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Welche Zeitangaben sind vertrauenswürdig — die der Wissenschaftler oder die der Bibel?Erwachet! 1972 | 22. Juli
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Welche Zeitangaben sind vertrauenswürdig — die der Wissenschaftler oder die der Bibel?
FAST jeder, der auch nur gelegentlich in der Bibel liest, weiß, daß die Menschheit jetzt etwa 6 000 Jahre alt ist. Solche Personen mögen jedoch nicht wissen, aus welchen Bibeltexten dieses Alter hervorgeht. Vielleicht hast du in einigen Bibeln als Randbemerkung zum ersten Kapitel des ersten Buches Mose das Datum 4004 v. Chr. gelesen.
Weißt du, ob dieses Datum richtig ist oder worauf es beruht? Wie nimmst du dann eine Pressemeldung über neue Radiokarbonmessungen auf, die zeigen, daß eine urgeschichtliche Siedlung acht- oder neuntausend Jahre alt ist? Fragst du dich dann, ob die biblische Zeitangabe für die Erschaffung des Menschen zuverlässig ist? Oder kommt dir der Gedanke, daß die Evolutionisten vielleicht doch recht haben?
Gewissenhafte Erforscher der Bibel wissen, daß ihr Urheber Zeiten mit größter Genauigkeit einhält. Sie haben die Bibeltexte gelesen, in denen die genaue Zahl der Jahre angegeben wird, die von einem wichtigen Ereignis bis zu einem anderen vergangen sind. Sie wissen, wie die alte Zeitrechnung der Menschheit, die nur in der Bibel zu finden ist, an die zuverlässige geschichtliche Chronologie anschließt, so daß die Geschehnisse von Adams Erschaffung im Jahre 4026 v. u. Z. an zeitlich genau bestimmt werden können.
Außerdem wissen sie, daß die Bibel, die auch ein prophetisches Buch ist, oft genau vorausgesagt hat, wann ein bestimmtes Ereignis eintreten würde, und daß das Ereignis genau in dem vorausgesagten Jahr eintrat. Viele, die heute leben, haben persönlich die Erfüllung der auf weite Sicht gegebenen Prophezeiung über die „Zeiten der Nationen“, die bis ins zwanzigste Jahrhundert reichte, erlebt. Sie waren Zeuge davon, daß in dem vorausgesagten Jahr, 1914, der Erste Weltkrieg ausbrach, der die Zeit der Bedrängnis einleitete, von der sich die Welt niemals mehr erholen sollte. Nach ihrer Erwartung werden in unserem Jahrzehnt 6 000 Jahre Menschheitsgeschichte enden. Sie hoffen zuversichtlich, daß der siebente 1 000-Jahr-Tag die Tausendjahrherrschaft des Friedefürsten bringen wird.
Reife Christen sind durch Studium und Erfahrung vertraut mit der Zeitrechnung der Bibel und wissen, daß sie genau ist. Sie halten die Meinung, Gott hätte sich bei der Zeitbestimmung der Erschaffung Adams irren können oder er habe sich nicht um die Abfassung und Bewahrung des Berichts gekümmert, damit wir heute diesen wichtigen Aufschluß hätten, für unglaubhaft. Wenn wissenschaftliche Zeitrechnungen unterbreitet werden, die der biblischen Zeitrechnung widersprechen, sagen sie ruhig und zuversichtlich, daß die Wissenschaftler sich irren müßten, denn ‘Gott könne nicht lügen’. — Tit. 1:2.
Doch du magst kein solches Vertrauen besitzen. Daher fragst du dich vielleicht: Kann man sich wirklich auf den biblischen Schöpfungsbericht verlassen, obschon er offenbar so stark von dem abweicht, was die Wissenschaftler feststellen? Wenn die Radiokarbondatierungen urgeschichtlicher Siedlungen richtig sind, dann müssen die biblischen Datierungen irgendwie falsch sein, und wieso wissen wir, wo wir uns im Strome der Zeit befinden? Wenn aber die Zeitrechnung der Bibel nicht zuverlässig ist, mögen auch andere Dinge in der Bibel nicht stimmen. Können wir uns demnach wirklich auf dieses Buch verlassen?
Wenn die Radiokarbondatierungen dich daran hindern, an die in der Bibel verheißene neue Ordnung ganzherzig zu glauben, möchten wir dich ermuntern, die beiden vorangegangenen Artikel sorgfältig zu lesen. Nimm die Meinungen der Wissenschaftler in Fragen, die einen so entscheidenden Einfluß auf deine Zukunft haben, nicht leichtgläubig als absolute Wahrheit an. Denke daran, wie oft die wissenschaftlichen „Tatsachen“ einer Generation von der nächstfolgenden Generation von Wissenschaftlern fallengelassen worden sind. Nimm als Beispiel die Radiokarbontheorie: Wie viele ihrer grundlegenden Annahmen haben geändert werden müssen, um sie mit den jüngsten Forschungen in Übereinstimmung zu bringen! Ohne die Unterstützung (manchmal sehr fragwürdig) von Proben, die mit Hilfe anderer Mittel datiert worden sind, wäre die Radiokarbondatierung jetzt eine ganz ungewisse Angelegenheit. Würdest du es für weise halten, deinen Glauben an die Bibel aufzugeben und ihn durch den Glauben an eine wissenschaftliche Theorie, die noch so ungefestigt ist wie diese, zu ersetzen?
Das chronologische Gerüst der Radiokarbonalter ist wackelig
Die Wissenschaftler, die sich 1969 am Symposium in Uppsala beteiligten, kehrten mit dem Gefühl zurück, daß Fortschritte gemacht werden in bezug auf das Verständnis und die Überwindung ihrer vielen Probleme. Sie befaßten sich besonders damit, die Radiokarbondatierung mit der Baumringdatierung zu vergleichen. Obwohl die Baumringchronologie die Radiokarbonalter ziemlich stark verschoben hat, einigten sich ihre Befürworter. Es gelang ihnen, eine für beide Theorien gültige Eichkurve aufzustellen und einleuchtende Erklärungen für die größeren Abweichungen zu geben.
Es ist jedoch wohl möglich, daß keine dieser wissenschaftlichen Zeitrechnungen so unabhängig ist, wie ihre Befürworter es gerne hätten. Sie sind vielleicht von gegenseitiger Unterstützung abhängig. Glauben die Verfechter der Radiokarbonmethode, ihre Datierungen seien richtig, weil Laboratorien für Baumringchronologie sie bestätigt haben? Und sind die Baumringforscher zufrieden, daß ihre Hauptchronologie richtig ist, weil die Radiokarbonalter darauf passen? Solange sie sich in der Fahrrinne, die von den Bojen der historischen Zeitbestimmung begrenzt ist, bewegen, behalten beide einen vernünftigen Kurs bei. Aber im weiten Meer jenseits dieser Bojen fahren sie darauflos, wobei sie nur noch darauf achten, einander nicht aus dem Auge zu verlieren.
Solltest du das für ein unfaires Urteil halten, dann betrachte einmal den Seitenwind und die Gegenströmung, mit denen der Wissenschaftler, der der Radiokarbonmethode als Lotse dient, zu kämpfen hat:
1. Die Halbwertszeit des Radiokohlenstoffes ist nicht so sicher bekannt, wie es die Wissenschaftler gern hätten.
2. Die kosmische Strahlung, die niemals gleichbleibend ist, mag in den vergangenen 10 000 Jahren viel stärker oder viel schwächer gewesen sein, als man allgemein annimmt.
3. Durch Sonnenprotuberanzen wird der Radiokarbonspiegel verändert — um wieviel er in der Vergangenheit verändert wurde, weiß niemand.
4. Das Magnetfeld der Erde verändert sich in unregelmäßiger Weise nach kurzer Zeit und veränderte sich im Laufe Tausender Jahre so stark, daß der nördliche Magnetpol an die Stelle des südlichen zu liegen kam und umgekehrt. Die Wissenschaftler wissen nicht, warum.
5. Die Radiokarbonwissenschaftler geben zu, daß eine „Eiszeit“ durch die Veränderung des Volumens und der Temperatur des Meerwassers den Radiokarbongehalt der Luft beeinflußt haben könnte, aber wie groß diese Veränderungen waren, wissen sie nicht.
6. Sie ignorieren jegliche Beweise — sowohl wissenschaftliche als auch biblische — dafür, daß vor 4 300 Jahren sich eine weltweite Überschwemmung ereignet hat; sie anerkennen daher die drastische Wirkung nicht, die eine solche Katastrophe gehabt haben muß, und berücksichtigen das bei den Proben aus jener Zeit nicht, wenn sie deren Alter bestimmen.
7. Der Austausch von Radiokohlenstoff zwischen der Atmosphäre und dem Meer kann durch Veränderungen im Klima oder Wetter beeinflußt werden, aber niemand weiß, wieviel.
8. Der Austausch von Radiokohlenstoff zwischen dem Oberflächenwasser und dem tiefen Wasser des Ozeans hat eine Wirkung, aber man weiß noch sehr wenig darüber.
9. Die Baumringchronologie, die benutzt wird, um die Radiokarbonuhr zu eichen, wird angezweifelt, weil in vergangenen Zeitaltern ganz andere klimatische Verhältnisse geherrscht haben mögen.
10. Der Radiokarbongehalt alter Bäume mag durch das Einsickern von Saft und Harz in das Kernholz verändert werden.
11. Proben, die in der Erde liegen, können Radiokohlenstoff gewinnen oder verlieren, indem sie durch Grundwasser ausgelaugt oder verunreinigt werden.
12. Es ist nie gewiß, daß die Probe, ausgewählt, um ein Ereignis zu datieren, wirklich aus jener Zeit stammt. Es ist nur mehr oder weniger wahrscheinlich, weil sie sich unter den Grabungsfunden befand, die die Archäologen an einer bestimmten Stelle zutage gefördert hatten.
Das ist keineswegs eine vollständige Aufzählung all der Schwierigkeiten, mit denen die Radiokarbondatierung zu kämpfen hat, aber sie sollten reichen, um den Leser zu veranlassen, zu zögern, ehe er sich von der Bibel abwendet. Viele davon würden Altersangaben aus der jüngeren Vergangenheit nicht groß beeinträchtigen, aber je weiter zurück die Daten liegen, desto größer ist die Wirkung darauf. Mit der Radiokarbonmethode kann man Dinge, die 2 500 oder 3 500 Jahre zurückliegen, ziemlich gut datieren, aber je weiter man zurückgeht, desto zweifelhafter werden die Ergebnisse. Wir dürfen nicht erwarten, daß die Radiokarbonuhr vor der Sintflut genauso gelaufen ist wie heute. Und es wäre überraschend, wenn sie im Laufe von tausend Jahren, nachdem sie so gestört worden war, wieder vollständig ins Gleichgewicht gekommen wäre.
Man beachte besonders den letzten Punkt der Aufzählung. Selbst wenn alles in Verbindung mit der Radiokarbondatierung richtig wäre und einige winzige Kohlenstoffmengen, die man in Jarmo im Irak gefunden hat, auf ein Alter von 6 700 Jahren hinweisen würden, würde das dann beweisen, daß die Bibel unrecht hat? Beruht dieses Datum nicht auf der Interpretation des Archäologen, der die Probe gefunden hat? Ist er unfehlbar? Selbst wenn er dir versichern würde, daß diese Probe absolut echt ist, daß kein Irrtum vorliegen kann, daß kein Zweifel möglich ist, wäre dann seine Überzeugung eine zuverlässige Grundlage für deinen Glauben?
Du solltest, wenn du die Beweise abwägst, das bezeichnendste Ergebnis der Radiokarbondatierung nicht übersehen, nämlich: Die Altersbestimmung der Proben aus der Zeit urgeschichtlicher Kulturen hat ergeben, daß die große Mehrheit, vielleicht sogar mehr als neunzig Prozent, weniger als 6 000 Jahre alt ist.
Wenn die Meinung der Evolutionisten, daß es schon seit einer Million Jahren Menschen gebe, richtig wäre, müßten wir bestimmt erwarten, daß es eine weit größere Zahl Artefakte gäbe, die mit Hilfe der Radiokarbonmethode auf 10 000 oder 20 000 Jahre datiert worden wären. Warum sind fast alle Proben nicht älter als 6 000 Jahre? Wir erwarten von einer wissenschaftlichen Altersbestimmung nicht, so autoritativ zu sein wie ein zuverlässiger Augenzeuge. Sie kann nur Indizienbeweise liefern. Aber vom statistischen Standpunkt aus betrachtet, bekräftigt das Zeugnis der Radiokarbonuhr eindeutig den Schöpfungsbericht und steht im Gegensatz zu der Theorie, der Mensch habe sich entwickelt.
Schwache Stellen in der Baumringchronologie
Auf den ersten Blick erscheint die Methode des Auszählens von Jahresringen viel einfacher als die Radiokarbonmethode. Bei näherer Prüfung stellen wir jedoch Schwächen in der Jahresringchronologie fest. Es gibt keine zwei Bäume, die genau das gleiche Muster, bestehend aus schmalen und breiten Ringen, aufweisen. Fehlende Ringe müssen bei allen Ringmustern ergänzt werden, damit sie zusammenpassen. Will man uns glauben machen, das Urteil des Forschers sei immer richtig, wenn er entscheide, wo fehlende Ringe einzufügen seien? Ist es möglich, wenn sie an anderen Stellen eingefügt würden, daß die zeitliche Überschneidung besser passen würde? Es wird erklärt, gelegentlich werde das Holz, dessen Alter bereits mit Hilfe der Kohlenstoff-14-Methode bestimmt worden sei, richtig eingeordnet. Könnte ein anderer Forscher, der durch diese Auskunft nicht voreingenommen ist oder der vielleicht ein Vorurteil gegen den Versuch hat, die gesamte Zeit kürzer zu berechnen, es an einer anderen Stelle ebensogut passend machen? Das sind kritische Fragen, wenn wir entscheiden müssen, ob wir der Baumringzählung mehr Glauben schenken wollen als der Zählung der Jahre, wie sie die Schreiber der Bibel festgehalten haben.
Wie bei allen wissenschaftlichen Schlußfolgerungen, so ist auch die Zuverlässigkeit der Baumringdatierung begrenzt. Es scheint, daß einige Bäume die Jahre registrieren können, wobei einige fehlende und doppelte Ringe zu berücksichtigen sind; und nachdem sie schon lange abgestorben sind, kann man die Zahl der Ringe nachzählen. Aber abgestorbene Bäume verraten von sich aus nicht, wann sie mit der Zählung begonnen und wann sie damit aufgehört haben. Der Mensch, der die Muster zusammenfügt, muß das entscheiden, und bei dieser Entscheidung spielen seine Meinungen und Vorurteile mit. Wärest du bereit, mit deinem Leben dafür zu bürgen, daß ihm kein Fehler unterlaufen sei?
Wärest du bereit, einem Wissenschaftler zu glauben, ganz gleich, wie angesehen er sein mag, der behauptet, man habe mit Hilfe der Kohlenstoff-14-Methode in Verbindung mit der Baumringchronologie mit Sicherheit ermittelt, daß es keine Sintflut gegeben habe, wie die Bibel sie beschreibe? Jesus Christus sagte, daß die Sintflut stattgefunden habe, (Matth. 24:37-39; Luk. 17:26, 27) Gott selbst sorgte dafür, daß der Bericht darüber in seinem inspirierten Wort aufbewahrt wurde. Wessen Wort würdest du als autoritativ anerkennen, wenn du eine Entscheidung treffen müßtest, bei der es um dein Leben ginge?
Die Überlegenheit der biblischen Zeitrechnung
Man vergleiche diese wissenschaftlichen Methoden der Zeitbestimmung mit der in der Bibel angewandten Methode: „Sem war hundert Jahre alt, als er zwei Jahre nach der Sintflut der Vater Arpachschads wurde. ... Und Arpachschad lebte fünfunddreißig Jahre und wurde dann der Vater Schelachs. ... Und Schelach lebte dreißig Jahre und wurde dann der Vater Ebers.“ (1. Mose 11:10-26) Das ist eine Zeitrechnung, die dadurch zustande kam, daß Menschen, die zählen konnten, die Jahre gezählt haben, ohne daß sie ein Jahr ausgelassen oder ein Jahr doppelt gezählt hätten, und das Ergebnis ihrer Zählung schriftlich festhielten. Auch wir können zählen, und wir können die Jahre in ihrem Bericht zusammenzählen: Von der Sintflut bis heute sind es 4 340 Jahre. Ist das nicht zuverlässiger, als die Jahresringe von Bäumen, die längst tot sind, zu zählen und aneinanderzureihen oder Warven zu zählen oder zu versuchen, alle Unsicherheitsfaktoren bei der Radiokarbonuhr auszugleichen?
Die biblische Zeitrechnung ist den wissenschaftlichen Zeitrechnungen weit überlegen. Sie reicht bis in die Zukunft. Die Radiokarbonuhr läuft schließlich ab, sie geht immer langsamer, aber ohne einen Endpunkt. Die Baumringchronologie hört mit dem letzten Wachstumsjahr des Baumes auf. Aber die biblische Chronologie lenkt unsere Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Punkt, der noch in der Zukunft liegt — auf das Ende des sechsten 1 000-Jahr-Tages der Menschheitsgeschichte, gemäß der Zählung durch den Schöpfer des Menschen.
Es ist eindrucksvoll, was die Bibel alles vorhergesagt hat, was bereits eingetroffen ist. Jehovas Zeugen haben aufgrund der biblischen Zeitrechnung vorausgesagt, daß im Jahre 1914 die gewaltigen Veränderungen auf der Erde eintreten würden, die in jener Zeit eingetreten sind. In der Zeitung New York World vom 30. August 1914 konnte man lesen: „Der Ausbruch des schrecklichen Krieges in Europa hat eine außergewöhnliche Prophezeiung erfüllt. Während der vergangenen fünfundzwanzig Jahre haben die ,Internationalen Bibelforscher‘ ... durch ihre Prediger und durch die Presse der Welt verkündet, daß der Tag der Rache, der in der Bibel prophezeit worden ist, im Jahre 1914 anbrechen werde. ,Blickt nach dem Jahre 1914 aus!‘ ist der Ruf von Hunderten reisender Evangelisten gewesen.“
Das Jahr 1914 war so deutlich gekennzeichnet, daß neuzeitliche Historiker es nicht übersehen können. Und es ist kein Zufall, daß viele weitsichtige Wissenschaftler sagen, in unserem Jahrzehnt würden sich auf einem Dutzend Gebieten die Probleme so unerbittlich zuspitzen, daß die Welt dadurch in ein Chaos und in eine Katastrophe gestürzt werde; einige dieser Probleme hätten bereits das Krisenausmaß erreicht. Welche Erfolge hat die Radiokarbonmethode aufzuweisen im Vergleich zu dem genauen Festlegen dieser Daten durch die Bibel?
Dr. Säve-Söderbergh vom Institut für Ägyptologie an der Universität Uppsala erzählte auf dem Symposium folgende Anekdote:
„Auf einem Symposium über Vorgeschichte im Niltal wurde die Kohlenstoff-14-Altersbestimmung besprochen. Ein berühmter Kollege aus Amerika, Professor Brew, faßte die allgemeine Einstellung unter den Archäologen dieser Datierung gegenüber wie folgt zusammen:
,Wenn eine Kohlenstoff-14-Altersbestimmung unsere Theorie stützt, setzen wir sie in den Haupttext. Wenn sie ihr nicht direkt widerspricht, fügen wir sie in einer Fußnote bei. Und wenn sie gar nicht damit übereinstimmt, lassen wir sie fallen.‘
Wenige Archäologen, die sich mit absoluter Chronologie befassen, haben sich nicht schuldig gemacht, diese Methode gelegentlich angewandt zu haben, und viele zögern immer noch, die Karbon-14-Daten vorbehaltlos anzunehmen.“18
Weltliche Wissenschaftler zögern immer noch, die Ergebnisse der Radiokarbondatierung anzunehmen, obwohl weiter nichts geschehen würde, als daß ihre sorgsam behüteten Theorien ins Wanken kämen. Sollten dann Christen, die weit triftigere Gründe haben, einer wissenschaftlichen Chronologie gegenüber nicht kritisch eingestellt sein, deren grundlegende Voraussetzungen ständig korrigiert werden und die sich zuerst auf diese und dann auf jene Chronologie anderer Disziplinen stützen muß? Warum sollten sie sie annehmen, während ihre Ergebnisse der biblischen Zeitrechnung völlig widersprechen, die von gewissenhaften Chronisten schriftlich festgehalten und unter göttlicher Leitung bewahrt worden ist, die sich über einen Zeitraum von Tausenden von Jahren als geschichtlich und prophetisch zuverlässig erwiesen hat? Die Bibel ist es, die zeigt, daß wir in den „letzten Tagen“ dieses bösen Systems leben und daß Gottes gerechte neue Ordnung nahe bevorsteht — die Zeitrechnung, die wir in diesem Buche finden, verdient unser Vertrauen.
QUELLEN
1. Altersbestimmung mit der C14-Methode von W. F. Libby (1952, deutsch 1969), S. 98.
2. Nobel Symposium 12: Radiocarbon Variations and Absolute Chronology (1970), S. 25.
3. E. K. Ralph und H. N. Michael, Archaeometry, Bd. 10 (1967), S. 7.
4. Altersbestimmung mit der C14-Methode, S. 53.
5. Nobel Symposium 12, S. 522.
6. Altersbestimmung mit der C14-Methode, S. 41.
7. Ebd., S. 43.
8. Nobel Symposium 12, S. 576.
9. C. W. Ferguson, Science, Bd. 159, 23. Febr. 1968, S. 840.
10. Ebd., S. 845.
11. Ebd., S. 842.
12. Ebd., S. 839.
13. Nobel Symposium 12, S. 272.
14. Ebd., S. 273.
15. Ebd., S. 167.
16. Ebd., S. 216.
17. Ebd., S. 219.
18. Ebd., S. 35.
[Bild auf Seite 17]
C-14-ALTER
BAUMRINGCHRONOLOGIE
Je weiter zurück die Daten liegen, desto wackeliger hat sich das chronologische Gerüst der Radiokarbonalter erwiesen, so daß es dringend einer Stütze bedurfte — der Baumringchronologie. Wirst du einer solchen Zeitbestimmung vertrauen?
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Werden die Kirchgänger in den Niederlanden eigene Wege gehen?Erwachet! 1972 | 22. Juli
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Werden die Kirchgänger in den Niederlanden eigene Wege gehen?
VOM „AWAKE!“-KORRESPONDENTEN IN DEN NIEDERLANDEN
DIE Gegenwart ist für viele Kirchgänger in den Niederlanden eine schwere Zeit. In den letzten Jahren ist die Zahl derer, die wegen der Vorgänge in den Kirchen tief beunruhigt sind, ständig gewachsen.
Die Tatsache, daß der Kirchenbesuch zurückgeht, beweist, daß die Bevölkerung mit diesen Vorgängen nicht einverstanden ist. Im Jahre 1966 besuchten 64 Prozent der katholischen Bevölkerung am Wochenende den Gottesdienst, im Jahre 1970 waren es nur noch 45 Prozent.
In den protestantischen Kirchen ist es nicht viel anders. Die größte unter ihnen ist die Niederländische Reformierte Kirche. In Amsterdam besuchten 1960 noch 47 000 Personen den Gottesdienst, 1970 dagegen nur noch 37 000; das entspricht einem Rückgang von 21 Prozent.
Diese Mutlosigkeit hat auch auf die Geistlichkeit übergegriffen. In allen katholischen Diözesen der Niederlande sind im vergangenen Jahr nur vier Priester geweiht worden! Im gleichen Jahr aber sind 95 Priester gestorben, und 95 weitere haben ihr Amt niedergelegt! Im Jahre 1970 sind außerdem insgesamt 243 Ordensgeistliche und 156 Mönche aus ihrem Amt ausgeschieden.
Die Feindschaft gegen die Kirche wächst
Einige Kirchgänger sind außerordentlich antiklerikal geworden. Ein Katholik erwiderte auf die Frage eines Interviewers ärgerlich: „Alles, was in der katholischen Kirche vorgeht, ist gotteslästerlich. Daß sie es überhaupt noch wagen, die Kirchen offenzuhalten.“
Tatsächlich sind die Kirchen nicht mehr Tag und Nacht offen wie früher, sondern seit ein paar Jahren sind sie nur noch offen, wenn Gottesdienst darin abgehalten wird. Der Grund dafür sind die Kirchendiebstähle, die in letzter Zeit so sehr überhandgenommen haben.
Ein Priester in Roermond hat die meisten wertvollen Gegenstände in seiner Kirche angenagelt oder angeschraubt. Als ein Tourist eine Kirche in jener Stadt besichtigte, wurde er, als er vor einem Schaukasten stand und die wertvollen Gegenstände darin betrachtete, von einem Hilfsgeistlichen mit den Worten gewarnt: „Gehen Sie nicht zu nahe, damit Sie die Drähte nicht berühren. Sie sind mit starkem Strom geladen.“
Ebenfalls in Roermond sagte ein Kaplan namens van Can: „Es kommt immer häufiger vor, daß jemand im Beichtstuhl seine Notdurft verrichtet. Ferner berichtete er, daß sogar schon in das Weihwasserbecken uriniert worden sei.
Wie ist eine solche Unanständigkeit in einem vorwiegend katholischen Gebiet bloß möglich? Der Geistliche, antwortete: „Das weiß niemand. Früher war die Kirche in diesen katholischen Gebieten etwas Heiliges.
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