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Ist ein Mönchsleben christlich?Der Wachtturm 1953 | 15. November
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vor Götzen“ beherzigen wollten, von der Welt trennen, weil die Welt voller Götzendienst war. Doch wo lesen wir in der Bibel, daß irgend jemand der Urchristen dies tat? Hätte es da irgendwelche Verfolgung gegeben, wenn sie diesem Laufe gefolgt wären? Natürlich nicht, und die Tatsache, daß sie verfolgt wurden, beweist, daß sie sich nicht körperlich von der Welt trennten.
Die Trappisten legen ein Schweigegelübde ab. Wo aber wird uns in der Heiligen Schrift gesagt, daß wir unsere Zungen nicht gebrauchen dürften? Im Gegenteil werden wir geheißen, den Müden mit einem Wort zu trösten und mit unserem Nächsten die Wahrheit zu reden. Jeder Christ soll Jünger machen aus Menschen von allen Nationen. Als die Gemeinde der Urchristen durch Verfolgungen zerstreut wurde, blieben sie nicht stumm, sondern gingen überallhin und predigten das Wort. Die Sprache ist eine Gabe, und Gott will, daß wir sie gebrauchen, aber natürlich darf damit kein Mißbrauch getrieben werden.
Christus Jesus hat viel gebetet. Einmal brachte er eine ganze Nacht betend zu, und zwar gerade bevor er seine zwölf Apostel auswählte. (Luk. 6:12-16) Und in der Nacht seines Verrats betete er lange und gab seinen Aposteln den Rat, ‚zu wachen und zu beten‘. (Matth. 26:41) Meinte er aber damit, daß wir vier bis sieben Stunden täglich im Gebet verbringen müßten? Kaum, denn er warnte vor nutzloser Wiederholung der Gebete. (Matth. 6:5-8) Er war ein beschäftigter Mann, er mußte viel predigen. Dasselbe taten Paulus und all die anderen ersten Christen. Sie mußten zudem Gottes Wort studieren, um sich zum Predigen recht auszurüsten.
Gott zu lieben, ist uns geboten. Die beste Art, dies zu tun, ist, ihn zu lobpreisen, nicht innerhalb der Mauern eines Klosters, sondern wo andere davon hören und sich ebenfalls der Lobpreisung Gottes anschließen können. Es wird uns gesagt, uns selbst und unsere Nächsten wie uns selbst zu lieben. Wir bekunden keine Liebe zu uns selbst, wenn wir unseren Leib peinigen, indem wir ihm die notwendige Nahrung und Ruhe versagen, und wir können unseren Nächsten nicht wie uns selbst lieben, wenn wir uns von ihm absondern. Wir bekunden die allerbeste Art Nächstenliebe, wenn wir unserem Nächsten durch Predigen kundtun, wer Jehova Gott ist, was sein Vorhaben ist und was sein Königreich herbeiführen wird. (Mark. 12:28-34) Das ist der Kern des Christentums, doch kann es nicht in einem Kloster geschehen. Deshalb ist ein Mönchsleben nicht christlich.
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Wer kennt wahre Anbetung?Der Wachtturm 1953 | 15. November
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Wer kennt wahre Anbetung?
● Im Jahre 1951 wies ein Gerichtshof in Iowa ein Vermächtnis ab, das die Verbreitung der christlichen Religion fördern sollte. Man hatte festgestellt, daß so viele sich widersprechende Ansichten es unmöglich machen, Christentum zu definieren. Kürzlich wurde auch das Testament eines britischen Rechtsanwaltes von einem britischen Gericht abgelehnt. Es besagte, der Empfänger seiner Güter müsse „ein Glied der Kirche Englands und ein Anhänger der Lehre dieser Kirche sein“. Das Gericht entschied, daß es zu viele Auslegungen darüber gäbe, was es heißt, ein Glied der Kirche Englands zu sein, wenn dieses Erfordernis überhaupt eine Bedeutung haben soll. Es entschied, daß es unmöglich wäre, das zu definieren, was die Lehre der Anglikanischen Kirche sei, und folglich auch den Grad, der bestimmt, ob jemand „ein Anhänger“ jener Lehre ist. Natürlich hatten die Apostel kein solches Problem. Sie wußten, was wahre Anbetung war, und definierten sie sehr genau. Es war nur der Hinzufügung, der Entzweiung und der Verwirrung falscher Lehrer, die mit ihren eigenen statt Gottes Gedanken hausieren gingen, zu verdanken, daß sich ein solcher Zustand entwickelte. Selbst jene, die behaupten, Christus zu folgen, wissen nicht mehr mit Sicherheit, welchen Weg er ging! Sie könnten es zwar feststellen, indem sie die menschlichen Ideen abtun und zu dem einen Buche zurückkehren, das zuverlässig berichtet, was er predigte und tat. Aber zu viele sind mit Kleinigkeiten zu sehr beschäftigt, um sich hierfür Zeit zu nehmen. So verwenden sie weiter den Namen „Christ“ und gehen dabei auf allen möglichen entgegengesetzten Wegen.
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