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Wie man Farben für sich arbeiten läßtErwachet! 1977 | 8. April
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mit der Ergänzung der mittleren kombiniert. Hat man beispielsweise benachbarte Farben wie Grün, Gelbgrün, Gelb, Gelborange und Orange ausgewählt, so wäre die sechste Farbe Violett, die Ergänzung der mittleren Farbe (in diesem Fall Gelb).
Wie steht es mit Abwandlungen von ein und derselben Farbe? Solche Variationen erzielt man, indem man eine Farbe mit einem neutralen Farbstoff, entweder Weiß oder Schwarz, dämpft. In einem solchen Fall ist es nützlich, sich eines „Farbdreiecks“ zu bedienen. Was versteht man darunter? „Ein Farbdreieck“, so heißt es in dem Nachschlagewerk The World Book Encyclopedia, „hat in einer Ecke einen Farbpunkt, in einer anderen einen schwarzen und in der dritten Ecke einen weißen Punkt. Mischt man eine Farbe aus dem Farbrad, zum Beispiel Rot, mit Weiß, so erhält man eine Aufhellung — nämlich Rosa. Bei der Vereinigung von Rot mit Schwarz entsteht eine Schattierung — Kastanienbraun. Und wenn man Rot sowohl mit Schwarz als auch mit Weiß vermischt, ergibt sich eine Tönung — ein blasses Rot.“ Ein solches Farbdreieck kann ähnlich aussehen wie das auf Seite 17 abgebildete.
Wie wird es verwendet? „In einem Farbdreieck“, so fährt das erwähnte Nachschlagewerk fort, „bilden die Farben, die auf einer Linie liegen, miteinander gefällige Kombinationen. Eine reine Farbe harmoniert mit Aufhellungen und mit Weiß, mit Schattierungen und Schwarz oder mit Tönungen und Grau. Eine Aufhellung verträgt sich gut mit einer Tönung und mit Schwarz, ebenso wie eine Schattierung gut zu einer Tönung und zu Weiß paßt. Zusammenstellungen aus Aufhellungen, Schattierungen oder Tönungen harmonieren ebenfalls gut.“
Wußtest du, daß Farbe sogar ein Zimmer größer oder kleiner erscheinen lassen kann, als es in Wirklichkeit ist? Eine Expertin für Innenarchitektur, Florence Byerly, schreibt:
„Die Farbgebung kann die scheinbare Größe eines Raumes ändern. Sie kann gleichermaßen Gegebenheiten des Raumes verbergen oder hervorheben. Einen Raum kann man größer erscheinen lassen, wenn man ihn mit einer blassen, kühlen Farbe streicht. Die Wände scheinen dann zurückzuweichen oder sich zu entfernen. Kleiner läßt man einen Raum erscheinen, indem man eine leuchtende Farbe verwendet, die den Eindruck erweckt, daß sie sich nach vorn bewegt oder auf den Betrachter ‚zuspringt‘. Man kann einen sperrigen Stuhl ,verschwinden‘ oder kleiner erscheinen lassen, wenn man ihn mit derselben Farbe versieht wie den Hintergrund. Einen Gegenstand oder einen Bereich kann man hervorheben, indem man kontrastierende Farben verwendet. Beispielsweise sehen weiße Teller, die in einem weißen Schrank verloren wirken, in einem Schrank, der mit grünem Material ausgelegt ist, sehr auffällig aus.“
Hast du schon einmal versucht, mit Hilfe von irgendeiner dieser beschriebenen Methoden Farben für dich arbeiten zu lassen? Sofern du das zu tun beabsichtigst, gilt es, noch etwas anderes zu beachten, was man in Verbindung mit Farben wissen sollte. Worum handelt es sich?
Die psychologische Wirkung von Farben
Farben haben eine bemerkenswerte psychologische Wirkung und können für gute Zwecke eingesetzt werden. „Aufgrund unserer Arbeit“, bemerkte der Farbenexperte Faber Birren, „haben wir festgestellt, daß der Mensch in einer farbenfrohen Umgebung ganz anders als in einer eintönigen reagiert, obwohl er sich dessen vielleicht nicht bewußt ist. Die natürliche Lebensbedingung für den Menschen besteht in einer ständigen Abwechslung der Umgebung — des Lichts, der Farben und der Formen. Es gibt nichts in der Natur, was man als eintönige Umgebung bezeichnen könnte. Heute wissen wir, daß die Intelligenz von Kindern in einer monotonen Umgebung tatsächlich degeneriert.“ Welche Wirkung haben daher die grundlegenden Farben?
Rot und Orange gehören zu den „warmen“ Farben. Sie sind lebendig und tragen dazu bei, Gefühlsregungen hervorzurufen und bestimmte Körperfunktionen anzuregen. Gemäß dem Buch The Art of Color and Design wird durch rotes Licht „der Puls beschleunigt und der Blutdruck erhöht“. Personen, die Rot bevorzugen, sind oft impulsiv und energisch, haben eine starke Persönlichkeit und ein heftiges Verlangen nach Tätigkeit und Erfolg. Rot und Orange können bei richtiger Verwendung anregend wirken, bei übertriebener Verwendung dagegen rufen sie Spannung hervor.
Eine andere warme Farbe ist Gelb. Ein strahlendes, klares Gelb erinnert einen an die Sonne und ist munter, fröhlich und lebendig. Die dunkleren und die grünlichen Gelbtöne hingegen sind nicht beliebt. Bei vielen wecken sie die Vorstellung von Krankheit, Feigheit, Neid und Treulosigkeit. Stehen diese Gelbtöne jedoch zu anderen Farben im richtigen Verhältnis, dann tragen sie zu einem wunderbaren Gesamteffekt bei.
Die „kalten“ Farben, zu denen die Violett-, Blau- und Grüntöne gehören, sind ruhig und gelassen. Sie haben auf den Menschen eine beruhigende Wirkung. Man hat herausgefunden, daß blaues Licht im Gegensatz zum roten Licht den Puls dämpft und den Blutdruck verringert. Hellblau wirkt besänftigend, da es an den blauen Himmel und an das Wasser von Flüssen und Seen erinnert. Hellgrün ist ebenfalls eine ruhige Farbe, da es in einem die Vorstellung weckt, man befinde sich im Freien. Solltest du mehr den Wunsch haben, ein ruhiges, spannungsfreies Leben zu führen, dann bevorzugst du wahrscheinlich diese Farben.
Florence Byerly gibt zum Auswählen von Wandfarben folgenden Rat: „Wenn man sich eine Wandfarbe aussucht, versucht man am besten, die größtmöglichen Farbmuster zu erhalten. Heften Sie mehrere Muster in der Nähe von Vorhängen an die Wand. Betrachten Sie sie sowohl bei Tageslicht als auch bei künstlichem Licht. Denken Sie daran, daß der Eindruck einer Farbe von der Umgebung bestimmt wird. Die wahre Farbe eines feinen, matten Musters wird offenbar, wenn man es neben ein weißes Papier legt.“
Die Farben gehören zu den besonderen Segnungen, die die Menschheit dem Licht, einer Gabe Gottes, zu verdanken hat. „Die Farben gehören zu den natürlichen Freuden dieser Welt“, bemerkt Faber Birren. „Sie gehorchen Naturgesetzen und sind nicht eine Ausnahmeerscheinung, und von ihnen hängt es weitgehend ab, wie angenehm das Leben ist.“ Warum solltest du dir angesichts dessen — damit du mehr Freude hast — nicht die Zeit nehmen, Farben für dich arbeiten zu lassen?
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„Tansam“ — Eine Wohltat für die Wirtschaft AfrikasErwachet! 1977 | 8. April
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„Tansam“ — Eine Wohltat für die Wirtschaft Afrikas
Vom „Awake!“-Korrespondenten in Sambia
ICH war dabei. Und ich kann versichern, daß das, was sich im Oktober 1975 im Süden Sambias in Kapiri Mposhi zutrug, für alle Anwesenden ein begeisterndes Ereignis war. Tausende von Sambiern und viele Chinesen hatten sich zu diesem besonderen Anlaß eingefunden. Worin bestand die Attraktion? In der Sonne Sambias blinkte eine blaue Diesellokomotive mit einer Reihe neuer Waggons. Die Zuschauermenge war zusammengekommen, um zu sehen, wie sich der Zug der einzigartigen, unter dem Namen „Tansam“ bekannten Eisenbahn (da sie die Länder Tansania und Sambia miteinander verbindet) auf seine erste Fahrt begab. Die neue Bahnlinie fahrt von Kapiri Mposhi zu dem tansanischen Hafen Daressalam und hat eine Länge von 1 850 Kilometern.
Es war wirklich ein aufregender Anlaß. Schon Wochen vor der offiziellen Eröffnung der Eisenbahnlinie brachten die Zeitungen fast täglich Artikel darüber, was transportiert werden würde, welchen Vorteil das für Sambia hätte und wie weit die Arbeiten vorangeschritten waren. Viele priesen das Projekt als „Sambias Eisenbahnlinie für ein neues Leben“, als „Sambias Hauptarterie“ und „die große Uhuru-Eisenbahn [Eisenbahn der Freiheit]“.
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