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Sind Arzneimittel unbedenklich?Erwachet! 1976 | 22. Mai
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besonders die schädigenden Wirkungen bestimmter säurebindender Präparate hervor. Ist es angebracht, diese Mittel gelegentlich zu verwenden? Ja. Aber regelmäßig? Nein.
Und da alle Arzneimittel potentielle Nebenwirkungen haben, sagt uns der gesunde Menschenverstand, nicht zu Arzneimitteln Zuflucht zu nehmen, wenn andere Heilmittel ausreichen würden. Dies trifft zum Beispiel bei Verstopfung zu. Viele Menschen brauchen von Zeit zu Zeit ein Abführmittel. Ständiger Gebrauch kann aber schaden, so daß man lieber einige praktische Maßnahmen erwägen sollte, statt zu Arzneimitteln zu greifen, so die Gewöhnung des Körpers an regelmäßigen Stuhlgang, eine richtige Ernährung und regelmäßige Bewegung. Ein bekannter Arzt vertritt die Ansicht, diese praktischen Maßnahmen würden bei 95 Prozent der Menschen, die an Verstopfung leiden, ausreichen. Sie könnten deshalb „mit einem Minimum an Medikamenten und einem Maximum an gesundem Menschenverstand“ behandelt werden.
Es steht also fest, daß man Vorsicht walten lassen und seinen gesunden Menschenverstand gebrauchen muß, wenn man Arzneimittel einnimmt. Sie können Wohltäter sein und sogar Leben retten; aber man denke auch daran, daß sie Schaden verursachen können. Menschliche Leiden werden auf die Dauer erst geheilt werden, wenn Jesus Christus in der gerechten neuen Ordnung Gottes seine Kraft zur Heilung aller menschlichen Gebrechen anwendet (2. Petr. 3:13; Matth. 15:30, 31; Offb. 21:3, 4).
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Ost-Berlin und seine Schätze aus dem Vorderen OrientErwachet! 1976 | 22. Mai
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Ost-Berlin und seine Schätze aus dem Vorderen Orient
Vom „Awake!“-Korrespondenten in der Bundesrepublik Deutschland
OST-BERLIN — Woran denkt man, wenn man dieses Wort hört? Lediglich an einen modernen europäischen Staat unter kommunistischer Regierung, in dem der Atheismus vorherrscht?
Weniger bekannt ist, daß es in Ost-Berlin reiche Sammlungen vorderasiatischer Altertümer gibt, von denen einige den Bericht der Bibel bestätigen. Diese Schätze befinden sich in dem berühmten Pergamonmuseum, das nach dem Britischen Museum und dem Louvre die drittgrößte Sammlung dieser Art hat.
Wir laden nun zu einem lehrreichen Rundgang durch die Schätze dieses Museums ein. Stücke aus Pergamon selbst sollen den Anfang bilden.
Funde aus dem alten Pergamon
In dem Museum steht eine Nachbildung eines Zeus-Altars, der als der „Pergamonaltar“ bekannt ist. Der eigentliche Brandopferaltar befindet sich in einer Einfassung auf dem „Altargebäude“. Um zu dem Altar zu gelangen, muß man 24 Stufen einer 20 Meter breiten Treppe emporsteigen, wie wenn man sich einem Thronsaal nähern würde. Zu beiden Seiten der Treppe befinden sich Steinreliefs mit Darstellungen mythischer Gestalten. Doch weshalb ist dieses Zeugnis alter heidnischer Religion heute noch von Interesse?
Dr. Elisabeth Rohde, die maßgeblich am Wiederaufbau des Altars beteiligt war, sagt dazu in ihrem Buch Pergamon — Burgberg und Altar (Berlin [Ost] 1972): „Das älteste Schriftzeugnis für den Altar glaubt man in den Worten des Evangelisten Johannes zu besitzen.“ Welche „Worte“ des Apostels Johannes hatte die Verfasserin im Sinn?
Offenbar dachte sie an das, was die Bibel in Offenbarung 2:12, 13 sagt: „Und dem Engel der Versammlung in Pergamon schreibe: ... ,Ich weiß, wo du wohnst, nämlich da, wo der Thron des Satans ist; und doch hältst du weiterhin an meinem Namen fest, und du hast deinen Glauben an mich nicht verleugnet, auch nicht in den Tagen des Antipas, meines Zeugen, des treuen, der an eurer Seite, dort, wo der Satan wohnt, getötet wurde.‘“
War der Thronaltar des Zeus der Grund dafür, daß die Heilige Schrift sagt, „der Thron des Satans“ sei in Pergamon gewesen? Frau Dr. Rohde fährt fort:
„Leider muß hier die Frage offenbleiben, ob das frühe Christentum mit ,des Satans Stuhl‘ den alten, in einer Tradition verankerten und in dieser weiterlebenden Götteraltar meinte, oder ob sich dieser Ausspruch nicht eher auf den in Pergamon sehr geachteten, den Christen aber verhaßten Augustusaltar bezog, an dem diese zum Kaiseropfer gezwungen wurden.“
Als nächstes lohnt es sich, den „Burgberg“ von Pergamon zu besichtigen. Beim Betrachten der Nachbildung können wir feststellen, daß in dieser Stadt des Altertums ein reger Herrscherkult getrieben wurde. So befindet sich in dem Athene-Nationalheiligtum eine Statue, die Attalos I., König von Pergamon, darstellt. Aus einer Inschrift geht hervor, daß ein Altar zu diesem Heiligtum gehörte. Auf dem Burgberg steht auch ein Tempel, den der römische Kaiser Trajan zu bauen begonnen hatte und der von seinem Nachfolger Hadrian beendet wurde. Beiden wurde dort göttliche Verehrung dargebracht. Außerdem befindet sich auf der Theaterterrasse ein ionischer Tempel, der dem Kaiser Caracalla (Marcus Aurelius Antoninus) geweiht ist.
Welche Macht die heidnische Religion im alten Pergamon hatte, zeigt sich auch in dem Saal mit den Statuen. Eine Statue stellt Äskulap, den Gott der Heilkunde, dar, den man in einem Tempel in Form einer lebenden Schlange verehrte. Eine andere Statue zeigt Aphrodite, die Göttin der Schönheit und der Sinnlichkeit, auf einer Schildkröte. Darüber hinaus findet man die große „Göttermutter“, Demeter, die ägyptische Isis und viele andere griechische, römische und kleinasiatische Gottheiten.
Man kann wirklich sehen, daß die Christen in Pergamon starkem Druck ausgesetzt waren, ‘ihren Glauben an Jesus Christus zu verleugnen’.
Ein Blick auf Babylon
Ein weiteres Schaustück des Pergamonmuseums ist die Nachbildung der Prozessionsstraße, die Nebukadnezar II. für den Gott Marduk in Babylon anlegen ließ. Ein Pflasterstein, der von dieser Straße stammt, trägt die Inschrift: „Nebukadnezar, König von Babylon, Sohn Nabupolossars, König von Babylon, bin ich. Die Babelstraße habe ich für die Prozession des großen Herren Marduk mit Schadu-Steinplatten gepflastert.“
Stellen wir uns vor, wir gingen auf dieser Straße entlang zum Ischtar-Tor. Zu beiden Seiten der Straße erheben sich massive Festungsmauern. Man kann sich vorstellen, wie schwer es für feindliche Streitkräfte gewesen wäre, durch diese Straße Eingang in Babylon zu finden. Professor Robert Koldewey, der die Ausgrabungen in Babylon leitete, sagt dazu in seinem Buch Das wieder erstehende Babylon (Leipzig 1913):
„Wenn die Verteidiger auf diesen Mauern standen, so war die Straße für den Feind ein Todesweg. Dieser Eindruck von Schrecken und Entsetzen auf den Angreifer, den die Mauern an sich
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