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Welche Zeitangaben sind vertrauenswürdig — die der Wissenschaftler oder die der Bibel?Erwachet! 1972 | 22. Juli
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worden ist, die sich über einen Zeitraum von Tausenden von Jahren als geschichtlich und prophetisch zuverlässig erwiesen hat? Die Bibel ist es, die zeigt, daß wir in den „letzten Tagen“ dieses bösen Systems leben und daß Gottes gerechte neue Ordnung nahe bevorsteht — die Zeitrechnung, die wir in diesem Buche finden, verdient unser Vertrauen.
QUELLEN
1. Altersbestimmung mit der C14-Methode von W. F. Libby (1952, deutsch 1969), S. 98.
2. Nobel Symposium 12: Radiocarbon Variations and Absolute Chronology (1970), S. 25.
3. E. K. Ralph und H. N. Michael, Archaeometry, Bd. 10 (1967), S. 7.
4. Altersbestimmung mit der C14-Methode, S. 53.
5. Nobel Symposium 12, S. 522.
6. Altersbestimmung mit der C14-Methode, S. 41.
7. Ebd., S. 43.
8. Nobel Symposium 12, S. 576.
9. C. W. Ferguson, Science, Bd. 159, 23. Febr. 1968, S. 840.
10. Ebd., S. 845.
11. Ebd., S. 842.
12. Ebd., S. 839.
13. Nobel Symposium 12, S. 272.
14. Ebd., S. 273.
15. Ebd., S. 167.
16. Ebd., S. 216.
17. Ebd., S. 219.
18. Ebd., S. 35.
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Werden die Kirchgänger in den Niederlanden eigene Wege gehen?Erwachet! 1972 | 22. Juli
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Werden die Kirchgänger in den Niederlanden eigene Wege gehen?
VOM „AWAKE!“-KORRESPONDENTEN IN DEN NIEDERLANDEN
DIE Gegenwart ist für viele Kirchgänger in den Niederlanden eine schwere Zeit. In den letzten Jahren ist die Zahl derer, die wegen der Vorgänge in den Kirchen tief beunruhigt sind, ständig gewachsen.
Die Tatsache, daß der Kirchenbesuch zurückgeht, beweist, daß die Bevölkerung mit diesen Vorgängen nicht einverstanden ist. Im Jahre 1966 besuchten 64 Prozent der katholischen Bevölkerung am Wochenende den Gottesdienst, im Jahre 1970 waren es nur noch 45 Prozent.
In den protestantischen Kirchen ist es nicht viel anders. Die größte unter ihnen ist die Niederländische Reformierte Kirche. In Amsterdam besuchten 1960 noch 47 000 Personen den Gottesdienst, 1970 dagegen nur noch 37 000; das entspricht einem Rückgang von 21 Prozent.
Diese Mutlosigkeit hat auch auf die Geistlichkeit übergegriffen. In allen katholischen Diözesen der Niederlande sind im vergangenen Jahr nur vier Priester geweiht worden! Im gleichen Jahr aber sind 95 Priester gestorben, und 95 weitere haben ihr Amt niedergelegt! Im Jahre 1970 sind außerdem insgesamt 243 Ordensgeistliche und 156 Mönche aus ihrem Amt ausgeschieden.
Die Feindschaft gegen die Kirche wächst
Einige Kirchgänger sind außerordentlich antiklerikal geworden. Ein Katholik erwiderte auf die Frage eines Interviewers ärgerlich: „Alles, was in der katholischen Kirche vorgeht, ist gotteslästerlich. Daß sie es überhaupt noch wagen, die Kirchen offenzuhalten.“
Tatsächlich sind die Kirchen nicht mehr Tag und Nacht offen wie früher, sondern seit ein paar Jahren sind sie nur noch offen, wenn Gottesdienst darin abgehalten wird. Der Grund dafür sind die Kirchendiebstähle, die in letzter Zeit so sehr überhandgenommen haben.
Ein Priester in Roermond hat die meisten wertvollen Gegenstände in seiner Kirche angenagelt oder angeschraubt. Als ein Tourist eine Kirche in jener Stadt besichtigte, wurde er, als er vor einem Schaukasten stand und die wertvollen Gegenstände darin betrachtete, von einem Hilfsgeistlichen mit den Worten gewarnt: „Gehen Sie nicht zu nahe, damit Sie die Drähte nicht berühren. Sie sind mit starkem Strom geladen.“
Ebenfalls in Roermond sagte ein Kaplan namens van Can: „Es kommt immer häufiger vor, daß jemand im Beichtstuhl seine Notdurft verrichtet. Ferner berichtete er, daß sogar schon in das Weihwasserbecken uriniert worden sei.
Wie ist eine solche Unanständigkeit in einem vorwiegend katholischen Gebiet bloß möglich? Der Geistliche, antwortete: „Das weiß niemand. Früher war die Kirche in diesen katholischen Gebieten etwas Heiliges. Doch das ist für einen großen Teil der Bevölkerung vorbei. Die Kirche bedeutet ihr nichts mehr.“
Warum geschieht all das? Warum ist die Kirche für so viele Gemeindeglieder und auch Geistliche zum Ärgernis geworden?
Einige der Gründe
Der Streit zwischen der katholischen Kirche in den Niederlanden und dem Vatikan ist ein Grund für die Probleme, die sie hat. Die niederländische Kirche hat nicht nachgelassen, Änderungen oder „Neuerungen“ zu fordern. Aber der Vatikan hat gegen diese Entwicklung gekämpft, indem er Gegenmaßnahmen ergriffen hat. So wurde unter anderem für die einflußreiche Diözese Rotterdam ein sehr konservativer Bischof eingesetzt. Das war entgegen den Erwartungen oder Wünschen der meisten Kirchgänger.
Andererseits gibt es unter den Kirchgängern einige, die die Änderungen, die gefordert werden, heftig ablehnen. Sie sehen, daß die niederländische Kirche gewisse Lehren, die noch vor wenigen Jahren als heilig galten, hat fallenlassen und in der Liturgie manches geändert hat. Sie fragen sich, ob man sie vorher getäuscht habe oder jetzt täusche.
Ferner ruft die Einstellung vieler Geistlicher gegenüber der Geschlechtsmoral großes Unbehagen hervor. Ein Beispiel ist ihre Haltung gegenüber der Homosexualität. In den Niederlanden gibt es schätzungsweise 650 000 Homosexuelle; das sind etwa 5 Prozent der gesamten Bevölkerung. Unter den Geistlichen gibt es einige, die gegenüber der Homosexualität tolerant sind, weil das gegenwärtig der allgemeine Trend ist.
Im November 1971 wurde bei einem öffentlichen Podiumsgespräch, an dem Vertreter verschiedener religiöser Gruppen teilnahmen, ein Vorschlag besprochen, den man einem hohen Kirchenführer unterbreiten wollte. Dabei ging es darum, Homosexuellen, die heiraten wollten, eine private kirchliche Trauzeremonie zu gestatten. Während der Besprechungen wurde behauptet, es wäre angebracht, „daß die [homosexuellen] Partner sich während der Trauung vor Gott die Treue gelobten und daß der Priester Gott um den Segen für diese Vereinigung bitten würde“.
An dem Gespräch beteiligten sich auch „Pater“ J. B. F. Gottschalk und A. Klamer, ein bekannter katholischer Radiopfarrer. Der „hohe Kirchenführer“ war niemand anders als Kardinal Alfrink, der günstig auf den Vorschlag reagierte. Viele aufrichtige Kirchgänger sind jetzt beunruhigt wegen dieser Toleranz gegenüber der Homosexualität. Diese Toleranz hat unter ihnen große Verwirrung gestiftet.
Außerdem haben die Gemeindeglieder das Gefühl, sie würden in Glaubensdingen nicht richtig geleitet. Die Ursache ist vielfach der „Modernismus“, der in Lehre und Praxis der katholischen Kirche einen so großen Einfluß gewonnen hat. Während des Gottesdienstes in den Kirchen halten jetzt Politiker, Unterhaltungskünstler und Homosexuelle Vorträge. Häufig spielen Beat- oder Rock-Bands; darüber sind viele, besonders ältere Kirchgänger, tief betrübt.
Ein Kirchgänger in Amsterdam machte seiner Empörung wie folgt Luft: „Uns sind zum Beispiel diese Mädel in heißen Höschen, die wir am Sonntag auf dem und um den Altar sehen, schon lange ein Ärgernis; das gilt auch vom Gemeinde-Café im Souterrain der Kirche, wo Sex und Drogen an der Tagesordnung sind. Nachdem die Polizei dort eine Razzia durchgeführt hatte, wurde von der Kanzel herab bekanntgegeben, die Beamten wären lediglich gekommen, um nach Adressen zu fragen. Als die Eltern eines Kindes sich darüber beschwerten, daß ihr Kind drei Tage lang nicht nach Hause gekommen sei, entgegnete der Priester: ,Auch Jesus blieb gelegentlich drei Tage lang verschwunden, aber er tauchte immer wieder auf.‘“
Die eigentliche Ursache
Warum herrscht in den niederländischen Kirchen eine solche Verwirrung? Warum streiten sich die Geistlichen und widersprechen einander? Warum lehren sie Dinge, die vielen so unvernünftig erscheinen?
Die Kirchen und Geistlichen schieben die einzige Quelle gesunder christlicher Lehre
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