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Der Kampf um höhere LöhneErwachet! 1970 | 22. Oktober
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um deren Kommen die Nachfolger Jesu beten sollten. — Matth. 6:9, 10.
Nein, die Hoffnung auf eine solche Regierung ist nicht unbegründet, eine solche Regierung wird nicht erst in ferner Zukunft vielleicht einmal Wirklichkeit werden. Die Prophezeiungen der Bibel zeigen, daß die Zeit, da Gottes Weltregierung über die ganze Erde herrschen wird, nahe herbeigekommen ist. Wenn sie die Erde regieren wird, wird niemand mehr um höhere Löhne kämpfen müssen, denn in der Bibel lesen wir über Gott: „Du tust deine Hand auf und sättigst alles Lebendige nach Begehr.“ — Ps. 145:16.
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Warum tickt sie?Erwachet! 1970 | 22. Oktober
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Warum tickt sie?
WARUM tickt die Uhr? Fast jeder kleine Junge und vielleicht auch manches kleine Mädchen hat sich das schon gefragt. Könntest du ihre Frage beantworten?
Die Uhr tickt öfter, als du vielleicht denkst. Hast du gewußt, daß sie im Durchschnitt 18 000mal in der Stunde tickt? Das ist fünfmal in der Sekunde, 300mal in der Minute, 432 000mal am Tag — und etwa 13 000 000mal im Monat!
Die ersten Uhren
Mechanische Uhren gibt es erst seit verhältnismäßig kurzer Zeit, verglichen mit anderen Methoden der Zeitmessung. Zuerst hat der Mensch wahrscheinlich die Zeit gemessen, indem er die Sonnenbewegung beobachtete oder indem er die Winkel der Schatten maß, die die Bäume warfen. Schließlich führte man Sonnenuhren ein. Diese Geräte zeigen die Zeit durch den Schatten an, der von dem Stab, der von der Sonne beschienen wird, auf ein Zifferblatt fällt. Doch mit dieser Uhr konnte man nachts oder bei bewölktem Himmel nichts anfangen.
Der Mensch brauchte offensichtlich einen anderen Zeitmesser. Viele alte Völker benutzten eine Wasseruhr, auch Klepsydra (Wasserdiebin) genannt. Es gab sie in vielen Ausführungen; aber das Prinzip, auf dem diese Uhr beruhte, war überall gleich. Diese Uhr maß die Zeit, indem Wasser oder eine andere Flüssigkeit von einem Gefäß in ein anderes floß. Im Innern der Gefäße maßen Skalen die Höhe des Wasserspiegels, und so zeigte dieses Gerät die verstrichene Zeit an.
Im 14. Jahrhundert wurden dann in Europa die ersten mechanischen Zeitmesser gebaut. Sie waren den anderen weit überlegen. Im Jahre 1510 baute der Nürnberger Schlosser Peter Henlein die erste tragbare Federuhr. Sie war aber noch so schwer, daß man sie an einem Gurt an der Hüfte tragen mußte.
Aber die ersten tragbaren Uhren waren nicht nur unhandlich, sie gaben auch die Zeit nur ungenau an. Sie hatten nur einen Stundenzeiger. Doch man verbesserte diese Taschenuhr immer mehr, und schließlich fertigte man Präzisionsuhren an. Die ersten Uhren hat man in Handarbeit hergestellt.
Seit etwa der Mitte des letzten Jahrhunderts werden die Uhren in Fabriken zusammengebaut oder hergestellt. Im Laufe der Jahre hat man die Herstellungsmethoden immer mehr verbessert, so daß man heute Uhren herstellen kann, die die Zeit sehr genau anzeigen.
Jetzt kann man Uhren anfertigen, die in einen zierlichen Damenfingerring passen. Die Schrauben, die man dafür verwendet, sind so winzig, daß Tausende in einem Fingerhut Platz haben. Einige Löcher, in denen sich die Radzapfen drehen, sind so klein, daß nicht einmal ein Menschenhaar hineinpaßt!
Wie sie funktioniert
Wie funktioniert eine mechanische Uhr? Wie mißt sie die Zeit? Warum tickt sie?
Du könntest eine Spule, um die ein Faden gewickelt ist, an die Wand nageln, damit du dir besser vorstellen kannst, wie eine Uhr läuft. Klebe dann einen Zahnstocher an die Seite der Spule. Dieser Zahnstocher ist der Minutenzeiger. Ziehe jetzt langsam am Faden der Spule. Jetzt dreht sich die Spule und der an der Spule befestigte Zahnstocher — der Minutenzeiger. Ziehst du den Faden mit der richtigen Geschwindigkeit, dreht sich der Minutenzeiger in der Stunde einmal vollständig herum. Mit diesem Instrument kannst du nun die Zeit messen — wenn es auch sehr einfach ist.
Eine mechanische Uhr arbeitet im Grunde genommen genauso. Sie bewegt die Zeiger mit der richtigen Geschwindigkeit über das Zifferblatt und teilt den Tag in Sekunden, Minuten und Stunden ein. Doch der Mechanismus, der dafür sorgt, daß sich die Zeiger mit der richtigen Geschwindigkeit bewegen und daß sie richtig aufeinander abgestimmt sind, ist wirklich kompliziert.
Als erstes braucht die Uhr einen Antrieb, der die Zeiger bewegt. Im obigen Beispiel bekam dieser Antrieb seine Energie, indem du am Faden zogst. Dadurch drehte sich die Spule und gleichzeitig der Zahnstocher oder der Minutenzeiger. Bei einer gewöhnlichen Uhr besteht der Antrieb aus der Antriebfeder, einem dünnen, bandähnlichen Stück hochwertigem Stahl.
Die Antriebfeder liegt in dem Federhaus, dessen äußerer Rand gezahnt ist. Man speichert Energie in der Antriebfeder, indem man die Uhr aufzieht. Die Feder ist so im Federhaus befestigt, daß sich das Federhaus mitdreht, während die Feder sich zu entspannen sucht.
Das sich drehende Federhaus treibt wiederum mehrere andere Räder. Diese Räder bezeichnet man als „Räderwerk“. Einige Räder sind mit dem Sekunden-, Minuten- und dem Stundenzeiger verbunden. Die Zeiger bewegen sich mit der richtigen Schnelligkeit und zeigen die Zeit an, weil die Anzahl der Radzähne, die Größe der Räder und die Geschwindigkeit ihrer Bewegung in einem bestimmten Verhältnis zueinander stehen.
Doch wie sorgt man dafür, daß die Räder sich so schnell bewegen, daß sie die Zeit richtig anzeigen?
Dafür sorgt die „Hemmung“, das Herz und Gehirn der Uhr. Die Genauigkeit der Uhr hängt von ihrer Präzision ab, von ihrer Qualität und ihrem Zustand. Vielleicht kannst du dir besser vorstellen, wie die Hemmung arbeitet, wenn wir uns wieder dem Beispiel von der Fadenspule zuwenden, die an der Wand befestigt ist.
Nehmen wir an, du schnittest jetzt Zähne in den äußeren Rand der Spule. Unter der Fadenspule befestigst du dann an der Wand eine besondere Gabel, die mit einem Pendel versehen ist. Die Gabel befestigst du, indem du einen Nagel durch ihren Drehpunkt schlägst. Nagele die Gabel so an, daß ihre beiden Klauen in die Zähne der Spule greifen.
Wenn du jetzt am Faden ziehst, wird ein Zahn der Spule die eine Klaue der Gabel (des Ankers) von der Spule fortschieben, und das Pendel wird sich nach der Seite bewegen. Dadurch schiebt sich die andere Klaue vor einen Zahn der Spule. Wenn du den Faden weiterhin ziehst, schwingt das Pendel zurück, und die erste Klaue des Ankers stellt sich vor den nächsten Zahn des Spulenrades. Während diese Teile ineinandergreifen und sich trennen, entsteht ein rasches Ticken. Deine Uhr tickt gewöhnlich fünfmal in der Sekunde.
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