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Das Kreuz ist heidnischen UrsprungsDer Wachtturm 1968 | 1. Mai
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Das Kreuz ist heidnischen Ursprungs
DAS Kreuz, das du auf dem Turm oder auf dem Altar der Kirche in deiner Nähe siehst oder das viele deiner Nachbarinnen als Anhänger tragen, ist in Wirklichkeit ein heidnisches religiöses Symbol. Es wurde in der ganzen heidnischen Welt schon lange vor dem Aufkommen des Christentums verehrt. Das wird, wie wir noch sehen werden, von vielen namhaften Kirchenschriftstellern und Geschichtsschreibern bestätigt.
In der Catholic Encyclopedia (Ausgabe 1908, Band 4, Seite 517) heißt es: „Das Kreuzzeichen, in seiner einfachsten Form durch zwei sich im rechten Winkel schneidende Linien dargestellt, ist im Osten und im Westen lange vor der Einführung des Christentums bekannt gewesen. Es ist uralt.“ W. D. Killen, ein Geistlicher, stimmt hiermit überein, denn auf Seite 316 seines Buches The Ancient Church (Die Kirche im Altertum) heißt es: „Die Verehrung des Kreuzes in Ägypten und Syrien ist uralt; auch die Buddhisten des Ostens hielten es in Ehren, aber noch außergewöhnlicher ist folgendes: Als die Spanier das erste Mal nach Amerika kamen, wurde das wohlbekannte Zeichen unter den Gegenständen der Anbetung in den Götzentempeln des Anahuac gefunden. Es ist auch bemerkenswert, daß die Heiden um den Beginn unseres Zeitalters bei den Feiern einiger ihrer Mysterien das Zeichen des Kreuzes auf die Stirn zu machen pflegten.“
Ist dir, sofern du einer Kirche der Christenheit angehörst, von deiner Kirche je gesagt worden, daß das Kreuz ein heidnisches Symbol ist? Wenn nicht, dann hat sie dir die Wahrheit vorenthalten. Sie hat dich veranlaßt, etwas zu verehren, was zugegebenermaßen ein heidnisches Symbol ist. „Haben aber die ersten Christen das Kreuz nicht als Symbol des Christentums betrachtet?“ magst du sagen. Nein, das haben sie nicht getan. Erst um die Mitte des dritten Jahrhunderts unserer Zeitrechnung haben angebliche Christen das Kreuz zu verwenden begonnen. In dem Werk An Expository Dictionary of New Testament Words (Ein erklärendes Wörterbuch zum Neuen Testament) von W. E. Vine heißt es auf Seite 256 des ersten Bandes: „Mitte des dritten Jahrhunderts n. Chr. waren die Kirchen von gewissen Lehren des christlichen Glaubens bereits abgewichen oder hatten sie abgeändert. Um das Ansehen des abtrünnigen Kirchensystems zu heben, wurden Heiden, ohne die Wiedergeburt durch Glauben erlebt zu haben, in die Kirchen aufgenommen, und man gestattete ihnen, ihre heidnischen Zeichen und Symbole größtenteils beizubehalten. Deshalb wurde das Tau oder T in seiner häufigsten Form, mit dem unterhalb des oberen Pfahlendes eingefügten Querbalken, als Sinnbild des Kreuzes Christi angenommen.“
Anfang des dritten Jahrhunderts zeigte Minucius Felix, wie die ersten Christen damals zum Kreuz eingestellt waren, indem er in seinem Dialog Octavius an die Heiden folgendes schrieb: „Auch Kreuze beten wir nicht an und wünschen sie nicht. Ihr allerdings, die ihr hölzerne Götter weiht, betet vielleicht hölzerne Kreuze an als Bestandteile eurer Götter ... Eure Siegeszeichen haben nicht bloß die Gestalt eines einfachen Kreuzes, sondern erinnern auch an einen Gekreuzigten.“ (Bibliothek der Kirchenväter, Seite 188) Wahre Christen haben das Kreuz nie verehrt und es auch nie als Symbol des wahren Christentums betrachtet.
Oft hört man sagen, die Kirchen würden das Kreuz verwenden, weil Christus an einem Kreuz gestorben sei. Das behauptet man zwar von kirchlicher Seite, aber es stimmt nicht. Das bestätigte auch ein Artikel in einer evangelisch-lutherischen Kirchenzeitung, in dem zugegeben wurde, daß man nicht mit Sicherheit sagen könne, daß Christus an einem Kreuz gestorben sei. Es hieß darin unter anderem: „Ob das Kreuz auf Golgatha einen Querbalken hatte oder nicht, ob es nur ein gewöhnlicher Pfahl war oder ob es die T-Form oder einen Querbalken hatte, der unter dem oberen Pfahlende eingefügt war, läßt sich heute kaum noch feststellen.“
Daß das Wort „Kreuz“ in vielen deutschen Bibelübersetzungen vorkommt, ist kein Beweis dafür, daß das Hinrichtungswerkzeug, an dem Christus starb, die von den Kirchen angenommene Form hatte. Das Wort „Kreuz“ bezeichnet eine Anzahl verschieden geformter Körper. Da ist zum Beispiel der einfache aufrechtstehende Pfahl, den man in der lateinischen Sprache crux simplex nannte; die crux commissa hatte die Form von einem „T“; die crux decussata glich einem „X“, und die crux immissa sah aus wie ein „T“, bei dem aber der Querbalken etwas tiefer gesetzt war. Welche dieser Formen ist nun gemeint, wenn in den von den Kirchen veröffentlichten Bibelübersetzungen das deutsche Wort „Kreuz“ gebraucht wird?
Unter dem griechischen Wort stauros’, das kirchliche Übersetzer mit dem deutschen Wort „Kreuz“ wiedergegeben haben, verstanden die Bibelschreiber nicht das Kreuz, das die Kirchen als Symbol des Christentums hinstellen. Sie verstanden darunter einen einfachen aufrechtstehenden Pfahl. In dem Buch An Expository Dictionary of New Testament Words von W. E. Vine heißt es im ersten Band, Seite 256, hierüber: „Stauros bezeichnet hauptsächlich einen aufrechtstehenden Pfosten oder Pfahl. An solche Pfähle nagelte man Verbrecher, die hingerichtet wurden. Sowohl das Hauptwort als auch das Verb stauroō (an einen Pfahl oder Pfosten befestigen) hatten ursprünglich nichts mit der kirchlichen Form eines aus zwei Balken gebildeten Kreuzes zu tun. Die Form des letzteren stammt aus dem alten Chaldäa und diente als Symbol des Gottes Tammuz.“
Interessant ist auch, was die Companion Bible (herausgegeben von der Oxford University Press) im „Anhang“, Seite 186, hierzu sagt: „Homer verwendet das Wort stauros für einen gewöhnlichen Pfosten oder Pfahl oder für ein einfaches Stück Holz. In diesem Sinne wird es auch von allen übrigen griechischen Klassikern gebraucht. Es bedeutet nie zwei in irgendeinem Winkel übereinander angebrachte Holzstücke, sondern stets ein einzelnes Stück. Darum wird in Verbindung mit der Art des Todes unseres Herrn das Wort xulon [ein Holz] gebraucht, das in Apostelgeschichte 5:30; 10:39; 13:29; Galater 3:13; 1. Petrus 2:24 mit Stamm wiedergegeben wird ... Es gibt im griechischen N. T. keine einzige Stelle, die auf zwei Stücke Holz schließen ließe ... Es ist somit erwiesen, daß der Herr an einem aufrechtstehenden Pfahl, nicht an zwei in irgendeinem Winkel übereinander angebrachten Holzstücken, hingerichtet wurde.“
Das Kreuz, das die Kirchen der Christenheit verwenden, hat nicht das geringste mit dem Christentum zu tun. Es ist vielmehr ein heiliges Symbol alter heidnischer Religionen, der Religionen, die der Gott der Wahrheit verabscheute und vor denen er die Nation Israel warnte. (5. Mose 7:16, 25, 26) Es war ein anerkanntes Symbol der Religion des alten Ägypten.
Das ägyptische Kreuz, die crux ansata, war oben mit einem Ring versehen. Diese Kombination stellte die männlichen und weiblichen Fortpflanzungsorgane dar. O. A. Wall bezeichnet in seinem Buch Sex and Sex Worship (Geschlecht und Geschlechtskult), Seite 359, das weibliche Symbol an diesem Kreuz — den Ring — mit dem indischen Ausdruck yoni: „Die crux ansata (das Henkelkreuz) war in der ganzen Welt, von Indien, Assyrien, Babylon und Ägypten bis nach Schweden und Dänemark (Runen) und auf dem ganzen westlichen Kontinent, im Gebrauch ... Sie ist das ägyptische Henkelkreuz, das Symbol des Lebens, weil sie die weibliche Yoni mit dem männlichen Tau-Kreuz vereint darstellt.“
Wenn also auf der Kirche, die du besuchst, ein Kreuz angebracht ist und wenn in den Gottesdiensten, die dort abgehalten werden, das Kreuz verwendet wird, dann können diese Gottesdienste angesichts der erwähnten Tatsachen als heidnisch bezeichnet werden. Wie könnte der wahre Gott an einem heidnischen Gottesdienst Wohlgefallen finden? Du solltest dich von jeder babylonischen Form der Gottesanbetung abwenden und dich den Menschen anschließen, die den Schöpfer in Wahrheit anbeten. — Offb. 18:4.
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Zufriedenheit darin finden, Gottes Vollzeitdiener zu seinDer Wachtturm 1968 | 1. Mai
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Zufriedenheit darin finden, Gottes Vollzeitdiener zu sein
AUF einer langen Busreise begann eine Zeugin Jehovas ein Gespräch mit einer Mitreisenden. Über die Weltlage kamen sie auf die Hoffnung auf Gottes Königreich und die wunderbaren Segnungen, die dieses Königreich mit sich bringen wird, zu sprechen. Die Mitreisende, eine Mutter, die einen kleinen Jungen bei sich hatte, zeigte solch großes Interesse, daß die Zeugin ihr das Buch Ewiges Leben — in der Freiheit der Söhne Gottes, ein Hilfsmittel zum Bibelstudium, zeigte. Da senkte die Frau ihren Blick auf einmal und fragte: „Sind Sie ein Zeuge Jehovas?“ Dann erzählte sie, sie habe sich geschworen, nie mehr mit einem Zeugen Jehovas zu sprechen, und nun habe sie sich so lange mit einem unterhalten!
Es stellte sich heraus, daß sie und ihr Mann Eheschwierigkeiten hatten und daß er mit einem Zeugen Jehovas studieren wollte, weil sich die Religion der Zeugen auf die Ehe seiner Schwester so vorteilhaft ausgewirkt hatte. Das führte jedoch nur noch zu mehr Streitigkeiten, so daß sie schließlich ihre Sachen packte und mit ihrem Jungen nun zu ihrer Mutter fahren wollte. Das Gespräch wurde fortgesetzt; die Zeugin zeigte ihr in dem erwähnten Hilfsmittel zum Bibelstudium die Kapitel über die Ehe und über den Platz des Mannes und der Frau nach Gottes Anordnung. Als die Frau an ihrem Reiseziel ankam, war sie nicht nur davon überzeugt, daß sie wieder zu ihrem Mann zurückkehren würde, sondern war auch entschlossen, mit der Unterstützung der Zeugen Jehovas gemeinsam mit ihm die Bibel zu studieren.
Warum hatte diese Zeugin Jehovas mit ihrer Reisegefährtin ein Gespräch begonnen, das sie dann auf die gute Botschaft von Gottes Königreich lenkte? Weil sie Zufriedenheit darin findet, ein Vollzeitdiener Gottes zu sein. Ja, sie weiß, daß sie als Gott hingegebener Christ verpflichtet ist, jede Gelegenheit wahrzunehmen, von Gottes Namen und von seinem Königreich Zeugnis abzulegen. — Matth. 6:33.
Bei jeder Gelegenheit Zeugnis zu geben ist nur eine Art, auf die Jehovas Zeugen beweisen, daß sie Vollzeitdiener Jehovas Gottes sind, obwohl sie verhältnismäßig nur wenige Stunden dem Predigtdienst von Haus zu Haus widmen können. Sie beweisen es aber auch dadurch, daß sie die Worte des Apostels Paulus beachten, die wir in 1. Timotheus 6:8 lesen: „Wenn wir also Lebensunterhalt und Bedeckung haben, so werden wir mit diesen Dingen zufrieden sein.“a Als reife Christen können sie mit Paulus sagen: „Ich habe gelernt, in welchen Umständen ich mich auch immer befinde, selbstgenügsam zu sein.“ — Phil. 4:11.
Ja, während alle Gott hingegebenen Christen mit den notwendigen materiellen Dingen zufrieden sind, bleiben sie sich ihrer geistigen Bedürfnisse stets bewußt. (Matth. 5:3; Phil. 4:12) Sie wissen, daß sie unablässig auf ihren geistigen Zustand achten und ihn ständig verbessern müssen, indem sie die gelegene Zeit auskaufen, fortgesetzt Erkenntnis in sich aufnehmen und Jehova Gott und ihren Mitmenschen immer mehr und immer besser dienen. (Eph. 5:15, 16) Viele richten es so ein, daß sie entweder als Vollzeitprediger, das heißt als Missionare oder Pioniere, oder als Vollzeitarbeiter in einer der Institutionen der Watch Tower Society dienen können. Sie ermuntern auch andere, besonders die Jugend, wenn irgend möglich, ihre Dienstvorrechte auf diese Weise auszudehnen.
Sei daher als Gottes Vollzeitdiener zufrieden, und beachte die Worte: „Eure Lebensweise sei frei von Geldliebe, indem ihr mit den vorhandenen Dingen zufrieden seid. Denn er [Jehova] hat gesagt: ‚Ich will dich keineswegs im Stiche lassen noch dich irgendwie verlassen.‘“ — Ps. 34:8; Hebr. 13:5.
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