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Mein Lebensziel verfolgendDer Wachtturm 1958 | 1. August
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Ich war willens gewesen, bis Harmagedon in Australien zu bleiben. Aber nur etwas mehr als zwei Jahre hatte ich in diesem Lande verbracht, und schon bot sich mir die Gelegenheit, nach New York zurückzukehren, ja eine Reise rund um die Welt zu machen! Diese wickelte sich in zehn Wochen ab. Wie klein kam mir die Erde nun vor!
Der Kongreß im Yankee-Stadion gereichte allen, die ihn besuchten, zur Erquickung und Ermutigung. Ich erhielt dadurch eine Gelegenheit, alle meine alten Freunde wiederzusehen. Dann erlebte ich das eigentümliche Gefühl, die Heimkehr nach Australien anzutreten.
Drei weitere Jahre vergingen. Die Zahl der Verkündiger nahm immer mehr zu, eine größere Reife machte sich unter Jehovas Volk bemerkbar, und die Freude, im Vollzeitdienst zu stehen, begeisterte mich fortwährend. Dann tauchte im Jahre 1953 ein weiterer Kongreß im Yankee-Stadion auf. Welche Freude! Denn mit dieser Ankündigung kam für mich eine zweite Gelegenheit, nach Amerika zurückzukehren.
Eine weitere zehnwöchige Zeit besonderer Freude folgte, während der ich mich der Gemeinschaft mit der Neuen-Welt-Gesellschaft erfreute. Und noch mehr erfüllte mich dann der Gedanke, wieder heimkehren zu können. Ich fühlte mich wohl, zurück zu sein und mich von neuem in diesem Lande auf der anderen Seite der Erdkugel niederzulassen, um mich mit dem Werke Jehovas zu befassen.
Es liegen nun nahezu 17 Jahre Vollzeitdienst hinter mir. Das sind die besten, die glücklichsten Jahre meines Lebens gewesen, Jahre, in denen ich mehr heimatliche Stätten, mehr Kleidung, mehr Freunde hatte als je zuvor. Wie weise war es doch gewesen, die Verheißung, die der Herr in Matthäus 6:33 gegeben hat, zu beachten! Wie vernünftig, der Führung des Herrn zu folgen, die er durch seine Organisation kundwerden ließ. Wie danke ich Jehova, daß ich den Pionierdienst zu meinem Lebensziel gemacht habe!
Heute, nach nahezu zehn Jahren Aufenthalt in Australien, ist dieses Land tatsächlich meine Heimat geworden. So ist es also von wenig Belang, wo wir dienen. Die Brüder sind dieselben, denn derselbe Geist wirkt auf sie ein. Die Bräuche und Gewohnheiten mögen voneinander verschieden sein, aber wer seine Denkweise ändert, stets der Führung Jehovas folgt und irgendwelche Dienstaufgabe annimmt, die Jehova als geeignet erachten mag, der empfängt Freude, Glück, Zufriedenheit und unzählige Freunde, Dinge, die uns nur daraus erwachsen, daß wir ein großartiges Ziel im Leben verfolgen — den Pionierdienst!
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„Eine völlig vernichtende Anklage“Der Wachtturm 1958 | 1. August
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„Eine völlig vernichtende Anklage“
Dr. John Knox, Professor für religiöse Literatur an dem Union Theological Seminary, äußerte sich vor einiger Zeit über die Religion der Christenheit wie folgt: „Eine Journalistin, die für eines unserer nationalen Magazine schreibt, erwähnte vor einigen Jahren, daß sie sich am Anfang ihrer Laufbahn von der Kirche abgewandt habe, weil sie den Eindruck hatte, daß diese weder mit dem ersten noch mit dem zwanzigsten Jahrhundert genügend Berührungspunkte hatte, um von Bedeutung zu sein … Ich habe die scharfe einleitende Bemerkung, mit der sie die Kirche so entschieden ablehnte, nicht vergessen. Kann jemand leugnen, daß ihre Anklage der Wahrheit entspricht? Und wer wollte bestreiten, daß sie, sofern sie wahr ist, eine völlig vernichtende Anklage ist? Gewiß dürfen wir, wie Kritiker sagen mögen, mit Recht erwarten, daß zwischen der Kirche und der Wirklichkeit gewisse Berührungspunkte bestehen, wenn nicht mit unserem Jahrhundert, so doch mindestens mit dem ersten, wenn nicht mit dem ersten, dann auf alle Fälle mit dem zwanzigsten. Oder formulieren wir die Frage vom christlichen Standpunkt aus: Was könnten wir zur Rechtfertigung eines Christentums sagen, das unecht und bedeutungslos ist?“ — Union Seminary Quarterly Review, November 1953.
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