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Warum schließen katholische Schulen?Erwachet! 1972 | 8. Januar
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In Pueblo wurden keine Schulen zusammengelegt, als alle zwölf katholischen Schulen schlossen und man von über 2 600 Schülern erwartete, daß sie in öffentliche Schulen gingen. Zusammenlegungen bilden die Ausnahme, nicht die Regel.
Und die Zukunft?
Die Geldfrage bildet weiter das unmittelbare Problem. Woher werden in Zukunft die Mittel kommen?
Geistliche haben gehofft, daß sie zum großen Teil von der Bundesregierung oder der Regierung des betreffenden Staates kommen würden. Diese haben bereits Hilfe geleistet. Die Gesetzgebung der Bundesregierung, und zwar das Gesetz über die Elementar- und Sekundarschulausbildung vom Jahre 1965, gestattete, Kindern aus Familien mit niedrigem Einkommen finanzielle Hilfe zu gewähren, ob sie nun eine öffentliche oder eine private Schule besuchten.
Verschiedene Staaten haben unter anderem für kostenlose Busbeförderung, nichtkirchliche Lehrbücher und gewisse Beihilfen für die Gehälter der Lehrkräfte an Konfessionsschulen gesorgt. Das Oberste Bundesgericht der Vereinigten Staaten entschied jedoch am 28. Juni 1971, daß viele solcher staatlichen Maßnahmen verfassungswidrig seien. Nur durch weitere Gerichtsverfahren wird entschieden werden, ob irgendwelche staatlichen Programme bestehenbleiben dürfen.
Auf jeden Fall handelt es sich bei der Schließung der katholischen Schulen nicht nur um ein finanzielles Problem. Es ist vielmehr ein weiteres Anzeichen für das nachlassende Interesse vieler Katholiken an ihrer Kirche und deren Einrichtungen.
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Eine interessante UnterhaltungErwachet! 1972 | 8. Januar
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Eine interessante Unterhaltung
AUF einem spanischsprachigen Kongreß der Zeugen Jehovas in Miami (Florida) erzählte ein Prediger, der in seiner weltlichen Arbeit als freiberuflicher Unternehmer tätig ist, von einer Unterhaltung, die er einige Monate vorher geführt hatte. Ins Deutsche übersetzt, lautete sein Bericht im wesentlichen wie folgt:
„Im Oktober war ich dabei, die letzten Arbeiten an einigen Büros zu machen, die ich für eine ärztliche Klinik gebaut hatte. Es kamen einige Männer durch die Vordertür herein und unterhielten sich offen darüber, wie nett die Menschen in Spanien sind. Ich sagte zu ihnen, ich hätte sechs Monate lang in Madrid (Spanien) gewohnt, und einer von ihnen fragte:
,Wie kamen Sie in Madrid zurecht?‘
Ich erwiderte: ,Obwohl ich dort allein ankam, haben sich gleich viele Brüder um mich gekümmert.‘
‚Was für Brüder?‘ wollte der Mann wissen.
,Christliche Brüder‘, erwiderte ich.
‚Oh, Sie sind Christ?‘ fragte er.
‚Ja‘, antwortete ich, ,und zwar bin ich ein Zeuge Jehovas.‘
Er fuhr fort: ,Was Sie nicht sagen, chico. Es freut mich, Sie kennenzulernen. Ich bin „Pater Andres“.‘
Nachdem ich mich vorgestellt hatte, meinte er: ,Ich möchte Ihnen sagen, daß ich Jehovas Zeugen gut kenne.‘
Darauf sagte ich: ,So? Sagen Sie mir doch, was Sie von ihnen halten.‘
‚Wissen Sie, ich habe meine eigenen Gedanken über die Religion, obwohl ich Priester bin. Ich habe von Jehovas Zeugen eine hohe Meinung. Und ich glaube und verheimliche es auch nicht, daß, wenn es heute auf Erden eine Menschengruppe mit dem Eifer des wahren Christentums und mit den charakteristischen Merkmalen christlicher Märtyrer gibt, die den Willen Gottes so tun, wie es die Bibel sagt, diese Gruppe die Zeugen Jehovas sind.‘
Überrascht, dies von einem Priester zu hören, fragte ich: ,Wenn Sie also wissen, daß das, was wir tun, richtig ist, warum tun Sie es dann nicht?‘
Er erwiderte: ,Sie wissen ja, wie es ist: das Interesse am eigenen Ich. Es ist nicht leicht, den Glauben zu wechseln. Aber ich möchte Ihnen sagen, daß ich Ihre Zeitschrift lese.‘
Ich sagte: ,Sie lesen also Erwachet!‘
,Nein, nicht Erwachet!‘ erwiderte er. ,Ich lese den Wachtturm, oder, besser gesagt, ich studiere ihn.‘
,Was sagen Sie? Sie studieren ihn?‘
Er antwortete: ,Ja, das ist die Zeitschrift, die ich verwende, das heißt ihre Artikel, um jeden Sonntag in meiner Kirche die Predigt zu halten.‘
Darauf sagte ich: ,Dann gefällt Ihnen also Der Wachtturm.‘
Der Priester sagte: ,Meiner Meinung nach ist das, was darin steht, die wahre Erklärung der Bibel.‘
Da ich die Bedeutung dessen, was er sagte, erkannte, bot ich ihm an, ihm bei einem regelmäßigen Studium und einer Untersuchung der Bibel zu helfen. Gerade in jenem Augenblick wurde jedoch über den Lautsprecher durchgegeben, daß der Arzt auf diesen Priester wartete. Obwohl ich keine Gelegenheit hatte, wieder mit ihm zusammenzukommen oder mit ihm zu sprechen, befriedigt es einen, zu wissen, daß der deutliche Klang der biblischen Wahrheit leicht erkennbar ist, selbst für Priester.“
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