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Gottes Dinge Gott zurückzahlenDer Wachtturm 1951 | 15. Januar
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10 Im Jahre 1914 n. Chr. sind die „bestimmten Zeiten der Nationen“, die 607 v. Chr. mit der Vernichtung Jerusalems durch den König Nebukadnezar begonnen hatten, abgelaufen. Seither sind die Nationen in der „Zeit des Endes“ dieser Welt gewesen. Unter dem internationalen Druck dieser kritischen Zeit, und besonders jetzt, angesichts des kalten Krieges zwischen dem Ost- und dem Westblock der Nationen, der in einem dritten Weltkrieg heiss zu werden droht, fühlt sich der politische Staat, dargestellt durch den Cäsar, unter dem Druck, von seinen Bürgern fordern zu sollen, dass sie dem Cäsar alles zahlen und das beständige Wohl und die Rettung seiner Bürger dem Staat zuschreiben. Mehr und mehr ist er geneigt, auf jene von Gott gegebenen Dinge überzugreifen, die echte Christen dem lebendigen, wahren Gott zurückzahlen müssen; und er stellt Forderungen, die der Vorschrift widersprechen, welche Jesus Christus niedergelegt hat. Die stolzen, ehrgeizigen, auf sich selbst eingestellten Nationen ziehen nie in Erwägung, dass sie als Nationen Jehova Gott etwas schulden. Dessenungeachtet sind sie schuldig, Gott das zurückzuzahlen, was ihm gehört, besonders seit 1914. Von jener Zeit an ist ihnen durch die Zeugen Gottes Jehovas die Streitfrage über die universelle Oberherrschaft vorgelegt worden. Dazu gehört die Frage: Wer wird zu Recht die Erde beherrschen und über ihre ganze Bevölkerung regieren? Die Antwort, wer es rechtmässig tun soll, geht deutlich aus der Prophezeiung für unsere Zeit hervor, die wir in Psalm 24:1, 2, 7-10 aufgezeichnet finden: „Jehovas ist die Erde und ihre Fülle, der Erdkreis und die darauf wohnen. Denn er, er hat sie gegründet über Meeren, und über Strömen sie festgestellt. Erhebet, ihr Tore, eure Häupter, und erhebet euch, ewige Pforten, dass einziehe der König der Herrlichkeit! Wer ist dieser König der Herrlichkeit? Jehova, stark und mächtig! Jehova, mächtig im Kampf! . . . Er ist der König der Herrlichkeit!“
11 Keine Nation besitzt das absolute Recht auf das Gebiet, das sie beherrscht. Die Erde gehört Jehova, dem Schöpfer, und nur durch seine Zulassung haben die Nationen sein Gebiet, sein Besitztum, inne. Sie sind ihm verantwortlich für die Art, wie sie die Erde verwalten. Die Regierungen über die verschiedenen Teile der Erde und ihre Bevölkerung haben vor dem Schöpfer eine gemeinschaftliche Verantwortung, besonders jene Regierungen, die christlich zu sein behaupten oder sich vom Christentum losgesagt haben. Er macht sie verantwortlich, geradeso wie er das ehemalige Sodom und Gomorra verantwortlich gemacht hatte, auf das er Feuer und Schwefel regnen liess. Die bestimmten Zeiten der Weltherrschaft der Nationen liefen im Jahre 1914 ab. Er setzte sie davon in Kenntnis durch seine Zeugen, welche die Aufrichtung seines von Christus geleiteten Reiches verkündigen. Daher wäre es recht, wenn die Nationen, besonders jene der Christenheit, Gott seine Dinge zurückzahlten und ihr Gebiet und ihre Souveränität ihm und seinem Christus überlassen würden. Der „Cäsar“ weigert sich aber, sich diesem rechten Lauf zu beugen. Alle Nationen haben es sich in selbstsüchtiger Weise erwählt, weiterhin der „Cäsar“ zu bleiben und Jehovas Eigentum, den Erdball, auszubeuten und ihn samt seiner Bevölkerung zu verderben. Wie dies durch die „zehn Könige“ dargestellt wird, ziehen sie vor, Offenbarung 17:12-14 (NW) zu erfüllen: „Diese haben einerlei Absicht, und so geben sie ihre Macht und Autorität dem wilden Tier. Diese werden mit dem Lamme kämpfen, doch wird das Lamm sie besiegen, weil er Herr der Herren und König der Könige ist. Dasselbe werden mit ihm die Berufenen und Auserwählten und Treuen tun.“
12 Extreme Nationalisten, die aufgebracht sind über die Treue, die Jehovas Zeugen gegen ihn bewahren, wollen diese aus Jehovas eigenem Besitztum und Gebiet vertreiben. Sie reden wie gottlose Totalitätsverfechter und fordern laut, dass man Jehovas Zeugen aus dem Lande verbanne, als ob diese Zeugen auf Grund und Boden lebten, auf den sie nicht hingehörten. In der Tat möchten sie sie von der Fläche des Erdbodens vertreiben. Sie erkennen wohl kaum, dass die treuen Knechte Jehovas die einzigen sind, die jetzt ein Recht haben, die Erde einzunehmen. Gott wird dieses Recht in der Schlacht zwischen dem Lamm und den weltlichen Nationen kundmachen. Dann wird Jehova die Erde von den fanatischen Superpatrioten dieser Welt säubern und wird nur seine treuen Zeugen auf Erden in die neue Welt hinüberleben lassen, wo alle Geschöpfe Gott das zurückzahlen werden, was Gott gehört.
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Untertan den Höheren GewaltenDer Wachtturm 1951 | 15. Januar
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Untertan den Höheren Gewalten
1. Wie macht sich die Geistlichkeit selbst zu einem Teil dieser Welt, und wie rechtfertigt sie sich dabei selbst?
DIE Geistlichkeit der Christenheit hat sich zu einem Teil dieser Welt gemacht. Ungehemmt mischt sie sich in die Politik dieser Welt und bringt die Politik in ihre religiösen Versammlungsgebäude hinein. Im Jahre 1929 hat sich der oberste Religionist durch ein Konkordat mit dem ehemaligen Faschistendiktator Mussolini wieder zum politischen Herrscher über einen politischen Staat gemacht und empfängt an seinem Hofe nun die politischen Gesandten, Minister und Geschäftsträger aus den verschiedenen Nationen. Nicht nur betet die Geistlichkeit für die politischen Figuren des Staates und ihre Politik, sondern in Zeiten, da zwischen den Nationen ein Kampf auf Leben und Tod wütet, lässt sie zu, dass ihre religiöse Einheit gespalten wird, und sie betet für die kämpfenden Parteien, wobei jede Seite im
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