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Ist der Rosenkranz christlich?Der Wachtturm 1958 | 1. September
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Sünde reinigt“. Und „wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, so daß er uns unsere Sünden vergibt und uns von aller Ungerechtigkeit reinigt“. — 1. Joh. 1:7, 9, NW.
Das Beten des Rosenkranzes, bei dem das Ave-Maria dreiundfünfzigmal gesprochen wird, steht in krassem Widerspruch mit den Worten Jesu, der ausdrücklich sagte, daß man „nicht immer und immer wieder dasselbe“ sagen sollte. Die Tatsache, daß der Rosenkranz außerhalb der angeblich christlichen Länder so stark verbreitet ist, läßt darauf schließen, daß er heidnischen Ursprungs ist. Und dasselbe ist auch von der damit in Verbindung stehenden Verehrung Marias zu sagen, von der Gewährung von Ablässen für das Beten des Rosenkranzes und von der Behauptung, daß es Siege bewirkt habe und daß dadurch die Leiden im Fegefeuer gelindert würden. Nichts von alledem wird durch die Heilige Schrift gestützt, jedoch finden wir Parallelen dafür in den heidnischen Religionen.
Kann man also angesichts all dieser Tatsachen sagen, der Rosenkranz sei christlich? Nein, das kann man nicht!
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Katholisches Schäfchen von unaufrichtigem Hirten angewidertDer Wachtturm 1958 | 1. September
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Katholisches Schäfchen von unaufrichtigem Hirten angewidert
SIE war ein junges, zutrauliches katholisches Schäfchen, das verschiedene Bekenntnisschulen absolviert hatte. Nachdem ein Zeuge Jehovas, der mit ihr ein Bibelstudium durchführte, sie das dritte Mal besucht hatte, erkannte sie, daß das, was man sie in ihrer Kirche gelehrt hatte, nicht in Übereinstimmung war mit der Bibel, und sie wollte den Grund dafür wissen. Sie erfuhr den Grund: Weil ihre Kirche sich mehr auf die Überlieferung stützte als auf die Bibel. Mit dieser Erklärung war sie zufrieden, bemerkte aber, daß sie in der Bibel nicht bewandert sei, und sie könnte erst überzeugt werden, wenn der Zeuge mit ihr zum Priester gehe, damit sie seine Ansichten über diese Dinge hören könne.
Der Zeuge war einverstanden, und so suchten die beiden den Priester auf. Dieser fragte den Zeugen zuerst, ob er irgendeinen akademischen Grad oder ein Diplom als Geistlicher habe. Der Zeuge antwortete ihm mit der Gegenfrage, ob er denke, daß dies unbedingt nötig sei, angesichts der Tatsache, daß die ersten Jünger Jesu nichts Derartiges besessen hätten. Er gab zu, daß dies nicht notwendig sei.
Der Priester wies zuerst auf die Worte hin, die Jesus bezüglich des Felsens an Petrus gerichtet hatte, und wollte damit beweisen, daß die katholische Kirche die wahre Kirche sei. Der Zeuge widerlegte seine Ansicht, indem er zeigte, daß Jesus mit dem Felsen sich selbst gemeint hatte. Der Priester war damit nicht einverstanden und griff andere Themen auf, wie die Hölle, die Seele und die Wehrdienstfrage. Schließlich kam er nochmals auf die Worte zurück, die Jesus zu Petrus gesprochen hatte. Der Zeuge nahm darauf die Diaglott-Bibel (die den griechischen und englischen Text des „Neuen Testaments“ enthält) hervor, um zu zeigen, daß Jesus mit dem Felsen, auf den er seine Kirche baut, nicht Petrus gemeint haben konnte, da Jesus, als er von Petrus und dem Felsen sprach, Wörter verschiedenen Geschlechts verwandte.
Der Priester nahm ihm die Diaglott-Bibel aus der Hand und sagte, er wolle ihm nun zeigen, da er Griechisch lesen könne, daß sich die Worte Jesu auf Petrus bezögen. Da er den Text nicht finden konnte, fing er an, hin und her zu raten, wo er wohl stehe, aber der Zeuge sagte es ihm nicht, sondern fragte ihn, ob er wirklich nicht wisse, wo der Text stehe, auf den sich seine Kirche so sehr stütze, um zu beweisen, daß sie die wahre Kirche sei. Der Priester sagte, er wisse es, hörte auf zu blättern und begann zu lesen.
Als der Zeuge ihn fragte, ob er nun das lese, was Jesus bezüglich des Felsens zu Petrus gesagt habe, erwiderte der Priester: „Ja.“ Doch als der Zeuge aufstand und dem Priester über die Schulter blickte, fingen dessen Hände an zu zittern — kein Wunder, denn wie der Zeuge sah, tat der Priester so, als ob er die besagten Worte Jesu an Petrus aus Markus, Kapitel vier, lesen könnte — dabei sind sie in Matthäus 16:18 aufgezeichnet! Der Zeuge sagte dem Priester direkt ins Gesicht, daß er etwas vortäuschen wollte, und schlug dem katholischen Mädchen vor, in Anbetracht der Sachlage lieber fortzugehen.
Als der Zeuge und die angewiderte junge Katholikin weggingen, sagte der Priester: „Ich möchte kein Zeuge Jehovas sein, selbst wenn die ganze Welt beweisen würde, daß sie recht haben!“, worauf der Zeuge erwiderte: „Auch wenn es die Bibel beweisen würde?“ „Jawohl“, erwiderte der Priester, „auch wenn es die Bibel beweisen würde.“
Die zweistündige Unterredung hatte zur Folge, daß dieses katholische Mädchen die Verbindung mit seiner Kirche löste, das Studium der Bibel fortsetzt und die Versammlungen der Zeugen besucht.
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