Wachtturm ONLINE-BIBLIOTHEK
Wachtturm
ONLINE-BIBLIOTHEK
Deutsch
  • BIBEL
  • PUBLIKATIONEN
  • ZUSAMMENKÜNFTE
  • Hast du Achtung vor Plagiatoren?
    Der Wachtturm 1954 | 15. März
    • Hast du Achtung vor Plagiatoren?

      Ein Prediger aus New York und ein Verleger aus Texas nehmen wiederholt Artikel aus dem „Wachtturm“ und „Erwachet!“ und veröffentlichen sie in ihrer religiösen Zeitschrift als ihr Produkt.

      WAS denkst du über jemanden, der einer Zeitschrift Artikel entnimmt und sie in einer anderen veröffentlicht? Was denkst du, wenn er seinen Namen mit den gestohlenen Artikeln in Verbindung bringt? Was denkst du über ihn, wenn er dies weiterhin tut, nachdem er ertappt wurde und versprochen hatte, davon Abstand zu nehmen? Und schockiert es dich um so mehr, wenn du hörst, daß er behauptet, ein Religionsdiener zu sein?

      Ferner, was hältst du von der Zeitschrift, die die plagiierten Artikel verwendet? Was hältst du von dem Urteilsvermögen einer solchen Zeitschrift, wenn sie eine andere Zeitschrift als falsch anklagt und dann eine Kehrtwendung macht und die Artikel als Wahrheit veröffentlicht, die sie aus ihr plagiiert hat? Was hältst du von dem Verleger, der der geschädigten Zeitschrift sagt, ihre Behauptung sei wertlos, wenn sie seine Aufmerksamkeit auf das Plagiat lenkt? Was denkst du über ihn, wenn er die ihm übersandten Beweise ignoriert? Was denkst du über ihn, wenn seine Zeitschrift weiterhin die gestohlenen Artikel verwendet? Und macht nicht die Tatsache, daß diese Zeitschrift sich als christlich ausgibt, das Plagiat um so tadelnswerter?

      Kannst du einem solchen Schreiber vertrauen? oder der Zeitschrift, die seine plagiierten Artikel verwendet? oder dem Verleger, der Anweisung dazu gibt? Höre die Tatsachen; dann bilde dir dein Urteil.

      Der „Schreiber“ ist Antonio Ochoa von New York und gehört zu den Predigern der Kirchen Christi. Die Zeitschriften, aus denen er seine Artikel abschreibt, sind Der Wachtturm und Erwachet!, die von der Watchtower Society, Verleger für Jehovas Zeugen, veröffentlicht werden. Die Zeitschrift, die die plagiierten Artikel verwendet, ist die Zeitschrift der Kirchen Christi, der Gospel Broadcast, die in Dallas, Texas, veröffentlicht wird. Ihr Herausgeber und Verleger ist Eugene S. Smith.

      Die Watchtower Society erfuhr von diesem unmoralischen Brauch, als sich ein Mitglied der Kirchen Christi einem Zeugen Jehovas mit einem Exemplar des Gospel Broadcast vorstellte. „Wir waren ziemlich schokiert“, schrieb der Zeuge, „als wir feststellten, daß diese Zeitschrift, nämlich der Gospel Broadcast, die Artikel aus dem Wachtturm abschreibt und derart abfaßt, als sei ihr Prediger der Urheber.“ Mitglieder der Kirchen Christi waren noch viel erstaunter, als Zeugen Jehovas ihnen an ihren Türen erklärten, daß Teile ihres Gospel Broadcast lediglich Abschriften von Artikeln aus dem Wachtturm und Erwachet! wären. Wie sonderbar muß es sie anmuten, wenn ihre religiösen Führer ihnen sagen, diese Zeitschriften [Der Wachtturm und Erwachet!] seien falsch, und wenn dann ihr Gospel Broadcast aus diesen „falschen“ Zeitschriften Artikel benutzt und einen ihrer Prediger als den Autor hinstellt.

      EINE VOREILIGE ANTWORT

      Als wir bei dem Herausgeber Smith schriftlich anfragten, ob es seine Politik sei, bereits veröffentlichte Artikel erneut zu drucken, ohne dabei den Original-Veröffentlichungen Ehre zu machen, antwortete er bissig: „Da Sie keine genauen Angaben über das Datum der Ausgabe oder die Überschrift des Artikels machen, besitze ich lediglich Ihre Behauptung in Form Ihres Briefes — und wenn dies keine bessere Mitteilung ist als andere, die ich von Ihrer Organisation vorher erhalten habe, ist sie absolut bedeutungslos.“ Würde nicht ein zuverlässiger Herausgeber eine solche ernste Anklage untersuchen, bevor er Antwort gibt? Sollte überdies ein Herausgeber, der ein Christ zu sein behauptet, sich nicht von dem Grundsatz leiten lassen: „Wer Antwort gibt, bevor er anhört, dem ist es Narrheit und Schande“? Voreilige Antworten, die die Wahrhaftigkeit anderer in Frage ziehen, sind kein Charaktermerkmal von Männern, die Verständnis besitzen: „Ein Langmütiger hat viel Verstand, aber ein Jähzorniger erhöht die Narrheit.“ — Spr. 18:13; 14:29.

      Die schnelle Erwiderung auf den Vorwurf mag auf die hohe Achtung zurückzuführen sein, die er für Ochoa empfindet; denn der Mann, der der Gospel-Broadcast-Druckerei vorsteht, soll Ochoa als einen großen Gelehrten gelobt haben. Dem Anschein nach wußte er nicht, daß die Gelehrten-Artikel den Publikationen der Zeugen Jehovas entnommen waren. Was aber auch immer die Gründe des Herrn Smith für seine undeutliche Antwort auf unseren Brief über das plagiierte Material sein mögen, wir antworteten, indem wir angestrichene Exemplare von neun verschiedenen Ausgaben des Wachtturms und einem Erwachet!-Artikel übersandten, die für vierzehn Ausgaben des Gospel Broadcast in nur neun Monaten plagiiert wurden; eine Anzahl anderer Exemplare konnte angeführt werden.a Unser Begleitschreiben, das wir unseren Beweisen für das Plagiat beigefügt hatten, erklärte:

      „In Ihrem Schreiben vom 23. Mai [1953] sagten Sie, Sie hätten nur unsere Behauptung über diese Angelegenheit in Händen und meinten, dies sei absolut bedeutungslos. Das beigefügte Material liefert Ihnen den Beweis, daß es doch von Bedeutung ist. Nun hätten wir gern gewußt, ob Sie sich wegen jener ersten unhöflichen Abweisung unseres ersten Briefes, der Ihre Aufmerksamkeit auf diese Angelegenheit lenkte, entschuldigen oder ob Sie diesen noch einmal sorgfältig in Betracht ziehen wollen. Glauben Sie, es sei ethisch oder christlich, wenn Sie sich das Ergebnis der Arbeitsleistung einer anderen Organisation zunutze machen? Während Sie nicht gewußt haben mögen, daß Ihr Mitarbeiter die Artikel aus dem Wachtturm nahm, mußten Sie doch wissen, daß Herausgeber nicht die Verantwortung in solchen Angelegenheiten auf die Mitarbeiter abwälzen können. Der Verleger trägt die Verantwortung für das, was er drucken läßt.“

      Die Höflichkeit verlangte, daß auf diesen eingeschriebenen Brief eine Antwort erfolgen mußte. Sie blieb aus. Es schien, als ob dieser Herausgeber, der unsere Nachricht als bedeutungslos bezeichnete, sprachlos war, als er sich klar wurde, daß seine Worte wie ein Bumerang auf ihn zurückkamen. Es muß ein widerliches Gefühl gewesen sein, als er Ochoas Artikel Absatz für Absatz prüfte und feststellte, daß sie Wort für Wort früheren Ausgaben des Wachtturms und Erwachet! entnommen waren.

      EIN GEBROCHENES VERSPRECHEN

      Was hatte der Prediger der Kirchen Christi, Antonio Ochoa, zu sagen, als er sich seiner Tätigkeit als Plagiator gegenübergestellt sah? Er schrieb am 18. Mai 1953 folgendes: „Ich nehme Bezug auf Ihren Brief vom 16. Mai und muß hiermit zugeben, daß ich gewisse Artikel aus Ihrer Zeitschrift zitiert und die Quelle jener Forschungsarbeit nicht erwähnt habe. Der Grund ist das starke Vorurteil gegen Jehovas Zeugen unter den Menschen, die jene Artikel lesen. Ich danke Ihnen vielmals für Ihren Brief und den Rat, den Sie mir gaben, und ich versprach, daß ich dies nie wieder tun werde, da es Ihr Wunsch ist. Obgleich ich Ihnen zu sagen habe, daß ich niemals Geld für die Artikel, die ich schrieb, erhalten habe, besteht mein einziges Vorhaben darin, etwas Gutes zu tun und die Augen der Menschen zu öffnen, die vielleicht nicht die Gelegenheit haben, die Wahrheit wegen der Vorurteile und der Umgebung, in der sie leben, klarer zu sehen.“

      Ochoa sagt mit anderen Worten: Die Leute seiner eigenen religiösen Glaubensrichtung sind so mit Vorurteil belastet, daß sie nicht die biblische Wahrheit berücksichtigen würden, wenn sie wüßten, sie käme von Jehovas Zeugen. Wegen dieser Vorurteile, sagt er, ‚haben sie nicht die Gelegenheit, die Wahrheit klarer zu sehen‘. Damit gibt er zu, daß ihre eigene Kirche sie nicht mit der klaren Wahrheit versorgt und daß, um ‚die Augen der Leute zu öffnen‘, er die klare Wahrheit in ihr Blickfeld bringt, die im Wachtturm und Erwachet! dargelegt ist. Doch ‚wegen des starken Vorurteils‘ gegen Jehovas Zeugen, so sagt er, muß er sie glauben lassen, daß die benötigte Wahrheit von seiner Feder ist, damit sie sie aufnehmen. Offensichtlich versetzt er den Herausgeber Smith in die gleiche Klasse mit Vorurteil, die der Wahrheit bedarf, und veranlaßt ihn, die Wahrheit für die Veröffentlichung zu akzeptieren, indem er die wahre Quelle verheimlicht.

      Aber wie steht es jetzt mit dem Versprechen Ochoas, nicht mehr zu stehlen? Statt unsere Nachricht fälschlicherweise als wertlos zu brandmarken, könnte Smith dies tatsächlich von Ochoas Nachricht sagen: „Sie ist absolut bedeutungslos.“ Vier Monate nach Ochoas Versprechen, von dem geistigen Diebstahl abzustehen, veröffentlichte der Gospel Broadcast vom 17. September einen Artikel aus der [engl.] Erwachet!-Ausgabe vom 8. Februar 1953 fast in seiner Gesamtheit, und seine Ausgabe vom 24. September enthielt einen Artikel, der Absatz für Absatz aus der [engl.] Erwachet!-Ausgabe vom 8. Juni abgeschrieben war. Aber Ochoa ist immer noch der Meinung, daß die Leser des Gospel Broadcast zu sehr mit Vorurteil beladen sind, um die Wahrheit direkt aus der Original-Quelle entgegenzunehmen; deshalb nahm er die volle Ehre in Anspruch. Die Ausgabe vom 8. Oktober des Gospel Broadcast enthielt wiederum Abschriften aus dem Wachtturm, die den Schreiber Ochoa als den Autor hinstellten. Wie er dies bereits vorher häufig getan hatte, verwendete er sogar unsere Überschrift „The Greater Happiness of Giving“ [engl.] beim Abschreiben aus unserer Ausgabe vom 1. August. In unserem Stoff, der das beglückendere Geben geistiger Nahrung betonte, war Ochoas Danksagung für ihm übersandtes Geld enthalten. Er freut sich, Geld zu empfangen, aber er selbst gibt nur geistig das, was er von anderen empfangen hat. Vielleicht ist die geistige Krippe seiner eigenen Kirche leer. Der Herausgeber Smith muß so denken, warum würde er sonst wissentlich weiterhin ein Komplice bei literarischem Piratentum sein?

      Während dieser Artikel zum Druck gegeben wurde, entdeckten wir den neuesten geistigen Diebstahl im Gospel Broadcast vom 19. November. Er enthielt Wort für Wort den vierseitigen Artikel der Wachtturm-Ausgabe vom 1. April 1953 mit dem Titel „Übermittlung des Wortes Gottes“. Das heißt, Wort für Wort, ausgenommen da, wo Ochoa versäumt hatte, sorgfältig abzuschreiben und drei Zeilen ausließ, was zu Sätzen führte, die keinen Sinn ergaben. Ochoa fand seine Abschreibefehler nicht, noch fand sie Smith noch die Korrekturabteilung. Ähnliche Achtlosigkeit bemerkte man in der Gospel-Broadcast-Ausgabe vom 5. Februar 1953, die dem Wachtturm einen Artikel entnahm, doch einige Abkürzungen machte, um sich dem verfügbaren Raum anzupassen. Dieser Artikel wurde dokumentarisch durch Referenznummern im Text belegt, und am Schluß des Artikels wurden diese Nummern und Quellenangaben aufgeführt. Als sie den Artikel kürzten, wurden einige Referenznummern überflüssig, jedoch am Schluß des Artikels erschienen diese überflüssigen Nummern mit ihren Quellenangaben, genauso wie in dem vollständigen Artikel des Wachtturms. Sie sind sehr flüchtig arbeitende Plagiatoren, Plagiatoren, die keine Grundsätze haben.

      „DURCH DEINE WORTE WIRST DU VERURTEILT WERDEN“

      Jesus sagte: „Durch deine Worte wirst du gerechtfertigt werden, und durch deine Worte wirst du verurteilt werden.“ (Matth. 12:37, NW) So höre man ihre Worte. In dem Gospel Broadcast vom 14. Mai 1953 sagte ihr Schreiber James Lovell: „Unser Wort steht für die Welt nicht über jenem irgendeiner anderen religiösen Gruppe, noch gilt unsere Güte bei der Welt mehr als diejenige irgendeiner anderen religiösen Körperschaft. DIE WELT HAT DAFÜR AUCH KEINEN GÜLTIGEN GRUND, SO ZU HANDELN. Es ist hohe Zeit, daß solche von uns, die sich Christen nennen, zu Gott zurückkehren.“ Wir stimmen damit überein und schlagen vor, gleich damit anzufangen, indem man mit dem Diebstahl geistigen Eigentums aufhört, und unser Wort zu befragen, wenn man von dem eigenen nicht mehr so hoch denkt. „Zuerst ziehe den Sparren aus deinem eigenen Auge, und dann wirst du deutlich sehen, wie du den Strohhalm aus deines Bruders Auge ziehen kannst.“ (Matth. 7:5, NW) In der Ausgabe des Gospel Broadcast vom 25. November 1948 bemerkte Lovell das Wachstum der Zeugen Jehovas trotz Verfolgung und sagte: „Unsere Liebe für Christus und unser Glaube an ihn sind nicht ausreichend, um irgendeine Nation zu einer Art Verfolgung zu bewegen.“ Nachdem er die gewaltige Verbreitung der Literatur der Zeugen Jehovas erwähnt hatte, sagte er: „Viel von dem Zeug, das wir drucken, ist Kehricht, den unsere eigenen Mitglieder weder kaufen noch lesen, geschweige, daß wir sie an andere verkaufen können.“ Er sagte, daß der Druck von der Watch Tower Society durch Mitglieder getan würde, die „für ‚Spesen‘ von $ 10.— pro Monat arbeiten“. Im Gegensatz dazu erwähnte er: „Wir haben einige wenige loyale, geweihte Diener, die sich gegen $ 50.— ‚Spesen‘ auf eine Predigt einlassen. Aber wie bei den Katholiken gibt es dann noch zusätzlich eine ‚Erwartung‘ für die Begräbnispredigt oder den Vollzug einer Trauung!“

      Am 28. Mai des letzten Jahres wehklagte Lovell im Gospel Broadcast über die zwanzig und mehr Spaltungen der Kirchen Christi in Amerika. Er sagte: „Jede kleine Partei ist unter uns von einem Herausgeber angeführt, der entweder persönliche Macht will oder Bücher verkauft … Unsere Einstellung sagt soviel wie, ‚vergiß, was Christus lehrte‘, oder wir wollen solange wie möglich ein Geschäft machen oder Vater einer Partei werden.“ Kein Soldat Christi verwickelt sich unnötig „in die Handelsgeschäfte des Lebens“. Paulus warnt: „Nun ermahne ich euch, Brüder, euer Auge auf die zu richten, welche Spaltungen hervorrufen.“ Auch fragt er: „Besteht der Christus geteilt?“ Eine Kirche, die „gegen sich selbst entzweit ist, kann nicht bestehen“. Eine geteilte Kirche mag sich den Namen der Kirche Christi anmaßen, aber das, was sie tut, zählt und nicht das, was sie sagt: „Nicht jeder, der zu mir sagt: ‚Meister, Meister‘, wird in das Königreich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist.“ (2. Tim. 2:4; Röm. 16:17; 1. Kor. 1:13; Matth. 12:25; 7:21, NW) Ist es doch der Wille Jehovas Gottes, daß Christen davon Abstand nehmen, andere zu belästigen, Kehricht zu drucken, $ 50.— für Predigten zu erheben, ein Geschäft zu machen oder Vater einer Partei zu werden!

      ‚DIE MEINE WORTE STEHLEN‘

      Es ist auch nicht der Wille Jehovas, daß Christen Plagiatoren seien. Falsche Propheten in Israel wollten ihre Lügen mit den wahren Worten Jehovas, die er durch seine treuen Propheten aussprechen ließ, vermengen. Jehovas Urteilsspruch lautete: „Siehe, ich will an die Propheten, spricht Jehova, die einer vom anderen meine Worte stehlen.“ Die gewissenlosen Fälscher mischten wahre Äußerungen hinein, um ihren religiösen Lügen einen verführerischen Wahrheitsklang zu geben. — Jer. 23:30.

      Weiterhin fügten unehrliche Kaufleute im Israel des Altertums dem Wein Wasser zu, um seine Menge zu vergrößern. Jehova gebrauchte die folgende Veranschaulichung für die moralische und geistige Verderbtheit. Er sagte: „Dein Silber ist zu Schlacken geworden, dein edler Wein mit Wasser verdünnt.“ (Jes. 1:22) Schmackhafter Wein gibt Herzensfreude und sollte nicht mit Wasser verfälscht sein. Ebenfalls sollte Gottes Wort nicht verfälscht werden, indem man es mit falschen Glaubensbekenntnissen oder neuzeitlichen Philosophien verquickt. Das hat man jedoch getan, um die Bibel für eine größere Klasse von Menschen annehmbar zu machen, um die verwässerte Botschaft weiter auszubreiten und noch größere finanzielle Gewinne einzubringen. Paulus verwarf das und sagte: „Wir hausieren nicht mit dem Worte Gottes wie viele Menschen“. Er gebrauchte das Wort „hausieren“, um auf unehrliche Kaufleute hinzuweisen, die denen ähnlich sind, auf die in Jesaja 1:22 angespielt wird. Seine Äußerung könnte auch mit folgenden Worten wiedergegeben werden: „Wir sind nicht solche, die mit dem Worte Gottes einen Handel treiben oder aus ihm einen Gewinn schlagen“, oder „Wir sind keine Verfälscher des Wortes Gottes“. Ein wenig später sagt er in seinen Schriften: „[Daher] … benehmen wir uns nicht ungeziemend, sondern wir haben den hinterhältigen Dingen, deren man sich zu schämen hat, entsagt, indem wir nicht in Arglist wandeln, noch das Wort Gottes verfälschen, sondern durch das Kundmachen der Wahrheit uns selbst jedem menschlichen Gewissen vor dem Angesicht Gottes empfehlen.“ — 2. Kor. 2:17, NW, Fußn.; 4:1, 2, NW.

      Wir können nicht begreifen, wie jemand, der ein christlicher Prediger zu sein behauptet, vorsätzlich und regelmäßig literarisches Eigentum stiehlt und es fertigbringt, sein „Gewissen vor dem Angesicht Gottes“ zu empfehlen. Scheint es nicht vielmehr, daß Menschen, die das tun können, „in ihrem Gewissen wie mit einem Brenneisen“ gebrandmarkt und abgebrüht und unempfindlich gegen jedes Schuldbewußtsein sind? Haben Ochoa und Smith somit nicht verfehlt, „den hinterhältigen Dingen, deren man sich zu schämen hat“, zu entsagen? Sind sie nicht dabei geblieben, „in Arglist [zu] wandeln“, indem der eine vortäuscht, etwas zu schreiben und der andere, etwas zu veröffentlichen, das nicht von ihnen stammt? Ihr fortgesetzter Lauf, geistiges Eigentum zu stehlen, erinnert an die Worte: „Sie werden beschämt werden, weil sie Greuel verübt haben. Ja, sie schämen sich keineswegs, ja, Beschämung kennen sie nicht.“ — 1. Tim. 4:2, NW; Jer. 6:15.

      Amos 8:11 lautet: „Siehe, Tage kommen, spricht der Herr, Jehova, da werde ich einen Hunger in das Land senden, nicht einen Hunger nach Brot und nicht einen Durst nach Wasser, sondern die Worte Jehovas zu hören.“ Diese geistige Hungersnot besteht jetzt in den Kirchen der Christenheit, ob sie nun fundamentalistische Gruppen sind, deren Glaubensbekenntnisse auf heidnischen Lehren wie der Dreieinigkeit, dem Fegfeuer und der ewigen Qual beruhen, oder ob sie modernistische Kults sind, die weltliche Philosophien und nicht beweisbare Entwicklungstheorien annehmen. Diese Hungersnot erklärt den moralischen Zusammenbruch und die geistige Blutarmut, die in der Christenheit jetzt so überhand nehmen. Warum sind demgegenüber Jehovas Zeugen im Predigtdienst so eifrig? Warum harren sie so sehr in Verfolgung aus, wie Lovell als Vertreter der Kirchen Christi bemerkt hat? Kann ein Mensch mit Hungerrationen schwere körperliche Arbeit tun? Nein, somit kann auch ein Mensch nicht mit Fleiß predigen und als Christ treu ausharren, wenn man ihm die gesunde geistige Nahrung raubt.

      WARUM EINSPRUCH ERHEBEN?

      Kein ehrlicher Mensch kann literarischen Diebstahl gutheißen. Das verstößt gegen das Gesetz. Aber die Tatsache, daß wir dagegen protestieren, hat noch einen weiteren Grund. Jesus warnte seine Jünger: „Paßt auf und nehmt euch in acht vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer.“ Mit „Sauerteig“ waren falsche religiöse Lehren gemeint. Paulus zeigte, was der Erfolg sein würde, wenn solcher Sauerteig mit der Wahrheit vermengt wird, als er den Grundsatz aussprach: „Ein wenig Sauerteig durchsäuert die ganze Masse.“ Wenn sich Falsches mit Wahrem vermischt, wird die ganze Darbietung verdorben. Es ist genauso, wie wenn man guten Wein mit Wasser verdirbt. Paulus sagte weiter: „Was für Gemeinschaft hat Licht mit Finsternis?“ (Matth. 16:6, 11, 12; Gal. 5:9; 2. Kor. 6:14, NW) Da wir glauben, daß die Lehren der Kirchen Christi falsch sind, heißen wir es nicht gut, daß unsere Aufsätze, die auf Bibelwahrheit gegründet sind, mit ihrem Material zu einem Produkt verarbeitet werden und so zu einem Teil der Masse werden, in der ihr Sauerteig gärt. Außerdem mögen aufrichtige Leser des Gospel Broadcast darin Artikel, die aus unseren Zeitschriften gestohlen wurden, als Wahrheitsbotschaft erkennen. Verständlicherweise würden solche auf jene religiöse Gruppe als die Quelle solcher Wahrheiten sehen und Vertrauen in sie setzen. Dadurch sind sie aber auch den Irrtümern ausgesetzt, die jene Gruppe lehrt.

      Betrachten wir es vom Standpunkt der Kirchen Christi aus: Wenn jene denken, wir seien auf dem falschen Weg und sie hätten recht, warum wollen sie ihre Botschaft mit dem verderben, das sie als unseren Irrtum betrachten? Der schriftgemäße Grundsatz, der in den vorhergehenden Absätzen erklärt wurde, hat ohne Rücksicht darauf Anwendung, was richtig oder falsch ist. Es mag sein, daß sich Ochoa und Smith nicht sicher sind, ob sie auf dem rechten Weg sind. Sicherlich würden sie den Wachtturm und Erwachet! nicht als ihr eigenes Gedankengut abdrucken, wenn sie glaubten, diese Zeitschriften irrten sich. Wenn die Schreiber für das Blatt Gospel Broadcast und sein Herausgeber so unsicher sind, wie können sich die Leser der Führung des Blattes anvertrauen? Leser mögen sich daraufhin fragen, wenn sie jene Artikel lesen: Stammen sie von Predigern der Kirchen Christi, wie vorgegeben wird, oder sind sie vom Wachtturm und Erwachet! abgeschrieben? Wie können Leser sich demnach auf jenes Blatt oder auf seine Schreiber oder auf seinen Herausgeber verlassen?

      Christus sagte: „Seid auf der Hut vor den falschen Propheten, die zu euch in einer Schafskleidung kommen, aber inwendig sind sie raubgierige Wölfe. An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Niemals sammeln Menschen Weintrauben von Dornen und Feigen von Disteln, nicht wahr? Ebenso bringt jeder edle Baum edle Frucht, aber jeder faule Baum faule Frucht; ein edler Baum kann keine faule Frucht tragen, und ein fauler Baum kann auch keine edle Frucht bringen. Jeder Baum, der keine edle Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Wirklich, so werdet ihr jene Menschen an ihren Früchten erkennen.“ (Matth. 7:15-20, NW) Somit ist die Schlußfolgerung dieser Sache einfach die Anwendung dieser Regel, die durch Christus geprägt wurde. Glaubst du, literarischer Diebstahl ist eine edle Frucht von einem edlen Baum? Oder findest du, daß es eine faule Frucht von einem faulen Baum ist? Beantworte dir diese Frage selbst.

      [Fußnote]

      a Von den folgenden Artikeln, die aus dem Wachtturm abgeschrieben wurden, hatten sechs Aufsätze unter dem Titel den Zusatz „Von Antonio Ochoa“. Die übrigen Artikel wurden ihm in den Fußnoten zugeschrieben und außerdem dadurch identifiziert, daß zusammen mit den Aufsätzen sein Bild veröffentlicht wurde. Ochoa hat keine Bedenken, Anerkennung für eine Arbeit entgegenzunehmen, die von anderen getan wurde. Smith scheint ihm diese Ehre willig einzuräumen.

      Datum des Titel der Datum des Wachtturms,

      Gospel Broadcast Aufsätze aus dem abgeschrieben

      wurde

      17. Juli 1952 Sind Päpste fehlbar

      oder unfehlbar? 15. März 1952 [engl.]

      24. Juli Sind Päpste fehlbar

      oder unfehlbar? 15. März 1952 [engl.]

      4. September Konstantins Kreuz 15. Sept. 1952

      16. Oktober Wahre Religion gegen

      falsche Religion 15. April 1952

      8. Januar 1953 Ist Gott für alle Übel

      verantwortlich? 1. Juni 1952

      22. Januar Jetzt wählen, um dann

      zu leben: wie? 15. Mai 1952

      29. Januar Jetzt wählen, um dann

      zu leben: wie? 15. Mai 1952

      5. Februar Die ersten Christen von

      der Welt unbefleckt 1. Mai 1952

      19. Februar Ist Weihnachten christ-

      lich oder heidnisch? 15. Dez.1952 [engl.]

      12. März Hast du hörende Ohren? 15. Mai 1952 [engl.]

      9. April Gottes Volk und 1. Februar und

      die Bibel 1. Januar 1953

      16. April Gottes Volk und die Bibel 1. Januar 1953

      23. April Gottes Volk und die Bibel 1. Januar 1953

      4. Juni Ist die Heilige Messe ein

      schriftgemäßes Opfer? 1. Mai 1953

      11. Juni Ist die Heilige Messe ein

      schriftgemäßes Opfer? 1. Mai 1953

      Zusätzlich schrieb der Gospel Broadcast vom 4. September 1952 aus der Zeitschrift Awake! vom 8. Oktober 1951 [engl.] ab. Der Artikel „War Petrus der erste Papst?“ im Gospel Broadcast vom 28. August 1952 war aus dem Wachtturm vom 15. März 1952 abgeschrieben, wurde aber nicht Ochoa zugeschrieben. Ob das bedeutet, daß ein weiterer Prediger der Kirchen Christi in Ochoas Fußstapfen folgte oder nicht, können wir nicht sagen. Ein Traktat mit dem Titel „Gottes Volk und die Bibel“ von Ochoa wurde aus dem Wachtturm abgedruckt, aber die Herausgeber haben sich dabei nicht namhaft gemacht.

      [Bild auf Seite 164]

      Plagiatorenmühle von Ochoa und Smith

  • Herodes der Große, ein wahnwitziger Mörder
    Der Wachtturm 1954 | 15. März
    • Herodes der Große, ein wahnwitziger Mörder

      DIE Bibel berichtet über die verschiedenen Herrscher namens Herodes nur sehr kurz. Wenn wir die außerbiblische oder weltliche Geschichte in Betracht ziehen, um weiteren Aufschluß zu erhalten, ist es interessant und glaubensstärkend, zu bemerken, wie treffend durch diese kurzen Hinweise in der Schrift die einzelnen Personen namens Herodes charakterisiert werden.

      Die verschiedenen Herrscher namens Herodes und ihre unmittelbaren Vorläufer regierten in Palästina während des größeren Teils des ersten Jahrhunderts vor Christus wie auch des 1. Jahrhunderts n. Chr. Sie waren Idumäer oder Edomiter, deren Volk die makkabäischen Fürsten der Juden im 2. Jahrhundert v. Chr. unterworfen hatte. Zu Anfang des 1. Jahrhunderts v. Chr. wurde ein

Deutsche Publikationen (1950-2025)
Abmelden
Anmelden
  • Deutsch
  • Teilen
  • Einstellungen
  • Copyright © 2025 Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania
  • Nutzungsbedingungen
  • Datenschutzerklärung
  • Datenschutzeinstellungen
  • JW.ORG
  • Anmelden
Teilen