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Das Blut der Unschuldigen rächenDer Wachtturm 1973 | 15. August
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gerechte Vergeltung gewiß sei. Sie weigerten sich nicht nur, auf Jehovas warnenden Rat zu hören, sondern wandten sich gewalttätig gegen seine Propheten und brachten sie grausam zu Tode, wodurch sie die Schuld für das Blut dieser Unschuldigen ihrer Schuld vor Jehova noch hinzufügten. (Jer. 26:2-8) Daher ließ ihnen Jehova folgende Anklage durch Jeremia zukommen: „Auch sind an deinen Rocksäumen die Blutspuren der Seelen unschuldiger Armer gefunden worden. Nicht beim Einbruch habe ich sie gefunden, sondern sie sind auf allen diesen.“ (Jer. 2:34) Und durch Jesaja: „Das Land selbst ist entweiht worden unter seinen Bewohnern, denn sie haben die Gesetze umgangen, die Bestimmung geändert, den Bund von unabsehbarer Dauer gebrochen. Darum hat der Fluch selbst das Land verzehrt, und die es bewohnen, werden für schuldig gehalten. Darum haben sich die Bewohner des Landes an Zahl vermindert, und sehr wenige sterbliche Menschen sind übriggeblieben.“ — Jes. 24:5, 6.
15. Welche Vergeltung brachte Jehova in den Tagen Jeremias über sein Volk Israel, und welche weitere Verantwortlichkeit hatten dessen Nachkommen in den Tagen Jesu in dieser Hinsicht?
15 Jerusalem wurde wegen der vielen Verbrechen, die es gegen Jehova begangen hatte, und wegen seiner Blutschuld im Jahre 607 v. u. Z. zerstört, und nur ein Überrest blieb unverurteilt. Aber trotz dieses furchtbaren Vergeltungsaktes Jehovas konnten die falschen religiösen Führer der Tage Jesu ebensowenig ihre eigene Blutschuld in Abrede stellen wie die religiösen Führer der Zeit Jeremias, denn in beiden Fällen waren ihre Rocksäume vom Blute der treuen Diener Jehovas so rot wie Scharlach, und das schloß selbst das Blut seines eigenen geliebten Sohnes ein. — Matth. 23:33-36; 27:24, 25; Luk. 11:49-51.
16. Welche Stellung haben heute die Nationen in der Frage der Heiligkeit des Lebens eingenommen, und was sollte unser Standpunkt sein?
16 Heute hat nun die Blutschuld aller Nationen der Erde ihr volles Maß erreicht. So groß ist die Blutschuld der „Hure“, Babylons der Großen, des Weltreiches der falschen Religion, daß von ihr gesagt wird, sie sei trunken vom Blute des Volkes Jehovas. (Offb. 17:5, 6; 18:24) Irgendwann wird es nun an der Zeit sein, daß Jehovas Bluträcher zum Schlag ausholt, und wehe irgendeinem, der in Verbindung mit ihr gefaßt wird! (Offb. 18:4) Solche Blutschuldigen „werden nicht die Hälfte ihrer Tage erleben“, wie David sagte. (Ps. 55:23) Wir sollten ernstlich mit dem Psalmisten beten: „Befreie mich von Blutschuld, o Gott, du Gott meiner Rettung“ und: „Von Menschen, die mit Blutschuld beladen sind, errette mich.“ (Ps. 51:14; 59:2) Dann, in ganz naher Zukunft, wenn der mächtige Chorgesang der Lobpreisung im Himmel zu Jehova aufsteigt, weil die letzten Spuren Babylons der Großen vernichtet sein werden und das Blut aller Unschuldigen gerächt sein wird, werden sich unsere Stimmen mit denen aller auf Erden vereinen, die dem Schwert der Vergeltung des Rächers Jehovas entronnen sind. — Offb. 19:1, 2, 15, 21.
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Die Zufluchtsstadt zu verlassen bedeutet den Verlust des LebensDer Wachtturm 1973 | 15. August
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Die Zufluchtsstadt zu verlassen bedeutet den Verlust des Lebens
1. In welcher Lage ist die Christenheit gleich den Juden der Tage Jesu?
SCHWER lastet heute Blutschuld auf der Christenheit und auf der ganzen Welt. Viele aufrichtige Menschen, die nicht selbst jemand getötet oder sich direkt an Kriegen beteiligt haben, sind sich nicht bewußt, daß sie persönlich mitschuldig sind. Dessenungeachtet müssen sie diese Verantwortung mit denen tragen, die in der Prophezeiung als solche dargestellt werden, die unschuldiges Blut vergossen haben. Die Christenheit ist heute in der gleichen Lage wie die Juden der Tage Jesu, zu denen Jesus sagte: „Siehe, ich sende Propheten und Weise und öffentliche Unterweiser zu euch. Einige von ihnen werdet ihr töten und an den Pfahl bringen, und einige von ihnen werdet ihr in euren Synagogen geißeln und von Stadt zu Stadt verfolgen, damit alles gerechte Blut über euch komme, das auf der Erde vergossen worden ist, vom Blut des gerechten Abel an bis zum Blut Sacharjas, des Sohnes Barachias, den ihr zwischen dem Heiligtum und dem Altar ermordet habt. Wahrlich, ich sage euch: Dies alles wird über diese Generation kommen. Jerusalem, Jerusalem, die da tötet die Propheten und steinigt, die zu ihr gesandt sind.“ — Matth. 23:34-37.
2. Woraus ergab sich Jerusalems blutbefleckter Geschichtsbericht, und welche Vergeltung erhielt Jerusalem?
2 Jerusalems blutbefleckter Geschichtsbericht ergab sich nicht daraus, daß es nach dem Befehl Jehovas Gottes an theokratischer Kriegführung teilgenommen, sondern weil es unschuldiges Blut vergossen und willentlich viele Propheten Gottes getötet hatte, selbst Jesus, den Sohn Gottes, der in dieser Stadt zum Tode verurteilt wurde. Das wurde nicht in Unschuld getan, denn siebenhundert Jahre zuvor, in den Tagen Jeremias, enthüllte Jehova Jerusalems Blutschuld, als er durch seinen Propheten die Worte sprach: „Auch sind an deinen Rocksäumen die Blutspuren der Seelen unschuldiger Armer gefunden worden. Nicht beim Einbruch habe ich sie gefunden, sondern sie sind auf allen diesen. Aber du sprichst: ,Ich bin unschuldig geblieben. Gewiß hat sich sein Zorn von mir abgewandt.‘ Siehe, ich trete in einen Rechtsstreit mit dir ein, weil du sprichst: ,Ich habe nicht gesündigt.‘“ (Jer. 2:34, 35) Indem Jehova direkt nach diesen Worten handelte, brachte er im Jahre 607 v. u. Z. seinen Zorn über die Stadt Jerusalem wegen ihres mutwilligen Blutvergießens zum Ausdruck, und seine babylonischen Urteilsvollstrecker schütteten während einer entsetzlichen Zeit der Zerstörung ihr Blut auf den Erdboden. Ebenso kam es in Erfüllung der Worte Jesu in Jerusalem zu einem weiteren Blutbad, und ehe es im Sommer des Jahres 70 u. Z. zu Ende war, waren 1 100 000 Menschen innerhalb der belagerten Stadt umgekommen.
BLUTSCHULD DURCH GEMEINSAME VERANTWORTUNG
3. Warum kamen viele um, die am Töten nicht direkt beteiligt gewesen waren?
3 Mögen sich besonders die Menschen in der Christenheit dieses warnende Beispiel zu Herzen nehmen! Nicht alle Juden, die von den Babyloniern oder den Römern getötet wurden, waren direkt am Töten der Propheten Gottes oder sonstwie am Töten von Menschen beteiligt gewesen, dennoch kamen sie mit denen um, die willentlich unschuldiges Blut vergossen hatten. Warum? Weil sie die Handlungsweise und die Traditionen des Judentums stützten und so an der Gemeinschaftsverantwortung für dessen Blutschuld teilhatten.
4. Warum kann Jehova die Geschichte der Christenheit nicht übersehen?
4 Die Christenheit ist tatsächlich ein neuzeitliches Gegenstück Jerusalems und seines Gebietes Juda. Die Geschichte der Christenheit ist vor Gott mit Blut befleckt worden, das ungerechterweise von ihrem Anfang an, nämlich von den Tagen Konstantins im vierten Jahrhundert an, vergossen wurde. Dieser Geschichtsbericht kann nicht unbeachtet bleiben, denn Jehova, der sich nicht verändert, sagte zu Noah: „[Ich werde] euer Blut, das eurer Seelen, zurückfordern. Von der Hand jedes lebenden Geschöpfes werde ich es zurückfordern; und von der Hand des Menschen, von der Hand eines jeden, der sein Bruder ist, werde ich die Seele des Menschen zurückfordern. Wer irgend Menschenblut vergießt, dessen eigenes Blut wird durch Menschen vergossen werden, denn im Bilde Gottes hat er den Menschen gemacht.“ — 1. Mose 9:5, 6.
5. (a) Durch welche Taten der Christenheit ergibt sich ihre Geschichte, und warum kann sie nicht gerechtfertigt werden? (b) Wer hat an der Verantwortung für die Blutschuld der Christenheit teil?
5 Durch Hunderte von Kriegen, die die Christenheit geführt hat, und durch die religiöse Inquisition und die Kreuzzüge vor dem Jahre 1914 sind unzählige Hunderttausende arglose Menschen ums Leben gebracht worden; und durch die zwei Weltkriege, die seit dem Jahre 1914 geführt worden sind und für die die Christenheit hinsichtlich der Millionen und aber Millionen ums Leben Gebrachter die Hauptverantwortung tragen muß, hat sich eine furchtbare Blutschuld aufgehäuft, die sie dem Bunde Gottes hinsichtlich des Blutes gemäß zu begleichen hat. Von diesen Kriegen kann nicht behauptet werden, es seien theokratische Kriege gewesen, die in Gottes Namen ausgefochten worden seien, obwohl Priester und Geistliche auf beiden Seiten in diesen Streitigkeiten, die in der Christenheit ausgefochten wurden, deren Teilnehmern Segen gespendet haben. Das hat niemand ermächtigt, seinen Mitmenschen zu töten, ohne vor Jehova Gott blutschuldig dazustehen. Indem jemand den Segen eines solchen Priesters oder Geistlichen empfing, kam er nicht etwa in die „Zufluchtsstadt“ Jesu Christi, des Hohenpriesters Jehovas. Obwohl viele Menschen in religiösem oder patriotischem Eifer aufrichtig kämpften, hat die Anrufung des Namens Gottes in solchen Kriegen die Teilnehmer doch nicht von Blutschuld befreit. Außerdem kommen Personen, die diejenigen, welche direkt Blut vergießen oder sich mit Propaganda und Bewegungen befassen, die zum Vergießen unschuldigen Blutes führen, gutheißen, unterstützen oder ihnen helfen, als Partner des Verbrechens ebenfalls unter eine Gemeinschaftsverantwortung und müssen vor Gott, dem Richter, stehen, der solche Blutschuld nicht ungestraft lassen kann noch wird durchgehen lassen.
6. Welcher weiteren Handlungsweise hat sich die Christenheit schuldig gemacht, und wird sie dafür der Strafe entgehen?
6 Von weit ernsterer Natur jedoch ist die Blutschuld, die die Christenheit dadurch auf sich geladen hat, daß sie vielen wahren Dienern Gottes das Leben nahm. Babylon die Große, das Weltreich der falschen Religion, dessen dominierender Teil die Christenheit ist, wird in dem Buch der Offenbarung als „trunken ... vom Blute der Heiligen und vom Blute der Zeugen Jesu“ beschrieben. (Offb. 17:6) Ebenso sicher, wie die Christenheit verfehlt hat, die Warnung Jehovas zu beachten, wird Jehovas Gericht bald so an ihr vollzogen werden, wie es an ihrem Vorbild, an Jerusalem und Juda, im Jahre 607 v. u. Z. und im Jahre 70 u. Z. vollzogen wurde. Jedermann, der dann Verbindung mit ihr hat, wird mitschuldig sein und wird auch an ihrer Vernichtung teilhaben. — Offb. 18:4.
WIE MAN IN DIE HEUTIGE ZUFLUCHTSSTADT FLIEHEN KANN
7. Wann wird Jehovas Bluträcher zum Schlag ausholen, und wo nur ist Zuflucht zu finden?
7 Jehova hat in seiner Barmherzigkeit seinen Bluträcher, den Herrn Jesus Christus, davon zurückgehalten, mit seinen Engelheerscharen zum Schlag gegen die Christenheit und gegen alle diejenigen auszuholen, die an ihrer Blutschuld teilhaben, doch bald wird die Frist abgelaufen sein. (Offb. 7:1-3) In der kommenden „großen Drangsal“ wird der Rächer des Menschenblutes losschlagen. „Denn siehe! Jehova kommt hervor aus seiner Stätte, um das Vergehen des Bewohners der Erde wider ihn zur Rechenschaft zu ziehen und die Erde wird gewißlich ihr Blutvergießen enthüllen und wird nicht mehr ihre Getöteten zudecken.“ (Jes. 26:21; Matth. 24:21, 22) Wenn diese Zeit der Entscheidung kommt, wird die ganze Menschheit für ihre gemeinsame Verantwortung zur Rechenschaft gezogen werden, und dies in größerem Ausmaß, als Jerusalem und das Judentum es je erlebten. Alle, die den Ort der Sicherheit nicht aufgesucht haben, werden gezwungen sein, die Strafe zu zahlen. Für alle Zeiten muß die Erde von dem Blut der ungerechterweise Erschlagenen gereinigt werden. Es muß eine Sühnung erfolgen, damit die Bestimmungen des Bundes hinsichtlich der Heiligkeit des Blutes, der mit Noah gemacht wurde, eingehalten werden. Die einzige Möglichkeit zur Flucht in die Sicherheit besteht darin, den Weg zu finden, der in Jehovas gegenbildliche Zufluchtsstadt führt. Darin muß man bis zu dem Tage bleiben, da Jehovas Grimm vorüber ist, und muß weiterhin unter dem Segen des großen Hohenpriesters Jehovas, Jesu Christi, darin wohnen. Was ist denn die gegenbildliche Zufluchtsstadt?
8. Was ist die gegenbildliche Zufluchtsstadt, und wie gelangt man in diese Stadt?
8 Im alten Israel mußte der Totschläger in
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