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  • Zwistigkeiten erschüttern die argentinische Kirche
    Erwachet! 1971 | 8. Juni
    • Die Zeitschrift Analisis schrieb: „Offenbar hat die Beteiligung militanter Katholiken an der Ermordung Aramburus und der Umstand, daß man einen Zusammenhang zwischen Priestern und Terroristen-Umtrieben vermutet, die Zwistigkeiten in der Kirche vergrößert.“

      Der ehemalige Präsident Aramburu wurde am 29. Mai 1970 entführt, aber seine Leiche wurde erst am 16. Juli gefunden. Sein Verschwinden und die Frage nach seinem Aufenthaltsort hatte in jener Zeit im Land zu vielen Intrigen Anlaß gegeben und Unruhe verursacht. Die „Bewegung für die Dritte Welt“ wurde beschuldigt, mit den Mördern Aramburus verbunden zu sein.

      Der Funke flog ins Pulverfaß, als die Priester Hernán Benítez und Carlos Mujica an der Beerdigung der beiden Männer teilnahmen, die im Verdacht standen, Aramburu getötet zu haben, und die bei Schießereien mit der Polizei tödlich verletzt worden waren. Bei der Beerdigung äußerten die Priester sich wohlwollend über die beiden Männer. Mujica nannte sie „meine Brüder“, stellte sie der Jugend als Beispiel hin und sagte, sie sollte sie sich bei ihrem Kampf um „eine gerechte Gesellschaftsordnung“ zum Vorbild nehmen. Zwei weitere Priester nahmen an der Beerdigung teil.

      Darauf wurden die beiden Priester Benítez und Mujica verhaftet und angeklagt, staatsfeindliche Lehren zu verbreiten und politische Verbrechen zu verherrlichen. Später wurden sie aus Mangel an Beweisen wieder aus der Haft entlassen. Aber in der Tageszeitung La Prensa erschien ein scharfer Leitartikel, in dem es u. a. hieß: „Wer sagt, Personen, die im Verdacht stehen, Menschenraub begangen und gemordet zu haben, ... hätten ein Opfer gebracht, das die Jugend sich zum Vorbild nehmen sollte, hetzt das Volk zu Gewaltakten und zu Verbrechen auf und stellt verabscheuungswürdige Handlungen als notwendig und verdienstlich hin. Diese gefährliche Hetze ist nichts anderes als ein Entschuldigen oder Verherrlichen von Verbrechen.“ Ferner hieß es in diesem Artikel: „Man fällt von einer Überraschung in die andere, wenn man erfährt, daß es sich bei den Personen, die das Verbrechen verherrlichen, um Geistliche handelt, deren Aufgabe eigentlich darin besteht, den Menschen zum inneren Frieden zu verhelfen, ihnen einzuschärfen, was recht ist, und sie zu lehren, ihren Nächsten zu lieben.“

      Manch einer war geneigt, die „Bewegung für die Dritte Welt“ mit dem Hinweis zu verteidigen, man sollte sie nicht nach der Handlungsweise einiger ihrer Mitglieder beurteilen; etliche dagegen standen auf dem Standpunkt, daß es schwierig sei, anders zu urteilen. Warum? Weil der Hauptsprecher und andere Priester keinen Hehl aus ihrer Verbindung mit einer Guerilla-Organisation machen, die stolz erklärt hat, sie sei für kaltblütige Morde verantwortlich.

      Alles das hat bewirkt, daß es in der argentinischen Kirche zu einer Krise gekommen ist. Die Geistlichen haben sich in zwei Lager gespalten. Monsignore Aramburu hat das zugegeben, denn in einem Brief an die Geistlichkeit des Landes schrieb er: „Es ist weder vernünftig noch angebracht, im Innern eines Hauses an den Mauern zu rütteln, wenn schon von außen daran gerüttelt wird ..., so daß es einzustürzen droht.“ Damit wollte er sagen, daß viele Kräfte von außen an der Kirche rüttelten, aber es würden auch starke Kräfte innerhalb der Kirche daran rütteln und sie bis in ihre Fundamente erschüttern.

      Die Regierung versuchte, den Episkopat zu veranlassen, die Rebellenpriester der „Bewegung für die Dritte Welt“ zu bestrafen und zu suspendieren, doch er war offenbar nicht bereit dazu mit der Begründung, dadurch würde die Kirche gespalten. Aber offensichtlich ist sie das bereits.

      Die Reaktion der argentinischen Bevölkerung

      Wie reagiert der Durchschnittskatholik in Argentinien auf all das?

      Schon vor der gegenwärtigen Krise haben sich viele Katholiken von der Geistlichkeit losgesagt. Jetzt wächst die Zahl der Katholiken ständig, die mit den Geistlichen nichts mehr zu tun haben möchten. Einige sagen: „Ich bin katholisch, aber auf meine Art.“ Andere erklären: „Ich bin katholisch, aber ich finde, man kann das sein, ohne zur Kirche zu gehen.“ Wieder andere sagen: „Ich bin katholisch, möchte aber mit den Priestern nichts zu tun haben.“

      Eine Frau, die von Jehovas Zeugen besucht wurde, sagte: „Ich bin sehr aufgebracht über die Kirche. Wir sind schon immer eine katholische Familie gewesen. Meine Mutter kam auf mysteriöse Weise ums Leben; wir konnten die Ursache ihres Todes nie einwandfrei ermitteln. Deshalb war kein Priester bereit, sie zu beerdigen, obschon sie eine unbescholtene Person gewesen war. Doch zwei prominente Priester nahmen an der Beerdigung von zwei Terroristen teil und bezeichneten sie als Vorbilder für die Jugend. Jetzt habe ich mir vorgenommen, keinen Schritt mehr in die katholische Kirche zu tun.“

      Diese Frau hat eine Tante, die Nonne ist. Diese Nonne, bereits in vorgeschrittenem Alter, sagte zu ihrer Nichte, sie sei „sehr betrübt wegen der Einstellung, die das Volk gegenüber der Geistlichkeit“ bekunde. Sie ist auch der Meinung, der Antiklerikalismus habe sich in den vergangenen Jahren verschlimmert und äußere sich sogar in Kleinigkeiten. Jetzt komme es zum Beispiel oft vor, daß sie in einem öffentlichen Transportmittel stehen müsse. Niemand stehe auf und lasse sie sitzen, weil sie eine Frau sei, weil sie schon älter oder weil sie eine Nonne sei, während es vor einigen Jahren noch kaum vorgekommen sei, daß eine Nonne habe stehen müssen. Sie klagte auch: „Es wird allmählich unerträglich, mit dem katholischen Klerus identifiziert zu werden.“

      Natürlich gehen in Argentinien immer noch viele Leute in die Kirche und unterstützen sie auch. Aber die Zahl derer, die das nicht mehr tun, wird stets größer. Und immer mehr Katholiken sind bereit, mit Jehovas Zeugen, die sie in Verbindung mit ihrem biblischen Erziehungswerk besuchen, über die Bibel zu sprechen. Viele hören jetzt aufmerksam zu, und der unentgeltliche Bibelkursus, den Jehovas Zeugen als Dienst an der Öffentlichkeit in der Wohnung dieser Personen durchführen, macht ihnen Freude.

      Die katholische Kirche in Argentinien ist zweifellos in großer Bedrängnis. Das widerspiegelt die weltweiten Probleme, die die Kirche hat. Überall werden ihre Lehren, ihre Organisationsmethoden und ihre Einstellung gegenüber politischen und sozialen Fragen angegriffen. Nicht nur von außen wird an der Kirche gerüttelt, von Nichtkatholiken, sondern auch von innen, vom eigenen Klerus und vom eigenen Volk.

  • Zuviel essen kann zu Krankheit führen
    Erwachet! 1971 | 8. Juni
    • Zuviel essen kann zu Krankheit führen

      ● In dem Kochbuch The Wise Encyclopedia of Cookery finden wir folgende Hinweise über die Auswirkung des zu vielen und zu üppigen Essens: „Wenn man einmal oder zweimal zuviel oder zu üppig ißt, so hat das noch keine ernsten Folgen, aber wenn man das immer wieder tut, stellen sich Übel ein, die direkt auf ein Überladen des Verdauungskanals zurückzuführen sind. Man kann von jeder Speise nur eine gewisse Menge in einem bestimmten Zeitraum verdauen. Alles, was über diese Menge hinausgeht, mag zersetzt oder unverdaut ausgeschieden werden, und zwar sowohl Stärke als auch Fett, Zucker und Eiweiß. Wird jedoch diese überschüssige Menge absorbiert, dann wird das Blut überlastet, und die Ausscheidungsorgane werden überfordert.

      Die Unfähigkeit, nach einem üppigen Mahl richtig zu singen, wird oft einem vorübergehenden Blutandrang in die Stimmbänder zugeschrieben. Während das bei der undeutlichen Sprache von Alkoholikern zu beobachten ist, läßt sich die Schwierigkeit beim Singen, hervorgerufen durch zuviel Essen, hauptsächlich auf die Unfähigkeit zurückführen, die Bewegungen des Zwerchfells und andere an der Atmung beteiligte Muskeln zu steuern, wenn der Magen zu sehr ausgeweitet ist. Überessen ... ist der häufigste Ernährungsfehler, und wenn man die Folgen in Betracht zieht, kann man mit Sicherheit sagen, daß durch diese Unsitte mehr Krankheiten Tür und Tor geöffnet wird als durch zuviel Trinken.“

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