen, daß das Gesamtergebnis all dieser Entdeckungen und Forschungen den Beweis für die Echtheit der Hl. Schrift und für unsere Überzeugung erhärtet, daß wir das im wesentlichen unversehrte, wahrhaftige Wort Gottes in Händen haben“ (The Story of the Bible, S. 136, 144).

      Die Bibel hat in doppelter Hinsicht gesiegt. Das Buch als solches und die Reinheit des Textes haben überlebt. Ist es dem Zufall zu verdanken, daß ein Buch, das vor fast zwei Jahrtausenden geschrieben wurde und erbitterten Angriffen ausgesetzt war, heute noch in Tausenden alter Abschriften existiert, von denen einige nur 25 Jahre jünger als das Original sein mögen? Ist das nicht ein schlagender Beweis für die Macht desjenigen, über den gesagt wird: „Das Wort unseres Gottes bleibt für immer bestehen.“ (Jes. 40:8, Die Gute Nachricht)?

      Doch in unserem Bericht über den Daseinskampf der Bibel gibt es noch ein abschließendes Kapitel. Wie ist es diesem Buch, das im Orient „zur Welt kam“, gelungen, weltweit in lebenden Sprachen zu erscheinen? Warum hat Gott dafür gesorgt, daß sein Wort überall erhältlich ist?

  • Ein lebendiges Buch erreicht die Enden der Erde
    Erwachet! 1980 | 8. Januar
    • Ein lebendiges Buch erreicht die Enden der Erde

      ER HATTE Europa erobert und fürchtete niemand. Kein Gegner schien unbesiegbar. Doch nachdem er — Napoleon — die Geschichte der Bibel betrachtet hatte, gab er zu: „Die Bibel ist nicht einfach ein Buch, sondern ein lebendiges Geschöpf mit einer Macht, die alle besiegt, die ihr widerstehen.“

      Sie ist wirklich ein Buch, das sich als unzerstörbar erwiesen hat. Ihr starker Einfluß ist nicht auf ihr Herkunftsland beschränkt. Obschon im Nahen Osten „geboren“, ist die Bibel in ein Land nach dem anderen eingedrungen. Sie hat Hunderte von Sprachen „sprechen gelernt“, um das Herz der Menschen zu erreichen. Doch das ist nicht ohne Schwierigkeiten vor sich gegangen.

      In die Sprachen der Welt übersetzt

      Zwischen dem Ende des 15. und dem des 19. Jahrhunderts erhöhte sich die Zahl der Sprachen, in denen die Bibel „sprach“, von 30 auf 450. Das war keine leichte Aufgabe, denn die Übersetzer hatten es oft mit Sprachen zu tun, die keine Schrift oder einen völlig andersartigen Aufbau hatten. Adoniram Judson, der Übersetzer der birmanischen Bibel, erklärte:

      „Wenn wir in den Buchstaben und Wörtern nicht die geringste Ähnlichkeit mit irgendeiner Sprache entdecken, der wir bereits begegnet sind, und wenn diese Wörter nicht klar voneinander getrennt sind, sondern in ununterbrochenen Zeilen zusammenhängen, so daß ein Satz oder Absatz dem Auge wie ein einziges langes Wort erscheint; wenn wir kein Wörterbuch und keinen Übersetzer haben, um auch nur ein einziges Wort erklärt zu bekommen, und erst einmal die Sprache verstehen müssen, bevor wir uns die Hilfe eines eingeborenen Lehrers zunutze machen können: das kostet Mühe.“

      Aber es gab noch schwierigere Hindernisse.

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