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Die heutige Lage der ReligionErwachet! 1974 | 22. Januar
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die in den Augen Gottes gesetzlos handelt? Vielleicht wendest du jetzt ein: „Aber bestimmt betrachtet Gott keine Religionsgemeinschaft so.“
Doch das tut er. Ein Beispiel dafür ist die jüdische Religion im ersten Jahrhundert, deren Anhänger vorgaben, Gottes Willen zu tun, sich in Wirklichkeit aber nicht darum kümmerten, sondern ihre eigenen Auffassungen dem Worte Gottes vorzogen (Matth. 15:1-9, 12-14). Jesus Christus, der Sohn Gottes, sagte zu den damaligen religiösen Führern: „Seht! Euer Haus wird euch verödet überlassen.“ „Das Königreich Gottes wird von euch genommen.“ Und genau das geschah. Das ganze jüdische Religionssystem wurde von Gott verworfen. Das hatte zur Folge, daß diese Religion nicht allmählich ausstarb, sondern (im Jahre 70 u. Z.) gewaltsam beseitigt wurde — Tempel, Priester und die Anhänger dieser Religion wurden, wie der Sohn Gottes es vorausgesagt hatte, vernichtet (Matth. 23:38; 21:43; Luk. 19:41-44).
Wie steht es mit der Religion, der du anhängst? Wie ist ihr Verhältnis zu Gott? Es gibt eine Möglichkeit, das herauszufinden.
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Das Werk, das die wahre Religion kennzeichnetErwachet! 1974 | 22. Januar
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Das Werk, das die wahre Religion kennzeichnet
DIE Religion, die von Gott anerkannt wird, entspricht seinen Forderungen, und ihre Verfechter verrichten das ihnen von Gott aufgetragene Werk. Eine Religion, die diesem Maßstab nicht entspricht, kann nicht als die wahre Religion gelten.
Worin besteht das Werk, das die Verfechter der wahren Religion verrichten sollten?
Zu den Pflichten, die mit diesem Werk verbunden sind, gehört der Auftrag, den Jesus Christus, der Sohn Gottes, seinen Nachfolgern gegeben hat: „Geht daher hin und macht Jünger aus Menschen aller Nationen ... und lehrt sie.“ Jesus ließ sie auch nicht im Zweifel darüber, was sie predigen sollten, denn er sagte: „Diese gute Botschaft vom Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis“ (Matth. 28:19, 20; 24:14). Die Menschen, die die Religion, „die vom Standpunkt unseres Gottes und Vaters aus rein und unbefleckt ist“, pflegen und dieses Werk verrichten, müssen „sich selbst von der Welt ohne Flecken“ bewahren; sie dürfen nicht den Geist der Welt haben und sich nicht in ihre politischen Angelegenheiten einmischen (Jak. 1:27).
Handeln die Kirchen so? In einer Schrift, herausgegeben von dem Ausschuß für die Auslandsmission des brasilianischen Baptistenkongresses, deren Inhalt gut auf die Religionsgemeinschaften dieser Welt paßt, wird folgendes zugegeben:
„Als Jesus seine Jünger verließ ..., gab er ihnen nur einen Auftrag — den Auftrag, die Welt zu evangelisieren. ... Aber wir tun alles andere, nur nicht das, was Jesus uns aufgetragen hat. ... Wir haben das Evangelium nicht in der ganzen Welt verkündigt. Wir haben seinen Auftrag nicht ausgeführt.“
Viele Personen erkennen, daß die Kirchen versäumt haben, das „Evangelium“ in der ganzen Welt zu predigen. Als der Sozialhistoriker Will Herberg vor kurzem gefragt wurde, ob die Kirchen die Bedürfnisse der Menschen stillen würden, entgegnete er: „Ich glaube, daß die meisten Kirchen das nie getan haben, das heißt, daß sie ihren eigentlichen Daseinszweck — das Evangelium zu predigen — nicht erfüllt haben“ (U.S. News & World Report, 4. Juni 1973).
Warum haben die Kirchen das Werk, das
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