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Jehovas Zeugen erdulden neuerdings totalitären HassDer Wachtturm 1951 | 1. Februar
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Jehovas Zeugen erdulden neuerdings totalitären Hass
Kommunismus in Ostdeutschland entzündet von neuem die Nazifeuer der Verfolgung
KOMMUNISTEN mögen die Bibel hassen, doch beweisen sie dadurch nur die Wahrheit ihrer Prophezeiungen. Ihre heftigen Angriffe auf Jehovas Zeugen sind ein Teil der Erfüllung der Worte Jesu an seine Nachfolger: „Ihr werdet von allen Nationen gehasst werden um meines Namens willen.“ (Matth. 24:9) In ihrem Ausbruch wider diese Nachfolger Christi beweisen die Kommunisten, dass sie selbst Fussstapfennachfolger der Nazi sind. Die Roten zünden die Feuer der Verfolgung wieder an, die einst von Hitlers Horden geschürt wurden. Und gleich den Nazi suchen die Kommunisten ihren tiefen Hass gegen das wahre Christentum unter einer Flut von Lügen zu verbergen.
Die von Kommunisten beherrschte ostdeutsche Presse speit beständig entstellende Behauptungen wider die Zeugen aus. Sie beschuldigt sie fälschlich der Befürwortung von Unsittlichkeit. Sie hat behauptet, ein Zeuge habe als ein Opfer für Jehova seine Frau umgebracht und habe seine Kinder töten wollen, um Abrahams Bereitschaft, Isaak zu opfern, nachzuahmen. Sie beschuldigt die Zeugen des Antisemitismus, weil sie gemäss der Bibel lehren, dass die Juden nicht mehr eine geweihte, heilige Nation bilden, sondern vor Gott auf der gleichen Stufe stehen wie alle andern Menschen. Die bevorzugte Verdrehung aber geht darauf hinaus, dass die Zeugen Spione für amerikanische Imperialisten seien. Und die Beweise? Nun, sie erhalten Literatur aus Amerika, verteilen Geschenkpakete aus Amerika, lehnen es ab, den kommunistischen Appell zur Ächtung der Atombombe zu unterzeichnen, und predigen, dass der vernichtende Krieg von Harmagedon unvermeidlich sei. Die kommunistische Propaganda argumentiert, die Zeugen weigerten sich, den Appell zur Ächtung der Atombombe zu unterzeichnen, weil Amerika durch diese Bombe die Schlacht von Harmagedon gewinnen werde. Wie lächerlich!
Dass sich hasserfüllte religiöse Verfolgung mit falschen Anklagen auf Umsturz und Aufwiegelung tarnte, war nichts Neues bei den Nazi und ist nichts Neues bei den Kommunisten. Dieselben falschen Anklagen auf Aufwiegelung und Schwächung der nationalen Moral wurden schon gegen Jehovas Diener in der Zeit vor Christus, dann gegen Christus und auch gegen seine Nachfolger vorgebracht. Man nehme hiervon selbst Kenntnis durch das Lesen folgender Texte: Esra 4:15, Nehemia 2:19, Esther 3:8, Jeremia 37:13-15; 38:4, Lukas 23:2 und Apostelgeschichte 24:5. Diese treuen Diener Gottes in alten Zeiten erlitten Marterung und Tod. Dasselbe erleiden sie heute. Man lese folgende Übersetzung einer Meldung, die in der Stockholms-Tidningen am 18. September 1950 erschienen ist:
„JEHOVAS ZEUGEN ERLEIDEN SCHRECKLICHE MARTERN IN DER OSTZONE
„HANNOVER, 17. Sept. — (ST) Nachdem die Volkspolizei nahezu 1000 der bekannteren Zeugen Jehovas in der Ostzone verhaftete, sucht sie nun gründlich überall nach sämtlichen Mitgliedern dieser so starken Widerstand leistenden Sekte, um sie als solche endgültig zu liquidieren. Ihre führenden Prediger sind zu 25 Jahren Schwerarbeit verurteilt worden, ebenso die Glieder ihrer Familien, und man muss der Möglichkeit ins Auge blicken, dass, solange die Kommunistenregierung an der Macht ist, alle Zeugen Jehovas in Gefängnissen verschwinden werden.
„Hochschulstudenten, die aus der Ostzone entflohen, berichten von allem, was die Behörden — bisher ohne Erfolg — getan haben, um den offenen und fanatischen Widerstand der Sekte gegen die Kommunisten zu brechen. Jehovas Zeugen sind misshandelt und auf die entsetzlichste Weise gemartert worden, ohne dass sie ihrem Glauben entsagt hätten, was bedeutet, dass Christus als die höchste und einzige Autorität anerkannt werden muss, und dass sie sich keiner Menschenmacht unterwerfen wollen.
„Durch die Massenverhaftung der Zeugen Jehovas haben diese Leute jetzt zum zweiten Mal in zwei Jahrzehnten die Märtyrerkrone angelegt — und sie wissen, was dies bedeutet. Bereits unter dem Hitlerregime wurden etwa 1000 Zeugen Jehovas als Verräter hingerichtet, weil sie sich nicht nur weigerten, Kriegsdienst zu tun, sondern offen der Autorität Hitlers widerstanden. Weitere 1000 Zeugen Jehovas starben in Gefängnissen und Konzentrationslagern, und alle, die später das Leben in jenen Lagern beschrieben, haben in ihren Büchern Jehovas Zeugen höchste Anerkennung gezollt.
„Jehovas Zeugen haben jetzt unter dem kommunistischen Quisling-Regime geradeso gehandelt, wie während des Hitlerregimes, und in der Ostzone gewann die Sekte in letzter Zeit eine solche Anhängerschaft, besonders unter den Frauen und den Jugendlichen, dass dies für das Regime allzu erschreckend wurde. Die Prediger der Sekte haben nie gezögert, offen zu sagen, was sie vom Kommunistenregime halten. Sie haben die Wahlen in der Ostzone als einen Trug gebrandmarkt und das kommunistische Regime selbst als ‚eine satanische Herrschaft‘.
„Indem sie hinter dem Schrifttext ‚Alle Macht im Himmel und auf Erden ist mir gegeben‘ Deckung nehmen, weigern sich Jehovas Zeugen, irgendwelche irdische Autorität anzuerkennen. Normalerweise bekämpfen sie weder den Staat als solchen noch dessen Gesetze, und das einzige, worauf in den gewöhnlichen, ehrlichen, demokratischen Staaten Anspruch zu erheben sie sich berechtigt fühlten, ist das Befreitwerden vom Kriegsdienst. Doch genau wie im Reiche Hitlers sind sie in der Ostzone in ein todernstes Ringen geraten, nur weil sie öffentlich ihren Glauben verkündigen. So wie sie sich vor 1945 zu weigern pflegten, Hitlers Hakenkreuzfahne zu grüssen und ‚Heil Hitler‘ zu sagen, so weigern sie sich nun, die Abzeichen der Roten zu salutieren. Für die Widerstandsbewegung wider das Kommunistenregime in der Ostzone sind sie wegen ihrer kompromisslosen Haltung der Sammelpunkt geworden. Für die Massen der Deutschen in der Ostzone sind die schlichten Zeugen Jehovas in ihrem rückhaltlosen Glauben zu einem grossen Vorbild geworden, und deswegen sind sie für das kommunistische Regime eine grosse Gefahr.
„Die Kommunisten haben leichtes Spiel, Jehovas Zeugen zusammenzutreiben auf Grund des neuen Fragebogens: ‚Bist du willens, den Stockholmer Friedensappell wider die Atombombe zu unterzeichnen oder zu unterschreiben?‘ . . . Bisher haben sich alle von ihnen zu unterzeichnen geweigert, und wegen dieser Weigerung kommen nun alle ins Gefängnis. Angesichts der fast übernatürlichen Unnachgiebigkeit der Zeugen Jehovas kann man es für selbstverständlich halten, dass sie, wenn das Kommunistenregime in der Ostzone noch viel länger an der Macht bleiben sollte, nicht mehr lebendig aus den Gefängnissen zurückkehren werden.“
Zu diesem vielsagenden Bericht kommt noch die United Press-Meldung vom 4. Oktober aus Berlin: „Neun Mitglieder der Sekte der Zeugen Jehovas wurden heute vom Obersten Gericht im kommunistischen Ostdeutschland zu langfristigen Gefängnisstrafen verurteilt, weil sie in der russischen Zone für die Vereinigten Staaten spioniert hätten. Willi Heinicke und Friedrich Adler erhielten lebenslängliche Strafen. Die andern Strafen lauteten auf acht bis fünfzehn Jahre. Alle wurden der Anklage, ‚einem Spionage-Zentrum in Brooklyn‘ militärische und andere Angaben gesandt zu haben, als schuldig erklärt. Auch wurden sie in Verbindung mit der kommunistischen Aktion zur Ächtung der Atombombe der Sabotage angeklagt sowie der ‚Beschimpfung der Volkswahlen‘, die programmgemäss am 15. Oktober in der Sowjetzone stattfinden sollen.“
Durch all die Prüfungen hindurch halten sich Jehovas Zeugen heute standhaft an die inspirierte Überzeugung des Apostels Paulus: „Wer wird uns scheiden von der Liebe des Christus? Trübsal oder Bedrängnis oder Verfolgung oder Hunger oder Nacktheit oder Gefahr oder Schwert? Im Gegenteil, aus all diesem gehen wir vollständig siegreich hervor durch ihn, der uns geliebt hat. Denn ich bin überzeugt, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Regentschaften, weder gegenwärtige noch kommende Dinge noch Mächte, weder Höhe noch Tiefe noch irgendeine andere Schöpfung uns zu scheiden vermögen wird von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“ (Röm. 8:35, 37-39, NW) Der Kommunismus kann nicht Erfolg haben, wo der Nazismus versagte. Menschliche herrschende Ismusse werden spätestens in Jehovas Schlacht von Harmagedon enden. Jenen, die den Hass und die Verfolgung von allen Nationen um des Namens Christi willen erdulden, gilt die Verheissung: „Wer ausgeharrt hat bis zum Ende, dieser wird errettet.“ — Matth. 24:13, NW.
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Lobpreis dem Gründer der Neuen WeltDer Wachtturm 1951 | 1. Februar
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Lobpreis dem Gründer der Neuen Welt
„Lobpreiset Jah, denn Jehova, unser Gott, der Allmächtige, hat als König zu herrschen begonnen.“ — Off. 19:6, NW.
1. Weswegen können wir Hallelujah! sagen, und was bedeutet es?
HALLELUJAH! Jehova hat seine rechtmässige Macht über unsere Erde angetreten und als deren König zu herrschen begonnen. Das ist eine Tatsache, von der alle Völker der Erde während des Jahres 1951 ernstlich Kenntnis nehmen sollten. Sie bedeutet, dass eine gerechte neue Welt an der Türe steht und bestimmt durch die Macht Gottes des Allmächtigen beginnen wird. Sie ist etwas, worüber man jauchzen kann! Ein wunderbarer Wechsel wird sicherlich auf diesem ganzen Erdenrund folgen und wird eine Ehre sein für Gottes Herrschaft, die allen Menschen guten Willens ein Leben in Ruhe, Sicherheit und Wohlfahrt bringen wird. Nicht mehr werden die Menschen denken, Gott habe die Erde verlassen, noch werden sie fragen, warum er zugelassen habe, dass während der vergangenen sechstausend Jahre die Bosheit über die Erde herrschte. Seine bestimmte Zeit ist gekommen, das grosse Geheimnis zu lüften und den um die Oberherrschaft tobenden Streit über das Universum zu erledigen.
2. Was zu tun geziemt sich jetzt jedem Unterrichteten?
2 Welch winziger Teil des grenzenlosen Universums ist unsere Erde! Und doch ist sie jetzt die eine heisse Stelle, wo dieser Streit um die universelle Oberherrschaft endgültig entschieden werden muss. Und er wird entschieden werden, nein, nicht zugunsten der Vereinigten Nationen oder anderer Elemente dieser alten Welt, sondern zugunsten Jehovas, des Gerechten. Das ist der Grund, weshalb er seit dem von ihm selbst bestimmten Jahre, 1914 n. Chr., mit einer ganz neuen Weltregierung für diese Erde als König zu herrschen begonnen hat. Das liegt allerdings sechsunddreissig Jahre zurück, doch ist dies ein um so triftigerer Grund, weshalb jeder Unterrichtete seinen Lauf im Leben und seine künftigen Pläne überprüfen sollte, um zu sehen, ob sie mit dem unvermeidlichen Wechsel, der eilends näherkommt, im Einklang seien. Auch geziemt es jedem Unterrichteten, den herzerfreuenden Aufschluss an so viele andere als möglich weiterzugeben, damit sie sich selbst auf das Leben in Gottes neuer Welt vorbereiten können.
3. Was zu tun, ist jetzt für uns die gelegene Zeit?
3 Wir leben in der wunderbarsten Zeit der ganzen Geschichte der Menschheit, der Zeit, da wir das Vorrecht haben, Zeugen zu sein vom Übergang von dieser todbringenden alten Welt in die lebengebende neue Welt, von der inspirierte Propheten in solch inhaltsreichen Worten geredet haben. Jetzt ist die gelegene Zeit, dem Gründer, Bildner und Herrscher der neuen Welt unsere ewige Treue zu schwören und die Mitmenschen zu erleuchten und anzuspornen, dasselbe
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